Für unsere Gruppe ging es am Donnerstag nach einer entspannten Anreise und einer unentspannten Platzsuche (leider gab es keine Einweiser vor Ort, was zu doofem Platzmangel führte) direkt los mit FOZZY. Die waren gut drauf und gaben eine nette Show ab. Chris Jericho kam jedenfalls total nett rüber und hat echt dicke Arme.
Ein guter Auftritt, der uns schön in Festival-Stimmung gebracht hat. Danach gab es für uns eine Pause, bis es mit STRATOVARIUS endlich weiter ging. Die boten einen soliden Auftritt, wie letztes Mal schon. Die Setlist war ok, auch wenn "Higher we go" natürlich fehlte. Ansonsten fiel mir irgendwie auf, dass die Band noch einen zweiten Gitarristen gebrauchen könnte. So brach immer fast das komplette Stück zusammen, wenn Matias Kupiainen zum Solo ansetzte.
So ging unser Donnerstag auch schon zu Ende, denn durch einen plötzlichen Regen ist uns die Lust auf Amorphis echt vergangen...
Am Freitag wollte Herr Alleswisser unbedingt zu STAHLMANN (
), also hat er uns anderen mitgeschleift. Ich hatte mir die Band im Vorfeld schon mal angehört und direkt für schlecht befunden, aber er wollte ja nicht anders. Diese offensichtliche Rammstein-Kopie verscheuchte uns umgehend mit Songs wie "Hass mich!" und 1:1-Geklautem à la "Willkommen in der Dunkelheit". Also ging es erstmal übers Festivalgelände auf die Suche nach CDs. Es gab leider nur einen einzigen Stand von Napalm Records, die CDs zum Ladenpreis verkauften. Da lob ich mir doch andere Festivals mit Metal Markets und so.
Ein paar Stunden später haben wir uns dann zu MANEGARM wieder zu den Bühnen bequemt. Vom Auftritt ist bei mir nicht viel hängen geblieben. Ich weiß nur noch, dass ich die toll fand. Jesus hatte mich mit denen ja schon mal bewichtelt, jetzt bin ich mir sicher, dass ich mir von denen was zulegen werde. Tipps werden dankend angenommen!
Direkt danach ging es zur anderen Bühne zu POWERWOLF. Die haben mich mal wieder um geblasen. War alles perfekt, allerdings gab es leider nur einen Song vom bald erscheinenden neuen Album. Aber die hatten halt auch nur 45 Minuten. Dafür waren diese gefüllt mit purer Energie und tollen Songs. Und ein Plektrum konnte ich auch noch ergattern.
Wieder eine sehr lange Pause, in der wir tapfer Tarja Turunens schiefen Gesang von unserem Platz aus ertragen haben. Der Headliner an diesem Abend war HAMMERFALL. Denen scheint das neue Album echt wieder etwas mehr Energie zurück gebracht zu haben. Das letzte Mal hinterließ mich die Band nämlich leicht enttäuscht, in Ballenstedt waren die Schweden allerdings super drauf. Die Setlist ließ keine Wünsche offen und es wurden vier Songs von "Infected" gespielt ("The Outlaw" fehlte leider). Ein Auftritt der eines Headliners definitiv würdig war.
Danach spielten direkt (Sch)EISREGEN, die wir uns aus Spaß an der Freude einfach mal angesehen haben. Spaß hatten wir dann auch, aber das schiebe ich eher auf den Alkohol, als auf die Band. Denn eigentlich waren die schon eher lächerlich. Das hatte ich viel härter erwartet... Irgendwie wars dann aber eher normale Rockmusik mit dämlichen Texten. Naja, man konnte gut dazu tanzen.
FIDDLER'S GREEN konnte ich mir dann nur ein, zwei Songs lang geben. So stellt sich wohl ein RTL II-Zuschauer irische Musik vor. Erbärmlich! Mr. Know-It-All wollte die noch weiter angucken (der guckt ja auch RTL II
), also bin ich alleine gegangen und habe auf meinem Rundgang in einem T-Shirt-Shop ein tolles Cirith Ungol-Shirt gefunden, dass ich mir sofort holen musste. Ein schöner Tag.Am Samstag ging es für uns dann früh los mit SILVERLANE. Die legten einen guten Auftritt ab, dabei ist denen vor Kurzem erst der Sänger abgesprungen. Der Ersatz war allerdings super, ich weiß nur nicht mehr, wer das war. Schade, dass die Band nur Sachen vom aktuellen Album gespielt hat (das ich nicht kenne) und nichts vom Vorgänger (den ich kenne) gespielt hat.
GUNS OF MOROPOLIS haben wir uns dann von hinten im Sitzen angehört. War ok.
ORDEN OGAN danach war mal wieder arschgeil. Und das mit neuem Bassisten, Aushilfs-Drummer und ohne Keyboarder! Das muss man erstmal hin kriegen. Großartige Truppe!
Danach folgte für uns TYR, die leider mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten und zwanzig Minuten später anfangen mussten. Der Auftritt war dann natürlich extrem kurz. Schade, denn diese Band verdient doch so viel mehr Aufmerksamkeit! Nichtsdestotrotz war der Auftritt dann doch noch gelungen.
Im Anschluss spiele GRAND MAGUS, die ich jetzt zwei mal gesehen habe. Unglaublich wie viel Energie diese drei Leute freisetzen. Ich habe ja leider bislang nur das aktuellste Werk, das muss ich dringend ändern.
Mit TURISAS gings dann einige Zeit später weiter. Mann, sind die geil. Das war pures Gewinnen! Leider fehlte mir "Stand up and fight", aber die Spielzeiten beim RockHarz sind echt kurz bemessen. Extreme Party mit sehr sympathischen Musikern. Und dann auch noch Netta Skog... Ach, war das schön.
Danach gings noch zu U.D.O.. Den hatten wir in Wacken letztes Mal verpasst, was mich im Nachhinein echt geärgert hat. Zurecht, wie sich in Ballenstedt herausgestellt hat. Ein sehr cooler Auftritt, bei dem die alten Accept-Nummern immer noch am besten ankamen.
Auf den Headliner In Extremo hatten wir danach spontan keinen Bock mehr, also gings zurück zum Zelt. Long Distance Calling waren bei mir als letzter Auftritt des Festivals zwar fest eingeplant, aber am Ende hat die Erschöpfung in unheiliger Allianz mit dem Bier mich davon überzeugt, einfach ein zu pennen. So ging das Festival für mich zu Ende.
Insgesamt ein echt gelungenes Wochenende. Das RockHarz Festival ist extrem entspannt und nicht überfüllt. Lange Schlangen gab es quasi nie. Der Sound war eigentlich immer super und nichts ist mir negativ im Hinterkopf geblieben. Da werde ich bestimmt noch mal hin fahren!

