DRAKEN - Here Be Draken
Mehr über Draken
- Genre:
- Hard Rock / Stoner Rock
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Dark Essence Records
- Release:
- 17.04.2026
- The Great Deceiver
- Jólablót
- Saturday Night Head Removal Extravaganza
- Here Be Dragons
- Crimson Sun
- It Serves You Right
- Wrath
- Shirts of Black (F.O.A.D.)
- Of Demise And Men
- Endtyme
- Shit Show
Wenn ENTOMBED den Stoner Rock entdeckt hätte...
Hard Rock mit Biss, Groove und Wucht haben sich die Norweger DRAKEN auf die Fahne geschrieben. Gegründet im Jahr 2019 von Even Hermansen (Gitarre/Gesang), Hallvard Gaardløs (Bass/Gesang) und André Drage (Schlagzeug), hat sich die Band aus Oslo gerade auf den Bühnen Europas bereits einen ordentlichen Ruf erspielt, wobei auch die bisherigen zwei Studioalben "Draken" (2021) und "Book Of Black" (2023) für Begeisterung bei diversen Kritikern sorgten. Mit dem Drittwerk greifen die Norweger nun erneut den eigenen Bandnamen auf und nennen die Kollektion von elft Songs schlicht "Here Be Draken".
Schon das eröffnende 'The Great Deceiver' macht dabei klar, dass dort, wo DRAKEN einen Fuß auf den Boden setzt, wohl kaum noch Gras wachsen dürfte - denn wenn das Trio eines kann, dann mit wuchtig-groovendem Hard Rock nichts als verbrannten Boden zurücklassen. Doch so einfach wie ich die Genre-Einordnung hier erscheinen lasse, ist sie eigentlich gar nicht. Ja, der Opener macht schnell klar, dass MOTÖRHEAD oder HIGH ON FIRE hier musikalisch definitiv Pate gestanden haben, und auch eine leichte Prise der typisch skandinavischen Eingängigkeit lässt sich nicht verleugnen. Andererseits rufen die sägenden Gitarren mit ihrem Fuzz-Distortion-Mix auch schnell die Kollegen ENTOMBED als Referenz auf den Plan, was meine Ohren zumindest kurz verwirrt, denn so kombiniert habe ich diese stilistischen Versatzstücke noch nicht gehört. Gewöhnt man sich aber erst einmal daran, dass die entrückten Vocals von Even, die sogar leichte Stoner-Rock-Vibes mitbringen, mit den brutalen Death-Metal-Gitarren konstrastiert werden, klingt DRAKEN plötzlich nicht nur sehr eigenständig, sondern die Songs finden auch überraschend leicht den Weg ins Ohr.
Schade, dass 'Jólablót' die anfänglich Leichtigkeit direkt wieder über Bord wirft, denn hier haben wir es plötzlich mit einem wilden Groove-Rocker zu tun, der fast so klingt, als hätte sich Max Cavalera einmal am Stoner Rock versucht und dabei das Equipment von ENTOMBED borgen müssen. Mit dieser fiesen und bissigen Erweiterung der musikalischen Palette geht dann auch eine verminderte Zugänglichkeit einher; trotzdem unterhält auch der zweite Track der Platte durchaus gut. Leider gilt dieser Fakt aber nicht für den gesamten Rest der Platte, denn teilweise übertreiben die drei Norweger ihre Zubereitung eines wilden musikalischen Potpourris auch hier und da. 'Saturday Night Head Removal Extravaganza' etwa schießt weit über das Ziel hinaus und lässt jeglichen roten Faden vermissen, während 'Wrath' im wilden Riff-Schweinsgalopp ebenfalls deutlich das Ziel verfehlt und eher für gelangweilte Gesichter vor dem Player sorgt. Passt die Mischung aus Stoner- und Death-Metal-Elementen aber, dann bleibt DRAKEN weiterhin höchst unterhaltsam. 'Crimson Sun' würde ich euch hier etwa als Anspieltipp ans Herz legen, während 'Here Be Dragons' beweist, dass auch psychedelisch-abgedrehte Momente durchaus gelingen können, wenn die Norweger die richtige Balance aus eingängig und verrückt finden.
Und so ist "Here Be Draken" am Ende vielleicht nicht das neue heiße Ding aus Norwegen, aber dennoch ein schönes und teils wirklich eigenständiges Album, das klassischen Hard Rock, Stoner Rock und wuchtige ENTOMBED-Anleihen großteils durchaus gekonnt vermengt.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs


