salisbury's top100

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Re: salisbury's top100

Beitragvon Jhonny » Dienstag 1. Februar 2011, 10:28

salisbury hat geschrieben:
Jhonny hat geschrieben:Archive... naja, wenns dir gefällt sei dir die Freude daran gegönnt ;-)
Für mich klingts eher nach ganz netter Einschlaf-Musik.


Ich find den Kommentar äußerst positiv. Wenn man bedenkt, daß viele Rocker eine echte Krise bei Sprechgesang kriegen (falls Du auch 'Londinium' gehört hast...).


Mit Sprechgesang hab ich zuerst mal kein Problem. Mit Rap und HipHop doch auch nicht, da gibts zwar viel schlechte Musik, aber auch manche gute (bei Metal gibts ja auch viel schlechte Musik - man erinnere sich nur an 95% der italienischen Spaghetti-Bands).

TripHop find ich einfach langweilig. Es ist nicht schlecht, nix zum Wegrennen, sondern einfach belanglos.
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Re: salisbury's top100

Beitragvon Eike » Donnerstag 3. Februar 2011, 03:06

Peter Kubaschk hat geschrieben:
Eike hat geschrieben:Sind das etwa die gleichen ARCHIVE, von denen ich 2001 oder 2002 auf einem HMV-Sampler mal so einen Longtrack hatte, der nicht Trip Hop, sondern ein Longtrack von der Art hippiesk-epischer Fluffigrock mit melancholischer Schlagseite war?

Durchaus möglich. In 2002 erschien das Album "Noise", das mit 'Fuck U' einen ziemlichen Hit hatte und mit 'Again' einen 16-minüitigen Melancholiker.
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Re: salisbury's top100

Beitragvon salisbury » Montag 7. Februar 2011, 21:30

Hundefreunde aufgepasst. Den hier müßt ihr an die Leine nehmen: Auch wenn er manchmal recht zahm erscheint, kann er mitunter auch beißen. Auch sonst verhält er sich eher selten wie ein braver Hund. Schon gar nicht gegenüber Fremden. Gewinnt man aber erstmal sein Vertrauen, erweist er sich als treuer Freund in allen Lebenslagen. Er braucht wie die meisten Hunde erstmal viel Liebe aber auch ebenso viel Drill. Er gibt Dir dafür nach geduldiger Dressur seine überaus facettenreiche Persönlichkeit preis. Ego ist nämlich eine Mischung aus großem, sanftem Bernhardiner (Something Huge), rassigem Rottweiler (Building up ruins), verspieltem, wenn auch etwas verfressenem Husky (First Class Meal Taste Better) oder auch sanftmütigem, melancholischem Mops (Home Sick Home). Manchmal is(s)t Ego auch alles in (auf) einem (einmal). Sicher eine Band für die Tiere im Forum.

Platz 79

A Dog Called Ego – Living Seriously Damages Health (2007)

Bild

Ein Tierheim befindet sich hier:

http://www.myspace.com/adogcalledego

Für You Tube sind Hunde dieser Art zu gefählich und unberechenbar.
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Re: salisbury's top100

Beitragvon salisbury » Montag 7. Februar 2011, 21:51

Eine gute Freundin von Ego ist Agnete. Auch so eine Art "ich bin alles außer normal"-Hündin. Sie singt bei der norwegischen Möchtegern-Wolf-Combo MADDER MORTEM. Und sie stellt meinen

Platz 78

Madder Mortem - Desiderata (2006)

Bild

Es gibt kein besseres Review als das von Robert Pöpperl-Berenda (ehenmals Rock Hard):

"Ich stelle hier öffentlich die Frage, ob die Welt eine Band wie MADDER MORTEM wirklich braucht. Das neue Album der Norweger hinterlässt hässliche Schmerzen und verursacht schon nach kurzem Hören diverse körperliche Schäden. Frontfrau Agnete lässt mit ihrem unharmonischen Geplärre Tote auferstehen, und die Gitarrenformation erinnert an Staind im Irrenhaus. Gleich der Opener ´My Name Is Silence´ ist eine unsagbare Qual für meine Ohren. Diese Dame klingt wie eine iranische Frauenrechtlerin auf schlechten Drogen. Muss es solche Bands wirklich geben? Sollte man eventuell über finanzielle Split-Hilfen nachdenken, um Musikliebhaber vor schädlichen Bands zu schützen? Wenn es ein solches Programm wirklich mal geben sollte, müssten MADER MORTEM als dringender Fall schnellstens abgewickelt werden"

Ob das alles stimmt, dürft ihr selber beurteilen:

My Name is Silence

Hangman

Evasions

Hier findet ihr auch mehr auf YouTube. Have Fun.
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Re: salisbury's top100

Beitragvon Martin van der Laan » Montag 7. Februar 2011, 23:17

Voll das Kontrastprogramm hier!
A DOG CALLED EGO gefallen mir ausgezeichnet, die Musik atmet und pulsiert, klingt authentisch und rund. Tolle Band. Kaum zu glauben by the way, was offenbar so alles in die Post-Rock-Schublade passt.
MADDER MORTEM hingegen... neeee, also Sicko nur, weil Sicko cool ist, aber ohne musikalische Aussagen, find ich doof und diese Musik nervt mich mächtig. Dem "Gesang" fehlt hier völlig die Orientierung, man könnte meinen, die Dame improvisiert nach zwei Flaschen Prosecco einfach irgendwas zu dem Geschrammel.
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Re: salisbury's top100

Beitragvon Teichfrosch » Montag 7. Februar 2011, 23:33

A DOG CALLED EGO: Auf MySpace steht irgendwas von "chinesische Volksmusik" als Teil der Einflüsse. Wo hört man die denn raus?

"Happy Happy Apocalypse" - Anfangs netter Alterna-Rock der mit eindeutiger metallischer Schlagseite beginnt, zwischendurch ziemlich ruhig und spacig klingt und später auch relativ sphärisch bleibt. Hübsch. Zwar keine chinesischen Einflüsse für mich hörbar, aber Hunde mögen Chinesen jetzt ohnehin nicht so gerne, nichtwahr ... ;) Hm, ich würde das sogar eher in die Progecke schieben, Alternative ist da zwar auch drin, aber insgesamt ist das doch eindeutig eher experimentell und progressiv als alternativ. Aber unter "Alternative" wird ja auf MySpace ohnehin alles verstaut was sich nicht anderweitig verschubfachen lässt. Gibt auch Post-Hardcore der ähnlich klingen kann, mich erinnert es grade an SIGHTS & SOUNDS die ich in meinem Thread irgendwo unbeachtet von 99% des Forums versteckt habe. Aber höchstens entfernt bei den sphärischen Klängen. Vielleicht eher FAIR TO MIDLAND, ja, das kommt schon eher hin.

"Something Huge": Hmm, die Analogie zu SIGHTS & SOUNDS ist doch nicht so ganz von der Hand zu weisen. Ebenfalls ein toller, stellenweise schräger Track (ich liebe schräg!). Aber immernoch kein Chinese in Sicht, ich komm mir auf den Arm genommen vor... Ah, da am Ende ist etwas chinesisches in Sicht, hätte ich aber nicht als solches identifiziert wenn es da nicht gestanden hätte. Denke nicht, dass das alleine berechtigt das als "chinesische Volksmusik" zu bezeichnen, nein, wahrlich nicht. Schön verträumt zum Ende hin, klasse...

"A First Class Meal Tastes Better": Wenn mir der jetzt auch gefällt wirds umgehend besorgt. Mathematisch/jazziges Gefrickel am Anfang, mal was ganz anderes, die Band ist für Überraschungen gut, das steht fest. Die doppelte Klampfe verbreitet kurz etwas Latinoatmosphäre, danach wirds wieder elektrisch verstärkt metallisch. Bleibt der Track rein instrumental? Scheint fast so zu sein. Stört mich ja zum Glück nicht, eher im Gegenteil. 65 DAYS OF STATIC lassen grüßen, und die find ich ja anbetungswürdig, das ist also sehr positiv. Huch, da ist ja doch Gesang, also jetzt lässt sich die Post-Hardcore Analogie nichtmehr leugnen, weil das eindeutig Hardcoreshouts sind. Interessant, der salisbury hört also im geheimen Post-Hardcore... Insgesamt ein toller, überraschender Track mit vielen Wendungen.

Jup, die werden eingetütet.


MADDER MORTEM: Den Namen hab ich ja hier im Forum schonmal häufiger gelesen, mal schauen wie das klingt.

"My Name Is Silence": Also das Geboller am Anfang verzückt mich ziemlich. Aber dann: weiblicher Gesang. Ich hader... ich kann ja bekanntlich seltenst etwas mit weiblichen Frontern in metallischer Musik anfangen, auch hier klingts wie so oft hauptsächlich hysterisch. Ich glaub nicht dass ich da auf lange Sicht etwas mit der Stimme anfangen kann, mit einem Mann am Mikro fand ich das warscheinlich sogar ziemlich interessant. Die Instrumente scheinen mir jedenfalls ziemlich hörenswert zu sein, alle Stellen ohne Gesang find ich jedenfalls doll. Aber wenn der Gesang einsetzt hab ich eher das Bedürfnis wegzuklicken...

"Hangman": Wenn das so ruhig bleibt wie am Anfang darf gerne ein Weibchen mit ihrem Goldkelchen das Traumland besingen. Oh ja, das ist ja toll, das ist sehr sehr toll, bitte lass den Track so bleiben und nicht schnell+laut werden... Wenn die Snares einsetzen hab ich jedesmal Angst, dass es gleich laut wird. Ich schwanke zwischen Begeisterung und Furcht vor dem, was möglicherweise kommt. Oh nein, ab 3:15 wirds laut, wieso, warum nur... Nungut, fürs erste bleibts toll, mal schauen ob das Niveau gehalten wird. Und dann jault die eben noch tolle Sängerin vor sich hin, ich bin grade echt ein wenig sehr traurig. Immerhin hält der Track die elegische Grundstimmung und bollert nicht so rum wie der erste verlinkte Track, da war der Gesang nämlich wirklich doof. Hier ist auch der Gesang zu den "lauten" Passagen noch ziemlich gut, weil emotional und greifbar. Wenn der erste Track eine 6 von 10 wären könnte das hier schon gut 9 Punkte kassieren. Hoffentlich ist der dritte Track von ähnlicher Qualität...

"Evasios": Bollert Anfangs, dann aber ruhig. Na ein Glück ;) Wieso macht die Band nicht immer solche schönen, zeitlosen Träumerkram? Wenigstens wirds nicht wirklich laut und schnell. Trotzdem gibts zwischendurch eher hysterisches Gejaule, ach, das haben die doch wirklich nicht nötig, das ist so ... hysterisch halt. Mensch.

Ingesamt: Zwiespältig. Stellenweise wirklich toll, aber der Gesang ist einfach nicht mein Ding, kann mir nicht helfen, Frauenstimmen im Metal sind für mich wie Feuer und Wasser, es passt einfach nicht wenn Mädels rumbrüllen, und es klingt für mich direkt hysterisch. Naja, nicht per se und wirklich IMMER immer, aber ich bin doch schon eher ein Fan von Männergesang im Metal. Ich könnte mich in die Band reinhören, aber vorerst brauch ich das wohl nicht.
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Re: salisbury's top100

Beitragvon salisbury » Montag 7. Februar 2011, 23:44

Uiuiui, Frosch, was für eine umfassende Antwort. Respekt!

Den Hund bekommst Du für 10 Euro. Ich hab die Kontaktadresse. Warte noch ein bischen, dann kannst Du die Neue gleich mitbestellen. 'Happy Happy Apokalypse' ist der Titelsong des neuen Albums. Ich bin da sehr gespannt.

Achso: Auf der Facebook-Seite wird als Haupteinfluß David Hasselhoff genannt...

Ich verstehe jeden, der bei Madder Mortem die Krise kriegt. So daneben war der Pöpperl gar nicht. Ich liebe es aber. Alle Alben. Immer. Mehr, mehr, mehr. Die 'Desiderata' ist die kaputteste und deswegen hier drin. 'Eight Ways' oder 'All Flesh is grass' sind gemäßigter. Ich hab eben ein Faible für überdrehte Weiber...
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Re: salisbury's top100

Beitragvon Teichfrosch » Montag 7. Februar 2011, 23:51

salisbury hat geschrieben:Uiuiui, Frosch, was für eine umfassende Antwort. Respekt!


Die mache ich eigentlich häufiger, aber nicht immer lohnen sich so ausführliche Antworten. Ich höre nur dann weiter und schreib dementsprechend viel, wenn es auch nötig ist. Bei HAMMERFALL bleibt mir außer *kotz* zu schreiben leider nicht viel übrig, und manches kenne sogar ich bereits vorher :grins:
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Re: salisbury's top100

Beitragvon Chavo89 » Dienstag 8. Februar 2011, 03:35

Martin van der Laan hat geschrieben:Voll das Kontrastprogramm hier!
A DOG CALLED EGO gefallen mir ausgezeichnet, die Musik atmet und pulsiert, klingt authentisch und rund. Tolle Band. Kaum zu glauben by the way, was offenbar so alles in die Post-Rock-Schublade passt.
MADDER MORTEM hingegen... neeee, also Sicko nur, weil Sicko cool ist, aber ohne musikalische Aussagen, find ich doof und diese Musik nervt mich mächtig. Dem "Gesang" fehlt hier völlig die Orientierung, man könnte meinen, die Dame improvisiert nach zwei Flaschen Prosecco einfach irgendwas zu dem Geschrammel.


Mir gehts hier irgendwie umgekehrt. Könnte aber auch am Wodka liegen... :P
Mir gefällt beim Hund der Gesang nicht so sehr. Bei Madder Mortem find ich den allerdings ganz passend. Anhören würd ichs mir aber ansonsten beides eher nicht so...
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Re: salisbury's top100

Beitragvon Regina Löwenstein » Dienstag 8. Februar 2011, 07:29

Uiii, Wichtel lässt grüßen! Der Ego-Kläffer ist saugeil, phänomenal, einfach knulzig. Den Gesang bei Madder Mortem finde ich großartig - und von einer erklärten Metal-Chauvinistin muss das was heißen. Von der Stimme bekomme ich eine meterdicke Gänsehaut.
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