DEFYING DECAY - Synthetic Sympathy
Mehr über Defying Decay
- Genre:
- Modern Metal / Metalcore / Alternative
- ∅-Note:
- 6.50
- Label:
- Eigenproduktion / Eigenvertrieb
- Release:
- 26.03.2026
- The Requiem: A Bipolar Nightmare
- Built To Fall
- The Law 112: Secrecy And Renegades
- RX Regicide
- Pale
- 21 Stitches
- Clouds
- Meaningless!
- Prelude: A Peaceful Sleep
- Debris
- Last Reply
- Inside These Lies
- System Of Sinners
- Hide & Seek
Viele verschiedene Einflüsse, kein schlüssiges Gesamtbild.
Auch wenn die Thailänder DEFYING DECAY bisher nur die zwei Alben "All We Know Is Falling" (2015) und "Metamorphosis" (2019) veröffentlicht haben, konnte sich die Band gerade in Asien und später auch weltweit als spannende Hoffnung im Modern-Metal-Sektor etablieren. Nicht unerheblich war für diese Entwicklung der Release der Single 'The Law 112: Secrecy And Renegades', die öffentlich einen Artikel aus dem thailändischen Gesetzbuch anprangerte, mit dem seit Jahren Kritiker der Monarchie mundtot gemacht werden. Auf ein neues Album mussten Fans nun allerdings gute sieben Jahre warten, werden nun aber mit "Synthetic Sympathy" und insgesamt vierzehn Songs belohnt.
Konzeptionell geht dabei primär die Entwicklung zu mehr poppiger Eingängigkeit und Mainstream-Tauglichkeit weiter, die sich schon auf dem direkten Vorgänger "Metamorphosis" und den zwischenzeitlich veröffentlichten Singles zeigte. So wird das Intro 'The Requiem: A Bipolar Nightmare' von Synth- und Keyboardsounds dominiert und fällt für meinen Geschmack mit zwei Minuten viel zu lang aus. Wirklich Erlösung bringt auch die Eröffnung des folgenden 'Build To Fall' nicht, denn auch der erste vollwertige Track wird in der ersten Halbzeit von Synthesizern dominiert, bevor ein paar wuchtige Gitarren die Nummer schlussendlich etwas mehr ins Metal-Licht rücken dürfen. Auch wenn die Hookline dabei durchaus solide ausfällt, empfinde ich den Track trotzdem als recht flache und austauschbare Radionummer, die lange nicht mit den spannenden Tracks des Erstwerks "All We Know Is Falling" mithalten kann.
Da macht das eingangs bereits erwähnte 'The Law 112: Secrecy And Renegades' eine deutlich bessere Figur, denn hier wird aus Pop, Hip-Hop und Metalcore eine schöne Mischung erschaffen, die dank eines erneut überragenden Refrains zum echten Hit wird. Da versteht man, wieso die Single bereits beim ursprünglichen Release so viel Staub aufwirbeln konnte. 'RX Regicide' kann da im Anschluss nicht mithalten, wobei sich langsam der Trend verfestigt, dass die musikalische Evolution von DEFYING DECAY anno 2026 bedeutet, dass schlicht und ergreifend alles erlaubt ist. Hier haben wir es so mit einem seltsamen Mix aus Pop Punk und Emo-Core zu tun, der zwar erneut catchy ausgefallen ist, irgendwie aber auch etwas austauschbar wirkt.
Auch danach bleibt Unvorhersehbarkeit die größte Konstante auf "Synthetic Sympathy", während die Thailänder einmal jede Ecke der heute populären Musik besuchen und alles den eigenen Fans entgegenschleudern, was zu einer Reaktion im Mainstream führen könnte. So bekommt man eine oftmals seltsam anmutende Synth-Nummer wie 'Pale' vor die Füße geworfen, während 'Clouds' auch in der nächstbesten Pop-Playliste auf Spotify nicht für nachhaltigen Eindruck sorgen würde. So bleiben es am Ende die Momente, in denen sich die Band auf ihre metallische Herkunft besinnt, die am meisten Spaß machen. 'Debris' oder 'Inside These Lines' sind so am Ende auch meine persönlichen Favoriten mit ihrem deutlich mehr im Modern Metal beheimateten Sound.
Trotz meiner Kritik dürfte die Erfolgskurve von DEFYING DECAY mit "Synthetic Sympathy" weiter nach oben zeigen, denn der Ansatz, einfach musikalisch alles einen Topf zu werfen, sorgt natürlich für ein potentiell breites Publikum. Dass dadurch natürlich der Hörfluss und die Identität des Albums in sich leidet, wird sich in einer Zeit, in der die meisten Songs eh nur in Form von Spotify-Playlisten konsumierten werden, nicht großartig negativ auswirken. Für unsere Punkteskala muss dieser Umstand aber neben der Belanglosigkeit zahlreicher Kompositionen als Abzug in die Endnote eingehen.
- Note:
- 6.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs


