RESUMPTION - The Respite
Mehr über Resumption
- Genre:
- Death Metal / Doom Metal
- ∅-Note:
- 4.50
- Label:
- Eigenproduktion / Eigenvertrieb
- Release:
- 17.04.2026
- Self Reliance
- Don't Come
- Worship
- Leave It Alone
- The Respite - Instrumental
- Rest At Last
- Invest At Yourself
- Somethings Are Too Broken
- Everyone Rots Away
Die klangliche Aufbereitung verhindert größere Taten...
Die Geschichte des Ein-Mann-Projekts RESUMPTION ist durchaus eine eigenartige, denn nachdem Wilhelm Lindh einige Jahre in diversen Metalbands gespielt hatte, verbrachte der nach Portugal ausgewanderte Schwede die letzten Jahre als Teil diverser Bluesbands. Gänzlich losgelassen hat der Metal Wilhelm allerdings nie, und so möchte er nun mit diesem neuen Projekt, bei der er alle Instrumente und die Vocals übernimmt, einen neuen Versuch im Death Doom Metal wagen. Herausgekommen sind dabei neun Tracks, die nun unter dem Titel "The Respite" im Albumformat das Licht der Welt erblicken.
Doch schon der Opener 'Self Reliance' macht klar, dass Wilhelm, der die Platte obendrein auch noch aufgenommen und gemischt hat, durchaus etwas Hilfe von außen hätte gebrauchen können, um seine musikalische Vision treffend umzusetzen. Klanglich ist die Platte nämlich ab der ersten Sekunde ein absoluter Schock, der mich hinterfragen lässt, ob "The Respite" überhaupt reif für eine Veröffentlichung war. Vom Sound her gibt die Platte maximal ein schwaches Demo, das nicht mit anderen kompletten Eigenproduktionen von Kollegen mithalten kann. Der Drumsound etwa ist völlig leblos und gleichzeitig im Bezug auf die Snare und die Becken viel zu höhenlastig, was für ein extrem unangenehmes Hörerlebnis sorgt. Der Bass wabert irgendwo im Hintergrund herum und wird zumeist von den dumpfen Gitarren überdeckt, die jegliche Brillanz oder Druck vermissen lassen. Der beste Aspekt des Gesamtklangs bleiben so die Growls von Wilhelm, die immerhin zumeist ganz gut in Szene gesetzt werden, aber ebenfalls einen De-Esser hätten vertragen können, der die scharfen Laute der Aussprache unter Kontrolle gebracht hätte. Und, versteht mich nicht falsch, wir sprechen hier nicht von einem irgendwie noch kultigen Lo-Fi-Black-Metal-Sound - im Falle des RESUMPTION-Debüts ist handwerklich beim Mix einfach offenbar vieles falsch gelaufen.
Angesichts dieser klanglichen Katastrophe fällt die Bewertung des Songmaterials dann auch entsprechend schwer, denn den ohnehin schon eher schleppend angelegten Death-Doom-Nummern wird durch die Schwächen der Produktion jegliche Dynamik geraubt, die gerade in diesem Genre ein entscheidender Faktor ist. Dabei haben die Songs gerade bei den Riffs und den leicht melancholisch angehauchten Gitarrenmelodien durchaus ihre spannenden Momente, nur kommen diese eben nicht ausreichend zur Geltung, um beim Hörgenuss einen Unterschied zu machen. Am wenigsten stolpern dabei noch 'Don't Come' oder 'Leave It Alone' über die Klangprobleme, denn hier kommen wenigstens einmal die Gitarren deutlich besser durch und vermitteln ein wenig Druck. Die fürchterlich harsche Snare-Drum bleibt dabei trotzdem ein dauerhafter Störfaktor, aber immerhin lässt sich in diesen Momenten erahnen, dass in RESUMPTION eigentlich deutlich mehr Potential steckt, als es die technische Umsetzung aktuell vermuten lässt.
Retten kann dieser Umstand "The Respite" am Ende aber leider nicht, denn wir bewerten ja nicht das zukünftige Potential einer Band, sondern eben den Output, den wir aktuell auf dem Plattenteller haben. Und der liegt leider anno 2026 deutlich unter dem Durchschnitt und wird sich entsprechend wohl auch kaum gegen die Genre-Konkurrenz durchsetzen können, wobei das oftmals etwas eindimentsionale Songwriting ein Drittel der Minuspunkte beisteuert, während die mehr als schwache Produktion den Rest erledigt.
Anmerkung des Autors: In Reaktion auf Rückmeldungen zum Mix des Albums hat sich Wilhelm nach Verfassen dieser Rezension dazu entschieden, das Album noch vor Release mit einem neuen Mix zu bedenken. Dabei konnten einige der Kritikpunkte dieser Rezension zumindest in Teilen behoben werden, wobei weiterhin der schlecht ausbalancierte Klang des Schlagzeugs und der dumpfe Gesamtsound nicht gänzlich mit den heutigen Standards mithalten können. Um der doch hörbaren Verbesserung aber Rechnung zu tragen, wurde die Gesamtnote nachträglich um einen Punkt angehoben.
- Note:
- 4.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs


