NEPTUNE POWER FEDERATION, THE - Mondo Tomorrow
Mehr über Neptune Power Federation, The
- Genre:
- Glam Rock / Psychedelic Rock
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Cruz Del Sur Music
- Release:
- 10.04.2026
- Mondo Tomorrow
- The Grip Of Death
- And The Bones Decay
- Living In The Gutter
- Mind Controller
- Cybernetic Times
- Rhapsody In Blue
- The Barbarian Dominion
Überraschend eigenwillig, gewohnt stark!
Mit einer Fülle elektrisierender Liveshows hat THE NEPTUNE POWER FEDERATION in den letzten Jahren diverse Club- und Festivalshows in Schutt und Asche gelegt. Inzwischen ist das Ensemble aus dem australischen Sydney hinlänglich bekannt und anerkannt, streckt mit jedem weiteren Release jedoch auch die Erwartungen in die Senkrechte, denn was auf der Bühne eindrucksvoll, energetisch und bezaubernd wirkt, darf auf Platte gerne auch nachziehen. An Ideen mangelt es der Truppe aus Down Under dabei auch anno 2026 nicht; doch die immense Durchschklagskraft der psychedelisch gefärbten Rock & Roll-Shows der letzten Jahre ist auf "Mondo Tomorrow" nicht allerorts zu finden. Schlimm? Nein, eigentlich nicht!
Denn eine gezielte Weiterentwicklung sei THE NEPTUNE POWER FEDERATION nicht nur gegönnt, sie scheint auch zwingend notwendig, um die Band nicht in einen Strudel immergleicher Ansätze zu verstricken. Wo in der Vergangenheit auch mal punkiger Glam Rock und verschwitzte Heavy-Rock-Vorstöße zu verspüren waren, wird diesmal noch viel offensiver experimentiert, manchmal mit poppigen Versatzstücken, hin und wieder sogar mit vergleichsweise angeproggten Psychedelica, dann wiederum im Dunstkreis von kauzigem Krautrock, letzten Endes aber auch mit zeitlosen Classic-Rock-Arrangements, in denen es nicht einzig und alleine darum geht, den Energielevel aus dem Stand auf 100 zu bringen, sondern eher um das unbeschwerte Feeling eines massiven Jams mit offenem Ende - und wie ein eben solcher fühlt sich das aktuelle Werk tatsächlich auch an.
THE NEPTUNE POWER FEDERATION ist zumindest an einem Punkt angekommen, an dem externe Erwartungen keine besondere Rolle mehr spielen, an dem man es niemandem mehr recht machen muss, und an dem man einfach nur mit den Ideen arbeiten und experimentieren darf, auf die man so richtig Bock hat. Und Herzblut und Leidenschaft sind auf "Mondo Tomorrow" erwartungsgemäß auch kein Thema, lediglich der nicht immer leicht zugängliche Stoff, den die Australier kredenzt haben. Gerade in der zweiten Hälfte gibt sich die Platte etwas sperriger, launischer und auch sehr unkonventionell - genauso wie Frontdame Screaming Loz Sutch, die ihrer schrägen Präsenz hier ein weiteres spannendes Kapitel hinzufügt.
Und gefällt das? Ja, das tut es, und mit wachsender Spielzeit sogar immer mehr. "Mondo Tomorrow" ist nämlich tatsächlich ein unverhoffter Grower, anfangs merkwürdig und schrill, am Ende aber extrem lebendig und bisweilen auch innovativ. Das ist für diese Formation nichts Neues, aber es ist doch immer wieder speziell. Denn: THE NEPTUNE POWER FEDERATION war schon immer für Überraschungen gut, aber das hier ist dann doch noch mal anders cool!
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Björn Backes


