Visions From The Plush Animal

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Visions From The Plush Animal

Beitragvon 123_7 » Montag 18. Juli 2011, 18:27

Sodele, ein illustrer Sampler ist bereits letzte Woche in mein bescheidenes Heim eingekehrt und trägt den Namen "Visions From The Plush Animal". Da ich ja wusste, wer mich bewichtelt, hat sich der Wichtel auch keine Mühe gemacht, seine Identität zu verschleiern. Vorerst lasse ich euch noch im unklaren, aber ich denke, der ein oder andere wird schnell auf den Trichter kommen, wer hier seine Finger im Spiel hat :-)

Der Sampler rotierte auch schon einige mal und hat mir bereits viel Spaß bereitet. Ein paar Sachen kannte ich, ein paar sind mir gänzlich neu. Und so ziemlich alles gefällt mir. Eiderdaus. Mein Wichtel hat sich auch schöne Songtitel ausgedacht, die zu einer Tracklist zusammengefasst werden.

1. An Animal
Der Sampler beginnt mit einer Art Hörspiel, die mich auf das kommende einstimmt. Es sei kein Vortrag und auch keine Lesung... ich solle mir die Zeit nehmen, mich mit dem kommenden auseinandersetzen. Na dann... abrupt bricht ein manisch-pumpender Bass rein, der stoisch sein immer gleiches Thema durch die Boxen drückt. Ein ebenso mantrischer Schlagzeugbeat legt die Fläche für allerhand Geräuschexperimente. Spannend und psychedelisch. Einlullend und auch irgendwie verschwitzt. Zwischendurch fragt mich eine Stimme "Was ist das eigentlich?"... eine gute Frage...

2. About A Scary Female Creature
Das verschwitzte Ambiente macht Platz für klirrende Kälte. Pfeilschnelle Tremoloriffs, unterlegt mit Blastbeats schellen mir entgegen. Schwarzes Gekeife wechselt sich mit melodischen Gemurmel ab. Dabei ist der Song gar nicht mal sonderlich düster, sondern eher schneeverstöbert. Produktionstechnisch bewegen wir uns vermutlich in den 90ern oder Früh-00ern. Vermutlich befinden wir uns in Norwegen und ich bin mir sicher, dass unser gute Rabe das Stück kennt. Ich tue es nicht. Und leider verstehe ich auch keine Sprachfetzen.

Auch wenn ich mit Black Metal hin und wieder meine Probleme habe, gefällt mir dieses Stück ausgesprochen gut. Die Motivik ähnelt sich über das Stick hinaus stark, gegen Mitte wird vermutlich der Satan persönlich beschwört mit diabolischem Geraune. Ich würde wetten, dass wir es hier mit einer der grossen Norse-BM-Heroes zu tun haben. Möglicherweise Satyricon. Aber ich würde mich nicht festlegen wollen.

3. To The Guardian Of Fate

Eine Roboterstimme ertönt und danach wird Black'n'Roll-Feeling in ultrasterilen Ambient versprüht. Natürlich handelt es sich hierbei um 'To Daimonion" von MAYHEMs Avantgarde-Klassiker "Grand Declaration Of War". Ich mag das Album, aber in seiner Gesamtheit konnte ich das selten aufsaugen. Spannend und auf seine Art wegweisend ist es aber dennoch. Schöne Wahl.

Später gibt es mehr.
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Re: Visions From The Plush Animal

Beitragvon 123_7 » Samstag 23. Juli 2011, 11:47

4. Fotos
Energetisch und direkt prügelt das Schlagzeug im 4/4 Takt auf mich ein. 3-3-2 Betonung. Modern, aber nicht komprimiert. Mit viel Elan und Spritzigkeit. Leicht grungige Note, vor allem vom Gesang ausgehend. Moderate Verzerrung, aber dennoch mit viel Wucht. Ich schätze, dass die Band auch schonmal deftiger zu Werke ging bzw. geht. Verstehe ich richtig: 'Holes In The Sky'? Der Sänger hat eine recht undurchsichtige Aussprache. Passt aber gut, zu dem rotziger Rock, der hier gespielt wird. Am Ende gibt es auch nochmal etwas Doublebass, wenn auch nicht im Highspeed-Tempo. 'Hey!' Gefällt! Ein akustisches Gitarrenende, dass so gar nicht zum Song dazugehören scheint. Wunderbar.

5. Of Someone Making Sweet Noise
Fernöstliche Instrumente mit Klavier und leichter Percussion unterlegt. Doch spätestens beim Gesang weiss ich, dass es sich um David Eugene Edwards und somit um WOVEN HAND handelt. Ein guter Kumpel ist grosser Fan dieser Combo und deswegen kenne ich auch den Song: 'Whistling Girl'. Ich habe die letzten beiden Alben der Band und auch wenn ich das spannend und inspirierend finde, so richtig ist mir der Zugang zu der Band nie gelungen. Aber als wohlige Konsequenz aus der Hörerfahrung hier, steht "Mosaic" als schöne schwarze Scheiblette bereits in meinem Regal. Vielleicht gelingt mir ja jetzt der Zugang, weil 'Whistling Girl' ist vor allem eines... atemberaubend schön.

6. Escaping From Love
Tiefe Pizzicato-Strings und verhaltene Woodblocks im Hintergrund. Staubige und sinistre Atmosphäre zu der sich ein wuchtiges Schlagzeug hinzugesellt. Tiefer, männlicher Gesang, der mir seltsam vertraut vorkommt. Das kann ich aber im Moment nicht zuordnen. Das Hauptmotiv wird von einer Gitarre und einem Klavier unisono intoniert. 'This Love So Dangerous' und später 'All of my life I try to escape your love'... ich kenne es nicht. Aber es gefällt mir... ich denke, dass der / die Künstler auf Albumlänge eine große Bandbereite abdecken, deswegen stelle ich mir das sehr spannend vor.

7. Antagonists
Zunächst einsamer, frauengesungener Singer / Songwriter-Stoff, mit einer sehr eigenen und ausdrucksstarken Stimme. Und wenn ich ehrlich bin, gehört der Refrain mit zu den schönsten Momenten, die ich in letzter Zeit hören durfte. So intensiv und eindringlich habe ich in letzter Zeit selten Musik dargeboten gehört. Von der Umsetzung und der Art erinnert es mich an den seeligen Nick Drake, wenn auch das hier deutlich getragener und ... direkter ist. Der Song wiegt sich stetig auf, sowohl vom Arrangement her, als auch von der stimmlichen Expression. Auf die Auflösung bin ich unheimlich gespannt, weil das wird 100%ig in mein Regal wandern. Datieren würde ich das Stück eher jüngeren Alters, obwohl die Produktion zeitlos gehalten ist. Kann mich aber auch täuschen. Auch eine Violine darf über die tieftraurige Kadenz im Refrain ihre Flügel ausbreiten. Schnüff... ist das schön.
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Re: Visions From The Plush Animal

Beitragvon Martin van der Laan » Samstag 23. Juli 2011, 11:59

Zu Nummer 6: Die Textfragmente, die du zitierst, kommen mir sehr bekannt vor. Ich meine, dass das von THE BLACK HEART PROCESSION ist. 'All my steps' vielleicht??
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Re: Visions From The Plush Animal

Beitragvon 123_7 » Samstag 23. Juli 2011, 12:24

8. A Sheep's Paradise
Ein Klavierthema im stetigen Taktwechsel. Ein simpler, aber passender Schlagzeugbeat begleitet. Eine Stimme setzt ein, leicht androgyner Touch, aber doch klar ein Mann. Sehr zerbrechlich... eher ein Hauchen gegen das kraftvoll gespielte Klavier. Es kommt wohl eine Art Bridge und schlagartig verhallt sich die Szenerie in Tonwänden, die aber recht schnell wieder abebben. Flirrende Hallgitarren setzen ein, die wohlig an Dredg erinnern, aber diese sind es nicht. Der Song dreht sich um immer das gleiche Motiv bis ein recht dissonanter Part einbricht, der den Hörer mit einer Wand aus wilden Akkordfolgen erdrückt. Intensiv und spannend. Das gefällt. Der Song ebbt sich zum Hauptthema in noch reduzierter Form zurück und ebbt und ebbt... und ebbt. und ebbt... und ebbt...

9. Stop Being Grumpy
Wieder mit sehr viel Energie beginnt dieser Song. Tiefe, aber klare Gitarren mit wenig Zerre und viel Volumen und Hall, ein wuchtiges Schlagzeug und ein pumpender Bass. 5/4 Takt. Hat beinahe etwas Shoegaziges, wenn auch mit tieferem Arrangement und "progressiverem" Touch. Der Song ebbt sich in komplette Ruhe, bis ein nöliger Gesang über ein gezupftes Gitarrenmuster einsetzt. Blechbläser im Hintergrund. Weniger mit Melodien, eher mit ambientigen Rumgetröte. Und es wiegt sich wieder auf, und der Schlagzeuger klopft stoisch seine Viertel auf seiner Bassdrum. 'Just how long it takes for you to understand, when you're feelings stop and the writings begins'? Auch nicht gerade Oxford-mässige Aussprache, der gute Herr, deswegen könnte er auch was ganz anderes singen, haha. Auch hier wiegt man sich wieder stetig zum Anfangsthema auf. Das finde ich nicht uninteressant, aber so richtig packen mag mich das nicht. Es wirkt irgendwie nicht stimmig, ein bisschen ausgegoren. Mag im Albumkontext aber auch wieder anders wirken.

10. Another Odd Animal
Folkiges Intro, mit Gitarren, Flöten und straightem Beat. Die Flöten werden durch einen klaren, sehr guten und ausdrucksstarken Sänger ausgewechselt. Ein leichter LaBrie-Touch ohne den Nervfaktor. Der Refrain sehr bombastisch, Streicher, Klavier und eine unwiderstehliche Gesangslinie. 'I Know I Get There, Before I Die'. Geil Geil Geil. Alter Prog-Rock, aber vermutlich neueren Datums. Wieder zeitlose Produktion, aber die modernen Mitteln merkt man ihr doch an. Gerade am Gesang. 'Somewhere there got to be a plance where i can feel the sunshine... feel it all the time' hach... so schön. Wirklich... eigentlich gar nicht mein Beutemuster, aber bei dem Song stimmt einfach alles. Eine noch bombastischere Bridge mit noch mehr Streichern, die ihre seeligen Moll-Arpeggi darüber fideln. Hach, das ist so kitschig und bilderbuchmässig... das ist einfach toll :-) Brauch ich, wer ist das?

11. American Style Breafast
Jazzigeres Flair mit Synthesizern. Verspielter Bass mit reifer und tiefer Gesangsstimme. Coffee spoon... Corn Flakes... ein Frühstückslied? Im Refrain gibt der Schlagzeuger ganz schön Gas. Aber es bleibt eher im Pop / Rock mit viel progressivem Flair angesiedelt. Nach dem zweiten Refrain wirds beinahe King Crimson-esque / Genesis-esque. Verspielte Betonungen und und Synthesizer.... sphärische Flächen. Ein sehr kraftvoller Mittelteil... 'I have to get this passage clean'.... woah... der Song fasziniert mich mit seinen Wechsel aus Singer / Songwriter-Material und progressivem Flair. Spannend. Da bin ich auf die Auflösung gespannt.

12. Bad Guys
Schräg, krumm. Dissonant. Taktartenwürfelei. Aber im gediegenen Tempo. Viele Flächen. Das Tempo nimmt an Fahrt auf. Eine psychedelische Basslinie, ein verhaltener Gesang.... 'takes me by the hand'. Chromatische Gitarrenläufe. Harter Tobak. Für sowas bin ich wohl noch nicht reif. Da setzt sich bei mir nichts fest, trotz aller instrumentaler und visionärer Klasse. Ein Swing-Break. Lala, was sind wir progressiv. Lala. Ne, nicht mein Fall :-( Und wahrscheinlich eine Band, die ich mal auf dem Schirm hatte. Zwischendurch wird mal was von einer 'Sleepytime' gesungen. Es sind aber nicht das Schlafenszeit Gorilla Museum, oder? Dann gibts noch spanischen(?) Text dazu. Hm... nein, immer noch nicht meins :-( Kakophonisches Ende, ein wirres Saxophon, Lärm... naja. Das haben King Crimson irgendwie schon besser hingekriegt.

13. Hmmm....
Schönes Südstaaten-Flair auf der Westerngitarre. Rasseln, Percussion eine simple, aber effektive Leadgitarre. Blues pur. Der rockigen Sorte. Typischer Gesang. Sowas mag ich ja eh. Und dann wird das ganze auch ganz wuchtig mit starkem Schlagzeug und unheimlich viel Drive. Geil. Immer wieder durchsetzt von kurzen Breaks, auf der ein einsames Percussioninstrument vor sich hinklopft. Keine Ahnung, ob das von einem "grösseren" Interpreten ist, ich kenne es nicht. Aber ich finds fantstisch. Der Song verliert an Tempo und steigert sich in elegische Akustikgitarren über die resonierende Gitarre Western-Atmosphäre verbreiten. Eine Flöte. Morricone-Flair. Wunderbar. Leider springt am Ende die CD ein bisschen. Deswegen kann ich schlecht beurteilen, wie das hier endet. Aber macht nichts, das kaufe ich mir eh :-)

Einen tollen Sampler habe ich da erhalten. Auch wenn alles nicht 100% meinem Geschmack entspricht, hat der Wichtel dennoch sehr präzise meine Musikrezeptoren getroffen und mir viel neues, aber spannendes präsentiert. Ein paar der Sachen werden mit Gewissheit in meine Sammlung aufgenommen werden und der Sampler wird sicher noch bei mir rotieren, bis auch die ein, zwei Songs gefallen, die mich noch nicht gepackt haben. Danke lieber Wichtel... ganz fantastische Arbeit. Und wer wars? Wer erratet es?
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Re: Visions From The Plush Animal

Beitragvon 123_7 » Samstag 23. Juli 2011, 12:26

Martin van der Laan hat geschrieben:Zu Nummer 6: Die Textfragmente, die du zitierst, kommen mir sehr bekannt vor. Ich meine, dass das von THE BLACK HEART PROCESSION ist. 'All my steps' vielleicht??


Bingo. Das ist es!

1 - ???
2 - ??? (jetzt würde ich aber eher auf Enslaved als auf Satyricon tippen, doch sehr hymnisch)
3 - MAYHEM 'To Damineon'
4 - ???
5 - WOVEN HAND 'Whistling Girl'
6 - BLACK HEART PROCESSION 'All My Steps'
7 - ???
8 - ???
9 - ???
10 - ???
11 - ???
12 - ???
13 - ???
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Re: Visions From The Plush Animal

Beitragvon Loenz » Sonntag 24. Juli 2011, 00:07

Ich würde mal auf das Blautier tippen. Der ist ja neben mir hier so der Proggy und wenn ich das richtig überblickt habe, noch in der Verlosung drin. Das würde von den Songbeschreibung und auch wegen Black Heart Procession und Woven Hand passen, die hat er damals bei mir auch schon verbraten die Künstler.
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Re: Visions From The Plush Animal

Beitragvon Jesus » Sonntag 24. Juli 2011, 00:11

Lesen, Loenz, lesen.
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Re: Visions From The Plush Animal

Beitragvon Loenz » Sonntag 24. Juli 2011, 00:13

Das 123_7 seinen Wichtel kennt, ist mir schon klar. Aber ich dachte wir dürften dennoch mit raten um wen es sich handelt. Zu den Songs selber will mir aber auch nichts großartig an Auflösungen einfallen.
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Re: Visions From The Plush Animal

Beitragvon Jesus » Sonntag 24. Juli 2011, 00:15

Stimmt, jetzt muss ich mir an die eigene Nase fassen. Sorry, Loenzimausischnuckel. Graf Zahl will uns trotzdem raten lassen.
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Re: Visions From The Plush Animal

Beitragvon Loenz » Sonntag 24. Juli 2011, 00:18

Bei 8 tippe ich mal auf Lis Er Stille. Androgyne Stimme passt, Alternativer Prog Touch bzw New Artrock passt. Klavier haben die auch in diversen Songs und Sally fährt auf deren aktuelles Album ziemlich ab.
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