ELLEFSON-SOTO - Unbreakable
Mehr über Ellefson-Soto
- Genre:
- Heavy Metal / Hard Rock
- ∅-Note:
- 7.00
- Label:
- Reaper Entertainment
- Release:
- 13.02.2026
- Unbreakable
- SOAB
- Shout
- Hate You, Hate Me
- Poison Tears
- Ghosts
- Vengeance
- Snakes And Bastards
- Its Over When I Say Its Over
- The Day We Built Rome
- Death On Two Legs (QUEEN Cover)
Zwei Genre-Größen machen erneut gemeinsame Sache, aber rockt es?
Oftmals geben Bandnamen eine gewisse Richtung vor und man hat eine ungefähre Idee, was für Musik nach dem Drücken des Play-Knopfes den Raum erfüllen und auskleiden wird. Im Fall von ELLEFSON-SOTO sind die Hauptprotagonisten mit einem gewissen Prestige ausgestattet. So haben wir auf der Bass-S(a)eite Ex-MEGADETH-Mitglied David Ellefson, der mittlerweile auch bei METAL CHURCH die dicken Saiten bedient. Und auf der anderen Seite Jeff Scott Soto, der sich seine Sporen bei illustren Truppen wie YNGWIE MALMSTEEN'S RISING FORCE, AXEL RUDI PELL, SONS OF APOLLO oder gar JOURNEY und seiner ausgedehnten Solokarriere verdient hat. Eine gemeinsame Band dieser beiden doch recht unterschiedlichen Musiker hat bei mir dann direkt eine gewisse Erwartungshaltung geweckt. Zumal "Unbreakable" auch bereits der zweite Streich der beiden US-Amerikaner ist, stammt das Debüt "Vacation In The Underworld" doch schon aus dem Jahr 2022. Während "Unbreakable" im Heimatland der Haupttäter bereits letzten August erschienen ist, kommen wir auf dem alten Kontinent nun auch in den Genuss, was es heißt, unzerstörbar zu sein. Irgendwie bekomme ich bei dem Albumcover direkt Querverweise zu "Invincible Shield" von JUDAS PRIEST. Ein Schelm, wer da einen ähnlichen Ansatz vermutet.
Nur was kommt denn heraus, wenn Ellefson und Soto gemeinsam Musik fabrizieren? Unterstützt von Gitarrist Andy Martongelli, dessen gewaltiges Talent ich eines Abends gemeinsam mit Gus G. von FIREWIND bewundern durfte, und Drummer Paulo Cardi wird hier hochenergischer Heavy Metal mit Anleihen aus dem Thrash Metal gespielt, bei David Ellefsons Vergangenheit nicht weiter verwunderlich.
Direkt vorweg: Was Jeff Scott Soto hier gesanglich auf den Silberling gekerbt hat, ist völlig phänomenal. Er keift, er schwingt sich heroisch in die Höhen und ich habe erwartet, dass er jede Sekunde nach der Axt für den Weg in Richtung Victory schreit. Sein eher raues und dunkleres Timbre passt dabei ideal zu den breitbeinigen Riffs, die ordentlich Energie erzeugen, auch wenn nicht viele davon im Gedächtnis bleiben. Dass David Ellefsons Bass im Mix sehr präsent ist, unterstreicht nur die Dualität, auf die ELLEFSON-SOTO hier ein besonderes Augenmerk legt.
Den Anfang macht der Titelsong, der direkt gut die Richtung vorgibt und sinnbildlich für das steht, was ELLEFSON-SOTO sein will. Auch das hymnisch-stampfende 'Shout' packt mich direkt, finden gerade die Melodien treffsicher ihr Ziel.
Leider schleichen sich immer wieder mal textliche Peinlichkeiten in Personalunion mit belangloseren Songs ein, die die vielen guten Ansätze jäh torpedieren und unfreiwillig komisch wirken lassen. 'SOAB' und vor allem das völlig nervtötende 'Hate You, Hate Me' werden zur Geduldsprobe. Hier waren die Mittelfinger scheinbar im Sonderangebot, werde diese in großer Schlagzahl an die Ohren verramscht. Tiefpunkt dieser Pöbelstrecke ist im späteren Albumverlauf 'Snakes And Bastards', das - neben dem lyrischen Frustabbau - musikalisch ähnlich redundant, fast schon alibihaft herüberkommt. Der Pre-Chorus mit seinem pausenlosen "Fuck you!" ist bei mir sofort durchgefallen. Spätestens bei dem Song sollte auch der letzte Hörer gemerkt haben: Man verscherzt es sich lieber nicht mit dem Jeff. Aber es nervt.
Am besten ist "Unbreakable", wenn ELLEFSON-SOTO sich auf seine hymnischen Momente besinnt und mit dem mitreißenden 'Poison Tears' (mit tollem Gastauftrift von Laura Guldemond von BURNING WITCHES), gerade gegen Ende mit dem schiebenden 'It's Over When I Say It's Over' und dem spaßig-optimistischen 'The Day We Build Rome' richtig Spaß macht. Mit 'Ghosts' hat sich sogar ein längeres Instrumental eingeschlichen, was ein wenig Ruhe ins Album bringt und sich erstaunlicherweise nicht als Fingerübung für Gitarrist Andy Martongelli entpuppt. Die zweite Albumhälfte wird mit einem weiteren Gastauftritt eingeleitet. Das Tim "Ripper" Owens von KK'S PRIEST noch bei der verdächtig nach JUDAS PRIEST-klingenden Dampfwalze 'Vengeance' ebenfalls glänzen darf, versteht sich von selbst. Es ist einfach großartig, den Ripper gemeinsam mit Jeff Scott Soto zu hören.
Letztlich ist das Zweitwerk von ELLEFSON-SOTO durchaus ein zweischneidiges Schwert. Die "Wir gegen alle"-Attitüde trifft mal ins voll ins Schwarze, mal wird die Lunte gelöscht, bevor es wirklich brennen kann. Instrumental wird hier ordentlich geklotzt, wenn auch nicht ausschließlich hochklassig. Jeff Scott Soto selbst allerdings rettet hier so einiges, wenn auch nicht alles. In den besten Momenten rockt "Unbreakable" herrlich geradlinig und spielt die Stärken aller Beteiligten aus, dennoch sind die gelegentlichen Ausreißer nach unten noch zu häufig, was eine höhere Note verwehrt. Potenzial gibt es hier aber noch ordentlich.
- Note:
- 7.00
- Redakteur:
- Kevin Hunger


