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von Teichfrosch » Samstag 19. Februar 2011, 17:33
salisbury hat geschrieben:Hey, Frosch, au Mann, auch die Neurosis ist mir bekannt, aber hat bisher ein Schattendasein gefristet. Obwohl ich die Red Sparowes sehr liebe. Ich hör grad Deine Hörvorschläge. Das ist einfach phantastisch. Ich hab hier schon so viel schlechten Gesang gehört. DAS ist TOLLER Gesang! Auch diese CD werde ich mir JETZT kaufen!
Ausgezeichnet. Hätte eh gedacht dass dir das gefällt  trent hat geschrieben:Jaaa, die Debüt-RATM ist super. Hatte ich ja auch in meiner Liste...
Jau, da hast du ja auch schon angemerkt dass die bei mir warscheinlich zieeemlich weit oben stehen würde... hast Recht behalten  Jhonny hat geschrieben:hey, für ein 90er-Rock-Album ist das ja wohl ein Riesen-Kompliment! Besser kann ich mich doch kaum über so eine Band äußern - neben den Chili Peppers die beste Crossover Band der 90er Jahre (die ich kenne...)
DAS ist ein Kompliment. Und auch aus meiner Perspektive ziemlich korrekt. Havoc hat geschrieben:Von Neurosis hatte ich mal die "Times Of Grace". Hat mir aber nicht so richtig zugesagt. Könnte aber sein, dass ich neueren dennoch gut finde.
Die ist noch etwas hardcoriger als die letzten paar Scheiben. Mit den letzten Alben ist es nochmal vieeel langsamer und ruhiger, atmosphärischer und düsterer geworden, besonders das vorliegende Album ist in vielen Passagen überaus ruhig. Slowcorig. Die RATM ist gut...bei mir aber eher auf Platz 305 als 5. Höre sowas halt kaum! Ist aber gute Partymucke!
Besser gute Partymukke als garkeine Mukke (obwohl ersteres bei manchen eben letzteres bedeutet  ). Was bei RATM allgemein sauer aufstößt ist ihr massiver kommerzieller Erfolg, eben als Partyband usw., während sie gleichzeitig sich sehr links(-extrem) geben. Nutznießer des Systems die aber gegen das System aufbegehren... Glücklicherweise ist mir das egal, aber das ist ein üblicher Kritikpunkt an der Band.
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von Eike » Samstag 19. Februar 2011, 17:55
Solange das kapitalistische System steht, durchdringt es (tendentiell) alles, es ist eines der Wesensmerkmale, dass man sich nicht außerhalb des Systems stellen kann (allenfalls die Kollateralschäden möglichst klein halten).  Es soll sogar einige sich als ganz besonders linke Linke verstehende Wirrköpfe geben, die schon darum jede Schadenminimierung/kaschierung als systemstabilisierend ablehnen, damit der Kapitalismus um so schneller vor die Wand fährt und die ersehnte Revolution kommt.  Die Mehrheit der Linken wird es aber auch fern aller Dogmatik den Typen von RATM nachsehen, dass sie von ihrer Musik inzwischen ganz gut leben können, selbst wenn in den Prozessen von Fertigung und Vertrieb ihrer Tonträger - wie eigentlich überall - systemimmanent ein gerüttelt Maß Ausbeutung steckt. Und warum auch sollte irgendwer an Linke andere moralische Maßstäbe anlegen als an Rechte?
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von Teichfrosch » Samstag 19. Februar 2011, 18:08
Nur weil Kritik geäußert wird heißt das ja nicht automatisch dass diese Kritik berechtigt ist. Ich finds sowieso bescheuert das zu kritisieren, einfach auch weil ich die Texte eher metaphorisch aufgefasst habe. So wie bei ganz anderen Bands/Alben eben auch, nur weil BOLT THROWER beispielsweise mit Kriegsmotiven spielen heißt das ja nicht, dass ich Krieg will oder denke, dass BOLT THROWER Krieg verherrlichen. RATM haben da aber meines Wissens nach schon eindeutiger Position bezogen, und das wird ihnen nun von manchen Radikalen als "Verrat" oder so ausgelegt. Mir solls egal sein, ich halte von Radikalen ohnehin nichts, egal ob links oder rechts.
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von salisbury » Montag 21. Februar 2011, 01:01
Hab am WE zwei längere Autofahrten gehabt und schön brav Neurosis gehört. Molto fantastico. Bei der nächsten Top100-Liste sind die auch bei mir drin. Was brauch ich denn noch von denen? Hab gehört, daß die Alben recht unterschiedlich sein sollen und z.T recht derbe. Ich bin aber doch nur eine weiches Blautier...
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von Teichfrosch » Montag 21. Februar 2011, 15:51
salisbury hat geschrieben:Hab am WE zwei längere Autofahrten gehabt und schön brav Neurosis gehört. Molto fantastico. Bei der nächsten Top100-Liste sind die auch bei mir drin. Was brauch ich denn noch von denen? Hab gehört, daß die Alben recht unterschiedlich sein sollen und z.T recht derbe. Ich bin aber doch nur eine weiches Blautier...
Eigentlich eine Frage wo ich stark vermutet hätte dass Jesus Forumfilter sofort anspringt... Aber wenn er zu bequem/zu beschäftigt ist hier zu antworten mach ich das natürlich gerne  Die 3 Alben der 2000er kannst du dir gefahrlos anschaffen, also das vorliegende, "A Sun That Never Sets" (2001) und "Given To The Rising" (2007), die sind alle musikalisch relativ nah beeinander. Dabei ist das 04er das "ruhigste" in meinen Ohren, das 07er das rumpelndste (trotzdem noch seeeeehr ruhig, also keine Angst) mit etwas deutlicheren Verweisen auf die eigene Herkunft und das 01er irgendwo dazwischen. Alles vor "Through Silver In Blood", also das 96er, dürfte für dich warscheinlich weniger interessant sein, und auch das besagte 96er und auch das 99er "Times Of Grace" könnte dir an der ein oder anderen Stelle Bauchschmerzen bereiten. Da ist die Musik noch ziemlich hardcorelastig und man hört viel mehr das heraus, was manche anderen Sludge/Post-Metal Bands heute noch machen. NEUROSIS dagegen sind doch sehr viel ruhiger und atmosphärischer geworden. Als bekennender Rumpelfanatiker ist natürlich auch das Frühwerk für mich interessant, die große musikalische Brillianz verströmen die ganz frühen Platten mMn nicht, das ist relativ hausbackenes Gebrüll+Gerumpel, nicht schlecht aber im Vergleich mit den späteren Platten weniger spannend, zumindest für meine Ohren. Ab "Souls At Zero" wirds dann deutlich spannender und man erkennt schon Ansätze zu dem, was die Jungs später machen, ich glaube aber nicht, dass das etwas ist mit dem du Freundschaft schließen wirst. Also: Alles in den 2000ern ist 100% was für dich das 96er und das 99er kannst du mal probieren wenn du es mal etwas derberes und brachialeres hören möchtest Alles davor ist ziemlich sicher nichts für dich Das 2003er, NEUROSIS & JARBOE - "Neurosis & Jarboe" (eine Zusammenarbeit mit der Band JARBOE die ich nicht weiter kenne) könnte dich interessieren wenn du auf experimentelle und deutlich elektronische Klänge abfährst, eine spannende Mischung aber nicht für jedermanns Ohren geignet. Ich hörs ziemlich selten, der Industrial-Charme wollte mich bisher noch nicht so recht packen... aber grade hör ichs und finds ziemlich toll, insofern 
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von Eike » Montag 21. Februar 2011, 16:15
JARBOE = Stimme der SWANS bis '97
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von Jesus » Dienstag 22. Februar 2011, 00:00
Teichfrosch hat geschrieben:Eigentlich eine Frage wo ich stark vermutet hätte dass Jesus Forumfilter sofort anspringt...
Ja, hätte ich auch vermutet. Zum Glück für alle Anwesenden bin ich aber im Moment viel zu betrunken, um ein seitenlanges Essay über NEUROSIS zu verfassen. Daher nur so viel: Wer hypnotischen Krach mag, höre mal in "Souls at Zero", "Enemy of the Sun" und "Through Silver in Blood" rein. Letztere war nicht umsonst in meiner Topliste. Wer tiefsinnigeren Kram schätzt, braucht jede Scheibe, die in den letzten 10 Jahren erschienen ist. Sogar ein genereller Hartwurstkostverächter wie Eike meinte zu einem Song der "The Eye of Every Storm", dass er gut sei. Eike hat geschrieben:JARBOE = Stimme der SWANS bis '97
Keyboardspielerin und zweite Stimme der SWANS von anno '86 - also erst ab dem fünften Album - bis '97. Soviel Zeit muss sein 
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von Teichfrosch » Dienstag 22. Februar 2011, 01:21
Jesus hat geschrieben:Wer hypnotischen Krach mag, höre mal in "Souls at Zero", "Enemy of the Sun" und "Through Silver in Blood" rein. Letztere war nicht umsonst in meiner Topliste
Stimmt, aber genau das ist ja der Grund weshalb ich glaube, dass die Platten wohl für Sally tendenziell eher weniger geeignet sind. Dass die Platten toll sind steht sowieso außer Frage, wir sprechen schließlich über NEUROSIS.
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von salisbury » Dienstag 22. Februar 2011, 01:30
Danke, Jungs für die Tips. Werd's mir einfach mal alles anhören 
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von Teichfrosch » Mittwoch 23. Februar 2011, 16:57
Platz III Cult Of Luna - Eternal Kingdom (2008) Die Würfel entscheiden sich für das neuste Werk meiner liebsten Sludge/Doom Kapelle der jüngeren Zeit. CULT OF LUNA - der Name steht für Qualitätsalben am Fließband, eines großartiger als das andere, er steht neben ISIS und NEUROSIS für die "Big Three" des Genre genannt "Post-Metal" und demnach natürlich für atemberaubende Musik. Waren COL auf ihren zwei Vorgängern noch deutlich schmusiger, erinnern sie sich mit "Eternal Kingdom" etwas stärker an ihre musikalischen Wurzeln und fahren schwerere Geschütze in Form von deutlich heftigeren Sludgeriffs auf ohne dabei die Entwicklung der letzten zwei Alben aus dem Fokus zu nehmen. Die Songs sind also insgesamt etwas weniger ausladend als auf den Vorgängern und kommen schneller auf den Punkt. Thematisch verarbeiten die Schweden die Geschichte eines "geisteskranken" Mannes, der sich eine Phantasiewelt erschafft, demnach ist das Album ein Konzeptalbum und demnach vorallem als Gesamtwerk stark. Ansonsten köcheln COL ihr übliches Süppchen, Hardcoreshouts treffen doomige Sludgebrecher und über allem thront eine trostlose, melancholische Atmosphäre. Mit Sicherheit das weniger gefällige Album im Vergleich zum Drittwerk (und oft als das beste Album ihrer bisherigen Karriere titulierte) "Salvation", dafür mehr etwas für Sludgefans die mit dem ganzen "Post" in ihrem Metal nichts anzufangen wissen. Für mich ist sowieso Haarspalterei, großartig sind alle Alben und einen eindeutigen Favoriten habe ich hier, wie so oft bei meinen Lieblingsbands, nicht. Following Betulas - die Trompeten am Ende des Songs = Gänsehaut. Ghost Trail - längster Song des Albums, ein Lied wie eine Dampflok, treibend und unaufhaltsam. Curse - zwingend, dunkel, verzweifelt und riffgewaltig.
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