CORROSION OF CONFORMITY - Good God / Baad Man
Mehr über Corrosion Of Conformity
- Genre:
- Southern Rock / Sludge / Stoner Rock
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Nuclear Blast Records
- Release:
- 03.04.2026
- Good God? / Final Dawn
- You Or Me
- Gimme Some Moore
- The Handler
- Bedouin's Hand
- Run For Your Life
- Baad Man
- Lose Yourself
- Mandra Sonos
- Asleep On The Killing Floor
- Handcuff County
- Swallowing The Anchor
- Brickman
- Forever Amplified
Trotz Schicksalsschlägen und Besetzungswechseln in kreativer Hochstimmung.
Die letzten Jahre in der Karriere von CORROSION OF CONFORMITY als turbulent zu bezeichnen, wäre vermutlich noch untertrieben. Dabei hatte die Sludge-Legende mit "No Cross No Crown" 2018 eigentlich ein bärenstarkes Album vorgelegt. Doch im Jahr Januar 2020 verstarb Schlagzeuger Reed Mullin nach diversen gesundheitlichen Problemen und schlussendlich entschied auch Basser Mike Dean seiner Wege zu gehen, wodurch Pepper Keenan (Gesang, Gitarre) und Woody Weatherman (Gitarre) nun als Duo die Fahne der wuchtigen Riffs hochhalten müssen. Das taten sie, indem sie sich im Studio einschlossen und gleich so viel Material schrieben, dass sie damit zwei Alben hätten füllen können. Gemeinsam mit Schlagzeuger Stanton Moore, der bereits 2005 mit COC auf "In The Arms Of God" gespielt hatte, und Bassist Bobby Landgraf ging es schlussendlich ins Studio, um "Good God / Baad Man" einzuspielen, das uns insgesamt 14 Tracks präsentiert und zumindest noch die Idee des eigentlich geplanten Doppelalbums in sich trägt.
So ist beispielsweise das Artwork des Albums zweigeteilt in eine primär rote und blaue Hälfte eines religiösen angehauchten Motivs, und auch die Trackliste präsentiert zwei Hälften, bestehend aus jeweils sechs bzw. acht Songs, wobei die beiden Titeltracks den Auftakt des jeweiligen Teilabschnitts bilden. In der Vinyl-Variante erfolgt sogar der Split auf zwei LPs. Musikalisch haben Pepper und Woody dabei ganz offenkundig ihrer Kreativität freien Lauf gelassen, denn auch wenn CORROSION OF CONFORMITY schon immer für stilistische Offenheit stand, wurden die Facetten des Bandsounds, die von Sludge über Southern Rock bis hin zu psychedelischen Momenten ein gigantisches Spektrum abdecken, selten so konzentriert zusammengebracht wie auf diesem neuen Langdreher.
Los geht es dabei mit einem unheimlich eingängigen und groovenden Southern-Rocker namens 'Good God? / Final Dawn', der dank kompaktem und sehr geradlinigem Songwriting echtes Hit-Potential hat. Dafür biegt 'You Or Me' im Anschluss nach einem eigentlich starken Riff zu Beginn im Mittelteil in gänzlich sperrige Psychedelic-Gefilde ab, die mich etwas zu sehr abhängen und den Track zu einer kleinen Momentumsbremse machen. Gut, dass mit 'Gimme Some Moore' danach wieder die groovenden Riffs zurück sind, denn mit seinen etwas abgedrehten Vocals macht der Track wieder jede Menge Spaß und entpuppt sich als gute Aufwärmübung für die Nackenmuskeln. Selbige werden für den Rest der ersten Halbzeit auch gebraucht, denn mit 'The Handler' und dem ausladenden Sludge-Stoner-Epos 'Run For Your Life' gibt es noch zwei weitere Songs zu hören, die von ihren grandiosen Riffs getragen werden und für mich als klare Anspieltipps durchgehen. Da lässt es sich auch verschmerzen, dass 'Bedouin's Hand' als etwas zielloses Instrumental die Spielzeit künstlich in die Länge zieht.
Und damit sind wir mit dem Titeltrack schon im "Baad Man"-Abteil des quasi Doppelalbums angekommen, wo uns direkt cool groovende Southern-Rock-Töne begrüßen, die nicht nur beschwingt, sondern sogar mit einem dezenten Reggae-Vibe aus den heimischen Boxen schallen. Generell scheint diese Halbzeit des Albums mehr den zugänglich-melodischen Tönen im Stil von ZZ TOP oder LYNYRD SKYNYRD gewidment zu sein, denn abseits von der wütend-vertrackten Riff-Bombe 'Asleep On The Killing Floor' präsentieren sich die hinteren acht Kompositonen doch unheimlich zugänglich. Gerade 'Lose Yourself', 'Swallowing The Anchor' und 'Handcuff County' stechen so als Höhepunkte des gesamten Albums heraus, die erneut mit toller Gitarrenarbeit punkten. Und, ja, auch eine Südstaaten-Ballade hat es mit 'Brickman' aufs Album geschafft, wobei hier gerade Pepper mit seiner charismatisch dunklen Stimme als Star der Show heraussticht.
Und so ist "Good God / Baad Man" am Ende ein Album, das die verschiedenen Pole des sehr variantenreichen Bandsounds gekonnt miteinander vereint. Die "Baad Man"-Hälfte gefällt mir dabei minimal besser, aber insgesamt verbergen sich in der ausladenden Trackliste viele Highlights, sodass ich maximal 'Bedouin's Hand' als Lückenfüller ausmachen kann. Die lange Wartezeit hat sich für Fans also gelohnt und man darf wohl festhalten, dass CORROSION OF CONFORMITY trotz der Schicksalsschläge und erneuten Besetzungswechseln auch anno 2026 auf Kurs bleibt.
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs


