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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Michael Vogt » Mittwoch 19. Juni 2024, 01:33
LOVEBITES (18.6., Club Vaudeville, Lindau - Support: LOHARANO)
Das einzige Deutschland-Konzert der japanischen Power-Metallerinnen auf ihrer "The Thin Line Between Love and Hate"-Tour.
Anfangs ein wenig chaotisch - als das Konzert losgehen sollte, lief immer noch der Soundcheck der Vorband. Da es an diesem Tag aber rund um Lindau jede Menge Straßensperrungen und Staus auf A96 und B31 gab, wohl damit zu entschuldigen. Auch ein Wermutstropfen: Die VIP-Ticketinhaber (160 € pro Nase für früheren Einlass an den Merchstand und 5 Minuten Meet & Greet) haben fast das gesamte Merch abgeräumt, außer dem aktuellen Tourshirt, dem von Motörhead abgekupferten "Lövebites"-Shirt in Größe S, einem Blechbutton und 8 CDs gab es nichts mehr fürs "Fußvolk". Könnte man logistisch sicher besser lösen. Selbst die Vorband hatte fast schon mehr zu bieten...
Gegen 20:20 wurden wir vom mittlerweile schon sehr stickigen Bar-Raum in den Konzertsaal gelassen, und ich konnte mich bis in die zweite Reihe vorarbeiten. Bühnengraben? Security im Saal? Ersthelfer? Fehlanzeige, zumindest dem optischen Anschein nach... naja. Die Bierbecher (0,5 L für 4 €) wurden dementsprechend direkt neben dem Equipment abgestellt.
Als Anheizer wurden LohArano aus Madagaskar engagiert - obwohl recht gut (Mischung aus Hardcore Punk, KoRn, Slipknot und traditioneller madagassischer Musik), nicht so recht passend zum Power Metal des Hauptacts. Das Publikum war dementsprechend auch etwas verhalten, bei vielen war nicht mehr als ein Höflichkeitsapplaus drin.
Nach kurzer Umbauphase betraten dann die fünf optisch eher an Disneyfilm-Prinzessinnen erinnernden Ladies unter lautem Beifall die Bühne - und legten in den folgenden 1 1/2 Stunden eine Power-Metal-Show zum Niederknien hin. "M.D.O.", "Raise Some Hell", mein persönlicher Favorit "Soldier Stands Solitarily", "Shadowmaker", "Judgement Day" und einige mehr wurden geboten, "Stage General" Asami hatte die Meute gut im Griff, "Little Big Engine" Haruna trommelte was ihre Hände und Füße hergaben in BPM-Bereichen jenseits von Gut und Böse, und das Saiten-Trio Midori, Miyako und Nesthäkchen/Bass-Neuzugang Fami brachten ihre Instrumente zum Glühen. Als Zugabe zu einer gefühlt fast schon zu kurzen Show gab es noch die Songs "Holy War" und "Glory to the World". Interaktionen mit dem Publikum gab es zuhauf, die Damen posierten auch immer mal wieder für die zahlreichen Handys und Digicams in den vorderen Reihen - vielleicht mal abgesehen von "Eisprinzessin" Miyako, die auf solche Sperenzchen generell nicht allzu viel Bock hat. Glücklicherweise wurden die Kameras aber mit der Zeit weniger und auch die Hardcore-Dauerfilmer gaben sich dem Konzert an sich hin.
Fazit: Die fünf Ladies sind für jeden Power Metal-Fan geradezu ein Muss.
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Michael Vogt
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von Jhonny » Mittwoch 19. Juni 2024, 07:51
Also, musikalisch finde ich LOVEBITES auch echt spannend.
Aber für einen Act der in Lindau (!) auftritt soll es VIP-Tickets für 160 € geben?!? Das ist doch absurd.
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von Michael Vogt » Mittwoch 19. Juni 2024, 13:54
Jhonny hat geschrieben:Also, musikalisch finde ich LOVEBITES auch echt spannend.
Aber für einen Act der in Lindau (!) auftritt soll es VIP-Tickets für 160 € geben?!? Das ist doch absurd.
Zumal die Konzerttickets mit 25 € sehr günstig waren ... denke mal die hohen Preise sollen vielleicht auch ein wenig abschrecken, damit nicht gar so viele die VIP-Pässe kaufen und die Band sich dann stundenlang mit ihnen nach der Show beschäftigen muss. Pro Nase max. 5 Minuten unterhalten und Foto machen, da kommt ganz schön was zusammen. BTW: Babymetals VIP-Pass kostete auf der letzten Tour über 250 € (!!), und es gab kein Meet & Greet - nur eine Stunde früherer Einlass in die Halle und spezielles Merch
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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 19. Juni 2024, 16:43
Chavo89 hat geschrieben:Black-Metal-Einflüsse sind meinem Hirn gar nicht präsent. Sollte ich gleich mal auflegen.
Betrifft in meinen Ohren zahlreiche Melodiebögen der Gitarren. Zum Beispiel im letzten Drittel des letzten Songs ganz massiv!
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
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von Jhonny » Donnerstag 20. Juni 2024, 08:04
Michael Vogt hat geschrieben:Jhonny hat geschrieben:Also, musikalisch finde ich LOVEBITES auch echt spannend.
Aber für einen Act der in Lindau (!) auftritt soll es VIP-Tickets für 160 € geben?!? Das ist doch absurd.
Zumal die Konzerttickets mit 25 € sehr günstig waren ... denke mal die hohen Preise sollen vielleicht auch ein wenig abschrecken, damit nicht gar so viele die VIP-Pässe kaufen und die Band sich dann stundenlang mit ihnen nach der Show beschäftigen muss. Pro Nase max. 5 Minuten unterhalten und Foto machen, da kommt ganz schön was zusammen. BTW: Babymetals VIP-Pass kostete auf der letzten Tour über 250 € (!!), und es gab kein Meet & Greet - nur eine Stunde früherer Einlass in die Halle und spezielles Merch
Das ist unfassbar. Für mich ist aber die ganze VIP-Pass-Geschichte einfach Quatsch. 25 € ist natürlich sehr fair.
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von Eike » Donnerstag 20. Juni 2024, 21:58
VIP-Pass ist genauso Quatsch wie Diskografiekomplettismus oder mehrere Versionen des gleichen Albums. Wenn man streng ist, ist alles Quatsch was nicht dem unmittelbaren Überleben dient. Letztlich entscheidet man für sich, was einem etwas wert ist oder eben nicht. Generell fände ich es cool, wenn Bands irgendwelchen Sinnloskrimskrams zu dekadenten Mondpreisen anböten, dafür dann aber die Standardkosten für Normalsterbliche kleinhielten. Win-win-win.
Music is the only religion that delivers the goods. (Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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von Holger Andrae » Donnerstag 20. Juni 2024, 22:20
Eike hat geschrieben:VIP-Pass ist genauso Quatsch wie Diskografiekomplettismus oder mehrere Versionen des gleichen Albums. Wenn man streng ist, ist alles Quatsch was nicht dem unmittelbaren Überleben dient. Letztlich entscheidet man für sich, was einem etwas wert ist oder eben nicht. Generell fände ich es cool, wenn Bands irgendwelchen Sinnloskrimskrams zu dekadenten Mondpreisen anböten, dafür dann aber die Standardkosten für Normalsterbliche kleinhielten. Win-win-win.
Hm, bin ich teilweise Deiner Meinung. Mehrere Versionen eines Albums finde ich jetzt nicht unbedingt schlimm, wenn sich die Versionen slighty unterscheiden. Ab dem Moment, an dem es zusätzlichen Audio-Content gibt, finde ich es immer nachvollziehbar. Und auch beim Diskografienkomplettismus bin ich nicht bei Dir. Betreibe ich selbst zwar nur noch bei einigen Interpreten, aber das tut ja keinem weh außer dem eigenen Geldbeutel. Das ist für mich alles kein Sinnloskrimskrams, den man unnötog übeteuern müsste. Vor allem, ändert das ja auch nichts an den Preisen der "regulären" Artikel. Oder verstehe ich Dich da falsch?
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Eike » Donnerstag 20. Juni 2024, 23:03
Daher schrob ich im Konjunktiv.
Eine Mischkalkulation, im Sinne von Musik / Texte / einfaches Artwork / Live-Konzerte für kleines Geld, extrem teurer Luxus-Schnickschnack zur Querfinanzierung, würde ich mir wünschen. Gibt es konsequent eher selten bis gar nicht.
Zusätzliche Songs, so sie denn taugen, sind für mich kein Schnickschnack. Wenn man drölf Versionen mit 85% teils multipler Schnittmenge erwerben müsste, um sämtlicher veröffentlichter Songs einer Album-Session habhaft zu werden, ist das auch für mich eher ärgerlich.
Im Idealfall sorgte der Verkauf von auf 3 Stück limitierten perlmuttfarbenen Freundschaftsbändchen mit Platinanhänger und eingeprägtem QR-Code zu irgendeinem dämlichen NFT-Zertifikat zu 300.000 EUR dafür, dass eine Tour im Stehplatzberreich mit 25 EUR weniger Eintritt pro Nase über die Bühne geht.
Niemand braucht einen KISS-Ehering mit "I was made for loving you"-Gravur, aber ich werfe auf niemanden einen Stein, der dafür 1,5 Mio. $ auf den Tisch legt, um sich zugleich auch mit der Band verbunden zu fühlen und quasi deren Kindern damit Alimente zahlt. Erst recht nicht, wenn das Ding aus Plastik oder Edelstahl ist und ohne Blutdiamanten drauf. Es tut eben niemandem weh, und niemand wird ernsthaft sozial ausgegrenzt, wenn er sich sowas nicht leisten kann oder will.
Im Prinzip ist es bereits bei Shirts und anderem Merch so. Das happening ist die Mucke und die Begegnung, bedruckte Klamotten, Flaschenöffner, Actionfiguren sind ein nettes Gimmick, nicht mehr.
Wenn eine Band den Merch geschickt diversifiziert, kann da sowas wie eine progressive Einkommensteuer für die ganz Nerdigen draus werden, und alle weniger Betuchten haben dennoch eine gute Zeit.
Utopisch, ich weiß...
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von Holger Andrae » Donnerstag 20. Juni 2024, 23:12
Okay, dann hatte ich Dich eigentlich richtig verstanden. Wollte nur nachhaken. Da bin ich in der Regel bei Dir. Ab und an habe ich auch schon überteuerten Blödsinn gekauft, wie ein Unikat-Bootleg von WT für 80 DM, welches ich dann beim BYH von der kompletten Band signieren lies ... Das Problem bei Deinem Masterplan ist für die kleinen Bands aber, dass da kaum jmd solch überteuerten Kram kaufen wird.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Holger Andrae » Donnerstag 20. Juni 2024, 23:18
Okay, dann hatte ich Dich eigentlich richtig verstanden. Wollte nur nachhaken. Da bin ich in der Regel bei Dir. Ab und an habe ich auch schon überteuerten Blödsinn gekauft, wie ein Unikat-Bootleg von WT für 80 DM, welches ich dann beim BYH von der kompletten Band signieren lies ... Das Problem bei Deinem Masterplan ist für die kleinen Bands aber, dass da kaum jmd solch überteuerten Kram kaufen wird.
Ich mich ja schon freuen, wenn die großen Bands endlich mal vernünftige Underground Bands als Support mitnehmen würden anstatt das sprunghafte Jungvolk mit Metalcore-Gelumpe anlocken zu wollen. Obendrein würde ich mich sehr freuen, wenn sich ausnahmsweise mal alle einig wären, gewisse Merch-Preise einfach nicht zu bezahlen. Da ist es mir auch völlig wumpe, ob da vorne Metallica drauf steht und die Band live noch immer grandios ist. Oh, habe ich jetzt einen Bandnamen geschrieben. Freud'scher Fehler. Da wird sicherlich jetzt das Argument kommen, dass die ja auch ihre Produktionskosten einspielen müssen. Unabhängig davon, dass die Herrschaften wahrscheinlich bis zum Lebensende nichts mehr einnehmen müssten, brauche ich auch so eine Bühnenshow nicht. Aber ich bin kein Standard und will auch niemanden sein Konzertverhalten vorwerfen. Jeder soll Spaß haben, aber dann darf man halt nicht meckern, wenn die Preise der Großen immer mehr nach oben gehen und die Schere zwischen Klein und Groß immer größer wird.
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