GUTVOID - Liminal Shrines
Mehr über Gutvoid
- Genre:
- Progressive Death Metal
- ∅-Note:
- 6.00
- Label:
- Profound Lore Records
- Release:
- 20.03.2026
- Ruinous Gateways
- Spell Reliquary
- Of Smothering Sea
- Umbriel's Door
- Lead Me Beyond The Sleeping I
- Chasm Of Displaced Souls
Chaos vs. Kontrolle - manchmal ein aussichtloser Kampf!
Es gibt im extremeren Metal so manches immens progressive Album, bei dem man anfangs schon spürt, wie viel Freude man dabei haben wird, es zu erforschen, jede Nuance aufzusaugen und bei jedem weiteren Durchgang mit dem Erlebten zu wachsen, beziehungsweise es selbst wachsen zu lassen. Platten jener Kategorie befinden sich grundsätzlich auch in Reichweite des Portfolios der kanadischen Prog-Death-Combo GUTVOID, sollten sich die beteiligten Musiker irgendwann auch mal darauf besinnen können, ihre Spannungsbögen nicht immer mit Brachialität niederschmettern zu wollen.
Auch auf ihrem aktuellen Werk zeigt sich die Truppe aus Ontario handwerklich sehr versiert und virtuos und setzt so manchen scharfen Kontrast mit dreckigsten Sludge-Wänden, die permanent gegen das technische Todesblei ankämpfen. Und das ist der Punkt: Dagegen ankämpfen und tatsächliche Anknüpfungspunkte zu finden, ist letzten Endes zweierlei - und diesen Unterschied herauszufiltern, das ist auch auf "Liminal Shrines" eine Herausforderung, der sich die Nordamerikaner nicht vollends gewachsen zeigen.
Dass die sechs neuen Songs verdammt sperrig daherkommen würden, war nach den Eindrücken der letzten Releases definitiv zu erwarten, allerdings darf man konstatieren, dass GUTVOID diesmal etwas schneller die Kurve bekommt und gerade in dem von totaler Beklemmung durchsetzten 'Umbriel's Door' und dem erstaunlich straighten 'Smothering Sea' auch mal einen Punkt macht - natürlich alles im Rahmen der tatsächlichen Gegebenheiten. Denn dass hier weiterhin eine technische Nerdshow aufgeboten wird, Djent und Sludge hier einen ständigen Fight führen und eine Linearität maximal erahnt, aber nicht dokumentiert werden kann, ist nach wie vor Teil der Wahrheit, nur eben nicht mehr in diesem erschreckend verstörenden Maße, wie man es auf dem letzten Longplayer ("Durance Of Lightless Horizons", 2022) erleben durfte.
Ein Abmildern der Extreme ist aber nicht gleichzusetzen mit der gewünschten Souveränität, die sich GUTVOID auch diesmal nicht auf die Fahne schreiben kann. Die Band lebt in ihrem eigenen Kosmos, experimentiert dort auch ohne Unterlass, versäumt es aber, die Hörerschaft an den entscheidenden Stellen mitzunehmen. Und so sehr man sich schließlich auch bemüht, ein paar schlichte Zugangspunkte zu finden und vor allem in den kürzeren Tracks den Anschluss zu halten, stellt man spätestens zur Halbzeit wieder fest, dass der brutale Reigen einfach zu chaotisch arrangiert ist. Denn extreme Ausdrucksformen zu suchen, ist definitiv spannend. Wenn man sie aber nicht so beherrscht, dass alle Fragmente unter einen Hut passen, hat das nur bedingt Sinn - und das muss man auch auf "Liminal Shrines" mal wieder feststellen.
- Note:
- 6.00
- Redakteur:
- Björn Backes


