APOLAUSTIC - No Plenitude Without Suffering
Mehr über Apolaustic
- Genre:
- Melodic Black Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Transcending Obscurity Records
- Release:
- 03.04.2026
- Devouring The Past
- Fragments From A Misty Journey
- Testimony Of An Obsolescent World
- Shining Amidst The Lights
- Smells Like Dead Autumn Fire
- Black Flame Reviver
- De Feu et de Cendre
- Peregrination Towards Childhood Memories
Feiner Melodic Black Metal mit hymnischen Akzenten.
Romain Negro war lange Zeit bei STORTREGN als Gitarrist und Sänger beschäftigt, konzentriert sich mittlerweile aber darauf, seiner eigenen musikalischen Vision unter dem Banner APOLAUSTIC zu folgen. Die Band ist dabei eher als Ein-Mann-Projekt zu betrachten, bei dem Romain für Songwriting und Gesang zuständig ist, sich aber zumindest für das Erstwerk "No Plenitude Without Suffering" im Studio Unterstützung von Gitarrist und Bassist Merlin Bogado und Schlagzeuger Nicolas Muller geholt hat, mit denen gemeinsam acht Tracks eingezimmert wurden.
Musikalisch erwartet uns dabei eine melodisch Black-Metal-Abfahrt, die ihre Einflüsse in den Tiefen der Neunziger sucht und glasklar in Richtung Skandinavien schielt. Kein Wunder also, dass der beiliegende Pressetext DISSECTION, NAGLFAR oder SACRAMENTUM als Referenzen angibt und sogar THULCANDRA als ebenfalls jüngeren Verehrer der alten Glanztaten mit in den Topf wirft. Und diesen Vorbildern macht schon der Opener 'Devouring The Past' alle Ehre, denn was sich hier nach kurzem atmosphärischen Intro entfaltet, kann man nur als perfekt in Szene gesetzten Melodic Black Metal bezeichnen. Die Produktion ist erdig, aber keineswegs rumpelig oder schwach, gerade die Gitarrenarbeit von Merlin überzeugt mit wiederborstigen Riffs und feinen Melodiebögen, die in bester Genre-Manier in schnellem Picking vorgetragen werden, und Romain setzt dem Ganzen mit seinen kehligen und bitterbösen Screams die Krone auf. Trotz gerade Einzug haltendem Frühling zieht angesichts dieser eisigen Metal-Brise dann auch prompt wieder der Winter durchs heimische Wohnzimmer und sorgt dabei für ein zufriedenes Grinsen.
Nach diesem gelungenen Beginn liefert APOLAUSTIC auch im weiteren Verlauf der Platte beste Melodic-BM-Kost und hangelt sich von einem starken Track zum nächsten, sodass sich vielleicht den Mangel an Experimentierfreudigkeit als einziger Kritikpunkt anführen ließe. Selbst diesen möchte ich aber nicht ins Feld führen, denn angesichts von so fein inszenierten Melodie-Reigen wie 'Fragments From A Misty Journey' oder 'Shining Amidst The Lights' rückt ein Mangel an Innovationswillen gänzlich in den Hintergrund und macht schlichter Begeisterung Platz. Und schlussendlich gibt es ja im Longtrack 'Black Flame Reviver' auch noch einen Blick über den Tellerrand, wenn plötzlich ein Saxophon seinen Weg in die schwarzmetallische Raserei findet. Definitiv nichts, was man angesichts der genannten Vorbilder erwartet hätte, dennoch fügt sich das ungewohnte Instrument gut in den Gesamtsound ein, sodass auch diese Nummer schlussendlich als klarer Anspieltipp durchgeht, auch weil die Melodien hier fast schon hymnische Züge annehmen. Eine Entwicklung, die sich auch im abschließenden 'Peregrination Towards Childhood Memories' spiegelt, das für mich noch einmal alle Qualitäten dieses Bandprojektes perfekt auf den Punkt bringt und "No Plenitude Without Suffering" schlussendlich zu einem fulminanten Abschluss bringt.
Keine größeren Kritikpunkt und handwerklich blitzsaubere Arbeit sorgen so schlussendlich dafür, dass ich das APOLAUSTIC-Debüt allen Anhängern und Anhängerinnen der eingangs genannten Bands wärmstens ans Herz legen darf. Ja, der ganz große Klassiker fehlt dem Silberling vielleicht noch, dafür punktet man mit gleichbleibend hohem Niveau aller Kompositionen und einer unheimlich dichten Atmosphäre, die für viel Spaß vor dem heimischen Player sorgt.
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


