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Brot und Spiele für den Powermetal.de-User: große Projekte der Community und umfassende Forenspiele finden hier ihren Platz
von Jesus » Mittwoch 6. Juli 2011, 06:56
Die Metalgötter of Steel ließen mich Wimp trotz Häresie und Respektlosigkeit gegenüber dem wahren Stahl of Steel tief und fest schlafen und sahen davon ab, mich im Schlaf niederzustrecken. Das muss ihnen lassen, sie sind großzügig und wenig nachtragend. Habt Dank, oh Götter. In nomine Dio et Iommi et ferri sancti.
#7 Ein bisschen elektronisch angehauchter Alternative Rock... Synthiegedudel, etwas traditioneller Sänger umgeben von modernerem Gewand. Extrem auf Eingängigkeit und leichte Mitschunkeltauglichkeit getrimmt. Einfaches Strophe-Refrain-Muster, gut mitsingbar. "Count to ten, make it stop, make it begin, makes it through, makes it in, moves like the weed (?) in the wind". Die Gitarren- und Keyboardparts haben schon irgendwie was von DARK TRANQUILLITY. Die sind es natürlich nicht, aber meine schiefen Ohren machen da leichte Parallelen aus. Netter Solopart, insgesamt sehr radiotaugliche Affäre. Könnte man sogar zu hören bekommen auf StarFM oder Fritz oder wie diese "alternativen" *husthust* Radiosender hier heißen... Ganz nett.
#8 Auweia... das hier ist mit ziemlicher Sicherheit SAVATAGE oder etwas aus deren Dunstkreis. Kann jemand was mit der Textzeile "afterglow of the crucified" anfangen? Die ruhigen Strophen sind mir zu kitschig, den gekreischten Chorus finde ich nervig und die Gangvocals klingen lächerlich. Man kriegt wohl kaum mehr gestelzten Schmalz sowie gewollte und dafür wenig gekonnte Barockklänge in einen so kurzen Song. Da hilft auch nicht mehr der schnelle Part nach 5 Minuten und die kurzen jazzigen Parts. Nee, das klingt mir alles zu fake, zu Plastik, zu gewollt, zu gestelzt, zu konstruiert. Hier saß jemand am Reißbrett und hatte mit aller Macht versucht, aus einem einfachen, aber dafür eingängigen Metalsong irgendetwas "Grandioses" zu machen. Wool shall be shorn, sheep shall be smote.
#9 Etwas thrashiger geht's hier zu, was mir generell eher entgegenkommen würde... Aber es soll ja auch Ausnahmen geben. Das hier ist so eine. Gehaspelter Sprechgesang und spitze Schreie, irgendwas von "grab their bones". Sehr traditionell und monoton. Musikalisch nichts Besonderes, aber den Gesang finde ich ganz besonders unbeholfen. Nicht aggressiv, nicht melodisch, irgendwie fad.
#10 Ich Gegensatz zu Fabian bin ich kein Fan von THE POLICE. Ich muss ja nicht alles aus dem Bereich gut finden und meine engstirnige Geschmackswelt endet definitiv bei Reggae-lastigem Pop-Punk. STING solo finde ich noch um einiges nerviger, seine schmalztriefenden Popballaden lassen meine Nackenwolle schaudern. Ganz besonders schlimm finde ich 'Russians', dieses möchtegernpolitische Stück naiver Rührseligkeit, nach dessen Aufnahme sich Mr. Sumner wahrscheinlich selbst auf die Schultern klopfte und bereits gierig nach Preisen und Auszeichnungen für sein politisches Engagement Ausschau hielt. Was soll diese kleine Anekdote? Nun, wer wollte schon immer mal eine pathostriefende Doom-Metal-Version von 'Russians' hören? Mh? Wer? *Grillen zirpen* Hallo? Jemand da? Dachte ich's mir doch. Die Band, die das für eine gute Idee hielt, hat Ohrfeigen verdient.
#11 Trompete, Panflöte, grooviges Bassgezupfe... Mariachi-Musik mit harten Riffs! Hehe, witzig. Funkiger Sprechgesang, amüsanter Stilmix. Sehr überdreht, daher witzig. Dauert keine 3 Minuten. Eine angenehme "Ruhe" vor dem nächsten Stück...
#12 Seufz. NDH. Auf "witzig" getrimmt. RAMMSTEIN-Riffs, Synthie-Beats und überdrehter zweistimmiger Gesang. Die beiden Sänger beschweren sich über alle alltäglichen Kleinigkeiten, die sie ankotzen. Da das irgendwie komisch sein soll, vermute ich einfach mal KNORKATOR oder ähnlich gelagerte Truppen. Für solche Sachen habe ich absolut keinen Nerv. Man könnte sagen, "es kotzt mich maximal an". Hüstel.
5 Songs noch...
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Jesus
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von Jesus » Mittwoch 6. Juli 2011, 16:47
Frisch gestärkt mit scharfem Gemüsesaft (ziemlich untrve, aber außerordentlich gesund) und pöhsem Black Metal (sehr trve, zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Pandawärter) geht's weiter mit den Sommerhits. Noch ließen sich Frau Catterfeld und Herr Naidoo nicht blicken... #13 Ein ANATHEMA-mäßiges cleanes Gitarrenintro, vereinzelte Riffetzen und dann der doomige Rhythmus. Yeah, das beginnt doch wenigstens ordentlich. Doom ist es nicht unbedingt in Reinkultur, aber ordentlich headbangtauglicher Heavy Metal in niederen Schlagzahlen mit einem typischen 80er-Sänger. Auch wieder etwas Älteres, würde ich meinen. Nach 3 Minuten kommt das Intro zurück (das klingt aber wirklich wie was von der "A Natural Disaster"...) und das klassische Metalbreak ertönt. "There are those who run, there are those who hide, there are those who cry howling into the night" wird immer wiederholt, es wird mehrstimmig, steigert sich. Dramatischer Aufbau. "Darker than oblivion, I'm waiting for the night to come". Bis hier hin ist das recht cool. Der Solopart ist wieder schneller, alles immer noch klassisch, aber erstaunlicherweise gut zu hören für meine sonst so ferriverophoben Ohren. "I am a wicked man, I am a tortured man" und abrupter Schluss. Besser als bei den ersten 5 oder 6 Durchläufen. Vielleicht ist ja doch noch nicht Hopfen und Malz verloren  Moment... das erinnert mich an was... *zum Kühlschrank geh* #14 *Schluck trink* Aaaaah... bei den Temperaturen genau das Richtige. Also wir beginnen mit recht heftigen Riffs und moderner Produktion. Klingt schon fast zu böse für diesen Sampler, bis unerwartet fiepsige Keyboardsounds ertönen. Beschwörend halbgesprochener Gesang in mittlerer Stimmlage murmelt irgendetwas Unverständliches. Wenn er nicht murmelt, klingt es immer noch fremdartig. Sprache kann ich nicht so ohne weiteres zuordnen. Hat etwas Folkiges an sich, der Sound. Modern, aber nicht so ganz wahrstahlig. Eher finnische Wälder denn britische Verhüttungsanlagen. Wenn ich mir recht überlege, ist das Gefiepse auch kein Keyboard, sondern eine Flöte. Insgesamt sehr verwirrend, das Stück, aufgrund seiner etwas schizophrenen Natur. Das Flötengedudel und der Sprechgesang haben was von fennoskandinavischem Folk Metal, die knackigen Riffs und der heftig groovende Rhythmus wiederum passen da gar nicht dazu. Auch bin ich mir nicht sicher, was der Höhepunkt sein soll, da es nach nur knapp über 3 Minuten endet, ohne einen Spannungsbogen wie das vorherige Stück aufzubauen. Das muss an sich noch gar nichts Schlechtes bedeuten, lässt mich aber etwas fragend zurück. Vom Gesang her würde ich hier auf den gesuchten XAVIER NAIDOO tippen, denn bei dem verstehe ich auch nie ein Wort. Wie dem auch sei, es ist nicht unbedingt meine Schiene, aber interessant war das allemal. #15 Okay, das hier ist aber Doom. Der ganz alten Schule. SABATH'sche Riffs und düstere Leads, verhallter altmodischer Sänger. Ich erkenne jetzt aber spontan darin weder Bobby Liebling noch Scott Weinrich, will aber weder PENTAGRAM noch ST. VITUS komplett ausschließen. "Just like the Devil worship you". Cooler, eingängiger Refrain, geile Riffs. Yeah, genau my cup o' beer. Das ist ja mal richtig töfte. Wird nach viereinhalb Minuten etwas flotter, bleibt aber gut. Ein neueres Stück von CATHEDRAL? Neee... die sind dröger... hm... irgendwas in der Richtung PAGAN ALTAR? Ne, dafür ist es zu roh und zu wenig psychedelisch. Ist das BLACK SABBATH mit einem anderen Sänger? Hm. Ich werde das Gefühl nicht los, dass ich die Band kennen sollte, stehe aber total auf dem Schlauch. Aber wenn die immer so klingt, will ich mehr davon. #16 Finnisch-symphonisch wird hier gleich zu Beginn gesynthiedudelt, gebasstrommelklackert und gesechszehntelpalmmuted... kurzes Break, Symphonieorchester darf EPIC! sein. Dann setzt... Bob Seger ein? Naja, der ist es wohl nicht. Klingt nach einem typischen Prog-Metal-Sänger. "Bravery, that's what we all see on TV" und "And in the games you play you are the hero of the day, but outside this realm your head's in the sand". Dann doch eher typischer Genreprog und kein Power Metal. Davon habe ich ja null Ahnung. Klingt für mich wie die fennoskandinaische Antwort auf DREAM THEATER mit 'nem besseren Sänger. Ein paar vereinzelte harsche Vocals im Refrain verwirren mich. "Good morning world, this is your wake-up call". Dann fetter Break mit Tough-Guy-Vocals, oje. "Die, you motherfucker" oder so. Sehr lyrisch. Bis hierhin war ich indifferent, nun finde ich es doch her doof #17 Spanisch anmutende Akustikgitarren mit ordentlich Reverb. Folk in modern? Singer-Songwriter wird es, sehr schön. Trotz Überproduktion eher understated. "Fly low, you carrion crow, seize my body for the dead I owe, drop me high into the depths below". Gefühlvoller Minimalismus, dafür ist das Schaf ja total zu haben. Etwas schiefer, nasaler Gesang, solch unperfekte Sänger mag das Schaf auch. Endet leider wieder etwas abrupt, war aber ein ganz toller Abschluss für einen Sampler, der vor allem in der ersten Hälfte mir viel Geduld abverlangte Ein auf jeden Fall interessanter Metaleintopf, den mir Chavo da geköchelt hat. Zeigt er mir doch auf, wie schnell mein kleines Geschmacksuniversum an die Grenzen seiner Strapazierfähigkeit angelangt - und dabei dachte immer, ich hätte einen abwechslungsreichen Musikgeschmack  Hoffentlich nimmt er mir die ganzen bösen Kommentare nicht allzu übel und hat wenigstens beim Lesen meiner Verrisse halb so viel Spaß wie ich beim Schreiben. Und nun habt gefälligst alle Spaß beim Raten! 
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von Falkner » Mittwoch 6. Juli 2011, 19:47
Aah, Nummer 16 ist von der finnischen Warägergarde. Nicht ihr bester Song.
The four most over-rated things in life are champagne, lobster, anal sex and picnics. - Christopher Hitchens
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von Chavo89 » Mittwoch 6. Juli 2011, 20:17
Ja, ich bekenne mich schuldig. Gut erkannt, liebstes Schäflein! Mehr Tipps und Kommentare gibts wohl erst ab Montag. Bin mitten in den Festivalvorbereitungen... Falkner hat geschrieben:Aah, Nummer 16 ist von der finnischen Warägergarde. Nicht ihr bester Song.
Mit Satz Nummer 1 hast du schon mal recht. Mit Satz 2 vielleicht auch, da habe ich noch keine Liste erstellt. Aber klar ist, dass "Fear the Fear" ein verdammt geiler Song ist! 
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von Falkner » Sonntag 10. Juli 2011, 18:16
Jesus hat geschrieben:Metal-Archives leitet mich aber zu einer Band namens JON OLIVA'S PAIN weiter... hm. Seltsame Wünsche hat der Julian.
Damit hättest du auch schonmal Nummer 8 erschlagen, 'Afterglow'.
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von Jesus » Sonntag 10. Juli 2011, 18:21
Oh, supi. Damit wurde mir unwissentlich geholfen. Cool. Stimmt, das ist wohl 'ne Nachfolgeband von SAVATAGE, da lag ich ja gut.
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von Julian Rohrer » Montag 11. Juli 2011, 10:20
JOP ist einfach genial komponiert, du Anti-Ästhet. Anders als das krumm und krautig gewachsene WALDWIND-Zeug. Face it! 
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von Jesus » Montag 11. Juli 2011, 10:30
Krumm und krautig ist mir aber wesentlich lieber, weil es natürlicher wirkt als dieses gestelzte Stückwerk. Finde mal lieber heraus, was die 15 und die 17 sind. darauf bin ich viel mehr gespannt.
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von Jesus » Montag 11. Juli 2011, 12:01
Die Nummer 5 wird eigentlich immer besser, wenn das doofe metalhassende Schaf mal genügend Eier für traditionelle Klänge aufbringt. Die 6 scheint eindeutig dazu zu gehören, von daher kann ich BRAINSTORM ausschließen. Das ist recht melodischer, aber dickhodiger Power/Thrash, soundmäßig zu verorten in den westlichen USA. Keine Ostküste, dafür mangelt es an Hardcore-Einflüssen und das Hauptriff ist quasi schon texanisch böse. Irgendwie war ich wohl von einigen anderen Stücken so geschockt, dass ich dem hier Unrecht getan habe. Das läuft nämlich gut rein. Mal schauen, ob sich nach dem Intialschock (sorry, Chavo  ) mit weiteren Umdrehungen noch mehr solche Perlen offenbaren...
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von Holger Andrae » Montag 11. Juli 2011, 12:32
Jesus hat geschrieben:#5 Beginnt mit etwas Synthiegedudel und simplen Start-Stop-Akkorden. Ein Sänger, der genauso gut in einer Glamrock-Band singen könnte, setzt alsbald ein. "Why is it everywhere I stand is a foot shorter than the space next to me" ist ein wiederholendes Motiv, der Refrain sagt "I don't know if I'm down in the dumps, but it sure smells like trash me". Ist jedoch kein Glamrock und grenzt instrumental schon fast an progressive Gefilde, bleibt aber kompositorisch eher konservativ. Das arg abrupte Ende lässt mich vermuten, dass es auf dem entsprechenden Album vielleicht eher als Intro oder Interludium dient. Für sich alleine genommen weiß es mir weder sonderlich zu miss- noch zu gefallen. Ist halt irgendwie da.
Sehr interessante Beschreibung. *schenkel klopf* Ist vom einzigen Album der band, welches ich nicht besitze. Progressiv? Hm, etwas vertrackt gehehn die Herrschaften schon ab und an Mal zu Werke. Glamrock? Hahaha. Das ist toll.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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