|
|
Black Metal - Der Drachenhort!Re: Black Metal - Der Drachenhort!Das, was ich jetzt von der Neuen höre, ist halt irgendwo schon ein bisschen die Post-Black-Metal-Schiene, durch die ausladenden Instrumentalparts, jetzt unabhängig vom Kapuzinertum, mit dem ich es ja nicht so sehr habe. Hat aber auch so einiges vom schwedischen, leicht folkig angehauchten Melodic-Black abbekommen. Die Leadgitarren sind irgendwie ein bisschen zu fröhlich, um so richtig grimmige BM-Stimmung zu erzeugen, und beim Gesang fehlt mir auch ein wenig die richtig krasse, wahnhafte Note. Das könnte auch Melodeath-Shouting sein, und die Riffs teils echt fast Euro-Power-Metal. Jo, unterm Strich vielleicht echt nicht das, was ich in meinem BM so suche. Aber definitiv weit weg von schlecht. Die Artworks sind aber Selling Point Nr. 1.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Black Metal - Der Drachenhort!
Kann ich alles gut verstehen...außer vieleicht den markierten Teil zu den Vocals. Finde die schon was heftiger, als dass es zu Melodeath passen könnte. So richtig weggeblasen hat mich die Band ja eigentlich auch nicht, aber ich stelle fest, dass ich das Album irgendwie ziemlich oft und gerne auflege...und, dass die gut 40 Minuten verdammt schnell vergehen. Also irgendwas hat diese Musik. Ich weiß nur noch nicht genau was? ![]()
Re: Black Metal - Der Drachenhort!Die ersten 3 UADA-Alben finde ich schon richtig geil.
Vor allem das Debüt lief rauf und runter, "Djinn" war großartig. Die letzte Scheibe fand ich ganz seltsam. Da hat Rüdiger mit dem Post-Zusatz nicht ganz unrecht. Davor ist es ja eher recht todeslastig, teils melo-death-lastig.
Re: Black Metal - Der Drachenhort!So, wie versprochen, schreibe ich hiermit mal ein bisschen zum aktuellen Album von ABIGOR.
Im letzten Dezember habe ich mich einmal quer durch die Diskographie der Österreicher gehört, um einen Überblick zu haben und die Band in BM-Kreisen ja fast Klassikerstatus hat und man sich das sowieso irgendwann geben muss. Bis auf "Orkblut - The Retaliation" bin ich auch nicht wirklich tiefer in die Alben eingestiegen und habe die Band dann als ganz cool abgespeichert und erstmal zurückgestellt. Letztens ist mir dann aufgefallen, dass ich bei meiner ersten Reise durch das ABIGORsche Schaffen, die "Time Is The Sulphur In The Veins Of The Saint" gar nicht gehört hatte, was ich dann nachgeholt habe und mir direkt darauf die "Taphonomia Aeternitatis" angehört habe, weil die zu dem Zeitpunkt der ersten Beschäftigung noch gar nicht veröffentlicht war. Durch Nils Anregung bin ich dann drangeblieben und jetzt lief das Ding seit dem Erstdurchlauf fast täglich. Ich muss sagen, dass ich sehr froh bin, dass ich in das Album tiefer eingestiegen bin und es nicht direkt nach dem Ersteindruck wieder in Versenke verschwinden lassen habe. Denn nach einigen Spins bemerkt man erst in größerem Umfang wie genial das ist, was das Trio hier bietet. In fast jedem Song habe ich direkt eine Passage, einen Lyric-Fetzen, eine Melodie, eine bestimmte Art des Schlagzeugspiels - allgemein irgendein Anker gefunden, durch die ich mich letztendlich gut durch das Album hangeln konnte und auch besser verstehen konnte. Dabei habe ich gemerkt, dass das Album einen ziemlich guten Flow besitzt und wirklich schnell vorbeigeht. Gerade der Opener 'Halt The Wheel Of Timeless Change' ist vergeht in meinen Ohren richtig schnell. Ich weiß aber auch nicht, woran genau das liegt. An dem Song finde ich beispielsweise die Stelle, in der Silenius den Titel intoniert, nachdem der Song fast schon zu Ende ist und dieser danach wieder so richtig losgeht. Die Melodien der 'Soldaten Satans' brauchten etwas, um sich bei mir zu öffnen. Doch seitdem sie es getan haben, entfaltet der Song seine ganz eigene Atmosphäre, während 'Feasting On The Prophets Blood' der ganz klare Hit des Albums mit dem Hook-Refrain ist. Grandios finde ich hier die luftig-lockeren Gitarrensoli zwischendurch, die mich entfernt an CHAPEL OF DISEASE erinnern. 'Extermination Angel' ist mit Sicherheit der härteste, kompromissloseste Song des Albums, der für mich eine total abstoßend-maschinelle Seite hat, die ich auf der anderen Seite dann doch ziemlich gelungen umgesetzt finde, weswegen dieser Song neben dem späteren 'Burning Hell' auch mein Favorit des Albums ist. Der sprechende Frauengesang in 'Cult Of Elder Chaos' hat mich beim ersten Hören komplett überrascht, doch dieser gefällt mir immer besser. Wie die Künstlerin die Worte intoniert, finde ich unfassbar einnehmend. Mein absolutes Highlight an Intensität, unfassbarer Atmosphäre und bestechenden Melodien. Es ist schwer in Worte zu fassen, was ich an diesem Song so faszinierend finde, doch immer wenn es zu der Stelle mit deutschen Lyrics ("Wenn der Tod ist sicher dir...") kommt, stellt sich Gänsehaut ein. Das finde ich irgendwie so ergreifend in Szene gesetzt. Ich habe in letzter Zeit sicher wenig intensiveres gehört als diesen Song. 'Forniotrs Weltreise' mit seiner starken Heavy-Metal-Schlagseite weiß dann auf eine ganz andere Weise zu gefallen. Die Klargesangspassage gegen Ende mit anschließendem hochenergetischen Ausbruch ist ebenso ein Glanzlicht des Albums. Nach diesen mit wirklich tollen Momenten gespickten Minuten bleibt von 'Morning Star Anthropophagia' bei mir bisher nur wenig hängen, wobei auch hier das Stilmittel, den Song in der Mitte der Laufzeit zum kompletten Stop kommen zu lassen, nur um kurz danach weiter zu machen, gelungen genutzt wird. Mir gefällt 'Taphonomia Aeternitatis - Gesänge im Leichenlicht der Welt" zurzeit wirklich sehr gut. Es macht ziemlich viel Spaß sich durch die vielschichtigen Kompositionen zu graben, immer mehr zu entdecken und diese sehnsuchtsvollen, im Kern doch hochmelodischen und ergreifenden Leads hier und da herauszuhören. Daneben finde ich auch die Vocals von Silenius durchgehend großartig, weil die mich und wohl auch einige andere schon an Attila erinnern und das ist eigentlich immer in Kompliment. So, Nils, jetzt bin ich gespannt, wie du das Album findest. Du hattest ja angedeutet, dass es für dich eine Herausforderung ist. Im Vergleich zu "Totschläger", die du ja ziemlich gut fandest? Oder allgemein auf ABIGOR bezogen? Soweit ich weiß, haben Jhonny und Rüdiger die Scheibe ja auch. Wie gehts euch damit? Meine kleine Sammlung
https://www.musik-sammler.de/collection/kenni/
Re: Black Metal - Der Drachenhort!Ich habe die Scheibe und finde sie atmosphärisch schon sehr spannend - bisher dürfte es meine meistgehörte ABIGOR-Scheibe sein (ich kenne aber auch nur etwa 5).
Ich bin aber auch nicht sonderlich tief in der Band drin, habe da noch große Lücken. Daher sind die Meinungen von Nils und Rüdiger sicher deutlich spannender.
Re: Black Metal - Der Drachenhort!Meine ist noch eingeschweißt...
![]() alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Black Metal - Der Drachenhort!... jetzt ist sie aufgeschweißt.
... und läuft. Oh, gleich am Anfang ein paar Mayhemiaden... schön... fies-schräge Neoklassizismen... ![]() alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Black Metal - Der Drachenhort!
An MAYHEM hat mich das ganze auch erinnert. "Ordo Ad Chao" in melodischer und zugänglicher kam mir während des Hörens immer mal wieder in den Sinn, wobei ABIGOR schon etwas anders komponiert. Bin gespannt auf deine Eindrücke zum Rest der Scheibe! Meine kleine Sammlung
https://www.musik-sammler.de/collection/kenni/
Re: Black Metal - Der Drachenhort!Ich brauche hier etwas Ruhe, um natürlich deinen ausführlichen Beitrag zu lesen und selbst etwas zu schreiben. Ich überlege gerade, ob ich erst ein Review dazu tippe, denn das Album wird ziemlich sicher in meiner Top 10 sein. Wenn ich den Sermon zuerst ins Forum gieße, habe ich kein Material mehr für die Besprechung
![]()
Re: Black Metal - Der Drachenhort!
Was bin ich froh, dass ich diesem Album doch noch eine Chance gegeben habe, nachdem ich es beim Erstdurchlauf ganz nett fand und es bei mir schon fast in Vergessenheit geraten ist, bis ich gestern mal wieder "At The Heart Of Winter" gehört habe und mich erinnerte, dass der Frontmann von INQUISITION stimmlich ganz ähnlich klingt. Seit gestern sind dann einige Durchläufe dieses brillianten Albums dazugekommen, das auch jetzt gerade wieder läuft. Die wichtigsten Punkte hast du aus meiner Sicht schon alle getroffen, Rüdiger, aber ich würde gerne noch hinzufügen, dass die Band in einigen Momenten gar nicht mal so weit vom bestial-monotonen finnischen Black Metal à la BEHERIT oder ARCHGOAT agiert. Sich hiervon aber durch die vielen melodisch-schwelgerischen Leads unterscheidet, die echt großartige Hooks erschaffen. Diese sind mir beim ersten Durchhören vor ein paar Monaten gar nicht so richtig aufgefallen, jetzt schlagen die aber voll ein. Finde ich großartig. Dazu hat sich Dagon auch eine ganze Bandbreite an Riffs für dieses Album erdacht, die in sich schon eine ganze Menge an Stimmungen und Emotionen rüberbringen können. Besonders herausragend sind für mich hier die triumphal-hoffnungsvollen 'Memories Within An Empty Castle In Ruins' und 'Light Of My Dark Essence'. Auf der anderen Seite hat man beispielsweise mit 'Force Of Death Is The Force Of Life' auch ziemlich brettharte Songs in der Tracklist. Doch darüberhinaus sind es die Vocals, die mich dieses Album immer wieder hören lassen. Fast jeder Lyric-Fetzen ist nach zwei bis drei aufmerksamen Durchläufen drin. Wie auch bei IMMORTAL bzw. Abbath trifft mich diese Art des Extreme-Metal-Gesangs direkt oder direkter als andere Gesangsstile, weswegen auch so etwas wie ANGELCORPSE mit Pete Helmkamp am Mikro, der eine ähnlich krächzende, aber gut verständliche Stimme hat, bei mir so hoch im Kurs steht. Zurück zu INQUISITION: Ich finde, dass diese ganze Lyrik-Thematik ziemlich effektiv von Dagon rübergebracht wird. Das, was er da so textet, hat für ihn anscheinend Konzept. Für Leute, die da nicht tief drin sind, klingt das nach kosmischer Esoterik. Doch beim Hören bekommt man das Gefühl, das beim Vortrag der Lyrics eine gewisse Ernsthaftigkeit in seiner Stimme mitschwingt. Dadurch, dass halt wirklich fast jede Zeile verständlich ist und der Gesang vergleichsweise monoton und witzlos vorgetragen ist, trifft das den Hörer noch einmal mehr. Funktioniert zumindestens bei mir gerade so. Krönender Abschluss des Albums ist mit ziemlicher Sicherheit der Titeltrack, der im Gegensatz zu großen Teilen des Albums, im Midtempo gehalten ist. Diese Hymnik, die da innerhalb der vier Minuten rübergebracht wird, ist aber unglaublich einnehmend. Die Zeile "Blood from the stars fills my chalice...", wenn sie später zweistimmig und neben den atmosphärisch-epischen Gitarren intoniert wird, sorgt bei mir für Gänsehaut. Das klingt gar nicht monumental, was es auch gar nicht will, sondern vielmehr Mantrisch-beschwörend und ist dadurch so intensiv und eindringlich. Übrigens, nochmal Danke an dich, Rüdiger, dass du deine Eindrücke des Albums hier geteilt hast. Ich habe die natürlich gelesen, konnte bisher aber nichts beitragen, weil ich das Album nicht gehört hatte. Jetzt war es aber soweit und ich bin schon etwas begeistert von "Veneration Of Medieval Mysticism And Cosmological Violence", sodass ich hier etwas schreiben musste. Ich bin gespannt, ob sich deine Eindrücke in irgendeine Richtung erweitert haben oder ob die Scheibe bei dir nach Schreiben der obigen Zeilen im Regal neben den anderen Alben der Band verschwunden ist. Wie auch immer die Antwort ausfällt, würde ich mich über Rückmeldung von dir freuen. Ich habe gesehen, dass Jhonny und Nils das Album auch haben. Was sagt ihr denn dazu? Meine kleine Sammlung
https://www.musik-sammler.de/collection/kenni/
Zurück zu Thrash / Death / Black Metal Wer ist online?Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste |
|