Friedensgrüße vom Planeten gOrP

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Re: Friedensgrüße vom Planeten gOrP

Beitragvon Julian Rohrer » Mittwoch 1. Juni 2011, 12:20

Jepp, am Freitag geht es hier wieder weiter :)
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Julian Rohrer
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Re: Friedensgrüße vom Planeten gOrP

Beitragvon Julian Rohrer » Freitag 17. Juni 2011, 12:13

Was ein Zufall, dass heute Freitag ist ;)

10. HUMAN DRAMA – The Silent Dance: 4:00:
Mit dem Stimmen des Orchesters beginnt eine kurze Weise, die schließlich in einen Klavierpart überleitet, der von einem ausdrucksstarken Gesang gekrönt wird. Leicht folkig, songwriterisch angehaucht, wird gothischer Rock geboten. Gefällt mir relativ gut, auch wenn das auf Albenlänge möglicherweise etwas langgezogen ist. Den Schluss des Songs markiert ein mehrstimmiger Chorpart, erinnert mich an die SAVATAGE-TSO-Chöre. Nice!

11. LIFE AFTER DEATH – Tagger: 3:01:
Eine moderne Produktion, ein wummernder Bass, hach, welch schöner Kontrast. Der von einem sehr männlichen Sänger gekrönte Ami-Fast-Metal schallt kräftig aus den Boxen und macht defintiv Spaß. Die Band klingt für mich wie eine Mischung aus TYPE-O und HIM – nein, natürlich war das nicht ganz ernst gemeint. Cool ist, dass zu den amerikanischen Zutaten auch eine Prise IRON MAIDEN im Break gemischt wird, was dem ganzen eine leicht britische Schlagseite gibt. Dass die Band als Traditional Heavy Metal gewertet wird, macht für mich allerdings eher wenig Sinn.

12. MASSACRA – Harmless Numbers: 5:02:
Eine Ecke schneller tanzen MASSACRA auf dem Parkett. Thrashiger angedeathter Metal mit einem energischen Sänger. Noch verwundert mich, warum die dir gefallen, Kubi, aber vielleicht ändert sich das ja noch. Und siehe da, bei Minute 2 kommt ein Break, instrumental groovt es im Mid-Tempo und macht den Weg frei für ein klassisches Solo. Dennoch überrascht es mich, dass du auf so einen Sound stehst, ganz ohne ANACRUISIS-Gefühle oder technische Ausflüge.

13. MINDSEED – Open Your Eyes: 5:37:
Da gefällt mir MINDSEED mit 'Open Your Eyes' doch deutlich besser. Die treibende Bassline tut dem klassischen Heavy Sound mit leichter Progschlagseite sehr gut. Plätschert ein wenig vor sich hin, echte Momente, die mich mitreißen, fehlen mir gerade. Gerade das Riffing finde ich relativ schwach, da wäre sicher noch mehr gegangen.

14. THE ORGANIZATION – Policy: 5:51:
Sehr verträumt und überlegt geht es TESTAMENT „The Ritual“ mäßig los. Amerikanischer Heavy Metal, wie man ihn kennt und... naja, kennt. Gesanglich bin ich etwas genervt, denn da passiert wenig mitreißendes. Der Sänger schwankt zwischen angerappten Shouts und relativ belanglosem melodischem Gesang hin und her, hat aber ein Timbre, das mich recht schnell nervt. MA sagt, dass die Band aus dem DEATH ANGEL-Umfeld kommt, da bin ich auf die Einordnung gespannt. Aber in so einem Fall höre ich lieber SUICIDALE TENDENCIES und SAVATAGE getrennt von einander ;)
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Re: Friedensgrüße vom Planeten gOrP

Beitragvon Julian Rohrer » Freitag 17. Juni 2011, 20:49

1. OUTWORLD – Raise Hell: 6:13:
Hellyeah, schnelle Gitarren, ein Neunziger-Synthie und ruppiges Schlagzeug: CD 2 knallt aber so richtig. In diesem Metal-Feuerwerk darf natürlich auch ein passender Gesang nicht fehlen, und jepp, da ist er. Der Bass kommt direkt aus der ZERO-HOUR-Hölle und weiß ganz famos zu gefallen. Insgesamt ein sehr grooviger Kracher. Im Prinzip klingen OUTWORLD so, wie ich mir SYMPHONY X früher immer vorgestellt habe ;)
Der Sänger kommt mir irgendwie bekannt vor...

2. PENDRAGON – Indigo: 13:46:
Mit ternären Gitarren und Hundegebell beginnt ein epischer Song, von einer Band, die ich jüngst über den Salisbauer kennenlernen durfte. Der hat mir nämlich die wunderbare Platte „The Window Of Life“ geschenkt, welche mir wirklich gut gefällt. 'Indigo' beinhaltet das gleiche Gefühl für tolle Melodien und ein mitreißendes Songwriting. Der Song stammt wohl von „Pure“ aus dem Jahr 2008, wenn mich meine Recherche nicht trügt. Mal kurz im direkten Vergleich zur neuen JOURNEY-Scheibe: So schafft man es trotz einer gewissen Wohlgefälligkeit Tiefe zu erzeugen! Im Jahr 2011 haben PENDRAGON ja eine vielbeachtete und gut angenommene neue Platte auf den Markt gebracht, die ich aber leider noch nicht kenne. Bin gespannt, reinzuhören. Der Song entwickelt sich von einem straighten Prog-Plüsch-Song zu einem sphärischen Break mit jeder Menge Synthie, sehr schöne Spielereien und wechselt dann dazwischen hin und her. Besondere Beachtung muss das äußerst ansprechende Doppel-Solo erfahren, das aus der Schule von Santana (im Positiven!!!) zu kommen scheint. Die Viertelstunde vergeht wie im Fluge.

3. POVERTY'S NO CRIME - All Minds In One: 06:37:
Dieser Song klingt so dermaßen deutsch, dass die Nachricht, dass POVERTY'S NO CRIME aus Deutschland kommen, kaum überrascht. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Sänger sehr an Mr BRAINSTORM erinnert und auch das Lied aus Schwaben stammen könnte. Geboten wird grooviger Prog Metal, der interessant, aber nicht wirklich zwingend klingt. Da kann auch das Synthie im Cembalo-Gewand nix dran ändern ;) Anders verhält es sicher allerdings mit der leicht angetrippten Bridge, die den Song in einen schnittigen Instrumentalpart überleitet. Daher stammt also auch das Prog im Namen, jetzt schließt sich der Kreis.

4. REVEREND - Death Of Me: 04:20:
So, weiter geht es mit einer dumpfen Produktion und speedigem Metal. Auch eine mir unbekannte Band schallt hier aus den Boxen. Dass hier Amerikaner am Werk sein müssen, ist klar. Auch eine gewisse Nähe zu den vorher angesprochenen TESTAMENT würde ich jetzt spontan unterstellen. Geboten wird auf jeden Fall Thrash Metal mit mehr groovigem Ami-Riffing als dem deutschen MG-Stakkato. Das Break erinnert fern an Prog. Ansonsten kickt mich der Song relativ wenig, wobei der Sänger mich ein wenig an Tony Portaro von WHIPLASH erinnert – zu Unrecht?

5. RISE AGAINST - Hero Of War: 04:13:
Kommen wir nun zu etwas völlig anderem: Songwriter-Zeuch. RISE AGAINST erwische ich wohl gerade bei einer unheimlich emotionalen Anti-Kriegs-Hymne... Najaaaaaa, alles ein bisschen arg aufgesetzt. Aber mit dieser Art der Kelly-Family-Rock-Musik kann ich einfach nicht so viel anfangen. Moment... habe ich tatsächlich gerade die Kelly-Family mit Kubis Sampler in Verbindung gebracht? Fuck... Naja, war ne coole Zeit mit euch, ich bewerbe mich dann schon mal bei Metal.de...

6. SAIGON KICK - My Life: 04:45:
Aber noch bin ich da und nutze die Schonzeit für coolen Rock: SAIGON KICK haben eine wohl nicht minder politische Herangehensweise, sind dafür aber um LÄNGEN cooler als die Vorband. Mit einer starken BEATLES Schlagseite scheint mir das eine Frühform des modernen Britpops zu sein. Macht jede Menge Spaß und klingt dabei noch authentischer als FRANZ FERDINAND und Konsorten, die ich dennoch immer wieder gerne höre. Klasse Song, gerne mehr davon!
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Re: Friedensgrüße vom Planeten gOrP

Beitragvon Julian Rohrer » Sonntag 19. Juni 2011, 16:01

7. SOUL CAGES - Soul Cages: 06:56:
Kreative Melodielinien, die sich geschickt umkreisen, in der Mitte des Pudels Kern, wer ihn findet, darf ihn behalten. Dazu ein deutlich zu leise abgemischter Gesang, von zwei verschiedenen Sängern. Im Hintergrund ein verhallendes Schlagzeug. Also der MiXXXer hätte vielleicht doch den ein oder anderen Kurs an der VHS besuchen sollen, um zu erfahren, wie das wirklich geht. All das längt allerdings von einem coolen Song ab, der sogar einen weiblichen Chor beinhaltet. Ob sich die Band nach dem Album von STING benannt hat? Durchaus denkbar. Allerdings hat die Band eine nette True-Attitüde, zumindest, was Teile des Riffings und den einen Sänger angeht. Würde ich gerne nochmal in einer anständigen Produktion hören.

8. SUBURBAN TRIBE - Frozen Ashes: 04:36:
Oh yeah, Groove-Rock am Stromkabel, so mag ich das. Die Band zuckt in den Spasmen des Wechselstroms, allerdings nur Anfangs. Dann kommt ein nasales Ding von Sängerchen und macht die ganze Power mit seiner Sandmännchenstimme zunichte. Mann! Was soll denn das?! Und wie es nicht anders zu erwarten war, entwickelt sich der Song zu einem lahmen Gothic-Rock-Nümmerchen, das genauso spannend ist, wie das Techtelmechtel mit Rosi im Schnürkorsett auf der versifften Toilette des lokalen Rockclubs. Ziemliche lahme Rocknummer, die zeigt, warum die Band aus Finnland in Deutschland keinen Erfolg hatte.

9. T - I Saved The World: 08:00:
Ich hoffe, es wird wieder spannender. Und in der Tat. 'I Saved The World' stellt eine Art Dark Lounge Eskapade dar, wird wohl auch als Trip Hop geführt, oder? Auf jeden Fall beinhaltet die Nummer eine Menge Zitate, die wie eine Art Soundcollage funktioniert. In der Mitte des Songs, nimmt die Musik nocheinmal etwas an Fahrt auf und erinnert an Drum'n'Bass. Cool! Ist das ein Cover?

10. TALISMAN - Rhyme Or Reason: 04:34:
Weiter geht es mit einer elektronisch unterstützten Rockhymne. Die Frage, die im Song verhandelt wird, verstehe ich zwar nicht, doch dieser im 80-Wave-gerootete Song lässt sich sehr gut an. Der Gesang feällt durch sein tiefes Timbre und den starken Ausdruck sehr gut. Die Recherche ergibt, dass das Soto ist, was natürlich den Kreis schließt. Soto habe ich zuletzt mit dem TSO gesehen, eine sehr spannende und schöne Erfahrung. Der Song lässt auch instrumental nix anbrennen, die Sologitarre wi*st ganz famos durch den Acker der Liebe und bereichert den Sound.

11. THE TEA PARTY - Psychopomp: 05:17:
Das ist jetzt also die bekannte TEA PARTY. Zum ersten Mal mit Leben konnte ich diesen Namen durch ein Cover von HOLLENTHON füllen, die auf „Opus Magnum“ 'The Bazaar' ganz famos zu interpretieren wussten. Auch dieser Song ist in seiner Zurückhaltung äußerst interessant und sehr catchy. Die Steigerung, die der Song durchmacht, reißt mit, zu den verhaltenen Tönen gesellen sich gegen Ende rockige Gitarren und erweitern den Pomp nocheinmal. Die würde ich gerne mal auf Albumlänge genießen.

12. THRICE - Music Box: 04:46:
Mit den Klängen einer kleinen Musikbox beginnt ein stone-iger Song, zumindest, was die Gitarren angeht. Allerdings auch nur zu Beginn, denn dann wird er durch einen ruhigen Teil bestimmt. Ab Minute 1:30 beginnt allerdings etwas, was ich insgesamt nur bei einer Band abkann: Diese schreckliche College-Rock-Skate-Punk-Attitüde, die sich im Gesang (schlimm!!) und in den Gitarren wiederspiegelt. Die einzige Band, die das machen kann, weil sie toll ist, ist COHEED & CAMBRIA. 'Music Box' ist der erste Skipkandidat. Da ändert auch der respektable karitative Einsatz der Band nichts.

13. THUNDER - Higher Ground: 05:07:
Der letzte Song dieser zwei spannenden CD's ist dann nochmal ein schöner Heavymetal-Kracher-Master-Rausschmeißer. Zeit für ein Resümee: Zwei CD's sind mir schlicht und ergreifend zu viel. Auch wenn hier ein Bogen erkennbar ist, so werde ich eine knackige CD immer bevorzugen. Aber das habe ich ja schon ausführlich beschrieben. Vielen Dank, lieber Kubi, für die Reise quer durch den Musikgarten, da waren einige echte Kracher dabei, nun bin ich gespannt, was du dir so dabei gedacht hast :)
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Re: Friedensgrüße vom Planeten gOrP

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 20. Juni 2011, 00:11

Julian Rohrer hat geschrieben:4. REVEREND - Death Of Me: 04:20:
So, weiter geht es mit einer dumpfen Produktion und speedigem Metal. Auch eine mir unbekannte Band schallt hier aus den Boxen. Dass hier Amerikaner am Werk sein müssen, ist klar. Auch eine gewisse Nähe zu den vorher angesprochenen TESTAMENT würde ich jetzt spontan unterstellen. Geboten wird auf jeden Fall Thrash Metal mit mehr groovigem Ami-Riffing als dem deutschen MG-Stakkato. Das Break erinnert fern an Prog. Ansonsten kickt mich der Song relativ wenig, wobei der Sänger mich ein wenig an Tony Portaro von WHIPLASH erinnert – zu Unrecht?

Zu Unrecht? Weiß ich nicht. Du hast zur Rechtfertigung ja noch nicht wirklich vorgetragen. Mich erinnert er jedenfalls mehr an David Wayne von Metal Church.
;-)
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Re: Friedensgrüße vom Planeten gOrP

Beitragvon Peter Kubaschk » Montag 20. Juni 2011, 00:46

Julian Rohrer hat geschrieben:Da Kubi mir verziehen hat (glaube ich) und ich sowohl unsere Treffen beim KIT und dem Redaxtreffen nicht nur überlebt, sondern wir auch sehr viel Spaß hatten, habe ich nun also vor, endlich das zu tun, was ich schon lange vorhatte. Dieses Mal habe ich das Vergnügen, mich parallel zum Wiederhören auch kurz mit der Band zu beschäftigen, was auch sehr spannend sein kann. Vieles hätte ich sowieso nicht erkannt, insofern finde ich, dass ich auch nichts verloren habe. Here we go, Mr. gOrP!

(da so viel Zeit vergangen ist, fange ich nochmal vorne an)


Was das mit dem gorp soll habe ich zwar nicht verstanden, deshalb möchte ich klarstellen, dass das am Anfang komplett Julians Hirn entsprungen ist und ich mit solchen Gedanken nix am Hut habe. Roher als dieses Mal von mir kann man keinen Sampler bekommen.

CD 1
1. THE 3RD & THE MORTAL - Atupoema: 04:41:
Sehr atmosphärisch geht es auf CD 1 los mit weiblichem Gesang, cleanen Gitarren, die sich gegen Ende etwas rockiger zeigen und einen sehr schönen, nachdenklichen Song beenden. Die über vier Minuten verfliegen recht schnell, diese Mischung aus dunklem Soft-Doom und dem interessanten Gesang von Kari Rueslatten beweist mir wieder einmal, dass gute Sängerinnen eine ganz eigene Atmosphäre kreieren können. Wiki lässt noch das Wörtchen Trip Hop fallen, aber das weist wohl eher auf eine andere Schaffensperiode der Band hin. Toller Einstieg!


Ja, dass dir das gefällt, war mir klar. Kari ist schon unglaublich toll und außerdem ist das ein für mich recht ungewöhnlicher Einstieg und lieferte zudem die Idee für die weitere Reihenfolge.

2. 7FOR4 - Rock'n'Rolex: 05:06:
Coole, schnelle Prog-Rock-Nummer, im Gewand einer End-Achtziger, Anfang-Neunziger Metalnummer. Der Bass ist very funky, das mag ich gerne. Genutzt wird, was das Prog-Intrumentarium hergibt, aber der Fokus liegt auf der Gitarre. Erinnert mich etwas an MIKE OLDFIELD. Die Band heißt allerdings 7FOR4 und KOMMT AUS MÜNCHEN! Na, das ist mal eine Überraschung. Die Verbindung zu SIEGES EVEN bedeutet für mich erneut, dass ich mich mit der Band beschäftigen sollte. Aber: Gewitzt, Herr Kucheck it out!


Eines der wenigen Instrumentalalben, die ich vor LONG DISTANCE CALLING schon klasse fand. 'Rock'n'Rolex' ist im gleichen Maße nicht für repräsentativ wie es das doch ist. Sprich, jeder Song geht in eine andere Richtung und ist ein bisschen freaky. Meine Entscheidung die Band auf den Sampler zu packen, hatte übrigens nichts mit deinem Wohnort zu tun.

3. A COSMIC TRAIL - Outer Planes: 09:13:
Und weiter geht es mit dem nächsten Instrumental. Abgedämpfte akustische Gitarren beginnen das Reigen, Harmoniewechsel und proggige Arrangements beenden die Freude an rhythmisch-vertrackten Disco-Pogo-Prock-Rog-Mythen angereichert mit einem erneut sehr ausführlichen Fokus auf Gitarren. LONG DISTANCE CALLING?! Nein, es ist A COSMIC TRAIL, was ein bisschen peinlich ist, da ich die sogar habe. Die haben in den Dreamsound Studios in München aufgenommen, wo ich auch mit WALDWIND war. Da hat mir der Soundengineer die mal in die Hand gedrückt. Na, obwohl sie mir recht gut gefällt, habe ich sie wohl zu selten gehört -.- Tolle Nummer und Titeltrack.


Ja, das ist der Ulle von LANFEAR mit seinem Solo-Projekt, das wirklich ganz hervorragend ist. Mich erinnert das Ende des Stücks immer ein wenig an 'Fade To Black' von METALLICA. Sollten Freunde von LONG DISTANCE CALLING genauso anhören wie Freunde von einfach guter Rockmusik. Mögen auch Gesangsfetischisten.
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Re: Friedensgrüße vom Planeten gOrP

Beitragvon Peter Kubaschk » Montag 20. Juni 2011, 00:52

Julian Rohrer hat geschrieben:4. THE BARSTOOL PHILOSOPHERS - Dreamscape: 07:55:
Oh, eine tiefe Männerstimme: „Wandering In Darkness...“ Der Sänger kommt mir bekannt vor, obwohl er ungewöhnlich weit in den Hintergrund gemischt wurde. Da hat sich der Gitarrist wohl etwas vorgedrängelt. Schade, denn gerade die ist ziemlich unspektakulär. Jetzt rockt es ein wenig, ist aber immer noch im Mid-Tempo gehalten. Irgendwie recht sehnsüchtig der Song. Der Bass kann was, aber ich verstehe nicht, wie man den Sänger mit dieser Qualität so vernachlässigen kann. Auf jeden Fall schätze ich, dass ich den Sänger kenne – aber ich komm grade nicht drauf. Es ist THE BARSTOOL PHILOSOPHERS, eine mir bis dato völlig unbekannte Band. Aber mittlerweile ist mir auch klar, warum sie dir gefallen, Kubi, denn die QUEENSRYCHE-Parallelen sind das, was mir wohl bekannt vor kam, schätze ich – und diese Analogie muss ja geradezu bei dir punkten ;)


Ja, "Sparrows" ist das Album, welches QUEENSRYCHE nach "Empire" oder "Promised Land" hätten aufnehmen sollen. Der Sänger klingt tatsächlich fast 1:1 nach Tate, aber da gibt es natürlich Schlimmeres. Fans der guten QUEENSRYCHE können das bllind & taub kaufen.

5. BRAND NEW - Degausser: 05:32:
Sehr ruhig startet 'Degausser' in eine von einem coolen Bass-Groove dominierten Rocksong. Mich erinnert das am Beginn gerade vom Gesang her an COHEED & CAMBRIA, die ich erst in den letzten Wochen so richtig für mich entdeckt habe. Dieser Eindruck verändert sich allerdings ein bisschen, wobei ich denke, dass USA das Herkunftsland der Wahl sein dürfte. Jepp, Wiki verrät New York und das macht auch durchaus sinn. Der Refrain ist sehr überborden und taugt richtig. Falls du eine recht ähnliche Alternative-Kombo suchst, Kubi, möchte ich dir gerne die von mir verehrten WARPAINT ans Herz legen. Die sind zwar weniger metallig, haben aber eine ähnlich morbide, rotzige, zerbrechliche Atmosphäre. Spannender Song.


Ich kenne keinen einzigen Song, in dem ein Kinderchor so gut eingesetzt wurde. Der Song gibt durchaus einen guten Einblick auf das ungemein spannende und mitreißende Album. Gibt es billig!k Und ja, WARPAINT teste ich mal an, wobei ich BRAND NEW auch kein Stück metallisch finde, von daher ist "metallig" sicher kein Argument pro oder contra der Kriegsfarbe.

6. CHILDREN OF NOVA - The Complexity Of Light: 06:36:
Nicht weniger, als die Komplexität des Lichtes zu beschreiben, haben sich die Kinder der Nova also vorgenommen. Was sich erst wie ein gelbes Rockauto anlässt, entwickelt sich zu einer schönen Rocknummer, mit einem leicht ätherischen Sänger. Der Bass schmeisst einen lässigen Checkertanz aufs Parkett, während sich die Gitarren dann aber doch etwas postig im Hintergrund präsentieren – oder aber zu rockischmetallischen Breaks... ja, breaken. Das Solo ist toll, insgesamt gefällt mir die Instrumentalarbeit ganz kolossal. Eine kurze Recherche offenbart mir, dass der Song Teil einer EP von 2009 ist, die Band Newcomer und die Story ein Konzept wiedergibt. Toll! Der Gesang von Teo reicht dabei sogar bis zu ultrahohen, Screamartigen Gesangspassagen, die das Licht perfekt wiedergeben – da würde mich wirklich interessieren, wie die Band die Dunkelheit umsetzt.


Das ist der völlig grandiose Titeltrack der Debüt-EP, die auch sonst auf hohem (wenn auch nicht SO hohem) Niveau herkommt und die Frank so toll findet, dass er sie in seinem Shop vertreibt. Haben wir sogar unabhängig voneinander für uns entdeckt. Wer Bands wie DREDG, COHEED & CAMBRIA etc. hört, sollte die Jungs auf die Merkliste nehmen.
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Re: Friedensgrüße vom Planeten gOrP

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 20. Juni 2011, 00:54

Peter Kubaschk hat geschrieben:Ja, das ist der Ulle von LANFEAR mit seinem Solo-Projekt, das wirklich ganz hervorragend ist. Mich erinnert das Ende des Stücks immer ein wenig an 'Fade To Black' von METALLICA. Sollten Freunde von LONG DISTANCE CALLING genauso anhören wie Freunde von einfach guter Rockmusik. Mögen auch Gesangsfetischisten.

Ja, ich kenne da auch einen Gesangsfetischisten, der die mag.
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Re: Friedensgrüße vom Planeten gOrP

Beitragvon Peter Kubaschk » Montag 20. Juni 2011, 00:59

Julian Rohrer hat geschrieben:7. CHUM - Stapping On Cracks: 05:35:
Hell Yeah, die Anfangsakkorde deuten auf den bislang härtesten Song des Samplers hin. Aber falsch gedacht: Denn schon bald lässt sich ein College-Rock-motivierter Gesang nicht mehr länger bitten und der nordamerikanische Aussenseiter mit seiner Streberbrille hat seinen großen Auftritt. Ich dachte zunächst, etwas ähnlich schönes wie KORN geboten zu bekommen, aber genaugenommen deuten darauf allenfalls die recht basslastigen Effekte der Gitarren hin. Riffing-technisch ist 'Stapping On Cracks' ziemlich langweilig, minutenlang kommt die Band aus ihrem stampfenden Sumpf nicht heraus. Das ist mir zu wenig, obwohl sich das Schlagzeug immer wieder an tribalartigen Rhythmen versucht und der Sänger zuletzt mit einem abgerissenen Holzfällerhemd und ner knatternden Kettensäge in der Hand in das verängstigte Prom-Publikum guckt. Naja, CHUM sind die Ballkönigin, mehr noch nicht. Manche nennen das Stoner, ich nenne das eher lame.


Stoner? Nö. So etwas gab es ja 1996 kaum. Ich mag diese Mischunga aus Hardcore, zerbrechlichem Gesang und leichtem Wüstensound (also doch!) sehr gerne. Das war damals auch echt originell. Ich glaube beinahe, dass die Jungs - ähnlich wie ONLY LIVING WITNESS - einfach ein paar Jahre zu früh dran waren.

8. DOG FASHION DISCO - Rapist Eyes: 05:04:
Das ist also DOG FASHION DISCO. Jepp, jetzt wird es aber wirklich härter... oder? Ja! Witzig, wer hätte gedacht, dass du einen Mix aus SVARTBY, TROLLFEST und SYSTEM OF A DOWN in deinem Programm hast? Aber jetzt sind wir genau dort, wo es mir gefällt und behaglich ist: Schwer nachvollziehbare Songstrukturen – okay: Chaos – abgefahrene Parts und große Fähigkeiten an allen Instrumenten sowie ein richtig toller Refrain. Kommt auf meine Einkaufsliste.


SYSTEM OF A DOWN? Check. Aber SVARTBY & TROLLFEST? Nee. Dann hätte ich das ja längst verkauft, haha. Aber ja, diese Disko ist ziemlich durchgeknallt. 'Rapist Eyes' ist fast noch der eingängigste Song des Albums.

9. DAVID ROCK FEINSTEIN - Metal Will Never Die: 05:20:
Nach so viel sperriger Musik wolltest du wohl gucken, ob ich noch wach bin?! Jepp! Wie schön, ein echter Ami-Metal-Stampfer. Mit einem coolen Gitarristen. Eine nette Auflockerung, die dadurch an Qualität gewinnt, dass DRF schon mit dem Meister, dem Gott himself Musik machte.


Dio kommt ab sofort auf jeden Sampler. Auf 'Metal Will Never Die' klingt er zwar schon etwas angeschlagen, aber der Song ist trotzdem cool.
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Re: Friedensgrüße vom Planeten gOrP

Beitragvon Peter Kubaschk » Montag 20. Juni 2011, 01:11

Julian Rohrer hat geschrieben:Was ein Zufall, dass heute Freitag ist ;)

10. HUMAN DRAMA – The Silent Dance: 4:00:
Mit dem Stimmen des Orchesters beginnt eine kurze Weise, die schließlich in einen Klavierpart überleitet, der von einem ausdrucksstarken Gesang gekrönt wird. Leicht folkig, songwriterisch angehaucht, wird gothischer Rock geboten. Gefällt mir relativ gut, auch wenn das auf Albenlänge möglicherweise etwas langgezogen ist. Den Schluss des Songs markiert ein mehrstimmiger Chorpart, erinnert mich an die SAVATAGE-TSO-Chöre. Nice!


Die Atmosphäre ist zwar düster, aber "gothisch" finde HUMAN DRAMA eigentlich nicht. Der Gesang von Johnny Indovina ist in der Tat ausdrucksstark und sorgt mehr als einmal für Gänsehaut. Die ersten beiden Alben "The World Inside" und "Songs Of Betrayal" sollte man unbedingt kennen, wenn man Eike, Fabian, Jesus oder Julian heißt.

11. LIFE AFTER DEATH – Tagger: 3:01:
Eine moderne Produktion, ein wummernder Bass, hach, welch schöner Kontrast. Der von einem sehr männlichen Sänger gekrönte Ami-Fast-Metal schallt kräftig aus den Boxen und macht defintiv Spaß. Die Band klingt für mich wie eine Mischung aus TYPE-O und HIM – nein, natürlich war das nicht ganz ernst gemeint. Cool ist, dass zu den amerikanischen Zutaten auch eine Prise IRON MAIDEN im Break gemischt wird, was dem ganzen eine leicht britische Schlagseite gibt. Dass die Band als Traditional Heavy Metal gewertet wird, macht für mich allerdings eher wenig Sinn.


Wer wertet die Band denn als Heavy Metal? Nicht nur die Coverversion von 'Don't Believe A Word' zeigt, dass die geistige Heimat der Truppe Dublin ist und Phil Lynott das große Vorbild für diesen ARMORED SAINT-Ableger ist. Toller Sänger, tolle doppelläufige Gitarren und knackige Songs. Leider gab es mit dem unbetitelten Debüt nur ein Album der Truppe.

12. MASSACRA – Harmless Numbers: 5:02:
Eine Ecke schneller tanzen MASSACRA auf dem Parkett. Thrashiger angedeathter Metal mit einem energischen Sänger. Noch verwundert mich, warum die dir gefallen, Kubi, aber vielleicht ändert sich das ja noch. Und siehe da, bei Minute 2 kommt ein Break, instrumental groovt es im Mid-Tempo und macht den Weg frei für ein klassisches Solo. Dennoch überrascht es mich, dass du auf so einen Sound stehst, ganz ohne ANACRUISIS-Gefühle oder technische Ausflüge.


Das war anno 1994 mein erster kleiner Versuch mich mit Death Metal zu beschäftigen. Deutliche Anleihen bei der schwarzen METALLICA, dazu halt der aggressivere Gesang, das war schon eine geile Sache. Würde heute vielleicht tatsächlich nicht mehr so zünden, aber mit Historie passt das dann doch.

13. MINDSEED – Open Your Eyes: 5:37:
Da gefällt mir MINDSEED mit 'Open Your Eyes' doch deutlich besser. Die treibende Bassline tut dem klassischen Heavy Sound mit leichter Progschlagseite sehr gut. Plätschert ein wenig vor sich hin, echte Momente, die mich mitreißen, fehlen mir gerade. Gerade das Riffing finde ich relativ schwach, da wäre sicher noch mehr gegangen.


Ich mag ja die Melodyline. Und den Sänger. Glynn Morgan hat "Psychedelicatessen" von THRESHOLD eingesungen und ist danach seine eigenen Wege gegangen. Beide MINDFEED-Alben so gut, aber nicht essentiell, danach ist Morgan von der Bühne verschwunden. Schade.

14. THE ORGANIZATION – Policy: 5:51:
Sehr verträumt und überlegt geht es TESTAMENT „The Ritual“ mäßig los. Amerikanischer Heavy Metal, wie man ihn kennt und... naja, kennt. Gesanglich bin ich etwas genervt, denn da passiert wenig mitreißendes. Der Sänger schwankt zwischen angerappten Shouts und relativ belanglosem melodischem Gesang hin und her, hat aber ein Timbre, das mich recht schnell nervt. MA sagt, dass die Band aus dem DEATH ANGEL-Umfeld kommt, da bin ich auf die Einordnung gespannt. Aber in so einem Fall höre ich lieber SUICIDALE TENDENCIES und SAVATAGE getrennt von einander ;)


Autsch! Ich finde, da passt die Beschreibung nicht eine Sekunde. THE ORGANIZATION kommen auch nicht aus dem DEATH ANGEL-Umfeld, sondern SIND DEATH ANGEL ohne Sänger Mark Osegueda. Dafür singt hier Gitarrist Rob Cavestany, der nicht einen angerappten Shout von sich gibt. Zumindest nicht in diesem Song oder auf diesem Album. Merkwürdige Ohren hast du.
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