HELLRIPPER - Coronach
Mehr über Hellripper
- Genre:
- Speed/Black Metal
- ∅-Note:
- 9.50
- Label:
- Century Media Records
- Release:
- 27.03.2026
- Hunderprest
- Kinchyle (Goatkraft And Granite)
- The Art Of Resurrection
- Baobhan Sith (Waltz Of The Damned)
- Blakk Satanik Fvkkstorm
- Sculptor's Cave
- Mortercheyn
- Coronach
All hail the goat!
Muss man James McBain und seine Ein-Mann-Band HELLRIPPER noch großartig vorstellen? Seit 2014 macht der Schotte schon von sich reden und hat in dieser Zeit zwei EP's und mit "Coagulation Darkness", "The Affair Of The Poisons" und "Warlocks Grim & Withrered Hags" drei Alben veröffentlicht und sich somit seinen Status im Blackened Speed erarbeitet. Nun steht mit "Coronach" Album Nummer vier in den Startlöchern und wie bei den Vorgängern hat Herr McBain alle Instrumente allein eingespielt und auch die komplette gesangliche Leistung übernommen. Zeit, sich diesem Werk zu widmen.
Das Album startet, wie man es von HELLRIPPER gewohnt ist, mit einem schnellen harten Speed-Feuerwerk. 'Hunderprest' ist aber am Ende dann doch mehr, so brechen mitten im harten Geballer auf einmal Orgelklänge durch, die dem ganzen Stück über einen Vampirmönch noch einen okkulten Touch bescheren. Doch der Hörer wird nicht lange geschont, denn mit 'KinΩhyle (Goatkraft & Granite)' kommt schon der nächste fiese Brecher um die Ecke. Der Song verkörpert diese Mischung aus Hochgeschwindigkeitspräzision und Melodie, für die HELLRIPPER bekannt ist, auch wenn McBain den Song hier mit einer kleinen Akustikspielerei auf der Gitarre unterbricht.
Mit Klavierklängen wird das nächste Stück 'The Art Of Resurrection' eingeleitet, bevor es mit einem unwiderstehlichen Riff weitergeht. In diesem Stück reduziert HELLRIPPER ein wenig das Tempo und gibt dem Song mit entsprechenden Gitarrenspiel einen ordentlichen Heavy Metal Anstrich. Ein Ansatz den man auch schon auf dem Vorgängeralbum "Warlocks Grim & Withered Hags" wahrnehmen konnte und der auf "Coronach" noch stärker in den Vordergrund rückt. Aber keine Angst, denn der Gesang ist immer noch herrlich fies.
'Baobhan Sith (Waltz Of The Damned)' nimmt uns dann mit auf einen furiosen schnellen Tanz mit den bösen, titelgebenden Feenhexen. Im Refrain bricht dann auch ein diabolischer Walzer aus, während später sogar Keyboards und Vogelgezwitscher zu hören sind. Danach entfesselt der gute HELLRIPPER den 'Blakk Satanik Fvkkstorm', eine typische Nummer des Schotten, wie sie auch in zigfacher Auflage immer noch Spaß macht und die jeden Mosh Pit aufmischen dürfte. Der sechste Track 'Sculptors Cave' schlägt mit seinen flirrenden Gitarren in eine ähnliche Kerbe, wobei hier deutlich melodischer agiert wird. Im punkigen 'Mortercheyn' verarbeitet James dann den Niedergang der Gesellschaft, natürlich auf seine eigene Weise.
Kommen wir zum letzten Lied des Albums, dem knapp neunminütigen Titeltrack 'Coronach'. So wird in Schottland der traditionelle, improvisierte Totengesang, der auf Beerdigungen angestimmt wird, genannt und es ist ebenso ein Gedicht des schottischen Dichters Walter Scott, das James McBain hier mit seinen eigenen Worten verwebt. Das Stück beginnt mit James McBain, der mit überraschend kräftiger Gesangsstimme den Text "all hail our star and saviour, in times of woe and favour, ascend in joy and sorrow, eternally we follow" anstimmt und kurz darauf die erste Strophe des Gedichtes rezitiert, bevor er sein typisches Black Metal-Keifen wieder einsetzt. Musikalisch ist dieser epische Metaltrack der wohl bisher ambitionierteste Song der Bandgeschichte. Es sind Anleihen von BATHORY, ATLANTEAN KODEX bis IRON MAIDEN-artigen Gitarrensoli herauszuhören, in der Ferne erklingen Dudelsäcke. Ständig wechselt James McBain seinen Gesangstil, vom Keifen über Growling bis zum oben schon erwähnten Klargesang, aber auch getragener Gebetsstimme ist wohl so ziemlich jede stimmliche Facette zu hören. Trotz aller Abwechslung bleibt dieser Song aber trotzdem zugänglich und eingängig.
Für mich ist das vierte Album des Schotten das bisher beste Album seiner Karriere. Die musikalische Entwicklung vom Vorgänger wird auf "Coronach" konsequent weitergeführt, ohne die Wurzeln zu vergessen. Die Songs sind musikalisch noch einmal deutlich ausgefeilter, reifer und technisch anspruchsvoller geworden. Durch die abwechslungsreicheren Songstrukturen wirkt das gesamte Album deutlich kurzweiliger als die Vorgängeralben. Aber die Fans der ersten Stunde sollten jetzt keine Angst haben, denn am Ende bleibt James McBain sich selbst treu und weiß auch weiterhin, was seine Fans von einem HELLRIPPER-Album erwarten. So ist auch weiterhin jeder Song eine Abrissbirne. Für Fans ist dieses Album natürlich ein Pflichtkauf, aber auch jeder andere Freund von extremem Metal sollte sich diese Scheibe zu Gemüte führen.
- Note:
- 9.50
- Redakteur:
- René Juffernholz


