The Devil's Blood

The Devil's Blood

Beitragvon Jhonny » Sonntag 18. März 2012, 23:55

Hab gerade das Review von Holger mit der Truppe gelesen... Sympathie konnten sie da bei mir nicht gewinnen.
Wer sich beim Songwriting wie ein Vergewaltigungsopfer fühlt, geführt von Klauen... komponiert doch schon in einer gewissen Unfreiheit.
Es sei denn, das ist alles nur Show - aber das glaube ich bei dieser Truppe nicht. Die scheinen mir das ernst zu meinen.
Und das finde ich dann zumindest etwas unheimlich.
"Die Message verbreiten" erinnert mich mehr als nur ein wenig an STRYPER. Ob das der Sinn eines Metal-Konzertes ist? Auch als Christ geh ich doch nicht auf ein Metal-Konzert, um ne Predigt zu hören. Und auch nicht, um ne Messe zu erleben... oder ein Ritual.
Damit möchte ich nicht über ihre Religiösität urteilen.
Von den Interview-Statements fühle ich mich aber z.B. an DISSECTION erinnert. Die sind für mich musikalisch auch nicht angreifbar, aber vom Erscheinungsbild her zumindest im Spätwerk sehr unsympathisch.

Insgesamt scheinen mir TDB schon grenzwertig zu sein - auch die letzten RH-Interviews hatten einen sehr elitären Charakter. Fanboy Götz guckt da einfach drüber hinweg. Andere Bands mit solchem Auftreten würden sie gar nicht ins Heft lassen.
Ich hab den Eindruck, da wird manchmal mit zweierlei Maß gemessen.
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Re: The Devil's Blood

Beitragvon Jesus » Montag 19. März 2012, 00:08

Jhonny hat geschrieben:Die scheinen mir das ernst zu meinen.
Und das finde ich dann zumindest etwas unheimlich.
"Die Message verbreiten" erinnert mich mehr als nur ein wenig an STRYPER. Ob das der Sinn eines Metal-Konzertes ist? Auch als Christ geh ich doch nicht auf ein Metal-Konzert, um ne Predigt zu hören. Und auch nicht, um ne Messe zu erleben... oder ein Ritual.


Du hast drei Alben von STRYPER in der Sammlung und somit offenbar keine Probleme mit deren Mission, die "Message" zu verbreiten. Wo genau ist da jetzt der Unterschied? Selbst wenn TDB ihre... *hüstel* "Religion" ernst nehmen würden, so ist diese doch nachweislich und bei aller Objektivität bisher wesentlich ungefährlicher gewesen und weniger auffällig in Erscheinung getreten als die Überzeugung der mit Bibeln um sich werfenden Streifenträger.

Genieße einfach die Musik, das Gehabe von TDB gehört halt wie bei BLACK WIDOW oder GHOST zur Show. Von Schwarzmetallern wie GORGOROTH oder WATAIN ganz zu schweigen und mit deren Überzeugung hast Du ja bisher auch keine Probleme gehabt.
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Re: The Devil's Blood

Beitragvon Peter Kubaschk » Montag 19. März 2012, 00:54

Wenn es denn Musik wäre, die man genießen könnte. Aber Trällerelse ist ja auf eine Distanz von mehr als fünf Minuten unerträglich.
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Re: The Devil's Blood

Beitragvon Chavo89 » Montag 19. März 2012, 01:01

Die Trällerelse ist aber auf jeden Fall immer noch besser als dieser dämliche Ghost-Macker. Wie dünn kann eine Stimme sein?
Zu TDB: Musikalisch ist das eher nicht meine Baustelle, auch wenn ich die auf dem RHF echt gut fand. Zum "Spirituellen" hat Jesus mal wieder schon alles gesagt. ;-)
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Re: The Devil's Blood

Beitragvon Holger Andrae » Montag 19. März 2012, 01:26

Hm, das Thema TDB wird immer wieder gern diskutiert. Ich mag die Musik der Band sehr gern, fand die beiden bisherigen Auftritte sehr unterhaltsam, halte aber das Image für Unsinn und die extreme Abfeierei von anderen Kollegen eher schadhaft als gut.

Ich habe Selim nach einem Konzert und auch im Chat-Gespräch als sehr unterhaltsamen, beinahe witzigen Typen erlebt, glaube allerdings, dass er sein Image schon sehr ernst nimmt. Soll er meinetwegen auch, solange er mir damit nicht auf die Nerven geht. Da ich die Texte, wie auch die Bühnenshow als reines Entertainment betrachte, tut er das nicht.

Schlimm wird die Sache für mich nur, wenn dann in einem Interview quasi gar nichts gesagt wird. Diese nebulösen Antworten können schon mal nerven. Aber wenn sie es so wollen, dann drucke ich das eben so ab. Halte ich zwar für unklug, aber ich bin nicht ihr marketing manager.

Ich frage mich allerdings, wie lange man diese Bühnenshow so noch weiter führen kann. Denn spätestens beim dritten Mal wird das langweilig.

Warum man andauernd Ghost mit TDB vergleichen muss, erschließt sich mir nur halb. Okay, ist beides Retro-Mucke und hat beides ein ulkiges Image. Aber wenn man das musikalisch vergleicht, liegen da schon Welten dazwischen. Nicht qualitativ, sondern von den Einflüssen her.

TDB haben halt das Pech (oder Glück) jetzt eine Vorreiter einer Okkult-Rock-Welle geworden zu sein, die langsam etwas Überhand nimmt. Ein Umstand, den wir als Fans aber selber regeln könnten, indem wir halt die ganzen Zweitverwerter, die uns die Plattenfirmen jetzt unterjubeln wollen, einfach mal ignorieren. Christian Mistress, Ancient Vvisdom, Huntress, Pilgrim etc. braucht kein Mensch. Aber dazu ist der "Fan" wieder nicht in der Lage. Es wird gekauft, was einfach zu bekommen ist, was überall beworben wird, was blutbeschmierte Frontfrauen hat und was mit okkulter Message hausieren geht.

Äh, das Thema war TDB, sorry.

WIe gesagt: ich bin gespannt, was passiert, wenn der Retro-Rock-Zug abgefahren ist und die normale Presse dies als Pop Musik wahr nimmt.
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Re: The Devil's Blood

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 19. März 2012, 02:49

Chavo89 hat geschrieben:Zu TDB: Musikalisch ist das eher nicht meine Baustelle, auch wenn ich die auf dem RHF echt gut fand. Zum "Spirituellen" hat Jesus mal wieder schon alles gesagt. ;-)

Um Frank zu zitieren: "Ach, du warst das?"

Ernsthaft, ich habe selten einen Headliner erlebt, der eine Location so beharrlich leer und die Stimmung so effektiv in den Keller gespielt hat, wie diese Band bei diesem Gig. Das war absolut entsetzlich. Dabei mag ich den Stil gar nicht so ungerne.
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Re: The Devil's Blood

Beitragvon Jhonny » Montag 19. März 2012, 09:27

Jesus hat geschrieben:
Du hast drei Alben von STRYPER in der Sammlung und somit offenbar keine Probleme mit deren Mission, die "Message" zu verbreiten. Wo genau ist da jetzt der Unterschied? Selbst wenn TDB ihre... *hüstel* "Religion" ernst nehmen würden, so ist diese doch nachweislich und bei aller Objektivität bisher wesentlich ungefährlicher gewesen und weniger auffällig in Erscheinung getreten als die Überzeugung der mit Bibeln um sich werfenden Streifenträger.


diese Diskussion ist hier erstens nicht das Thema und zweitens kenn ich deine Meinung gut genug ;-)

Zu STRYPER - ist musikalisch ganz nett, aber nicht überragend. Bibelwerfen von der Bühne finde ich weiterhin gefährlich und nicht gerade zielführend.


Jesus hat geschrieben:Genieße einfach die Musik, das Gehabe von TDB gehört halt wie bei BLACK WIDOW oder GHOST zur Show. Von Schwarzmetallern wie GORGOROTH oder WATAIN ganz zu schweigen und mit deren Überzeugung hast Du ja bisher auch keine Probleme gehabt.


mit den Einstellungen von WATAIN und GORGOROTH, die für mich sicher nicht nur Show sind habe ich sehr wohl ein Problem.
Würde mich die Musik total fesseln, würde ich das kaufen. TDB ist musikalisch ja eh recht belanglos.

Schwach finde ich eher, dass TDB doch recht viele Einstellungen teilen mit Bands, die schon eine hohe Gewaltbereitschaft an den Tag gelegt haben. Viele davon bezeichnen TDB ausdrücklich (nicht nur musikalisch) als Inspiration.
Von wegen "Reinkaos" ist das beste BM-Album aller Zeiten wegen der Energien und der klaren Message...
es mag musikalisch genial sein, das bestreite ich nicht (ich kenne nur die ersten beiden DISSECTION Alben).
Aber: Die Message muss doch zumindest im Verhältnis gesehen werden... der Texter ist ein entlassener Mörder, der keien Reue zeigt und kurz danach einen Schlussstrich zieht (den man zumindest als konsequent anerkennen muss).
Falls ich da was verpasst habe, gebt mir Bescheid - für mich sind das keine Leute, die das als Teil der Show initiieren. Und die Message ist nicht gerade Kindergarten, wenn ein Mörder nicht für sein musikalisches Schaffen verehrt wird, sondern für seine direkte Beteiligung am Mord
(Wer den Unterschied zum Christentum sucht - Jesus mag umstrittene Äußerungen gesagt haben - zum Mord hat er aber nicht aufgerufen und ihn auch nicht gutgeheißen... und die AT-Vergleiche, die hier kommen sollten greifen nicht, wenn es beim Christsein um Christus-Verehrung geht)
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Re: The Devil's Blood

Beitragvon Jesus » Montag 19. März 2012, 10:21

Holger Andrae hat geschrieben:Schlimm wird die Sache für mich nur, wenn dann in einem Interview quasi gar nichts gesagt wird. Diese nebulösen Antworten können schon mal nerven. Aber wenn sie es so wollen, dann drucke ich das eben so ab.


Ist doch auch irgendwie amüsant, wenn Bands in ihrer Rolle bleiben, um das Gesamtpaket zu verkaufen. So wie Joey DeMaio immer irgendwelchen Bullshit von wegen True Metal und Wimps und Posers quasselt, während Eric mit Müh und Not sein Lachen zu unterdrücken versucht. Oder Erik Danielssons offensichtlich augenzwingerndes Gelaber von seiner unsterblichen Liebe zu den dunklen Mächten von Schießmichtot. Oder Rüdigers Interview mit REVENGE. Wenn man das doof findet und die Musik trotzdem mag, kann man das Drumherum ja auch ignorieren. Ich find's unterhaltsamer als die üblichen Interviews, in denen die Band monoton immer die gleichen Antworten abspult: "Ja, wir haben ein neues Album und es ist das beste, härteste und tollste Album, das wir je gemacht haben usw. usf."

Jhonny hat geschrieben:Schwach finde ich eher, dass TDB doch recht viele Einstellungen teilen mit Bands, die schon eine hohe Gewaltbereitschaft an den Tag gelegt haben. Viele davon bezeichnen TDB ausdrücklich (nicht nur musikalisch) als Inspiration.


Welche "gewaltbereiten" Bands sind von TDB inspiriert? Die sind doch viel zu jung, um irgendjemanden zu beeinflussen. Da sind COVEN und BLACK WIDOW wohl ein größerer Einfluss auf die Szene der "okkulten" Rockmusik.
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Re: The Devil's Blood

Beitragvon Jhonny » Montag 19. März 2012, 10:52

Sorry, da habe ich mich offensichtlich vertippt.
Gemeint war es andersherum - TDB sind offensichtlich von DISSECTION beeinflusst.
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Re: The Devil's Blood

Beitragvon Chavo89 » Montag 19. März 2012, 10:56

Rüdiger Stehle hat geschrieben:
Chavo89 hat geschrieben:Zu TDB: Musikalisch ist das eher nicht meine Baustelle, auch wenn ich die auf dem RHF echt gut fand. Zum "Spirituellen" hat Jesus mal wieder schon alles gesagt. ;-)

Um Frank zu zitieren: "Ach, du warst das?"

Ernsthaft, ich habe selten einen Headliner erlebt, der eine Location so beharrlich leer und die Stimmung so effektiv in den Keller gespielt hat, wie diese Band bei diesem Gig. Das war absolut entsetzlich. Dabei mag ich den Stil gar nicht so ungerne.


Wie die RH-Redakteure immer so gerne schreiben: "Die waren nicht der Headliner." :grins: Dass die eine andere Stimmung verbreiten als Accept oder Kreator oder wer auch immer als Headliner vorher gespielt hat, muss doch wohl klar sein. Darauf muss man sich dann allerdings auch als Zuschauer einlassen, dazu waren wohl nicht viele bereit.

Zu Holg: Ich finde das, was ich von Christian Mistress bislang gehört habe um ein Vielfaches stärker als den TDB-Kram... Und ich finde auch nicht, dass man die einfach als Kopie abtun darf. Die anderen Bands kenne ich nicht und so interessant ist das Genre für mich auch nicht. Den Vergleich mit Ghost habe ich nur gezogen, weil die vorher schon mal hier genannt wurden.
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