PMDECS - Twopointtripplezero - Diskussionsthread

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Re: PMDECS - Twopointtripplezero - Diskussionsthread

Beitragvon Eike » Samstag 26. April 2025, 03:25

Vorgruppe 13:


Brutal Hand - Amon Moloch (2006)

Das ist heavy, weitaus mehr auf emotionaler denn auf musikalischer Ebene. Puhhh... Ein krasser, heftiger Sound: Sehr verspannt, sehr verzweifelt, sehr eindringlich. Gutes Songwriting, gute Produktion. Aber auch echt harter Tobak, nicht in jeder Stimmungslage genießbar. Respekt! Die druckvolle Dynamik erinnert mich ein wenig an FAITH NO MORE circa zu "Angel Dust"-Zeiten.


Dredg - Bug Eyes (2005)

Ich mag "El Cielo" noch lieber als "Catch Without Arms", aber das Songwriting bei DREDG ist einfach stark, so oder so. Und nicht nur das Schlagzeug ist tight, aber das stach bereits auf "Leitmotif" positiv heraus. Ja, auch 'Bug Eyes' weiß zu gefallen: Dynamisch, eingängig, gefühlvoll. Es ist einfach Rockmusik.


Powervice - Behold The Hand Of Glory (2005)

Solider und kraftvoller Hardrock. Glatter Flutschfingersound, sehr Achtziger. Schnell rein, schnell raus, solange spaßig. Happs!


Blind Spott - Nil By Mouth (2003)

Etwas wehmütiger und widerborstiger Alt. Rock / Nu Rock / Crossover der eher basischen Art, welcher eine gewisse Zerrissenheit / bipolare Borderline-Stimmung vermittelt. Das kann ich mir recht gut anhören, und was beim ersten oberflächlichen Hör noch sehr unspektakulär wirkt, entwickelt beim wiederholten und konzentrierten Lauschen etwas mehr Kohärenz und Folgerichtigkeit. Ganz mein Fall ist das allerdings nicht.


Enslaved - Vision: Sphere Of The Elements - A Monument Part II (2001)

Spritziger Thrash und garstiger Black geben sich auf groovigem Metal-Feld ein unvorhergesehenes, leicht sperriges und doch kongeniales Stelldichein. Nicht zu eingängig, nicht zu kratzbürstig, interessant eigenwillig - somit sollte mir das noch besser gefallen, als es das bislang tut. Vielleicht fehlt mir hier doch noch ein Funken an Gefühl oder Genialität, vielleicht habe ich es aber auch bloß noch nicht in der passenden Stimmung oder schlichtweg nicht oft genug gehört.


God Forbid - Into the Wasteland (2005)

Metalcore ist nicht mein Genre, nach der Jahrtausendwende war für mich das meiste durch, was Hardcore Punk und Heavy Metal sich konstruktiv zu sagen hatten, danach stagnierte/verkam dieses Crossover-Genre aus meiner Sicht in weiten Teilen zur reinen Kraftmeierei mit schlechtem Alufolien/Plastikfolien/Verbundstoff-Sound. Dieser Song scheint mir jedoch noch von überdurchschnittlicher Qualität zu sein, reißt mich aber trotzdem nicht vom Hocker.


My Chemical Romance - Famous Last Words (2006)

Diese Bubblegumpopvarianten von Emocore habe ich nie gefühlt. Die nette Melodie ist okay, die Klangästhetik nicht meine, die Gefühlsduseligkeit wirkt auf mich hier aufgesetzt und kalkuliert, aber die Songstruktur kann was. Ich glaube, ohne den Gesang könnte mir das sogar noch einigermaßen gefallen.


Fates Warning - One (2000)

Ein Mitläufer: Berührt mich nicht, tut nicht weh, ist schnell vergessen.


Linkin Park / JAY Z - Points of Authority / 99 Problems / One Step Closer (2004)

Ein Crossover-Mashup/Medley? Sehr seltsame Mischung...
Von 'Points of Authority' fand ich irgendeinen vokallosen Remix mal recht gut, wenn ich da nicht gerade was verwechselt habe, '99 Problems' hatte ziemlichen Punch, und 'One Step Closer' wurde damals ziemlich schnell ziemlich nervig nach ziemlich wenigen Durchläufen. Wie soll all das zusammenfinden? Gar nicht. Jedenfalls nicht so. Die beiden Stücke, die ich schonmal anders gehört habe, verlieren hier beide enorm an Charisma und Markanz, die Produktion klingt billig, gehetzt, kraft- und ziellos, der daran gehängte dritte Song als Coda immer noch nervig aber immerhin kurz und irgendwie genauso fehl am Platz. Business Move oder Vanity Project? Egal! Ich mag weder LINKIN PARK noch JAY-Z besonders gerne hören. Aber zusammen noch weitaus weniger.


Pain Of Salvation - Undertow (2002)

Ich vermute, die meisten hier, möglicherweise mit Ausnahme des beneidenswerten Rüdiger, kennen diese furchtbaren deutschen Schlagerschmalzsänger, die sich mittels eines sinnbildlichen, schief hängenden 1-Euro-Shop-Anklebeschnurrbarts "verkleiden" als vorgebliche Singer/Songwriter, aber doch nur faden Tütensuppenpop mit Egalgesang zwischen Werbestockfotobildbeschreibung, Nanunana-Postkartentext und Till-Schweiger-Drehbuch runter mucken. Eine ähnlich unangenehme Leere mit leichtem Unterdruck umgibt mich, wenn ich das hier höre, bloß dass ich hier statt falschem Schnurrbart ein davor geklatschtes Filmposter zu einem langweiligen Franchisefilm namens "Tinal Spap: The Prog Years" imaginiere, während dieses Musik gewordene Wandtattoo als vordergründige Klangtapete an mir vorbei dudelt. Warum? Egal.


Man merkt:
Diese Gruppe hat mir insgesamt nicht so zugesagt wie manch andere Songs aus den vorangegangenen.
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Re: PMDECS - Twopointtripplezero - Diskussionsthread

Beitragvon Pillamyd » Samstag 26. April 2025, 10:57

Holger Andrae hat geschrieben:Die nächsten beiden Wochenenden werde ich nicht zum Gruppenposten kommen.
Daher werde ich am Mittwoch die nächsten beiden Gruppen einstellen.



Danke Holger fürs vorzeitige Bereitstellen :dafuer:
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Re: PMDECS - Twopointtripplezero - Diskussionsthread

Beitragvon Eike » Samstag 26. April 2025, 17:14

Vorgruppe 14:


01. Tormentor - The Little Match Girl (2000)
https://www.youtube.com/watch?v=iRYvuS9OxdA

H. C. Andersen und TORMENTOR - romantischer wird es heute nimmer. Sehr berührender Song, und für mich mit Abstand das Highlight der Gruppe. Der Kontrast zwischen Melodie und Gesang, darunter das unerbittliche Schlagzeug, diese spartanische Mischung wirkt Wunder. Wunderbar gefühlvoll.


02. Macdonald, Amy - This Is The Life (2007)
https://www.youtube.com/watch?v=iRYvuS9OxdA

Das Lied kenne ich, ohne zu wissen woher. Hatte das Radiopopularität? Ein hübscher, eingängiger, fröhlicher Popsongs. Sowas passt zwischendurch immer mal wieder rein.


03. Mars Volta, The- Cicatriz ESP (2003)
https://youtu.be/ZNRZ91t7B0I?feature=shared

Ich weiß noch, als das Album damals erschien, dass es mir zu avantgardistisch, zu progressiv, zu sehr Stressmucke war. Inzwischen ist diese Musik nur bedingt näher an meinen Hörgewohnheiten. Die ersten Passagen erinnern mich noch am ehesten an frühe DREDG, frühe INCUBUS, an RADIOHEAD, doch im letzten Drittel wird die CARLOS SANTANA-Reminiszenz weitaus präsenter. Dennoch sehr eigenständig im Sound. Aber so ganz erschließt sich mir das noch nicht.


04. Crescent Shield - Lifespan (2009)
https://www.youtube.com/watch?v=U7MNTbswZEA

Ich erinnere mich noch, wie diese Band in der Redaktion für Begeisterung sorgte. Das ist schon gut gemacht. Auf Dauer gefesselt hat es mich nicht. Aber ich begreife den oldschool Appeal und frischen Wind, den das damals brachte. Epischer heavy metal mit einer Stimme, die mich nicht vollends ergreifen kann.


05. Mercenary - 11 Dreams (2004)
https://www.youtube.com/watch?v=wD0yYOrDVC8

Hardrock trifft Postcore? Oder kommt mir das nur so vor? Interessante Stilistik. AOR-Modieseligkeit trifft auf harte Textur. Ziemlich verträumt und tragend. Das hat was.


06. Disillusion - And The Mirror Cracked (2004)
https://www.youtube.com/watch?v=GNrJAPNwQe0&list=PLKNVG0OePgzWXBH1cv0wRjbZagq_uz3s7

Ein von der Komposition her gutes Stück, weitgehend flüssig geschrieben, musikalisch gekonnt umgesetzt. Von einer offeneren, dynamischeren Produktion im Stil der Siebzigerjahre hätte es, wie das gesamte Album, stark profitieren können. Anscheinend war es wichtiger, eine gewisse Klangästhetik des Melodic Death Metal mit zu bedienen. Ich bin kein Fan von Clipping, Crunch, Distortion, Kompression, die man auf komplexere Musik presst, denn das passt in den wenigsten Fällen zu meinem Musikempfinden und strengt mich eher an und lenkt von der Klasse des Songwritings ab. Loudness war, dein erstes Opfer ist immer das Hörvergnügen... Wer sich daran nicht stört, kann in "Back To Times Of Splendor" ein richtig gutes Album aus dem Bereich des episch-progressiven Melodeath/Power/Thrash-Metal finden.


07. Tenacious D - Kickapoo (2006)
https://youtu.be/hvvjiE4AdUI?feature=shared

Hübsche Rockoperettennummer. Den Film dazu kann ich empfehlen.


08. Nevermore - The River Dragon Has Come (2000)
https://www.youtube.com/watch?v=oSSVdYjkgNM

Düsterer Powermetal mit sattem Groove. Klingt mir fast schon etwas zu technoid, überpräzise, steril.


09. 3 Inches Of Blood - Battles And Brotherhood (2009)
https://www.youtube.com/watch?v=ov1XxyvCS3o

Einerseits recht genretypischer Powermetal ohne Überraschungen, andererseits schön heavy und oldschool, eine zumindest einigermaßen dynamische Produktion, kein überlanger Track, und im letzten Drittel passiert auch noch ein bisschen was, das nicht copy & paste ist. Damit kann ich mich gut arrangieren und wippe schließlich sogar mit im Takt.


10. Grave Digger - Maidens Of War (2003)
https://www.youtube.com/watch?v=Mx-wUd09f6M

Oh, eine vielversprechende, ungeschliffene Garagenband mit einigen guten Ideen und ganz viel Leidenschaft. Schön! Also: Sympathisch. Wenn sie dranbleiben und sich einen talentierten Sänger suchen, oder wenn der ihre ganz viel Gesangsunterricht nimmt, könnte aus denen irgendwann noch was werden.


Also, diese Gruppe finde ich wieder etwas stärker als die vorangegangene.
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Re: PMDECS - Twopointtripplezero - Diskussionsthread

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 30. April 2025, 18:22

Ich bin ja überrascht, wie man das Streichholzmädchen nicht auf der #1 haben kann.
:grins:
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Re: PMDECS - Twopointtripplezero - Diskussionsthread

Beitragvon Eike » Mittwoch 30. April 2025, 19:09

Nicht nur du.
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Re: PMDECS - Twopointtripplezero - Diskussionsthread

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 1. Mai 2025, 02:09

Eike hat geschrieben:Nicht nur du.


Für mich tatsächlich eine der zwei größten und berührendsten Balladen aller Zeiten. Die andere ist "Clarisse" von Venom. Und das meine ich gerade sehr ernst. Ich mag es, wenn Balladen einen makabren Twist haben.
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Re: PMDECS - Twopointtripplezero - Diskussionsthread

Beitragvon lenbert » Donnerstag 1. Mai 2025, 10:23

Dann bin ich gespannt auf Gruppe 14 und das Streichholzmädchen.

Ich habe gerade meine Bewertung für Gruppe 13 abgegeben.

ENSLAVED schafft es mit einem wilden Ritt bei mir an die Gruppenspitze. Die thrashigen Passagen mag ich lieber als die schwarzen, aber alles in allem finde ich den Song ziemlich cool, er hat diese positive Hektik.

BRUTAL HAND folgt auf dem zweiten Platz. "Amon Moloch" ist schön, könnte für meinen Geschmack aber etwas kompakter sein. Nach der ruhigen Einleitung bin ich im walzenden, ausladenden Metal-Part immer wieder etwas ausgestiegen.

Auch POWERVICE, die bei mir auf dem dritten Platz landet, kannte ich vor dem Spiel nicht. Während des Hörens habe ich Google angeworfen, weil ich wissen wollte, ob es sich um eine alte Band mit neuer Veröffentlichung handelt. Der Song hat die Aura von NWOBHM und IRON MAIDEN mit Paul, die Band ist allerdings jung und hat nur ein Demo veröffentlicht. Das ist schade, denn "Behold the Hand of Glory" gefällt mir.
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Re: PMDECS - Twopointtripplezero - Diskussionsthread

Beitragvon Pillamyd » Freitag 2. Mai 2025, 08:51

Ich kann mich erst am Wochenende an die Gruppen setzen.

Das hier:

lenbert hat geschrieben:ENSLAVED schafft es mit einem wilden Ritt bei mir an die Gruppenspitze. Die thrashigen Passagen mag ich lieber als die schwarzen, aber alles in allem finde ich den Song ziemlich cool, er hat diese positive Hektik.


freut mich sehr, weil wir da ein ähnliches Empfinden haben :dafuer:
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Re: PMDECS - Twopointtripplezero - Diskussionsthread

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 2. Mai 2025, 16:06

lenbert hat geschrieben:Auch POWERVICE, die bei mir auf dem dritten Platz landet, kannte ich vor dem Spiel nicht. Während des Hörens habe ich Google angeworfen, weil ich wissen wollte, ob es sich um eine alte Band mit neuer Veröffentlichung handelt. Der Song hat die Aura von NWOBHM und IRON MAIDEN mit Paul, die Band ist allerdings jung und hat nur ein Demo veröffentlicht. Das ist schade, denn "Behold the Hand of Glory" gefällt mir.

Ich glaube, das findet jeder schade, der die EP kennt oder die Band live gesehen hat. War wirklich toll. Aber ein Gitarrist wurde ja dann antikosmisch, gründete THE DEVIL'S BLOOD, der andere hardrockig und gründete VANDERBUYST; und der Rest ist Geschichte.

Sänger Rogier "Stocky" Stockbroeks ist 2019 bei MASS DECEPTION eingestiegen und hat mit der Band bisher ein Album und eine EP gemacht. Das war vorher eine thrashigere Ecke, ist aber mit seinem Einstieg auch NWoBHM-lastiger geworden, wenn ich mich recht entsinne.
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Re: PMDECS - Twopointtripplezero - Diskussionsthread

Beitragvon Pillamyd » Samstag 3. Mai 2025, 12:27

Ich werte gerade aus. Aber da ich gerade einen Lauf habe und meine Tastatur den Geist aufgegeben hat, nachdem ich endlich ein neues Ladekabel habe und ich keinen großen Bock habe ohne Tastatur zu schreiben, bleibt es erstmal dabei. Nie wieder Tablet mit Magnettastatur...nur ärger damit.
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