Friedensgrüße vom Planeten gOrP

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Re: Friedensgrüße vom Planeten gOrP

Beitragvon Peter Kubaschk » Montag 20. Juni 2011, 01:24

Julian Rohrer hat geschrieben:1. OUTWORLD – Raise Hell: 6:13:
Hellyeah, schnelle Gitarren, ein Neunziger-Synthie und ruppiges Schlagzeug: CD 2 knallt aber so richtig. In diesem Metal-Feuerwerk darf natürlich auch ein passender Gesang nicht fehlen, und jepp, da ist er. Der Bass kommt direkt aus der ZERO-HOUR-Hölle und weiß ganz famos zu gefallen. Insgesamt ein sehr grooviger Kracher. Im Prinzip klingen OUTWORLD so, wie ich mir SYMPHONY X früher immer vorgestellt habe ;)
Der Sänger kommt mir irgendwie bekannt vor...


Ja, wenn du die "Section X" von BEYOND TWILIGHT kennst, dann kennst du den Sänger auch. Tolles Album irgendwo zwischen BEYOND TWILIGHT, SYMPHONY X & EVERGREY mit grandiosem Gesang.


2. PENDRAGON – Indigo: 13:46:
Mit ternären Gitarren und Hundegebell beginnt ein epischer Song, von einer Band, die ich jüngst über den Salisbauer kennenlernen durfte. Der hat mir nämlich die wunderbare Platte „The Window Of Life“ geschenkt, welche mir wirklich gut gefällt. 'Indigo' beinhaltet das gleiche Gefühl für tolle Melodien und ein mitreißendes Songwriting. Der Song stammt wohl von „Pure“ aus dem Jahr 2008, wenn mich meine Recherche nicht trügt. Mal kurz im direkten Vergleich zur neuen JOURNEY-Scheibe: So schafft man es trotz einer gewissen Wohlgefälligkeit Tiefe zu erzeugen! Im Jahr 2011 haben PENDRAGON ja eine vielbeachtete und gut angenommene neue Platte auf den Markt gebracht, die ich aber leider noch nicht kenne. Bin gespannt, reinzuhören. Der Song entwickelt sich von einem straighten Prog-Plüsch-Song zu einem sphärischen Break mit jeder Menge Synthie, sehr schöne Spielereien und wechselt dann dazwischen hin und her. Besondere Beachtung muss das äußerst ansprechende Doppel-Solo erfahren, das aus der Schule von Santana (im Positiven!!!) zu kommen scheint. Die Viertelstunde vergeht wie im Fluge.


Deine Recherche trügt nicht. "Pure" war auch für mich eine Überraschung, weil ich die Band immer etwas zu kitschig fand. Davon ist hier oder auch auf dem neuen Werk "Passion" nix mehr zu hören. Und ja, der Song vergeht wie im Flug. Wer Progressive Rock hört, sollte hier reinhören.

3. POVERTY'S NO CRIME - All Minds In One: 06:37:
Dieser Song klingt so dermaßen deutsch, dass die Nachricht, dass POVERTY'S NO CRIME aus Deutschland kommen, kaum überrascht. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Sänger sehr an Mr BRAINSTORM erinnert und auch das Lied aus Schwaben stammen könnte. Geboten wird grooviger Prog Metal, der interessant, aber nicht wirklich zwingend klingt. Da kann auch das Synthie im Cembalo-Gewand nix dran ändern ;) Anders verhält es sicher allerdings mit der leicht angetrippten Bridge, die den Song in einen schnittigen Instrumentalpart überleitet. Daher stammt also auch das Prog im Namen, jetzt schließt sich der Kreis.


Hmm, ich erkenne Volker immer sofort und an Andy Franck erinnert er mich null. Komisch. Liegt vielleicht daran, dass ich POVERTY'S NO CRIME deutlich vor Andy kannte und mir diese Verbindung daher nie in den Sinng käme. 'All Minds In One' ist so etwas wie der Single-Hit der Band. Finde ich ja vorzüglich.

4. REVEREND - Death Of Me: 04:20:
So, weiter geht es mit einer dumpfen Produktion und speedigem Metal. Auch eine mir unbekannte Band schallt hier aus den Boxen. Dass hier Amerikaner am Werk sein müssen, ist klar. Auch eine gewisse Nähe zu den vorher angesprochenen TESTAMENT würde ich jetzt spontan unterstellen. Geboten wird auf jeden Fall Thrash Metal mit mehr groovigem Ami-Riffing als dem deutschen MG-Stakkato. Das Break erinnert fern an Prog. Ansonsten kickt mich der Song relativ wenig, wobei der Sänger mich ein wenig an Tony Portaro von WHIPLASH erinnert – zu Unrecht?


Hmm, Thrash Metal ist das nur am Rande. Eher krachiger Power Metal. Und ja, die Produktion ist dumpf, was man aufgrund der tollen Songs auf dem Album "Play God" durchaus verkraften kann. Mr. METAL CHURCH David Wayne beweist einmal mehr, dass er eine einzigartige Simme hat, auch wenn ich den Tony-Vergleich durchaus nachvollziehen kann. Nur, dass Wayne viel besser ist.

5. RISE AGAINST - Hero Of War: 04:13:
Kommen wir nun zu etwas völlig anderem: Songwriter-Zeuch. RISE AGAINST erwische ich wohl gerade bei einer unheimlich emotionalen Anti-Kriegs-Hymne... Najaaaaaa, alles ein bisschen arg aufgesetzt. Aber mit dieser Art der Kelly-Family-Rock-Musik kann ich einfach nicht so viel anfangen. Moment... habe ich tatsächlich gerade die Kelly-Family mit Kubis Sampler in Verbindung gebracht? Fuck... Naja, war ne coole Zeit mit euch, ich bewerbe mich dann schon mal bei Metal.de...


Ich mag den Text sehr gerne. Ansonsten sind RISE AGAINST ja eher knackiger Melodycore/Punk, der schön Spaß macht. Aber nachdem ich ein halbes Jahr auf eine Besprechung gewartet habe, sind die bösen Worte gerade auch egal. Wir können dich schon noch gebrauchen.

6. SAIGON KICK - My Life: 04:45:
Aber noch bin ich da und nutze die Schonzeit für coolen Rock: SAIGON KICK haben eine wohl nicht minder politische Herangehensweise, sind dafür aber um LÄNGEN cooler als die Vorband. Mit einer starken BEATLES Schlagseite scheint mir das eine Frühform des modernen Britpops zu sein. Macht jede Menge Spaß und klingt dabei noch authentischer als FRANZ FERDINAND und Konsorten, die ich dennoch immer wieder gerne höre. Klasse Song, gerne mehr davon!


Britpop? Interessanter Gedanke. Die BEATLES sind sicher eine große Inspiration für eine der eigenständigsten und unterbewertesten Hardrock-Bands der 90er gewesen. Gibt es relativ häufig günstig bei eBay oder amazon MP. Vor allem das gleichnamige Debüt, "Water" und "The Lizard" sollte man haben, "Devil In The Details" fällt etwas ab.
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Peter Kubaschk
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Re: Friedensgrüße vom Planeten gOrP

Beitragvon Peter Kubaschk » Montag 20. Juni 2011, 01:36

Julian Rohrer hat geschrieben:7. SOUL CAGES - Soul Cages: 06:56:
Kreative Melodielinien, die sich geschickt umkreisen, in der Mitte des Pudels Kern, wer ihn findet, darf ihn behalten. Dazu ein deutlich zu leise abgemischter Gesang, von zwei verschiedenen Sängern. Im Hintergrund ein verhallendes Schlagzeug. Also der MiXXXer hätte vielleicht doch den ein oder anderen Kurs an der VHS besuchen sollen, um zu erfahren, wie das wirklich geht. All das längt allerdings von einem coolen Song ab, der sogar einen weiblichen Chor beinhaltet. Ob sich die Band nach dem Album von STING benannt hat? Durchaus denkbar. Allerdings hat die Band eine nette True-Attitüde, zumindest, was Teile des Riffings und den einen Sänger angeht. Würde ich gerne nochmal in einer anständigen Produktion hören.


Ja, die Produktion ist in der Tat nicht das Gelbe vom Ei, aber in den 90ern gab es halt den ganzen digitalen Kram noch nicht. Das ist schon der beste Song der Band, aber das gleichnamige Debüt kann man häufig für 'n Appel & 'n Ei einpacken. Schön elegischer Prog mit Herz und Hirn.

8. SUBURBAN TRIBE - Frozen Ashes: 04:36:
Oh yeah, Groove-Rock am Stromkabel, so mag ich das. Die Band zuckt in den Spasmen des Wechselstroms, allerdings nur Anfangs. Dann kommt ein nasales Ding von Sängerchen und macht die ganze Power mit seiner Sandmännchenstimme zunichte. Mann! Was soll denn das?! Und wie es nicht anders zu erwarten war, entwickelt sich der Song zu einem lahmen Gothic-Rock-Nümmerchen, das genauso spannend ist, wie das Techtelmechtel mit Rosi im Schnürkorsett auf der versifften Toilette des lokalen Rockclubs. Ziemliche lahme Rocknummer, die zeigt, warum die Band aus Finnland in Deutschland keinen Erfolg hatte.


Hmmm, Gothic Rock? Ich höre da schon deutlich Parallelen zu Bands wie FAITH NO MORE, SUBSTYLE und Co. Live haben die vor zehn Jahren mächtig abgeräumt. Aber in dem Bereich erkennst du eh keine Qualität, wie du schon oft bewiesen hast. :P

9. T - I Saved The World: 08:00:
Ich hoffe, es wird wieder spannender. Und in der Tat. 'I Saved The World' stellt eine Art Dark Lounge Eskapade dar, wird wohl auch als Trip Hop geführt, oder? Auf jeden Fall beinhaltet die Nummer eine Menge Zitate, die wie eine Art Soundcollage funktioniert. In der Mitte des Songs, nimmt die Musik nocheinmal etwas an Fahrt auf und erinnert an Drum'n'Bass. Cool! Ist das ein Cover?
j

Öh, nicht das ich wüsste. Ist eine Empfehlung von unserem Lönz, der darauf mächtig abfährt. Hübscher Modern Prog des Ein-Mann-Projekts. Cooles Album.

10. TALISMAN - Rhyme Or Reason: 04:34:
Weiter geht es mit einer elektronisch unterstützten Rockhymne. Die Frage, die im Song verhandelt wird, verstehe ich zwar nicht, doch dieser im 80-Wave-gerootete Song lässt sich sehr gut an. Der Gesang feällt durch sein tiefes Timbre und den starken Ausdruck sehr gut. Die Recherche ergibt, dass das Soto ist, was natürlich den Kreis schließt. Soto habe ich zuletzt mit dem TSO gesehen, eine sehr spannende und schöne Erfahrung. Der Song lässt auch instrumental nix anbrennen, die Sologitarre wi*st ganz famos durch den Acker der Liebe und bereichert den Sound.


80er-Wave? Das ist doch Hardrock wie er unter der Buche steht? Soto ist toll, der Lead-Bass von Marcel Jacob ist sowieso legendär. Leider viel zu früh von uns gegangen.


11. THE TEA PARTY - Psychopomp: 05:17:
Das ist jetzt also die bekannte TEA PARTY. Zum ersten Mal mit Leben konnte ich diesen Namen durch ein Cover von HOLLENTHON füllen, die auf „Opus Magnum“ 'The Bazaar' ganz famos zu interpretieren wussten. Auch dieser Song ist in seiner Zurückhaltung äußerst interessant und sehr catchy. Die Steigerung, die der Song durchmacht, reißt mit, zu den verhaltenen Tönen gesellen sich gegen Ende rockige Gitarren und erweitern den Pomp nocheinmal. Die würde ich gerne mal auf Albumlänge genießen.


Zum Einstieg empfehle ich das 2001er-Werk "The Interzone Mantras" oder das 99er-Werk "Triptych". 'Psychopomp' ist vielleicht der typischste Song vom untypischen "Transmission"-Album. Großartiger Sänger, großartige Songs, großartiger Drummer, alles toll.

12. THRICE - Music Box: 04:46:
Mit den Klängen einer kleinen Musikbox beginnt ein stone-iger Song, zumindest, was die Gitarren angeht. Allerdings auch nur zu Beginn, denn dann wird er durch einen ruhigen Teil bestimmt. Ab Minute 1:30 beginnt allerdings etwas, was ich insgesamt nur bei einer Band abkann: Diese schreckliche College-Rock-Skate-Punk-Attitüde, die sich im Gesang (schlimm!!) und in den Gitarren wiederspiegelt. Die einzige Band, die das machen kann, weil sie toll ist, ist COHEED & CAMBRIA. 'Music Box' ist der erste Skipkandidat. Da ändert auch der respektable karitative Einsatz der Band nichts.


Vielleicht feuer' ich dich doch noch.

13. THUNDER - Higher Ground: 05:07:
Der letzte Song dieser zwei spannenden CD's ist dann nochmal ein schöner Heavymetal-Kracher-Master-Rausschmeißer. Zeit für ein Resümee: Zwei CD's sind mir schlicht und ergreifend zu viel. Auch wenn hier ein Bogen erkennbar ist, so werde ich eine knackige CD immer bevorzugen. Aber das habe ich ja schon ausführlich beschrieben. Vielen Dank, lieber Kubi, für die Reise quer durch den Musikgarten, da waren einige echte Kracher dabei, nun bin ich gespannt, was du dir so dabei gedacht hast :)


Auch das hier ist wieder eher Hardrock und hat mit Danny Bowes eine echte Powerröhre und einen exzellenten Entertainer in ihren Reihen. Wie geil war der Auftritt beim BYH! Schade, dass sie sich (wieder) zur Ruhe gesetzt haben.

Nun, gedacht habe ich eigentlich nicht viel. Ich hatte nur wenig Zeit, um den Sampler vorzubereiten, bin meine Musiksammlung durchgegangen, habe Songs rausgesucht, die ich noch nicht verbraten habe und diese in alphabetischer Reihenfolge auf die CDs gepackt. Fertig. Beim nächsten Mal gibt es wieder einen kompakten Dreher mit Thema. ;)
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Re: Friedensgrüße vom Planeten gOrP

Beitragvon Loenz » Montag 20. Juni 2011, 08:59

Wegen T es ist kein Cover. Hab extra nochmal im Booklet nachgeschaut. Alle Songs sind von ihn selbst komponiert.
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