NALAR - Lichtgestalt
Mehr über Nalar
- Genre:
- Melodic Death Metal
- ∅-Note:
- 7.00
- Label:
- Eigenproduktion / Eigenvertrieb
- Release:
- 27.02.2026
- Vantablack
- Schwarzer Horizont
- Lichtgestalt
- Weißer Sand
- Stigmata
- Fiebertraum
Phasenweise richtig stark, dann aber auch in Momenten etwas planlos...
Das Quintett NALAR stammt aus Berlin und treibt bereits seit dem Jahr 2013 sein Unwesen im hiesigen Melodic-Death-Underground, wobei bisher allerdings mit der EP "Veränderung" im Jahr 2023 ein nur drei Songs umfassendes Lebenszeichen veröffentlicht wurde. Nun haben sich Jan (Gitarre), Marius (GItarre), Marlin (Schlagzeug), Shim (Gesang) und Borschde (Bass) allerdings erneut ins Studio begeben und den ersten Langspieler "Lichtgestalt" eingespielt, den wir nun in Ohrenschein nehmen können.
Über die Kategorisierung als Album lässt sich dabei mit Sicherheit von Beginn an trefflich streiten, denn mit gerade einmal sechs Songs sind wir hier eigentlich beinahe noch im EP-Territorium unterwegs. Ja, drei der Kompositionen reißen die Sechs-Minuten-Marke, trotzdem bleibt "Lichtgestalt" ein eher übersichtlicher Arbeitsnachweis. Kann selbiger denn dafür musikalisch überzeugen? Das eröffnende 'Vantablack' lässt auf jeden Fall schon einmal hoffen, denn auch wenn ich die sehr gutturalen Growls von Shim im Melodic-Death-Kontext nicht so richtig mag, machen die Gitarren mit feinem Riffing und einem guten Händchen für Melodiebögen diesen Kritikpunkt locker wieder wett. Gerade im Refrain wird die Nummer sogar ein wenig hymnisch, was mir sehr gut gefällt. Klar, insgesamt sind die Berliner definitiv mehr dem Death Metal verpflichtet als den melodischeren Anwandlungen des Gothenburg-Sounds, doch insgesamt macht der Opener schlicht und ergreifend eine sehr gute Figur in diesem Sektor.
Ins gleiche Horn stoßen auch 'Schwarzer Horizont' und der siebenminütige Titeltrack, wobei vor allem der letztgenannte Song ein bisschen in Prog-Gefilden wildert und damit dem Bandsound, dessen Stärke weiterhin die hymnischen Melodien bleiben, noch einmal ungeahnte Aspekte entlockt. Wenn es gesanglich sehr düster und guttural wird, reißt mich das zwar weiterhin aus der Immersion, aber sobald Shim mehr keift als growlt, überzeugt auch seine gesangliche Darbietung. Gleiches kann ich von 'Weißer Sand' nicht behaupten, denn mit dem Wechsel des hauptverantwortlichen Songwriters - bis hierher hat laut Credits Gitarrist Jan das Zepter geschwungen, während für diesen Song Bassist Borschde zum Stift griff - geht auch ein Verlust der hymnischen Komponente einher, die hier einem leichten Post-Black-Metal-Vibe das Feld überlassen muss. Vereinzelte Keyboards fügen sich obendrein nicht gänzlich rund ein, sodass der Track für mich einen ersten Durchhänger markiert. Das erneut von Jan verfasste 'Stigmata' kann da schon deutlich eher wieder bei den IN FLAMES-Großtaten anknüpfen und begeistert mich wieder auf ganzer Linie, während das von Sänger Shim verfasste 'Fiebertraum' wieder etwas zu sehr vom Pfad abkommt. Mit moody Keyboardflächen und eingeflochtenem Deathcore-Gebolze ist hier der Titel quasi Programm, denn irgendwie wirkt der Song wie der titelgebende Fiebertraum, der dem Album als nicht gänzlich schlüssige Coda angehangen wurde.
Und so steht und fällt der Erfolg von NALAR für mich aktuell offenkundig noch mit dem jeweiligen Verfasser des Songs, was gleichzeitig auch begründet, warum der Bandsound auf dem Erstling noch nicht gänzlich kohärent und ausgegoren wirkt. In den besten Momenten steckt in "Lichtgestalt" allerdings eine überzeugende Vier-Song-EP, die von den beiden zusätzlichen Tracks, die den Silberling schließlich in die Gefilde der Albumspielzeit bringen, nicht unbedingt aufgewertet wird.
- Note:
- 7.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


