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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Pillamyd » Freitag 20. September 2024, 09:35
THIS WAS (1968):Tracklist: 01. My Sunday Feeling 02. Some Day The Sun Won't Shine For You 03. Beggar's Farm 04. Move On Alone 05. Serenade To A Cuckoo 06. Dharma For One 07. It's Breaking Me Up 08. Cat's Squirrel 09. A Song For Jeffrey 10. Round 11. One For John Gee (Bonus Track) 12. Love Story (Bonus Track) 13. Christmas Song (Bonus Track) Mit der Frühphase der Band und somit dem ersten Album der Band habe ich mich dann erst beschäftigt, als ich schon tiefer in die Musik der Band eingetaucht bin. „This Was“ ist ein außergewöhnliches Debüt. Ein außergewöhnliches deshalb, weil es sowohl etwas anderes darstellt als auch Elemente innehat, die man durchaus auf spätere, sogar weit spätere Alben wahrnehmen kann. Ein unvergleichliches rauchig/bluesiges, an manchen Stellen sogar recht jazziges Album. Mit vielen instrumentalen Parts. Ich gebe zu, der Einstieg in das Album, war gar nicht so einfach. Ein Song, der mir das etwas erleichterte, war dann „A Song For Jeffrey“, den ich als Bonus schon auf der „Aqualung“ hören konnte und den ich wirklich gut finde. Ein wirklich cooler Rocker. Dieser Song spiegelt für mich das wider, was der Band später am nächsten kommt. Die Querflöte groovt, daran schließt sich der Bass und Schlagzeug an und die Gitarren zeigen im Ansatz den späteren verspielten Einsatz des Instrumentes in der Band. Diese starke Verwurzelung in die 60ern hört man mit jeder Silbe des Albums raus. Ist ein Farbklecks, der nachher nie wieder so stark rauszuhören ist. Der Jazz/Blues Charakter hatte hier sicherlich die Oberhand und wenn man das alles beim Hören revue passieren lässt, so erkennt man doch, dass sie das Beste daraus irgendwie doch weitergetragen haben. Trotzdem, so ganz haben sie die Ansätze, wie ich finde, nie aufgegeben, wenn auch mal stärker vertreten und dann mal weniger. Aber so wie manche Hörer der Band das sehen, finde ich nicht, dass das Album musikalisch bei der Band in Vergessenheit geraten ist. Es sind Kleinigkeiten die das ausmachen. Insgesamt wirkt das Album aber dann im Gesamteindruck doch zu ernst auf mich. Der Spielwitz ist schon damals vorhanden, wenn auch nicht ganz in der gewohnten Form der späteren Alben. Noch nicht wirklich wahrnehmbar ist allerdings der Sarkasmus der späteren Alben, der ja durchaus noch sehr präsent werden soll. Für ein Debüt finde ich das aber schon ein echt stark durchdachtes Album. Das lässt schon den Eindruck zu wie gewollt, aber auch gekonnt. Aus denen wird mal was! Leider fehlt trotz diesem positiven Ansatz, der letzte Biss. Ein Song wie „Dharma For One“ ist zum Beispiel ein sehr großartiges Instrumental, in dem sich die Band im Jazz gekonnt austobt. Das Ding bleibt nachdem dritten Durchlauf auch tatsächlich im Hinterstübchen hängen. Aber, und das ist es, warum das Album mich nicht so mitreißen kann wie spätere Alben, lassen solche Songs gleichzeitig auf „This Was“ auch etwas unausgewogen klingen. Obwohl sie wirklich gut sind! Manchmal ist etwas zu viel Leerlauf drin, gerade in den Wiederholungen, die schon sehr stringent rüberkommen. Runtergebrochen könnte man das Album auch als eine große Jam Session verkaufen. Aber das ist dem Sound der späten 60er auch einfach geschuldet. Die Band entwickelt sich, wenig überraschend, ziemlich schnell und ziemlich auffällig im späteren Verlauf. Wenn man das im Kopf hat, dann kann dieses Album durchaus zu einem Genuss werden! Größter Fremdkörper auf dem Album ist, das mit starken Bläser besetzte „Move On Alone“, dass für mich eher nach Großstadt, Big Band, Schickimicki-New-York-Bonzen-Viertel klingt, als zum Rest des Albums. Viele grelle Lichter, übersäht von Menschen in Anzügen und Abendgarderobe und fein gemachten Haar. Das mag nicht so ganz passen, in meinen Ohren. Vielleicht hat man sich deshalb auch etwas später davon wegbewegt. Wenn man sich dann den Start der Band vor Augen führt, wie alles begann ist es schon ziemlich großartig, dass Ian an der Band festgehalten hat und dem Mick nicht das Ruder überlassen hat. Was wäre aus der Band geworden, hätte er es tatsächlich geschafft, dass er das Singen übernimmt? Nach dem Album war Mick Abrahams aber Geschichte und die Band entwickelt sich schleichend aber in eine sehr spannende Richtung, die eben in „Aqualung“ ein festes Fundament schafft. Wenngleich das musikalisch noch etwas irritierend ist, wenn man spätere Alben kennt, so ist das allein als musikalisches Dokument schon ein sehr packendes. Ich kann da aber schon auch viel musikalisch rausziehen und meine Nuancen zu erkennen. Aber ich wiederhole mich. 7/10
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von kingdiamond » Freitag 20. September 2024, 10:50
Pillamyd hat geschrieben: THIS WAS (1968):
Hui, das ist ja mal nen schönes Coverfoto. Echt niedlich! Werden die alle mit Namen und Rasse im Heftchen gewürdigt?
Die Belohnung für Geduld ist Geduld! Was man anfängt, muss man auch zu En
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von Pillamyd » Freitag 20. September 2024, 11:51
Würde mich nicht überraschen. Weiß ich aber gar nicht. Müsste ich nachschauen.
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von Pillamyd » Mittwoch 25. September 2024, 13:09
Stand Up (1969)
Tracklist: 01. A New Day Yesterday 02. Jeffrey goes To Leicester Square 03. Bourée 04. Back To The Family 05. Look Into The Sun 06. Nothing Is Easy 07. Fat Man 08. We Used To Know 09. Reasons For Waiting 10. For A Thousand Mothers 11. Living In The Past (Bonus Track) 12. Driving Song (Bouns Track) 13. Sweet Dream (Bonus Track) 14. 17 (Bonus Track) Nur knapp ein Jahr später beginnt eine musikalische Zusammenarbeit, die über Jahrzehnte anhalten soll. Auf „Stand Up“ hört man zum ersten Mal Martin Barre. Die Frage, die ich mir hier stellte, liegt natürlich auf der Hand. Wie groß ist die Entwicklung von Album 1 auf 2 zu spüren? Denn schenkt man der ein oder anderen Meinung etwas Glauben, so macht der Inhalt definitiv neugierig. Der Sound ist noch typisch angestaubt, doch wagt sich die Band aus ihrem eng geschnürten Korsett heraus und bietet der Hörerschaft eine etwas unverkopftere Platte. Nein, ich untertreibe. Die Band wirkt sogar ziemlich aufblühend und voller Tatendrang, die gesteckten Ziele anzugehen. „Stand Up“ hat die Eigenschaft zu rocken. „Back To The Family“ zeigt diesen wunderbaren 60s groove. Das auf die Suche gehende, merkt man der Band ziemlich gut an. Fühlt sich das Album doch wie ein Zwischenschritt an, der in eine, wenn man spätere Alben zuvor kennt, Richtung geht, die zumindest mir das Gefühl von Vertrautheit gibt. Die Ansätze sind noch kräftiger zu spüren. Hier sind noch viel mehr Anzeichen zu spüren, die die Band auf Alben wie zum Beispiel „Aqualung“, sogar später auf „Songs From The Wood“ zu vertiefen vermochten. Das ist, wenn man die Diskographie nicht von vorne nach hinten durchgeht, eine wunderbare Erkenntnis, die zu Teilen wirklich sehr überraschen. Es ist immer wieder davon die Rede, dass man den jazzigen und bluesigen Anteil auf diesem Album zurückgeschraubt hat. Das hier die ersten progressiven Klänge zu spüren sind. Ich möchte das gar nicht abstreiten. Aber zumindest der bluesige Teil ist doch noch in jedem Falle zu spüren, wenn auch rockiger, gezielter. Das hat mich zu Anfang dann doch gewundert. Das Album ist abwechslungsreicher als das zuvor. Für mich vermag die Band den Jazzanteil noch nicht ganz abzulegen, aber es wäre übertrieben zu sagen, dass er zu jeder Zeit zu hören wäre. Das sind Bruchstücke. Für mich steht hier aber tatsächlich die bluesige Gitarre ziemlich in den Vordergrund, dessen rockiger Anteil aber deutlich zugenommen hat. Ebenso wie die Querflöte, die allgegenwärtig ist und das ziemlich großartig. Eine Abgrenzung ist mir hier zu hart, sind die Übergänge doch fließend und immer wieder Bestandteil des „Tull“ Sounds des ersten Jahre. „Stand Up“ besticht aber trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen, durch großartige Abwechslung, dass mir vor allem durch die „Laut/Leise“ Momente eine kontrastreiche Kost bietet, die wunderbar aufeinander abgestimmt wirken. Man höre nur einmal „Bourée“ dessen klassischer Ansatz so cool mit dem improvisatorischen, die die Band weiterspinnt, verbunden wird, dass der Song wie der größte Farbtupfer auf dem Album wirkt. Oder das weiter oben erwähnte „Back To The Family“, dass so blumig daherkommt, wie es der Band eben erlaubt ist, dabei auch so schweinegeil rocken. „Fat Man“, dessen musikalische psychedelischen Ansätze an die spirituelle Zeit der „Beatles“ gar nicht so fern sind. Oder „We Used To Know“, dessen Akkorde eines Riesenhits aus dem Jahre ´76 ähnelt. Wer drauf kommt, ist Forianer des Monats. Ein bisschen was kannte ich aus dem Album, weil „Aqualung“ mit seinen Bonustrack in der Version, in der ich sie habe, teile dieses Albums hier sind. So kannte ich „Bourée“ und „Fat Man“ schon davor. Kurzum : Die Abwechslung steht hier an vorderster Stelle. Es klingt nicht so bitterernst wie noch das Debüt Album. Eine Steigerung in Sachen Songwriting ist durchaus zu spüren. Einflüsse werden offener miteingeschlossen und so entsteht eine wunderbare Symbiose. An dieser Stelle ist ein Spoiler unvermeidlich, denn das Album werde ich hier als das Beste der Frühphase hervorheben müssen. Deshalb gibt es von mir hier eine: 8/10
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von Holger Andrae » Sonntag 6. Oktober 2024, 12:19
Pillamyd hat geschrieben: THIS WAS (1968):7/10
Hier kam jetzt länger nichts von mir, weil ich die Frühphase eher selten auflege und mir sogar noch Alben aus der Zeit physisch fehlen. Das größte Loch dürfte wohl "Benefit" sein. Aber zurück zum eigentlichen Geschehen. "This Was" hat einige tolle Songs wie 'Love Song', 'My Sunday Feeling', 'A Song For Jeffrey' oder 'Dharma For One'. Man hört eine Band auf der Suche und mit Mick Abrahams einen Gitarristen, der ehr aus dem blauen Buch zitiert hat. Ich bin kein Blues-Freund, da fehlt mir zumeist etwas Schwung. So auch auf diesem Album, welches in meinem Kopfkino Bilder aus 50er Jahre Filmen erzeugt. Schon von der damaligen Farbgebung, alles eher weich und hell, Immenhof goes Rock'n'Roll. Würde da nicht dieser Bandname drauf stehen, würde mich das wahrscheinlich nicht interessieren, weil das musikalisch schon sehr weit außerhalb meiner Hörbedürfnisse liegt. So ist es aber der spannende Startpunkt einer später noch viel spannenderen Band.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Pillamyd » Dienstag 8. Oktober 2024, 20:56
Aber ja, die Frühphase der Band, verstaubt auch immer wieder gern einmal und findet weniger Anklang. Bei dem was folgen sollte auch kein großes Wunder. Und trotzdem ist es wie ich finde eine schöne "What if?" Frage, die ich hin und wieder auch gerne mal gedanklich weiterspinne.
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von Pillamyd » Samstag 22. Februar 2025, 11:07
Benefit (1970)01. With You There To Help Me 02. Nothing To Say 03. Alive And Well And Living In 04. Son 05. For Michael Collins, Jeffrey And Me 06. To Cry You A Song 07. A Time For Everything? 08. Inside 09. Play In Time 10. Sossity; You're A Woman 11. Singing All Day (Bonus Track) 12. Witch's Promise (Bonus Track) 13. Just Trying To Be (Bonus Track) 14. Teacher (Original UK Mix) (Bonus Track) Das dritte Jahr der Band. Gleich vorab. Das Album macht es mir immer noch nicht einfach. Aber wo fange ich an, ohne gleich am Anfang alles gesagt zu haben? Ich scheue mich etwas, über dieses Album zu schreiben. Denn die Worte wollen richtig gewählt werden. Aber ich kann auch schon einmal sagen, dass ich zu diesem Album gar nicht viel sagen werden kann, wie man es vielleicht bisher gewohnt war. „Benefit“ ist das erste Album mit John Evans, der hier am Klavier, Piano und an der Orgel zu hören ist. Das gibt der Band eine ziemliche andere Wendung, lässt sie in einem anderen Licht erscheinen. Das Album an sich ist ziemlich Gitarrenlastig. Und das sowohl in der Akustik als auch E-Gitarre. Im Zusammenspiel mit den Tasteninstrumenten, wirkt das ganze Album aber so, als hätte man die ganze Zeit über, das Fenster auf dem Cover offengelassen. Und so zieht das Album an mir tatsächlich ein wenig vorbei. Mein großes Problem ist, dass das Album ziemlich träge wirkt. Und ich habe lange gebraucht zu merken, woran das liegt. Zu den trägen Songs, die zwar nicht wirklich schwer liegen, aber trotzdem eine gewisse Zähigkeit mit sich führen, ist es vor allem Ian, dessen Gesang mir hier so gar nicht gefallen mag. Da sind keine Spitzen zu erkennen, dass ist alles relativ gleichförmig. Das macht das Album für mich dann doch auch etwas zu „normal“ rockend. Das ist dann schon irgendwie witzig, halte ich genau diesen Kritikpunkt bei „Thick As A Brick“ noch für ein gekonntes Stilmittel. So mag mir das auf diesem Album mit zusammenhanglosen Songs, gar nicht gefallen. Vielleicht ist das auch beabsichtigt. Denn, was man dem Album mit Sicherheit nicht abstreiten kann, ist ein roter Faden. Das klingt alles wie aus einem Guss. Was „Stand Up“ ziemlich gutgetan hat, nämlich die Abwechslung, fehlt mir auf „Benefit“ an allen Ecken und Kanten. Einzig „To Cry You A Song“ und „Play In Time“ kommen mit etwas Spielwitz daher, erinnert aber gerade auch „To Cry You A Song“, an einen Song auf der „War Child“ ziemlich gewaltig. Ja, der Song war als erstes da. Aber ich kannte den anderen nun einmal davor. Deshalb fällt es mir unheimlich schwer, über die Songs an sich zu schreiben, weil ich das Gefühl habe, mit zwei, drei Sätzen alles dazu gesagt zu haben. Und trotzdem möchte ich dem Album nicht nur negatives entgegenbringen. Denn, dass die Produktion einen neuen Ansatz hervorbringt, ist sehr deutlich zu hören. Ziemlich direkt, nach vorne heraus. Daran hat man wohl festgehalten, wurde aber auch im Songwriting wieder mutiger. Aber das kann man ja alles schon nachlesen. Da „Benefit“ gerne mal in Erwähnung mit den ersten beiden Alben gebracht wird, muss ich hier sagen, dass es für meinen Geschmack wohl das schwächste der dreien ist. 6,5/10
Zuletzt geändert von Pillamyd am Samstag 1. März 2025, 10:34, insgesamt 1-mal geändert.
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von Jhonny » Sonntag 23. Februar 2025, 18:35
Das ist glaub ich das einzige Werk vor 1980, das ich noch nie gehört habe. Ist aber auch immer etwas schwierig, wenn man nur physische Alben anhört Und deine Entdeckungsreise setzt es jetzt auf der Prio-Liste auch nicht unbedingt nach oben. Danke in jedem Fall für deine Einblicke!
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von Pillamyd » Sonntag 23. Februar 2025, 21:35
Die frühe Phase der Band, die die ersten 3 Alben umfasst hat ja insgesamt nicht den größten Stellenwert. Es ist aber auch schwierig, denn nach "Benefit" folgte einfach ein unfassbarer Lauf. Ich kann mir gut vorstellen, dass das schon in den 70ern Gewöhnungsbedürftig, wenn man sich mit der Band weiterbeschäftigt hat. Aber ich kenne keinen, der die Band so lange kennt Ich möchte hier gar nicht vermitteln, welche Alben eine besondere Priorität haben. Auch wenn das vielleicht meine Noten zum Ausdruck bringen könnten. Ich habe mir lange Zeit überlegt ob ich das überhaupt mit Noten versehen soll.
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von Pillamyd » Freitag 14. März 2025, 11:41
A PASSION PLAY (1973)Tracklist: 01. A Passion Play, Part I 02. A Passion Play, Part II Eine wirklich spannende Geschichte, die sich hinter „A Passion Play“ verbirgt. So habe ich dies schon zum Album „War Child“ angeschnitten. Nur nochmal als Reminder: Es gab ursprünglich Aufnahmen die Tull Kenner unter dem Namen „The Château d’Hérouville Sessions“ bekannt sind. Davon schafften es ein paar Teile sowohl auf der „War Child“ als auch auf der „Minstrel In The Gallery“. „A Passion Play“ als Ganzes ist nach den Querelen, die es in Paris gab, der Neuanfang, der aus dieser Geschichte herrührt. Allein die Herangehensweise des Albums. Ein Song zwei Teile, jeweils ca. 20 Minuten lässt das Album natürlich an „Thick As A Brick“ erinnern. Und natürlich steckt dahinter wieder auch ein Konzept. So fragt man sich ja schon fast in natürlicher weise, wie das wohl klingen mag. Schafft Ian Anderson es, nachdem Jahr zuvor an den Erfolg anzuknüpfen? Sind die etwas ähnliche Herangehensweise der beiden Vergleichswerke nicht zu viel gewollt? Ich gebe zu, ich tue mich mit „A Passion Play“ ziemlich schwer. Immer noch. Als ich die ersten Minuten des ersten Teils zu hören bekam, hatte ich kleine euphorische Schübe, weil mir der Aufbau ähnlich erschien und ich die Hoffnung hatte, dass sich dadurch ein leichter Einstieg in dieses Album ergibt. Aber die Ernüchterung kam prompt. Das Album ist sogar ziemlich schwer zugänglich. Musikalisch fällt „A Passion Play“ um einiges pompöser aus. Was zunächst mal gar nicht so schlecht ist. Aber man muss sich dran gewöhnen. Klavierklänge, orchestrale Untermalungen, Bläser kommen nicht zu kurz. Natürlich gibt es hier auch musikalische Abfahrten. Es wirkt aber insgesamt nicht so fließend ineinanderlaufend. Es sind wenige wiederkehrende Momente. Alles klingt etwas landschaftlicher. Das macht es etwas unnahbarer als „Thick As A Brick“. Vor allem möchte sich mir das Konzept, die Geschichte zu diesem großen Spiel, noch nicht so ganz erschließen. Es scheint sich wohl alles um den Tod und die Wiedergeburt drehen. Aber so ganz schlau werde ich daraus nicht. Vor allem die vorgetragene Geschichte „The Story Of The Hare Who List His Spectacles“, so ziemlich an Anfang des zweiten Parts, lässt den kompletten Song etwas auseinandergerissen wirken. Übrigens von Jeffrey Hammond-Hammond höchstpersönlich vorgetragen. Komischerweise komme ich danach immer besser in den Song. Ich habe das Gefühl der Bombast wird etwas zurückgeschraubt. Der Song fließt besser. Es wirkt kurzweiliger, und nicht wie etwa eine Prosa, von der ich jede Seite zweimal lesen muss, bevor ich kapiere, was passiert. Somit habe ich aber über die gesamte Länge, eher das Problem, das Schlüsselloch zu dieser Türe nicht finden zu können. Da schwebt immer eine gewisse Distanz mit. Höre ich das Album, so begegne ich einer angestrengten, verworrene Geschichte verpackt in eine direktere und etwas dick aufgetragene Tull-Musik, die in mir irgendwie die Spekulation aufkeimen lässt, dass das ganze Ding eher ein Kompromiss war, als wirklich genüsslich an einem Werk gearbeitet zu haben. Ob es darin begründet ist, dass man zuvor in Paris abbrechen musste, teile der Tapes verschollen waren und mit dem Neuanfang vielleicht zu wenig Abstand gewonnen werden konnte? Ich weiß es natürlich nicht. Aber es macht es mir nicht einfacher daran zu denken. Lauscht man nämlich der „The Château d’Hérouville Sessions“, so kommen die Aufnahmen etwas freudiger, etwas positiver zur Geltung. Ich möchte das Album gar nicht zu niedrig bewerten. Denn trotz allem hat das Album seine Anhänger, manche finden es sogar überragend. Ich habe den Zugang noch nicht gefunden. Und da dies auch eine gewisse Momentaufnahme meinerseits ist, brauch ich da gar nicht so groß bange zu haben und blicke dem Album doch noch optimistisch entgegen. Eines steht aber fest. „Thick As A Brick“ erreichen sie damit nicht. 7/10
Zuletzt geändert von Pillamyd am Dienstag 19. August 2025, 10:29, insgesamt 1-mal geändert.
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