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von Martin van der Laan » Dienstag 9. August 2011, 23:18
Aber über THE AMBER LIGHT oder BLACK HEART PROCESSION fällt mir nicht viel mehr ein, als dass ich die ganz gerne ab und zu mal anhöre zum Abschalten. Kann nicht sagen, dass mir diese Musik annähernd so viel bedeutet wie dir. "Reinfallen lassen" kann ich mich nur, wenn Musik ganz zentrale menschliche Schlüsselempfindungen, wie Liebe/Hass, Abschied, Angst, Scheidewege, Triumph etc., ganz natürlich, unmittelbar und Musikgenerationen übergreifend vertont - ohne durch den Subkultur-Filter gepresst worden zu sein und nicht "verstudentenwohnheimt". Folglich falle ich auch nicht in die allermeisten Metal-Platten rein - auch nicht unbedingt in solche, die ich ansonsten absolut fantastisch finde (Kunstgenuss im weitesten Sinne erfordert ja nicht zwingend die vollständige Identifizierung und seelische Verschmelzung mit dem Werk, sondern kann auch besonders bevorzugte Stimmungen und Autosuggestionsmuster bedienen, um zu gefallen). Sondern eben eher in die bereits anderswo genannte Stile wie Tange Nuevo, Klezmer, manche Spielarten des Jazz, manchmal sogar Chansons, vieles, was unter dem schrecklichen Begriff "World Music" zusammen gefasst wird, sakrale Musik oder viele Werke, die unter "klassischer Musik" laufen.
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von salisbury » Dienstag 9. August 2011, 23:25
Martin van der Laan hat geschrieben:Aber über THE AMBER LIGHT oder BLACK HEART PROCESSION fällt mir nicht viel mehr ein, als dass ich die ganz gerne ab und zu mal anhöre zum Abschalten. Kann nicht sagen, dass mir diese Musik annähernd so viel bedeutet wie dir. "Reinfallen lassen" kann ich mich nur, wenn Musik ganz zentrale menschliche Schlüsselempfindungen, wie Liebe/Hass, Abschied, Angst, Scheidewege, Triumph etc., ganz natürlich, unmittelbar und Musikgenerationen übergreifend vertont - ohne durch den Subkultur-Filter gepresst worden zu sein und nicht "verstudentenwohnheimt". Folglich falle ich auch nicht in die allermeisten Metal-Platten rein - auch nicht unbedingt in solche, die ich ansonsten absolut fantastisch finde (Kunstgenuss im weitesten Sinne erfordert ja nicht zwingend die vollständige Identifizierung und seelische Verschmelzung mit dem Werk, sondern kann auch besonders bevorzugte Stimmungen und Autosuggestionsmuster bedienen, um zu gefallen). Sondern eben eher in die bereits anderswo genannte Stile wie Tange Nuevo, Klezmer, manche Spielarten des Jazz, manchmal sogar Chansons, vieles, was unter dem schrecklichen Begriff "World Music" zusammen gefasst wird, sakrale Musik oder viele Werke, die unter "klassischer Musik" laufen.
Irgendwie werd ich da Gefühl nicht los, daß Du schlechte Erfahrungen während Deiner Studizeit gemacht hast. Vor allem in Richtung wohnen...ich hab damals in Bayreuth am Waldrand gewoht und Rehe gesehn. Und in der Fachschaft haben viele Metal gehört...Hmmm....
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von salisbury » Dienstag 9. August 2011, 23:36
Noch ein Nachtrag zu THE AMBER LIGHT: Der Opener: A new atlantisDer Wahnsinn. Ein schönes Video auch. Proggies dürfen sich gerne auch noch mal Stranger&strangers von der gleichnamigen E.P. reinziehen. Weniger Geschmachte, mehr Gefrickel.
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von Martin van der Laan » Dienstag 9. August 2011, 23:49
Mann, Alter, das ist doch nur Bildhaft gemeint, ich benutze das allgemein bekannte "Studentenbuden"-Klischee um zu illustrieren, was ich meine. Anscheinend erfolglos. Es gibt doch einen zentralen Unterschied zwischen der Art und Weise wie Interpreten alter Musik mit großer Tradition und 1000jähriger Seele Emotionen transportieren und der Herangehensweise einer Indie-Rock-Band, oder? Die Diskussion über die Ambivalenz von "Natürlichkeit" und "Künstlichkeit" in der Musik, Literatur etc. ist doch 250 Jahre alt. Um also mal zu den Basics der Debatte zurückzukehren: Die Natürlichkeit im Sinne der FRÜHEN Romantik (als künstlerische Epoche, ich betone "früh", nicht Hölderlin, Brentano und so'n Quatsch) kommt bei mir immer an erster Stelle, was das Berühren der Seele angeht. Was die Künstlichkeit angeht, entscheidet mein persönliches ästhetisches Empfinden über die Wertschätzung. Und die "Indie-Rock-Ästhetik", um es mal mit einem anderen Begriff zu versuchen, ist eben nicht meine Ästhetik. Künstlichkeit, im Sinne von starker künstlerischer Kondensation, Überhöhung und Dramatisierung tatsächlicher menschlicher Angelegenheiten und Bezüge eben lieber in Form von Beethovens Sechster oder nicht allzu verrotztem Heavy Metal etc... Metal ist für mich die Verkörperung von Triumph und Stärke (im banalen Sinne): "Die Welt ist zu klein für uns beide, Amigo." oder eben "Til the blood on your sword is the blood of a king". Was Du uns neben Metal hier oft so präsentierst steht in meinen Augen eher für... "Die Welt ist... ähem, welche Welt noch mal, ach so ja, die... okay, also, von vorne, alles cool,... Die Welt ist... ja, was ist sie denn nun die Welt... ich glaube ich hab's vergessen... macht nix, fühlt sich irgendwie gut an... ist ja eh alles relativ... und Kaffee ist ja auch noch da."
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von salisbury » Mittwoch 10. August 2011, 00:00
Martin van der Laan hat geschrieben:Mann, Alter, das ist doch nur Bildhaft gemeint, ich benutze das allgemein bekannte "Studentenbuden"-Klischee um zu illustrieren, was ich meine. Anscheinend erfolglos. Es gibt doch einen zentralen Unterschied zwischen der Art und Weise wie Interpreten alter Musik mit großer Tradition und 1000jähriger Seele Emotionen transportieren und der Herangehensweise einer Indie-Rock-Band, oder? Die Diskussion über die Ambivalenz von "Natürlichkeit" und "Künstlichkeit" in der Musik, Literatur etc. ist doch 250 Jahre alt. Um also mal zu den Basics der Debatte zurückzukehren: Die Natürlichkeit im Sinne der FRÜHEN Romantik (als künstlerische Epoche, ich betone "früh", nicht Hölderlin, Brentano und so'n Quatsch) kommt bei mir immer an erster Stelle, was das Berühren der Seele angeht. Was die Künstlichkeit angeht, entscheidet mein persönliches ästhetisches Empfinden über die Wertschätzung. Und die "Indie-Rock-Ästhetik", um es mal mit einem anderen Begriff zu versuchen, ist eben nicht meine Ästhetik. Künstlichkeit, im Sinne von starker künstlerischer Kondensation, Überhöhung und Dramatisierung tatsächlicher menschlicher Angelegenheiten und Bezüge eben lieber in Form von Beethovens Sechster oder nicht allzu verrotztem Heavy Metal etc... Metal ist für mich die Verkörperung von Triumph und Stärke (im banalen Sinne): "Die Welt ist zu klein für uns beide, Amigo." oder eben "Til the blood on your sword is the blood of a king". Was Du uns neben Metal hier oft so präsentierst steht in meinen Augen eher für... "Die Welt ist... ähem, welche Welt noch mal, ach so ja, die... okay, also, von vorne, alles cool,... Die Welt ist... ja, was ist sie denn nun die Welt... ich glaube ich hab's vergessen... macht nix, fühlt sich irgendwie gut an... ist ja eh alles relativ... und Kaffee ist ja auch noch da."
Hui! Ich bin grad n bissl überfordert...wer von uns ist nicht mehr nüchtern? Oder anders gesagt? Was, ähem, willst Du mir damit sagen?
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von salisbury » Mittwoch 10. August 2011, 00:26
...Wenn ich das richtig verstehe, willst Du sagen:
"klassische Musik aus der frühen Romantik ist für Dich das höchste der Gefühle"
Mag sein, hab ich mich zu wenig mit beschäftigt. Ich bin selber sehr gegenwarts-orientiert. Ich erkenne den Genius der alten Klassiker an, aber das waren auch nur Menschen, die mir ihren Gehirn Töne zusammengefügt und aufgeschrieben haben. Warum sollte es heute nicht auch geniale Gehirne geben, die mit den Methoden der Gegenwart ihre Musik machen. Ich zitiere eine Freundin von mir, die Opersängerin ist. Sie hält RADIOHEAD für ähnlich genial wie Mozart. Jetzt weiß ich net, ob diese Band für Dich schrammeliger Indie-Studentenrock ist. Wenn ja, bitte ich Dich inständig, das nochmal genau anzuhören. Ich selber bin sicher kein anspruchsloser Musikhörer und wenn ich höre, wie diese Band ihre Songkathedralen aufbaut, ist mein künstlerlisch-ästhetisches Bedürfnis aufs vollste befriedigt.
Was Metal angeht, sind wie so ziemlich einer Meinung. "Born with a heart of steel". DAS ist Metal. Das liebe ich an ihm und deswegen höre ich ihn.
Den letzten Part Deine Posts hab ich leider ned verstanden. Willst damit sagen, daß meine Non-Metal-Musik orientierunngsloser, verkiffter Scheißegal-Quatsch ist? Damit wirst Du aber jedem Progger stark vor den Kopf stoßen. Am Ende ist Prog ' Artrock ähnlich eskapistisch wie Drachentöter-metal. Nur daß er eben nicht den anderen mit dem Schwert tötet sondern eher durch blühende Landschaften schweift. Ein zweiter Grund für meine Prog-Affinität ist, weil in diesen Bands die besten Musiker spielen. Bevor ich hier aber weitere Seiten fülle, lass ich's mal, vielleicht hab ich Dich ja völlig misverstanden...
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von Martin van der Laan » Mittwoch 10. August 2011, 08:51
salisbury hat geschrieben:...Wenn ich das richtig verstehe, willst Du sagen: "klassische Musik aus der frühen Romantik ist für Dich das höchste der Gefühle"
Nein, will ich nicht... 
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von salisbury » Mittwoch 10. August 2011, 09:20
Martin van der Laan hat geschrieben:salisbury hat geschrieben:...Wenn ich das richtig verstehe, willst Du sagen: "klassische Musik aus der frühen Romantik ist für Dich das höchste der Gefühle"
Nein, will ich nicht... 
Ja, dann eben nicht. Ich frühstück jetzt Marmeladenbrot und hör RADIOHEAD. Kaffee is auch da. Und die Welt draußen, ach die Welt...es regnet mal wieder...das würde aber weder Beethoven noch Joey de Maio ändern können... This is what you get... This is what you get...karma police...,
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von Eike » Mittwoch 10. August 2011, 23:22
'Karma Police' ist echt übergeil. Und der Videoclip dazu passt perfekt. Herrrlisch!!
Music is the only religion that delivers the goods. (Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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von salisbury » Mittwoch 10. August 2011, 23:59
Die Liste muß fertig werden, so langsam macht sie mich kaputt, aber wenn ich runterzähl, muß ich zumindest nicht ranken...  . 2003 hab ich verballert, da hat KATATONIA mit 'Viva Emptiness' die Nase vorn. Also 2002. Herrje, noch zwei Kracher vor dem Herrn, die auch ganz vorne stehen könnten. Na dann los: Platz 18: Archive - You all look the same to me (2002)  Kaffeemusik mit Fußpilz. Und Studentenschrammel. Und dann sogar noch melancholisch und negativ eingestellt. Mit Indie-Alternativ-Flair. Unnütze, wertlose Musik. Es ist dennoch, wenn ich das Gesamtwerk betrachte und all die tollen Songs, die die Band geschrieben hat, zusammenaddiere, und mir überlege, was mir die Musik bedeutet, meine Lieblingsband. Musik mit Herz und Seele und echten Emotionen, die sich meterhoch auftürmen und mich immer und immer wieder mitreißen. Noch dazu sind sie meine Lieblings-Liveband, ob in voller Montur mit Orchester oder reduziert mit Klavier und Akustischer plus Gesang. Ich hab ja schon einiges über ARCHIVE geschrieben. Ihr Triphop-Debut "Londinium" war irgendwo um Platz 80 rum, das aktuelle Werk "Controlling Crowds" auch in der Liste. Ihre beste Phase hatten ARCHIVE meines Erachtens mit Sänger Craig Walker, einem schrägen Vogel, unter dessen Einfluß ARCHIVES Musik etwas mehr die Zähne zeigt als gewohnt. Die Fachpresse hat die Band 2002 als die moderne Version von PINK FLOYD gefeiert und die Band kurzerhand auf den vakanten Artrock-Thron gesetzt. Der PF-Vergleich hinkt nicht, aber ARCHIVE machen nicht den Fehler, den floydigen Sound zu kopieren, sondern sie spielen ihren ureigenen eletronisch-trippigen Stil und paaren diesen mit Floyd-Epik, getragen und zusammengehalten durch Walkers charmant-unperfekte Stimme. Wenn ich nur einen einzigen Song als Lieblingssong nennen dürften, dann wäre es wohl Again. Hier in der kurzen Version. Ich ziehe jedoch die längere vor, weil ich von dem Song und seinem Beat niemals genug kriegen kann und werde. Es ist MEIN Song, der Song aller Songs, wie oft hat er mich in turbulenten Zeiten wieder down on earth gebracht, und wie oft hatte ich hier schon Gänsehaut. Doch die Scheibe besteht nicht nur aus 'Again'. Jeder kennt doch die Wehmut, wenn man 'Auf (Nimmer-)Wiedersehen' sagen muß. Hier ist sie in Tönen: GoodbyeKann man 15 min lang denselben Beat spielen, ohne daß es langweilig wird? Kann man. Ein überaus irritierender und verstörender Song mit einem Sog so gewaltig wie ein Wirbelsturm: [urlhttp://www.youtube.com/watch?v=LnzLtLTb4Uw&feature=related]Finding it so hard Pt. 1[/url]; Pt.2Wer das überlebt, darf sich gerne mit einem kleinen, netten, Akustiksong im guten englischen McCartney-Stil erfreuen. Need. Wie immer: Enjoy!
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