BARDO THODOL - The Sumerian Tragedy
Mehr über Bardo Thodol
- Genre:
- Heavy Rock / Doom
- ∅-Note:
- 6.50
- Label:
- Obelisk Polaris Productions
- Release:
- 21.02.2026
- Queen Of The Nile
- The False Prophet
- Book Of The Dead
- Visions Of The Void
- The Occult Key
- Black Hearts Under A Silver Moon
- Castle Of The Winds
- Field Of Blood (Akeldama)
- Servants Of The Serpent
- Sumerian Tragedy
Paneuropäische Metal-Kollaboration.
Bandleaderin Ginevra De Giusti aus Italien, die uns als Frontfrau "The Sorceress" der Band HANDS OF ORLAC bekannt ist, hat sich mit dem britischen Schlagzeuger Scott Naylor, dessen weitere musikalische Betätigungsfelder namens REIGN OF EREBUS und AMONGRUINS mit leider nichts sagen, zusammengetan. Dritter im Bunde ist der schwedische Gitarrist Peter Svensson, der mir vor allem durch VOID MOON und CULT OF THE FOX bekannt ist, aber noch in mehr als einem weiteren Dutzend Bands tätig war und ist. Peter darf auch immer wieder in die Tasten greifen, übrigens häufiger und offensichtlicher, je länger das Scheibchen rotiert. Diese drei versprechen eine Mischung aus italienischem Horror Metal und schwedischem Doom. Wie, DEATH SS meets CANDLEMASS?
Ja, so lautet das Versprechen. Um es vorweg zu nehmen: Es kann nicht vollständig gehalten werden, aber die Ansätze sind tatsächlich da. Doch zuvor darf der Opener 'Queen Of The Nile' erstmal mit Schmackes loslegen, hey, das ist klasse und spannend, hat ein paar Reminiszensen an AVATARIUM, der Titel ist ungewöhnlich intoniert. Aber, ja, leider, hier kommt ein "aber": Wie häufig will man den Titel denn noch wiederholen? Ja, der Refrain ist gut und griffig, aber diese Chorus-Wiederholeritis schlägt sogar die ungekrönten Spitzenreiter dieser Disziplin, ich rede natürlich von den Briten IRON MAIDEN, deutlich.
Das folgende 'The False Prophet' ist ein eher bedrohliches Stück aus Okkult-Keyboards und Hardrock-Riff, danach folgt das doomig-lange 'Book Of The Dead', ein Hinweis auf den Bandnamen, der dem Namen einer tibetanischen Schrift entliehen ist, im Anschluss das schmissigere 'Visions Of The Void' und darauf das Keyboard-dominierte 'The Occult Key'. Das klingt alles ganz spannend und abwechslungsreich und macht durchaus Spaß, auch wenn die Stücke keines der gestreiften Genres runderneuert. Leider entpuppt sich jedoch mit zunehmender Dauer und nach mehreren Durchgängen Frontfrau Ginevra als der Schwachpunkt im Team. Ihrer Stimme fehlt leider die Kraft und die Fülle, um den Songs Charakter zu geben. Besonders auffällig ist das in 'Visions Of The Void'. Aber wenn man einmal zu diesem Schluss gekommen ist, kann man nicht umhin, in nahezu jedem Stück Verbesserungspotential am Mikrophon auszumachen. Auffällig ist dies auch im letzten Lied, 'Sumerian Tragedy', wenn der Gesang zwar gut und passend, aber eben nicht in der Lage ist, die Komposition an sich zu ziehen, ihr den eigenen Stempel aufzudrücken, wie es eben eine Jennie-Ann Smith zu tun in der Lage ist.
Wir haben also ein musikalisch gutes Album, das ich im gehobenen Mittelfeld ansiedeln würde, mit einer leider auf Dauer nicht zufriedenstellenden Gesangsleistung. Schade, aber dadurch bleibt eben leider nur ein Platz im Gros des Feldes. Aber immerhin schafft es BARDO THODOL in einigen Liedern, eine mystisch-mysteriöse Stimmung zu erzeugen, die mir gut gefällt und auf jeden Fall eine Extraerwähnung wert ist. Lassen wir die Drei mal machen, wer weiß, was da noch kommen kann, denn kompositorisch höre ich viele gute Ansätze und Ideen.
- Note:
- 6.50
- Redakteur:
- Frank Jaeger


