BITTERNESS - Hallowed Be The Game
Mehr über Bitterness
- Genre:
- (Melodic) Thrash Metal
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- G.U.C
- Release:
- 06.02.2026
- WWH8
- AMOK : KOMA
- Hypochristian
- High Sobriety
- Win-Windustry
- Hallowed Be The Game
- Losing
- Magnum Innominandum
- Scream! (MISFITS-Cover)
Der BITTERNESS-Schuster bleibt bei seinen Thrash-Leisten.
BITTERNESS aus Baden-Württemberg kann man wohl inzwischen als Urgestein des deutschen Thrash Metals bezeichnen, immerhin veröffentlicht das Trio mit "Hallowed Be The Game" nach guten 25 Jahren Bandgeschichte das achte Album, das nach knapp sechs Jahren auf "Dead World Order" folgt. Selbige Scheibe konnte mich bei Veröffentlichung nicht restlos überzeugen, denn auch wenn hier eine ordentliche Oldschool-Thrash-Abfaht geboten wurde, fehlte mir das Alleinstellungsmerkmal gegenüber den Legenden des Genres. Ob das Fazit für "Hallowed Be The Game" besser ausfällt?
Nun, der Opener 'WWH8' macht auf jeden Fall schon einmal klar, dass der BITTERNESS-Schuster auch anno 2026 bei den eigenen Leisten bleibt. Soll heißen, dass man hier sehr melodischen und rasanten Thrash Metal geboten bekommt, der durchaus offenkundig in Richtung der Bay-Area-Legenden schielt und dank starker Riffs, bissiger Vocals und feinem Drumming eine richtig gute Figut macht. 'AMOK:KOMA' braucht da im Anschluss schon etwas mehr Zeit, um so richtig in Fahrt zu kommen, denn das vorgelagerte Intro der Nummer ist doch irgendwie etwas zu lang ausgefallen. Auch danach ist der Track doch eher unauffälig groovend unterwegs und schwingt sich erst beim melodischen Mittelteil zu neuen Höhen auf, die mich dann doch wieder versöhnlich stimmen und einen runden Beginn des achten BITTERNESS-Albums komplettieren.
Auch anschließend wuchten sich die Baden-Württemberger mit handwerklicher Klasse und durchaus vorhandenem Songwriter-Geschick durch die relativ kompakte Trackliste, wobei mir aber, wie beim eingangs erwähnten Vorgänger, weiterhin die ganz großen Momente oftmals fehlen. Den Überhit, der BITTERNESS auf eine Stufe mit den eigenen Vorbildern bringen würde, höre ich jedenfalls weiterhin nicht. Am meisten überzeugt mich noch das sehr melodische 'Losing', das im Refrain sogar eine leicht hymnische Note bekommt und auch an der Gitarrenfront einige feine Momente im Gepäck hat.
Ebenfalls ist das abschließende Instrumental 'Magnum Innominandum' ein Höhepunkt der Scheibe. Klar, die Anlehnung an instrumentale Klassiker aus dem METALLICA-Kosmos ist mit ruhigem Beginn, kurzem Riff-Intermezzo und melodisch-hymnischem Abschluss durchaus offensichtlich. Trotzdem macht dieser gesangslose Ausflug jede Menge Spaß und sorgt für ein gelungenes Finale, das auch das etwas blasse MISFITS-Cover 'Scream!' nicht untergraben kann, das so höchstens noch einmal die METALLICA-Verehrung des Trios unterstreicht. Immerhin haben sich Mr. Hetfield und Co. ja auch gerne mal an einem Klassiker der Horror-Punker versucht.
Und so wie BITTERNESS auch auf dem achten Langspieler beim oldschooligen Thrash Metal bleibt, bleibe auch ich stoisch bei meiner Bewertung aus dem Jahr 2020. 7,5 Zähler wirken nämlich auch für "Hallowed Be The Game" wieder angemessen, denn Thrash-Liebhaber und -Liebhaberinnen werden mit dem Silberling erneut jede Menge Freude haben, während die Scheibe sich im metallischen Gesamtkontext nicht ganz mit den Klassikern des Genres messen kann und somit auch nicht der große Dosenöffner ist, der BITTERNESS zu größerer Bekanntheit verhelfen könnte. Grämen muss sich das Trio aber nicht, denn Liebhaber und Liebhaberinnen wird auch "Hallowed Be The Game" wieder finden.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs


