Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Mittwoch 18. Juni 2025, 13:33

Holger Andrae hat geschrieben:The Police

Eine Band, die ich immer interessant, aber nie super fand. Die Reggae-Parts machen die Begeisterung schwer. Ich besitze auch tatsächlich nur eine "Best Of". Ich weiß noch, wie ich im Proberaum von Megace war als die Damen und Herren den Koffer von 'Synchronicity' probten und Schrörg irgendwann meinte, ihm würde die Hand abfallen. Ist ja dann auch später auf dem sehr guten Album gelandet.

https://www.youtube.com/watch?v=spgwxyMV1Qs


Ich bin immer wieder überrascht, dass die Reggae Parts so stören. Ich finde die machen da was ganz eigenes drauf und ich fühl mich wenig an den klassischen Reggae erinnert.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Holger Andrae » Samstag 16. August 2025, 23:22

Magnum

Da muss man wohl nicht viel zu schreiben. Diese Platte ist eine Sensation! Bis heute ein ungeschlagener Klassiker, wenn es um die meisterliche Kombination aus AOR, Pomp und Heavy Rock geht. Komischerweise hängt die gedanklich bei mir immer mit Demons' "Taking the World By Storm" zusammen, was eventuell an der Farbgebung des Artworks, der Herkunft und des grandiosen Gemisches liegt. Garede mal wieder raus gezogen.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Samstag 4. Oktober 2025, 12:11

Platz 20

Bild
Deep Purple | Burn
Genre: Hard Rock
VÖ: 1974


Ich habe mich dieser Besetzung immer mehr hingezogen gefühlt, als zu denen die davor bestanden. „Burn“ stellt das erste Album mit der MK-III Besetzung dar. Also das erste Album mit David Coverdale am Gesang und Glenn Hughes am Bass und Gesang.

Mit dem eröffnenden Titeltrack gelingt ein Kraftpaket, welches keine Wünsche offen lässt, denn wie man hier einen astreinen Purple Track serviert bekommt, so spürt man sogleich direkt den frischen Wind in der Nase. Die Orgelei von Jon Lord ist ein großes Highlight, die abwechselnden Gesangseinlagen werden gelungen aufgeteilt.

Was mir besonders gut an diesem Album gefällt, ist der soulige Gesang und die funkig anmutenden Elemente, die den Sound der Band um einiges erweitert. Das zieht sich durch das gesamte Album. Hughes und Coverdale füllen diesen wahnsinnig großen Raum mit großartigen Harmonien, die ich so erst gar nicht für möglich gehalten hätte.

Ich sprach von funkigen Einflüssen vorhin. Nimmt „Sail Away“ als den auffälligsten Song. Wer nicht direkt an Stevie Wonder, kennt diesen Künstler entweder nicht oder ist mit dem Genre nicht vertraut. Coverdale wirkt unglaublich lässig in dem Song, so lässig, dass es fast schon arrogant wirkt. Da hat Hughes irgendwie die Zügel strammer. Aber auch hier wieder eine begeisternder Balanceakt.

Nun eine kleine Geschichte nebenbei (mit Aha-Moment):
„ Mistreated“, wohl mit dem Titelsong der bekannteste Song des Album, war dieser besagte Aha-Moment. Damals als das mit dem Metal und mir was werden sollte, schaute ich ziemlich oft von der „Live Binge & Purge“ das San Diego Konzert an und ich wusste, bis ich zum ersten Mal den Song hörte nicht, dass das Solospiel von Kirk aus diesem Lied stammt. Ich fand den Part immer richtig cool damals, wie Lars mit seine Drums einsteigt. Ich war direkt wieder im Jahr 2005 und wieder direkt happy.

Hörbeispiele:
Burn
Sail Away
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon frankjaeger » Samstag 4. Oktober 2025, 14:17

Ja, der Song 'Burn' ist ein Hammer. Auf dem Album leider ein einsamer. 'Mistreated' geht eigentlich, ist aber totgenudelt, und der Rest ist "der soulige Gesang und die funkig anmutenden Elemente", da stimme ich dir zu, nur: auf die hätte ich gerne verzichtet.

'Might Just Take Your Life' so unblaublich langweilig - und lang! - 'Lay Down Stay Down' ein vergeblicher Versuch, die Hüftsteife abzuschütteln, bei dem man die beiden Stimmen kombiniert und es stellt sich heraus, sie harmonieren überhaupt nicht. 'Sail Away' ist wieder zu lang, mit unter vier Minuten wäre das noch erträglich, 'You Fool No One' klingt, als ob die Band zu tief ins Glas geschaut hätte, während Motown im Radio lief. Das hat Coverdale im Laufe seiner Karriere noch häufiger versucht, aber sein Musikgefühl bleibt eben Weißbrot.

'What's Goin' On Here' ist als Blues ganz erträglich, Blackmore macht das super, Hughes singt auch gut, jedoch ist der Refrain erschreckend schwach und das Stück mal wieder - na was? - genau, zu lang. 'Mistreated' siehe oben, 'A' 200' ist schlicht überflüssig und hat auf dem Album nichts zu suchen, nur das Gitarrensolo ist schön und dramatisch, ansonsten ist das experimentelle Gedudel nur eine Aufforderung, das Album früher auszustellen.

Nein, ich finde es immer noch schwach. Dass es danach noch schlimmer wurde, ist keine Entschuldigung. Ab der Reunion mit "Perfect Strangers" bin ich wieder tief purpur, aber über die Jahre 1974 und 1975 möchte ich lieber das Mäntelchen des Schweigens breiten - wenn da nicht der Kracher 'Burn' und das tolle 'Soldier Of Fortune' wären.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Samstag 4. Oktober 2025, 23:41

Tja, weiter außeinander können zwei Meinungen wohl nicht liegen :grins:

Danke für deinen ausführlichen Eindruck. Finde ich nämlich durchaus spannend. Ist ja kein Geheimnis, dass die Phase nicht zu den beliebtesten gehören.

Die Einflüsse auf diesem und den nächsten Alben, sind einfach für mich sehr spannende. Das liegt einfach auch daran, dass ich mich immer schon tiefer mit Soul und Funk beschäftigen will. Es ist aber so ein rießengroßes Feld, dass ich 1. einfach schnell überfordert bin und 2. ich aufgrund dessen einfach hellhörig werde, wenn ich diese Einflüsse bei mir bekannten Bands höre. Da gehe ich schnell in Begeisterung über vor allem wenn es mir dann so gefällt wie hier.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon frankjaeger » Sonntag 5. Oktober 2025, 09:02

Ja, irgendwie müssen unsere Geschmäcker ja auch anders sein, das wäre ja sonst langweilig. Dann hätten wir nichts mehr zu besprechen, sondern nur noch gegenseitig zu bejubeln. Das wäre blöd :grins:

Beides ist ja an sich auch schön, Soul und Funk, ich höre da durchaus auch hin, wenn die Schlagworte fallen. Ich finde es hier einfach nicht so überzeugend. Dass die Phase nicht so beliebt ist, liegt aber sicher auch daran, dass der Bruch sehr groß ist zu den Alben davor. Das gilt für mich auch zum Teil, aber da ich alle Alben nur in retrospekt entdeckt habe, ist es nicht das "enttäuschter Fan"-Syndrom. Das dürfte aber beim Erscheinend der Alben schon ein wichtiger Punkt gewesen sein.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Sonntag 5. Oktober 2025, 09:18

frankjaeger hat geschrieben:Beides ist ja an sich auch schön, Soul und Funk, ich höre da durchaus auch hin, wenn die Schlagworte fallen. Ich finde es hier einfach nicht so überzeugend. Dass die Phase nicht so beliebt ist, liegt aber sicher auch daran, dass der Bruch sehr groß ist zu den Alben davor. Das gilt für mich auch zum Teil, aber da ich alle Alben nur in retrospekt entdeckt habe, ist es nicht das "enttäuschter Fan"-Syndrom. Das dürfte aber beim Erscheinend der Alben schon ein wichtiger Punkt gewesen sein.


Mit Sicherheit! :dafuer:
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Sonntag 5. Oktober 2025, 09:44

Platz 19

Bild
Megadeth | So Far, So Good...So What!
Genre: Thrash/Speed Metal
VÖ: 1988


„Killing Is My Business…“, „Peace Sells…“, „So Far, So Good…“ oder doch „Rust In Peace“?

Ich habe mir so meine Gedanken gemacht und obwohl ich „So Far, So Good…“ erst ein wenig später, als die anderen kennengelernt habe, so habe ich mich für eben jenes entschieden. Dafür bin ich wirklich in mich gegangen und hab mich zurückerinnert, wie ich das damals so empfunden habe. Das Ranking innerhalb der „Megadeth“ Diskographie sind meistens immer nur Momentaufnahmen, aber ganz tief im Inneren hatte ich zu diesem Album eine stärkere Bindung als zu allem davor und danach.

Dieses Album finde ich in seiner Ausdrucksstärke, in seiner Attitüde ziemlich einzigartig und zu allen anderen mit das Fieseste, was Mustaine jemals veröffentlicht hat. Ein wirklich schroffes und ehrliches, direktes und gleichzeitig distanziertes als auch differenziertes Album.

„Set The World Afire“ ist für mich eins der größten Thrasher, die die Band jemals veröffentlicht hat. Das Main Riff ist so unverschämt stark und diese Breaks so typisch Megadeth, dass es eine Wonne ist, diesen Song immer wieder und wieder hören zu wollen. Es wird einfach nicht langweilig. Und die Band belohnt sich mit Ausreißern, wie dem sehr melodischen „Mary Jane“, das gut und gerne auch auf den späteren Alben hätte stattfinden können. Die ersten Anzeichen für das, was die Band später so umtreibt? Nun, soweit würde ich nicht gehen. Und trotzdem ist es unverkennbar. „In My Darkest Hour“, zeigt bis dato das größte Herz eines Dave Mustaine. Ich stelle mir immer einen Betonklotz vor, der lieber auf die Kacke haut, als dass er sich öffnet. Hier in musikalischer Form mit viel Gefühl und einer etwas anderen Seite.

Ein durch und durch überzeugendes Album meiner Meinung nach, dass diesen jugendlichen Spirit zu keinem Zeitpunkt vermissen lässt und wie ein hybrid des dreckigen Debüts und der durchstrukturierten goldgriff Namens „Peace Sells…“ kling. 1+1 gibt 3 und zwar voll auf die Nuss.

Ich verteidige dieses Album sehr gerne, wenn es einmal wieder schlecht wegkommt. Ein Herzensalbum.

Hörbeispiele:
Set The World Afire
Hook In Mouth
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon lenbert » Sonntag 5. Oktober 2025, 18:04

"Hook In Mouth" ist wahrscheinlich mein Lieblingssong von MEGADETH. Den finde ich ganz, ganz großartig. Das Album müsste ich mal wieder rausziehen, weil es im Gesamten nicht so bei mir verfängt. Allerdings könnte das auch ein allgemeines Problem sein, das ich mit MEGADETH habe.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Sonntag 5. Oktober 2025, 21:32

Hui, dann finde ich es umso überraschender, dass du ausgerechnet diesen Song dann magst. Aber cool!
Lese ich das richtig heraus, dass du mit der Band allgemein weniger anfangen kannst und wenn ja, gibt es da feste Anhaltspunkte wie z.B. den Gesang oder dem Geschreddere?
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