Hundert schwarze Federn im Rabenkleid

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Re: Hundert schwarze Federn im Rabenkleid

Beitragvon Havoc » Samstag 1. Januar 2011, 15:43

frankjaeger hat geschrieben:Die Reihenfolge ist doch ziemlich simpel bei CU:
Auf Platz 2 kommen "Paradise Lost" und "One Foot In Hell" (beide mit einer 10,0 ), auf Platz 1 findet man "Frost And Fire" und "King Of The Dead" (beide mit einer 10,1). Was gibt es da zu diskutieren? :P


Von der Verteilung her sehe ich das genauso. Nur die Noten sind mir etwas zu hoch gegriffen. :P
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Re: Hundert schwarze Federn im Rabenkleid

Beitragvon Teichfrosch » Samstag 1. Januar 2011, 15:54

Nett, aber zu klassisch für mich. Wie so oft also.
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Re: Hundert schwarze Federn im Rabenkleid

Beitragvon Martin van der Laan » Samstag 1. Januar 2011, 17:53

Ist für mich schon immer das größte Rätsel am lieben Rüdiger gewesen, die grenzenlose Vergötterung von CIRITH UNGOL... :? :? :?
Für mich ist das einfach zu schräg und zu rumpelig - bei grundsätzlicher großer Sympathie für diese und ähnlich gepolte Bands.
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Re: Hundert schwarze Federn im Rabenkleid

Beitragvon firestarter » Samstag 1. Januar 2011, 17:58

Ich kann ja mit den ganzen Kauz Metal Bands eigentlich gar nix anfangen, aber CU gefallen mir. Fand den Song auf dem ersten Metal Massacre Sampler damals schon gut (irgendwas mit "Death...").
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Re: Hundert schwarze Federn im Rabenkleid

Beitragvon Martin van der Laan » Samstag 1. Januar 2011, 18:04

Bei einem gewissen Schrägheitsgrad gehen bei mir einfach die Lampen aus. Es geht nicht um die Portion Extravaganz, sondern etwas gewollt Schiefes, Holpriges. Genauso wenig verstehe ich ja, warum man in bestimmten Genres die Platten absichtlich grottig produziert... Vielleicht bin ich zu sehr akustischer Spießer dafür. Oder zu sehr an klassischer Musik geschult. Oder beides. Ich finde Punk ja auch furchtbar... aber das ist nun wirklich ein anderes Thema.
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Re: Hundert schwarze Federn im Rabenkleid

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 1. Januar 2011, 21:21

firestarter hat geschrieben:Ich kann ja mit den ganzen Kauz Metal Bands eigentlich gar nix anfangen, aber CU gefallen mir. Fand den Song auf dem ersten Metal Massacre Sampler damals schon gut (irgendwas mit "Death...").


'Death Of The Sun', wie oben verlinkt. Auf dem MM-Sampler war er allerdings in einer anderen Version drauf.

@ Martin:
Martin van der Laan hat geschrieben:Bei einem gewissen Schrägheitsgrad gehen bei mir einfach die Lampen aus. Es geht nicht um die Portion Extravaganz, sondern etwas gewollt Schiefes, Holpriges. Genauso wenig verstehe ich ja, warum man in bestimmten Genres die Platten absichtlich grottig produziert... Vielleicht bin ich zu sehr akustischer Spießer dafür. Oder zu sehr an klassischer Musik geschult. Oder beides. Ich finde Punk ja auch furchtbar... aber das ist nun wirklich ein anderes Thema.

Martin van der Laan hat geschrieben:Ist für mich schon immer das größte Rätsel am lieben Rüdiger gewesen, die grenzenlose Vergötterung von CIRITH UNGOL... :? :? :?
Für mich ist das einfach zu schräg und zu rumpelig - bei grundsätzlicher großer Sympathie für diese und ähnlich gepolte Bands.

Dass C.U. schräg sind, werde ich niemals bestreiten. Aber rumpelig sind die genauso wenig, wie sie grottig produziert sind. Und vom Punk sind sie so weit weg, wie Ulm von der Nordsee. Was mich - neben Tim Bakers durchaus kontroversem Gesang - am stärksten an C.U. fasziniert, sind die Soli eines Jerry Fogle, die einfach von Seele und Musikalität nur so sprühen. Höre dir doch mal das bei den obigen Links leider vergessene 'Master Of The Pit' noch einmal an und folge einfach nur der Leadgitarre:

http://www.youtube.com/watch?v=kIakOuGi11I - 'Master Of The Pit'

Wie gesagt, wenn du hier von Schrägheit sprichst, die dir zu weit geht, dann kann ich das gut nachvollziehen, weil das sicher weit von Geradlinigkeit und Easy Listening entfernt ist, aber rumpelig und grottig produziert? Für mich ist da weit mehr an Musikalität im klassischen Sinne enthalten als in Bands wie Iron Maiden oder Saxon. Das ist ausufernd, leidenschaftlich, losgelöst vom "billigen" Songschema, sehnsuchtsvoll, extravagant, und in Sachen Sound/Produktion durchaus noch am Psychedelic Rock der Siebziger orientiert. Für mich haben die ersten beiden C.U.-Alben sehr viel mit frühen Hawkwind und Rush gemein. Daher erschließt sich mir auch die Wahl des Attributs "holprig" so gar nicht. Nichts auf der Welt hat mehr Fluss und Dynamik als die Hooklines von Cirith Ungol.
:D
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Re: Hundert schwarze Federn im Rabenkleid

Beitragvon Martin van der Laan » Samstag 1. Januar 2011, 21:39

Das mit der absichtlich grottigen Produktion war eine Anspielung auf diverse Black Metal-Scheiben, hatte nix mit CU zu tun. Sorry, meine Gedankensprünge sind berüchtigt. So kam ich auch auf Punk. Gänzlich andere Baustelle, ähnliches Problem. Quietscht und scheppert halt. Mit frühen RUSH hat das (=CU) in meinen Ohren aber auch nicht so viel zu tun. Ur-Metal meets HAWKWIND schon eher. Aber HAWKWIND finde ich nervig... Ich bin deinem Rat und der Lead-Gitarre in dem Stück gefolgt. Ich höre, was du hörst. Habe ja auch nie gesagt, dass ich CU überhaupt nicht leiden kann. Ist für mich eben so eine Gratwanderung, denn im falschen Moment erwischt, könnte ich die Lead-Gitarre auch als orientierungslos durch die Gegend gniedelnd bezeichnen... Es sind immer einige Töne dazwischen, die mich ein bisschen zusammen zucken lassen. Traditionelles Grundschema mit halsbrecherischem Überbau. Verdient Respekt und ist auf jeden Fall einzigartig und spannend. Aber wie gesagt: Für perfekten Hörgenuss gibt es für mich zu viele verirrte Töne, die dort, wo sie explodieren, eigentlich nichts verloren haben, und die ich gedanklich erstmal wieder einsammeln muss...
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Re: Hundert schwarze Federn im Rabenkleid

Beitragvon NorthernGuy » Samstag 1. Januar 2011, 21:46

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Dass C.U. schräg sind, werde ich niemals bestreiten. Aber rumpelig sind die genauso wenig, wie sie grottig produziert sind. Und vom Punk sind sie so weit weg, wie Ulm von der Nordsee. Was mich - neben Tim Bakers durchaus kontroversem Gesang - am stärksten an C.U. fasziniert, sind die Soli eines Jerry Fogle, die einfach von Seele und Musikalität nur so sprühen. Höre dir doch mal das bei den obigen Links leider vergessene 'Master Of The Pit' noch einmal an und folge einfach nur der Leadgitarre:

http://www.youtube.com/watch?v=kIakOuGi11I - 'Master Of The Pit'

:D


Master Of The Pit finde ich ja auch ganz großartig. Mich fasziniert jedoch der Basspart zu Beginn mehr und dann der Übergang zum eigentlichen Song, bei dem dann der Rest der Instrumente + Gesang einsetzt. Tolles Lied.
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Re: Hundert schwarze Federn im Rabenkleid

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 1. Januar 2011, 22:35

@ Martin vdL:
Alles klar, das ist jetzt so angekommen und akzeptiert. Danke für die Erläuterungen. Die Rush-Nähe höre ich trotzdem heraus, vor allem allerdings beim Debüt, und was Hawkwind angeht: Ich bin großer Fan der Band, aber selbst mich nerven die manches Mal, nämlich dann, wenn sie einfach nur ziellos wabern. Wobei das ja immer mehr zunahm und bei den Alben, die als Einfluss auf C.U. gelten dürfen, noch nicht so schlimm war. Bei neueren Hawkwind gilt für mich "lieben und hassen", und das ist fast immer auf einem Album vereint. Allerdings finde ich die guten Songs oft so toll, dass sie mich die lästigen Waber-und-Fiep-Orgien oft geflissentlich übergehen lassen. Da kommt es vor, dass ich bei Einzelnoten für die Songs auf einigen Alben zwischen 0 und 10 alles zücken könnte. Bei Cirith Ungol gibt es dagegen immer nur eine Note, und die lässt sich nicht mit Ziffern darstellen, sondern nur mit einem Symbol:



Da die Spannung eh nicht mehr sonderlich groß ist, und Platz 2 auch direkt Platz 1 verrät, will ich den Thread nicht künstlich in die Länge ziehen, sondern ich serviere euch die beiden letzten Alben im Doppelpack:

2.
Bild
CIRITH UNGOL "Paradise Lost"
(c)1991 - Restless
USA

Lange Zeit habe ich diese Scheibe genannt, wenn es um mein absolutes Lieblingsalbum geht, und das lag wohl darin begründet, dass ich der Meinung war, dass dieses Album dem "Nichtfreak-Metaller" durch die relativ zahme Produktion und den bei einigen Songs melodischeren Gesang am leichtesten den Zugang zur besten Band der Welt eröffnet. Außerdem ist die Abschlusstrilogie der Scheibe, insbesondere deren unfassbarer Auftakt mit 'Chaos Rising' für mich nach wie vor das Non-Plus-Ultra in Sachen "überhaupt und sowieso". Ich habe die "Trilogie" an den Anfang gepackt, denn besser kann Musik halt einfach nicht sein. Der folgende (Öko-)Song zeigt eine sich ein bisschen gen Mainstream öffnende Band, die allerdings mit eben diesem Album ihr viel zu frühes Ende fand, und dann kommen noch die weiteren Album-Klassiker 'The Troll' und 'Join The Legion'.

http://www.youtube.com/watch?v=BZDP-SLrcEM - 'Chaos Rising'
http://www.youtube.com/watch?v=vyIhCGpSwlo - 'Fallen Idols'
http://www.youtube.com/watch?v=o_UUORB3wpM - 'Paradise Lost'
http://www.youtube.com/watch?v=w0aRQBSOz_k - 'Heaven Help Us' (toller Text)
http://www.youtube.com/watch?v=PeIEBpDwJVM - 'The Troll'
http://www.youtube.com/watch?v=x8b1LcGLWmM - 'Join The Legion'



1.
Bild
CIRITH UNGOL "Frost And Fire"
(c)1981 - Liquid Flame
USA

So, damit kommen wir zum Ende, und siehe da, das beste Album der Weltgeschichte, mit dem besten Artwork, dem besten Sänger, dem besten Gitarristen und den besten Songs der Weltgeschichte ist eine Eigenproduktion aus dem Jahre 1981. Sachen gibt's ... Es hat lange gedauert, bis ich gemerkt habe, dass der Primus inter pares tatsächlich das Debüt ist. Es hat sich mir langsam entschlossen, weil es noch sehr protometallisch ist. Dazu kommt der gewöhnungsbedürftige Extremsound mit all dem Flanger und den abgespaceten Synths. Aber in den inzwischen bald 20 Jahren, in denen ich Cirith Ungol höre, hat sich doch immer mehr heraus kristallisiert, dass diese Scheibe es ist, die mit Abstand am häufigsten in meine Anlage wandert, und bei der ich nicht nur jeden Ton der Lyrics mitsinge, sondern fast jede Note der Gitarre. Außer es ist zu schnell zum Mitsingen. Wie auch immer: Das ist für mich die definitive Klimax musikalischen Schaffens und speziell der Song 'I'm Alive' ist für mich der Soundtrack zum Leben. Kein Stück nimmt mich emotional so sehr gefangen, wie diese Hymne an Elric von Melniboné und alle Trotzköpfe dieser Welt.

http://www.youtube.com/watch?v=qt6VebqhTUE - 'Frost And Fire'
http://www.youtube.com/watch?v=OAYKTA6rA54 - 'I'm Alive'
http://www.youtube.com/watch?v=RhUFPOO1MxU - 'A Little Fire'
http://www.youtube.com/watch?v=aFps-kkB42o - 'What Does It Take'
http://www.youtube.com/watch?v=vgMBHWGhuzs - 'Edge Of A Knife'
http://www.youtube.com/watch?v=JbaXg-Gi5UA - 'Better Off Dead'
http://www.youtube.com/watch?v=iflMZnIkHk4 - 'Maybe That's Why' (Instrumental)

Danke, für Eure Aufmerksamkeit!
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
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Re: Hundert schwarze Federn im Rabenkleid

Beitragvon Martin van der Laan » Samstag 1. Januar 2011, 23:03

Tausendster Beitrag :bllllllll:
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