Feuchtbiotop mit 100 Arten

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Re: Feuchtbiotop mit 100 Arten

Beitragvon salisbury » Donnerstag 13. Januar 2011, 20:19

Firestarter hat geschrieben:Was geht denn hier ab... :narf:


Ich wunder mich auch grad. Does this make any sense? Guess not...
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Re: Feuchtbiotop mit 100 Arten

Beitragvon Teichfrosch » Donnerstag 13. Januar 2011, 20:33

Tjo, ich bin auch kein allzu großer Freund Sicks, und oft genug übertreibt er es mit seiner moralischen Übergenauigkeit heftig, in dem Fall finde ich es aber durchaus wichtig die "richtige" Formulierung zu benutzen, und wegen seiner Popularität fand ich den "Zwiebelfisch" an der Stelle passend.

Seine Kritiker sagen ja auch nicht dass er Unrecht hat, nur, dass er es mit seiner peinlichen Genauigkeit übertreibt, wobei ich den Kritikern zustimmen würde :) Es gibt einfach ein paar Belanglosigkeiten, "macht Sinn" gehört aber mMn nicht dazu - hier finde ich die Unterscheidung durchaus wichtig, das kann aber auch daran liegen dass man es in fast jedem zweiten Satz hört und ich mich jetzt darauf eingeschossen habe.

Manche Entwicklungen der Sprache bereichern diese oder machen sie in der Anwendung praktischer, "macht Sinn" ist aber weder schneller oder leichter zu schreiben/sprechen als "gibt Sinn", noch macht es die Sprache präziser, differenzierter oder sonstwie "besser". Es stampft nur die präzisen Formulierungen ein zu einem ungenauen Einheitsbrei. Grad in der Philosophie ist es entscheidend sich präzise auszudrücken, daher meine Korinthenkackerei :>


Aber gut, lassen wir das, ich entschuldige mich dafür das Thema überhaupt so breit getreten zu haben, meine Klugscheisserei nervt nicht nur euch sondern auch mich selbst ;) Man hätte es dabei belassen sollen dass "ergibt Sinn" althergebracht richtig und "macht Sinn" neudeutsch richtig ist, aber beides auf seine Weise richtig ist. Ich bevorzuge halt "ergibt Sinn", das ergibt für mich mehr Sinn :grins:
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Re: Feuchtbiotop mit 100 Arten

Beitragvon salisbury » Donnerstag 13. Januar 2011, 21:24

Frosch, die Maybeshewill ist der absolute Knaller. 150 % mein Ding. DANKE!
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Re: Feuchtbiotop mit 100 Arten

Beitragvon Teichfrosch » Donnerstag 13. Januar 2011, 21:33

Juhu, es geht wieder um Musik! Das erinnert mich daran, dass ich für heute noch garkeine Platte reingestellt habe, das wird umgehend nachgeholt...
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Re: Feuchtbiotop mit 100 Arten

Beitragvon Teichfrosch » Donnerstag 13. Januar 2011, 22:16

Platz XXXIII


Bild


Katatonia - Viva Emptiness (2002)


Schwer vorstellbar dass es hier noch Leute gibt die noch nie was von dieser Band gehört haben, denn auch wenn die Schweden sicher nicht nur begeisterte Anhänger haben dürften doch die meisten mit dem Namen und der Musik etwas anfangen können. Progressive/Dark Metal welcher das Melancholische des Doom Metal atmet, eine seltsam distanziert leidende Stimme, dunkle Melodien und Themen - man sollte schon eine Vorliebe für die dunklen Seiten des Lebens haben wenn man sich an die Musik der Band heranwagt, gute Stimmung steht hier nicht auf dem Menü. Wut, Trauer, Enttäuschung, Schmerz, KATATONIA arbeiten konsequent den Hausfrauenpsychologie-Katalog der negativen Gefühle durch und vertonen diese in phantastischen Songs. Wer jetzt aber denkt es würde sich hierbei um das übliche "laut+wütend vs. leise+melancholisch" Schema handeln der täuscht sich: wenn bei anderen Gruppen mit dem Einsetzen der massiven Riffs vom Sänger Wut und Enttäuschung rausgelassen werden scheint die Musik von KATATONIA zu resignieren und deprimiert in die eigenen dunklen Gedanken zu versinken, fast als ob ein tief trauriger Mensch nichtmehr die Kraft hätte das eigene Leid zu beklagen, und sich stattdessen in ihm ergehen würde. Die Musik ist zwar tief melancholisch, aber dennoch seltsam distanziert und grade diese seltsame Dualität fasziniert und macht KATATONIA einzigartig. KATATONIA wird häufig eine schwache Livequalität nachgesagt, und nach eigener Erfahrung kann ich sagen: es stimmt immerhin insofern, als dass dieses zentrale verstörende Element live nicht so gut rüberkommt und die Songs weniger atmosphärisch wirken lässt (dennoch war ich mit der Livedarbietung damals grundsätzlich zufrieden, war einfach eine gute Stimmung). Das vorliegende Album hat vielleicht die besten "Einzelhits", während eigentlich alle anderen mir bekannten Alben besser als Gesamtkunstwerk genossen werden sollten, ganz besonders das neuste.


Evidence - vielleicht der größte Einzelhit der Band. Hier kann man mit dem Einsetzen der E-Gitarrenriffs sehr schön sehen was ich meine: der Gesang bleibt leidend und verzweifelt, wirkt resigniert und trotz all der spürbaren Wut distanziert.

Burn The Remembrance - sehr schöne traurige Melodien...

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Re: Feuchtbiotop mit 100 Arten

Beitragvon salisbury » Donnerstag 13. Januar 2011, 22:26

Mensch, Frosch. Ich bin der Band nach diesem Album auf Tour gefolgt. So, so großartig, dieses Album. 15/10 Punkten.
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Re: Feuchtbiotop mit 100 Arten

Beitragvon Eike » Donnerstag 13. Januar 2011, 22:53

Teichfrosch hat geschrieben:Ganz einfach: Sinn macht nicht, Sinn wird nicht gemacht, man oder etwas "macht" keinen Sinn. Man kann Sinn nicht herstellen, er folgt (sprachlich) logisch.
Die meisten Menschen sind zu konsistent logischem Denken überhaupt nicht fähig, geschweige denn willens. Dennoch machen sie, jeden Tag aufs Neue, Sinn aus dem was sie so umgibt und umtreibt.

Dass "Sinn machen" keine Analogbildung zu "sich Sorgen machen", sondern eine zum englischen "makes sense" sei, ist eine interessante Hypothese, meines Erachtens aber eine hochspekulative. Gibt es dazu etwa empirische Studien, die die eine Erklärung näher legen als die andere?
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(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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Re: Feuchtbiotop mit 100 Arten

Beitragvon Havoc » Donnerstag 13. Januar 2011, 23:15

Martin van der Laan hat geschrieben:Die Art von Musik (ALTER BRIDGE et al.) gibt mir insgesamt nicht so viel. Stört nicht, wenn sie im Hintergrund läuft, aber ich schaffe es kaum, mich länger drauf zu konzentrieren. Vielleicht weil alles irgendwie mit Ansage passiert... Aber ALTER BRIDGE machen das, was sie machen, definitiv sehr gut.


same here!!! ;-)
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Re: Feuchtbiotop mit 100 Arten

Beitragvon Havoc » Donnerstag 13. Januar 2011, 23:18

Wenn man mal die letzten drei Alben von KATATONIA betrachtet, dann muss man zu dem Schluss kommen, dass sie einer der besten Bands der letzten Jahre sind. Dreimal over the top!!! Und davor waren sie ja auch schon gut. Kenne aber nicht alle älteren Alben.
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Re: Feuchtbiotop mit 100 Arten

Beitragvon Martin van der Laan » Donnerstag 13. Januar 2011, 23:36

Wenn ihr alle Recht habt und KATATONIA wirklich so toll sind, warum schlafe ich dann immer fast ein bei diesem Depri-Geschrammel...?? Okay, die zweite Hälfte von 'Criminals' läßt aufhorchen, aber ansonsten find ich's weiterhin ziemlich öde. Offenbar ist dieser emotionale Kanal bei mir verschlossen. :(
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