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von Holger Andrae » Samstag 11. Juli 2026, 22:35
Anlass ist diese alte Folge von SoT: https://www.youtube.com/watch?v=rObnKwcsIMQIch bin gerade dabei mir hierzu (mal wieder) Gedanken zu machen und weiß noch nicht genau, wie ich es angehen werde. Natürlich könnte ich jetzt stumpf meine fünf Lieblingsalben nennen, aber das würde viel zu kurz greifen, da hier ganze Stilistiken nicht enthalten wären. Nehme ich die jeweiligen Lieblingsalben meiner favorisierten Stile reichen fünf Alben nicht aus. Das wären Bay-Area-Thrash, NWoHM, Epik Doom, 70ies Metal/HR, Techno-Thrash, Prog Metal, Folk/Art Rock (70ies), female Rock/Pop, Kauz Metal, US Metal. Puh! Vielleicht hat ja jmd anderes hier den Mut, vorzulegen?
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Holger Andrae
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von kingdiamond » Samstag 11. Juli 2026, 23:00
Spannende Frage! Ich schaue mir allerdings keine 1,5 Std. YT auf englisch an, das ist mir zu anstrengend. Ich würde wohl auch nicht einfach die 5 Lieblingsalben nehmen, da dann einige Stile hinten runter fallen. Hab aber schon welche im Kopf, die mehrere Stile gut verbinden und so einen Bogen über mehrere Genre spannen. Ich denke darüber nach und versuche mich die Tage mal dran. Bis dahin darf gerne erst jemand, der sich die Antwort aus dem Ärmel schüttelt ohne groß zu überlegen. 
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von Dead_Guy » Sonntag 12. Juli 2026, 10:05
5 Alben als Alleshörer, es gibt definitiv einfachere Aufgaben, die millionste Nachkommastelle von Pi zu finden zb. Ich geh mal in mich.
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von Holger Andrae » Sonntag 12. Juli 2026, 21:52
Die im Threadtitel gestellte Aufgabe lässt mein Hirn rauchen. Um das zu lindern, schreibe ich einfach mal die krummen Gedanken nieder, sodass ich sie nicht länger mit mir spazieren trage. Ob es am Ende ein schlüssiges Ergebnis entsteht, wird sich zeigen. Fünf Alben, die meinen Geschmack abbilden?! Angeblich sind ja die frühen Alben der eigenen Sozialisierung bei den meisten Menschen sehr geschmacksdefinierend. Ob wir hier zu "den meisten Menschen" gehören, ist fraglich, denn die "meisten Menschen" hören wohl anders Musik als wir. Würde ich so an die Sache heran gehen, kämen folgende Alben:
AC/DC mit "Back In Black", welches ja die Initialzündung bei mir war. Wenn auch alle Alben davor und auch noch der Nachfolger sofort in die damalige Kassetten-Sammlung wanderten, war meine Begeisterung für die Band auch ratzefatze wieder dahin und eine ausgewiesene Vorliebe für diese Art des dreckigen, bluesbeladenen Hardrocks habe ich auch nicht entwickelt. Live immer gern, auch BON-C/DC läuft gern mal im Hause, aber das war es auch schon. Passt also schon mal nicht.
Es folgt "Killers" von den längst gestreiften Jungfrauen Steve, Paul, Dave, Adrian und Clive. Das war so meine erste Heavy-Metal-Kassette und dieses Album ist auch bis heute ein Favorit, der oft und gern läuft. Punkige Attitüde kombiniert mit Spieltechnik, rotzige Vocals und ein flottes Tempo, machen dieses Album schon mal prädestiniert für so eine Liste. Merken. Ähnliches gilt für Judas Priest live im Studio Album "Unleashed In The East". Neben den oben genannten Attribut des Maiden-Albums kommt hier aber noch der coole 70ies Vibe dazu und ein Sänger, dessen Stimme, Gläser und anderes platzen lässt. Da ich zumeist auf diese kraftvollen Eierkneifer stehe und Judas Priest bis heute in meiner Liste der Lieblingsbands auftaucht, merken wir auch dies hier mal vor.
"Wild Cat" von Tygers Of Pan Tang war dann mein erstes Vinyl und die Erkenntnis, dass es Musik im Untergrund gibt. Meine liebste Tygers-Scheibe, trotz (oder weil?) des Anti-Gesangs von Mister Cox. Da kann ich bei aller Klasse der heutigen Tygers-Inkarnation die schön gesungenen Liveversionen nur schwer verknusen. Komische Ohren und so. Mein Herz schlägt noch immer für die Band, aber nicht mehr so heftig wie damals. Das Album bleibt eine Herzensangelegenheit, definiert aber nichts musikalisch Neues. Eher nicht in der Liste.
Etwas anders sieht es für das rumpelige Debüt von TANK namens "Filth Hounds Of Hades" aus. Die Band hatte ich sofort in mein Herz geschlossen und mochte sie auch lieber als (Achtung, Achtung!) Motörhead. Ich liebe einfach Algys' Stimme. Mit dieser Scheibe beginnt dann auch meine Lust aufs Schreiben. Da habe ich zum ersten Mal an eine, der LP beiliegenden Fan-Club-Adresse geschrieben und war in recht regem Austausch mit eben jenem in UK. Bis heute zählen die ersten fünf Tank-Scheiben zu meiner Hör-Routine. Die Begeisterung ist ungebrochen. Merken.
Weiter geht es mit Mercyful Fate. Nach den Livetapes und der bahnbrechenden EP, kam 1983 das Debütalbum "Melissa". Ich glaube, die Scheibe lief monatelang auf unseren Parties und Treffen und irgendwie war die Band eh für uns das Non, das Plus und das Ultra. Verschachtelte, aber unfassbar eingängige Songs, ein Schrilling der Sonderklasse, dieses sensationelle Artwork und dann dieses Klangbild, all' das im Zusammenspiel ergeben ein Album, an dem ich bis heute nichts ändern möchte. Es definiert meine Begeisterung für schrille Sänger, für komplexe Songstrukturen und es steht für das damalige Ausloten der Extreme auf vielen Ebenen. Mehr als merken.
Ebenfalls im Rennen ist natürlich der einzig wahre Seattle-Fünfer, namentlich Queensryche. Wieder war es eine EP, die alles in den Schatten stellte und wieder ist es ein Debütalbum, hier "Warning", welches im Rennen ist. Die Mischung aus Progressivität und treibender Energie, ist bis heute kaum erneut erreicht worden und Songs wie 'NM156', 'Take Hold Of The Flame' oder 'Roads To Madness' gehören in jeden gut sortierten Haushalt. Schade, dass die Band irgendwann zuerst in der Bedeutungslosigkeit versank, nur um mit Seifen-Opern-Klimbim daraus wieder aufzusteigen. Heute bekanntlich wieder gut dabei. Merken.
Auch aus Seattle, wenn auch ursprünglich aus Kalifornien, stammt die Heiligkeit des US Metal, deren Überschrift programmatisch Metal Church lautet. Vorher nur durch einen Sampler-Beitrag bekannt, hat das Debütalbum alle Maßstäbe für ordentlichen Power(!)Metal gesetzt. Auch hier stimmt das Gesamtpaket: Artwork und alles zerstörende Klangbild inklusive. So geht Klampfendruck und so swingt ein Arrington-Beat! Die A-Seite ist wohl die beste A-Seite eines mir bekannten Metal-Albums. Vier Songs, vier Volltreffer. Läuft hier noch immer oft und gern. Merken.
Der nächste Name, der hier fallen muss lautet natürlich Exodus. Auch wenn "Bonded By Blood" erst 1985 offiziell in den Regalen stand, liefen die Livetapes, Demos und das Advance Tape hier schon deutlich früher ihre unzähligen Runden. Die ersten Mythen über diese explodierende Szene in der Bay wurden in Briefen übermittelt, das Legacy Demo krachte zeitgleich in mein Tapedeck und der Schlüpper stand ind Flammen für Bay-Area-Thrash. Eine Nischenbegeisterung, die bis heute ungebrochen ist, was unter anderem auch an den dort musizierenden Knuffel-Menschen liegt. "Bonded By Blood" ist und bleibt meine Thrash-Bibel. Hier stimmt ebenso alles, vor allem aber die unfassbaren Riffs des H-Teams, unterlegt von diesem charmant ungeraden Geballer eines Tom Huntings. Bis heute finde ich es schade, dass auf aktuellen Exodus-Alben seine persönliche Note wegproduziert wird, aber was will man machen. 'Strike Of The Beast' wird auch auf Immer mein Favoriten-Thrash-Song sein und obendrein war dieses Band auch noch livehaftig sensationell. Ich erinnere mich an den Vorgruppen-Slot bei Venom, wo die fünf jungen Wilden alles in Schutt und Asche gelegt haben und man danach noch in der Markthalle ein paar Getränke zusammen inhaliert hat. MeHrken!
Im gleichen Jahr habe ich mein erstes Vinyl aus Übersee bestellt. Eigentlich ein Demo, aber diese Band ging von Beginn an andere Wege. Nicht nur musikalisch. Die Rede ist natürlich von "Energetic Disassembly" von Watchtower. Musik, die bis heute unerreicht und unkopiert bleibt. "Ein Glück!" werden jetzt die vielen Nicht-Versteher schreien, für mich ist diese hektische Primzahlen-Rhythmik in Kombination mit dem exaltierten Gesang und diesen komischen Gitarrenfiguren pure Entspannung. Es mag an der Häufigkeit liegen, die diese Songs auch in schlecht aufgenommenen Liveversionen, von mir angehört worden sind, aber für mich geht hier wenig drüber. Dazu kam der monatliche Brieftauben-Austausch mit ¾ der Band, welcher mir zeigte, dass man mit solchen Lieblingsmusikanten eben auch direkt kommunizieren kann. Alle Dämme gebrochen in Bezug auf Fanbrille, Schreibwütigkeit, Underground-Trüffel-Suche. Muss wohl auf die Liste, das Scheibchen.
In den folgenden Jahren gab es mit Hades noch eine Band, die mich bis heute begleitet und die ich immer spontan als eine meiner drei Lieblingsbands nenne. Sicherlich ist "Resisting Success" eine Inselscheibe für mich, aber definiert sie meinen Geschmack? Vielleicht ja, denn es singt mein Lieblings-Sänger und auch musikalisch ist alles vertreten, was ich schätze: Thrash, prominenter Bass, Taktwechsel, etwas Hektik. Obendrein ist das Artwork grün. Immer ein Bonuspunkt. Merken.
Erst Anfang der 90er wurde der Geschmack dann breiter, was an Zweierlei lag: Der Beginn meiner Ausbildung in einem Plattenladen und der Umstand, dass ich nicht länger nach neuen Extremen suchte. Die Kirchenzündel-Fraktion habe ich als Katastrophen-Tourist wohl beobachtet, musikalisch war mir das aber suspekt. Da reichte mir Death/Massacre/Morbid Angel und ähnliches. Also ging die musikalische Reise rückwärts und in die Breite. Gerade war Rush in mein Leben geraten, denn Watchtower hatte auf der 89er Tour 'By-Tor & The Snow Dog" gecovert. Ergo wanderte "Fly By Night" in die Sammlung. Ratzefatz folgte der Back-Katalog von Knack & Back und als "Roll The Bones" erschien war ich Feuer und Flamme. Auch wenn ich Rush abgöttisch liebe, kann ich hier weder ein Album nennen, noch definiert das bei mir irgendwas.
Anders dann Thin Lizzy: Ich hatte "Thunder & Lightning" und "Life" bereits seit 1983 und liebte das auch, aber in die Tiefe ging es erst Anfang der 90er. "Black Rose" war der Auslöser und natürlich ist das auch mein Immergrün im Sortiment der Liesel. Eine Vorreiter-Band für alles, was ich so liebe: Die Erfinder der doppelläufigen Gitarrenharmonien, geile Texte, viel Bass, Abwechslung und ein Drummer, der swingt. Seit 35 Jahren geht diese Band bei mir eigentlich immer und muss somit auf den Merkzettel.
Zur selben Zeit entdeckte ich auch Jethro Tull und war ähnlich besessen wie bei den anderen beiden Truppen. Es wurde quasi alles gekauft und jede Live-Option wahr genommen. Hier stimmte für mich auch alles. Vor allem die Folk-Trilogie hatte es mir angetan und so ist "Songs From The Wood" mein Favorit bis heute. Genau wie bei Lizzy natürlich hier die Vorreiter-Rolle für unsere Musik. Tiefer in folkige Regionen bin ich aber nie wirklich vorgedrungen. Daher kein wirkliches Abbild meines Geschmackes.
Dann gab es in den frühen 90ern noch einige Jahre, in denen female Art/Pop sehr angesagt war. Auslöser war Kate Bush und kurz danach Tori Amos. Beides Künstlerinnen, die ich jahrelang verfolgt und gekauft habe. Daraus resultiertenden dann auch etliche andere Künstlerinnen wie Loreena McKennitt, Lily Haydn, Paula Cole, Joan Osbourne etcpp. Diese Phase war aber irgendwann vorbei und heute läuft nur noch Kate recht regelmäßig, sowie natürlich die ersten beiden Tori Alben. Geschmacksdefinierend? In den 90ern bestimmt. Heute eher nicht mehr. Dann gab es noch eine Band, die natürlich nicht vergessen werden darf: Psychotic Waltz. Hier trifft für mich alles zusammen, was bereits bei einigen genannten Bands der 80er zutraf, aber es kam noch ein wichtiger Faktor hinzu: So eine Liveband habe ich davor und auch danach nie wieder erleben dürfen. Da unsere Musik von Livesituationen lebt und vor allem das zweite Überwerk auch musikalisch alles beinhaltet, was ich an Musik schätze, muss es wohl genannt werden.
Danach kann ich chronologisch betrachtet nichts mehr nennen, was meinen Geschmack deutlich beeinflusst oder verändert hätte. Trotzdem muss ich noch zwei Bands bzw. Alben ins Rennen bringen, die außerhalb der Chronologie wichtig sind. Das wäre auf der einen Seite natürlich "Rising" von Rainbow. Ich besaß lange nur eine Doppel-Best Of und die beiden recht poppigen Alben aus den 80ern. Das besagte Album wanderte erst Ende der 80er in meine Sammlung und ist seither für mich die Blaupause für episch-kraftvollen Hard Rock mit einer klassischen Prog-Note. Merken.
Und dann gibt es noch Black Sabbath. Dass ich mich auch mit dieser Band erst Anfang der 90er intensiv beschäftigt habe liegt an zwei Faktoren. Ich kannte bis dahin nur "Live At Last". Finde ich bis heute unanhörbar. Obendrein war ich kein Freund von Doom. Ausnahme bis dahin: Candlemass. Heute ist der komplette Katalog des Riffmeisters Iommi in der Sammlung und wird natürlich auch regelmäßig abgefeiert. Heute höre ich auch relativ viel Doom. Ob es am Alter und müderen Knochen liegt oder daran, dass in diesem Subgenre oftmals noch organisch produziert wird, vermag ich nicht zu sagen. Fakt ist: Heute ist Doom ein recht großer Bestandteil meiner Hörgewohnheiten und von daher darf eine Sabs genannt werden. Ich bin Mainstreamer und wähle "Paranoid", wobei auch "Sabotage" eine Option wäre.
Zählen wir mal durch: "Killers", "Unleasehd In The East", "Filth Hounds Of Hades", "Melissa", "Warning", "Metal Church", "Energetic Disassembly", "Bonded By Blood,"Resisting Success", "Black Rose", "Into The Everflow", "Paranoid". Zwölfzig Albüms. Ich muss in mich gehen.
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von kingdiamond » Montag 13. Juli 2026, 00:10
Holger!!! Was hast du uns denn da für einen „halben musikalischen Lebenslauf“ serviert?! Also für mich lautet schonmal das Fazit: selbst wenn du es nicht mehr schaffst von 12 auf 5 zu reduzieren, hat sich für uns der Thread schon gelohnt. Schöne Auseinandersetzung mit deinen „Herzenswerken“. Tatsächlich hätte ich aber irgendwas stellvertretend für den „Kauz-Bereich“ erwartet. Was halbwegs „episches“ ist auch nicht in der Vorauswahl, wobei das schon „epische Werke“ sind - ohne Frage. Den Rotstift hier anzusetzen würde mir als Externer nicht schwer fallen, da ja einige Alben aus grob ähnlicher Richtung kommen. Zumindest wenn du den Geschmack „breit“ darstellen möchtest, wären die Streichkandidaten schnell identifiziert. 
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von Eike » Montag 13. Juli 2026, 01:29
ANTONIO VIVALDI - "Le Quattro Stagioni" DEEP PURPLE - "In Rock" BABES IN TOYLAND - "Nemesisters" SQUAREPUSHER - "Go Plastic" AESOP ROCK - "Skelethon"
sind gerade ganz gute Eckpunkte.
Verdammt zum Leben...
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von Dead_Guy » Montag 13. Juli 2026, 09:56
So, dann versuche ich auch mal was produktives beizutragen. Ich hab mich dann für einen anderen Ansatz entschieden, keinen biografischen Abriss, da sich mein jetziger Geschmack schon gravierend von meinen früheren unterscheidet. Hab stattdessen versucht meinen Geschmack und meine Hörgewohnheiten mit 5 Alben so weit wie möglich abzudecken, was aus bereits geschilderten Gründen gar nicht so leicht ist. Aber ich fange dann mal an: Mgla - Exercises In Futility Ein Album was ich aus Gründen eigentlich nicht mehr öffentlich promoten will, aber ohne geht so ein Spiel nicht, da es sehr viel aus dem was ich höre vereint. Da hätten wir zum Einen der emotionale Ansatz, denn grundsätzlich sticht dieser für mich immer Gebolze oder Technik, auch wenn ich gegen beides nichts einzuwenden habe. Dann steht es Black Metal als solches was nach wie vor ungebrochen mein liebstes Genre und auch mit Abstand mein meistgehörtes ist. Und zu guter Letzt das Musik für mich in vielen Fällen was schon therapeutisches hat und gerade Musik die mir schonungslos den Spiegel vorhält, beziehungsweise Musik dessen Gefühle und Gedanken ich nachvollziehen oder gar teile hat einen besonders hohen Stellenwert bei mir.
Pensees Nocturnes - Grand Guignol Orchestra Auch Black Metal, aber das ist nicht der Grund warum ich es nenne , sondern es steht stellvertretend für meine verhältnismäßig jüngste Geschmacksverirrung, nämlich meine Vorliebe für weirden, kaputtes, konsequent gegen den Mainstream gebürstetes, halt Minderheitenmusik, die im Idealfall sämtliche Synapsen wieder neu justiert. Wie hier Zirkusmusik, Polka und Jazz eingebuden werden und wie gnadenlos überdreht das alles ist macht mich beim Hören immer wieder aufs neue glücklich.
Dead Can Dance - The Serpent's Egg Irgendwann kam der Punkt wo ich die Atmosphäre des Black Metal auch in andere Musik gesucht habe und bin bei Dead Can Dance hängen geblieben. 'Mother Tongue' war das erste Lied was ich gehört habe und ist mit seinem treibenden Percussion-Anfang und den Break in der Mitte wo das Pendel komplett in Richtung mystische Stimmung und rituellen Charakter ausschlägt mein All-Time-Fave Song des Duos und da ich das zugehörige Album dann zufällig kurze Zeit später erstanden habe (im Second -Hand-Laden in Lübeck gab es nur das und ein neueres, die ich dann beide mitgenommen habe) nehme ich auch das für diese Auflistung.
Ecstatic Vision - Sonic Praise In meiner späten Jugend bis frühes Erwachsenenalter hat dann irgendwann der Psychedelic Rock bei mir eingeschlagen. Neben Black Metal einer der Gründe warum ich Wörter wie Monotonie im künstlerischen Bereich eher positiv denn negativ assoziere. Stoische Drums, ein Hautpmotiv und darauf dann wahlweise Gitarren oder Synthies die wie auf Pilzen hängen geblieben sich in einen Rausch spielen und einen sonstwohin beamen, mehr brauch ich nicht um Zufriedenheit zu verspüren. Das hier war auch das erste was ich aus dem Sektor gehört habe und das Album schreit förmlich aus jeder Pore frühe Hawkwind, das man es zwar dreist finden kann, aber sie machen es so leidenschaftlich das mir das vollkommen schnuppe ist, außerdem hat es ein zwei minimale Spriter zeitgenössischen, alternativen Flair abbekommen.
Fever Ray - Plunge Jetzt brauch ich nur noch was stellvertretendes für alles was gar nichts mit Rock/Metal zu tun hat. Da passt dieses selbstbewusste, provokante aber auch freche Pop-Album ganz gut, das auch gleichzeitig meine Vorliebe für elektronische Musik abbildet was nach Rock und Metal mein zweitgrößter Bereich in meiner Sammlung. Auch ein Album was man neben psychedelischer Rockmusik wunderbar im Sommer laufen lassen kann und was einfach Laune macht und ich stell fest es lief schon wieder viel zu lange nicht.
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von kingdiamond » Montag 13. Juli 2026, 22:38
Ok, ich habe mir auch mal ein paar Gedanken gemacht. 5 Alben, die meine wichtigsten musikalischen Hörgewohnheiten inne haben…
1. AYREON - The Human Equation Nicht nur eines der besten Alben des Jahrtausends, sondern auch in Sachen Abwechslung ganz weit vorne. Ich stehe ja auf Konzeptalben und auch gerne mal ein Musical. Dabei verbindet es die Elemente aus dem Prog-Rock, Prog-Metal, 70er Sounds und symphonische Elemente. Aber damit nicht genug - oft ist ja der Gesang für mich von großer Bedeutung. Klar ist auch etwas Frauengesang vertreten, aber die Herren der Schöpfung sind hier im dem Falle das Maß aller Dinge. Wann gab es jemals einen solch hochkarätigen Mix: James LaBrie, Devon Graves, Eric Clayton, Mikael Akerfeldt, Mike Baker, Devin Townend und A.A. Lucassen selbst als Sänger in verschiedenen Rollen auf einem Album. Wahnsinn! Das hat Sammet so nie hinbekommen und Lucassen seitdem in der Qualität auch nicht wieder.
Mit diesem Album haben wir also schonmal einiges abgearbeitet… gehen wir zu etwas ganz anderem:
2. BORKNAGAR - Fall Warum sowas neues? Weil dieses Album bei mir die Tür eingetreten hat und mir neue alte Klangwelten nahegebracht hat. Die Mischung aus epischen Hymnen, Mischung aus Klargesang/leicht bekömmlichen Gekeife und melodischen Black Metal Elementen haben es mir absolut angetan. Alles nicht zu extrem, ein wohl dosierter Mix.
3. NEVERMORE - Dead Heart In A Dead World Hier muss ich wohl nicht viel zu schreiben. Einer der ergreifendsten Sänger singt eine Hymne nach der anderen, garniert mit gut dosierter Power und Härte. Die Elemente des Thrash Metals und des Power Metals sind perfekt vereint. Hätten wir die also auch unter gebracht.
4. MERCYFUL FATE - Melissa Ja, ein 80er Werk musste ich jetzt stellvertretend für den klassischen Heavy Metal nennen. Hier wieder der Gesang etwas herausstechend, aber diese Album an dieser Stelle steht jetzt explizit nicht für den King himself, sondern für das Genre. Ja, vielleicht sind MF etwas proggiger unterwegs als MAIDEN, PRIEST, DIO etc., aber ansonsten hätte ich am ehesten meine Root-Bands BLIND GUARDIAN oder ICED EARTH hier nennen müssen.
Und was nun noch? Neo-Prog müsste eigentlich noch gesondert kommen, aber ich habe mich für den Death Metal-Einschlag entschieden:
5. DISILLUSION - Back To Times Of Splendor Schon wieder Prog-Elemente, aber diesmal gepaart mit melodischem Death Metal und einigen bombastischen Filmmusik-Elementen, die meinen Geschmack ebenso stark repräsentieren. Zudem Überlange Songs, komplexe Strukturen, Twists, (versteckte) Melodien und auch hier: abwechslungsreicher Gesang. Perfekte Mischung.
Jo, ich glaube mit der Auswahl kann ich gut leben. „Sortenreine“ Genremusik wie einen Prog-Klassiker oder ein Doom-Werk hätten einfach den Platz für die „übergreifenden“ Alben genommen. Wenn die Aufgabe gewesen wäre: 10 Alben zu nennen, dann sähe die Liste wohl etwas anders aus. Aber um die Genres alle unter zu bekommen und den Stilmix zu haben, ist die Aufgabe nahezu gelöst. Ich bin zufrieden.
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