DREAM PORTALS - Lights Of Winter
Mehr über Dream Portals
- Genre:
- Doom Metal / Gothic
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Eigenproduktion / Eigenvertrieb
- Release:
- 21.11.2025
- Lights Of Winter
- Your Crown
- The Fall
- This Peaceful Place
- Autumn Is Calm
- Remorse
- Home Of Glass
- Returning Home
- Lights Of Winter Reprise
Toller und melodischer Death-Doom-Gothic-Grenzgang.
Nanu, die beiden Gesichter hinter dem Doom-Gothic-Projekt DREAM PORTALS kommen mir doch irgendwie bekannt vor. Ein kurzer Blick auf den beiliegenden Pressetext bestätigt dann schnell das Bauchgefühl, denn eigentlich sind Martin Epp (Schlagzeug) und Christian Steffes (Gesang, Gitarre, Bass) gemeinsam bei den Metallern COLDSPOT unterwegs, doch seit dem Jahr 2006 frönt Christian unter anderem Banner auch seinen anderen musikalischen Vorlieben. Nach einer EP namens "New Hope" und dem Langspieler "In The End", bei dem Martin sich dem vorherigen Soloprojekt anschloss, steht nun mit "Lights Of Winter" das zweite Langeisen in den Startlöchern, das uns neun frische Songs präsentiert.
Und was soll ich sagen? Was das Duo hier musikalisch abliefert ist hochgradig unterhaltsam ausgefallen. Der eröffnende Titeltrack beginnt dabei noch etwas schleppend, umreißt aber die musikalischen Eckpunkte des Bandsounds ganz gut, ohne dabei kompositorisch auf ganzer Ebene zu punkten. So gibt es insgesamt, wie eingangs bereits erwähnt, im Kern sehr melodischen Doom Metal zu hören, der sich aber auch nicht davor scheut, mit ausladenden Klargesängen einen Blick in Gothic-Gefilde zu werfen, oder eben auch einmal mit todesmetallischer Kante zuzuschlagen. Besonders überrascht mich hier Christian, der nicht nur mit toller Gitarrenarbeit eine hervorragende Figur macht, sondern gerade auch gesanglich mit einer sehr variablen Stimme überzeugen kann. Nur kompositorisch fehlen eben wie erwähnt noch die ganz großen Momente, die sich langfristig im Gedächtnis festbeißen würden.
Das ändert sich aber glücklicherweise prompt mit 'Your Crown', das mit einem unheimlich groovigen und prägnanten Gitarrenriff daherkommt und sich so schnell einen Platz in meinem Herzen erspielen kann. Die feinen Soli sind dann das berühmte Tüpfelchen auf dem I, die den Track zu einem Death-Doom-Volltreffer auf ganzer Linie machen. Auch 'The Fall' schlägt in eine ähnliche Kerbe, denn nach atmosphärischem Beginn schwingt sich der Track zu einem überraschend kompakten und beschwingten Song auf, der für Doom-Verhältnisse schon fast rasant aus den Boxen schallt.
Und ja, auch die akustisch-atmosphärische Schiene kann DREAM PORTALS fahren, was 'This Peaceful Place' oder 'Remorse' eindrucksvoll beweisen. Hier meine ich fast, ein paar OPETH-Vibes herauszuhören, wobei mir gerade "Damnation" hier als Referenzpunkt in den Sinn kommt. Den Höhepunkt erreicht diese Seite des Bandsounds aber glasklar mit 'Autumn Is Calm', das wieder einmal mit tollen Gitarrenleads punkten kann, sodass am Ende das etwas blasse und deutlich härtere 'Home Of Glass' der einzige Durchhänger bleibt, den ich in der ansonsten mit Höhepunkten gespickten Trackliste finden kann.
So bleibt mein größtes Fragezeichen am Ende, warum DREAM PORTALS trotz geografischer Nähe zu meinem Wohnort bisher nicht auf meinem musikalischen Radar aufgetaucht ist. An der Musik des Duos kann es nicht liegen, denn das, was hier geboten wird, ist feinster melodischer Doom Metal mit viel Gothic-Schlagseite, den ich euch bei einer Vorliebe für diese Stilistik nur wärmstens ans Herz legen kann. Chapeau!
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs


