KAL-EL - Astral Voyager Vol. II
Mehr über Kal-El
- Genre:
- Stoner / Doom / Psychedelic
- ∅-Note:
- 7.00
- Label:
- Majestic Mountain Records
- Release:
- 23.03.2026
- Juno
- The Nine
- The Prophecy
- Juggernaut
- Pan
- Asteroid
Zum Headbangen in Zeitlupe.
Zehn Monate nach Teil 1 folgt nun unter dem Titel "Astral Voyager Vol. II" die Fortsetzung des Konzeptwerkes der norwegischen Band KAL-EL. Wie man schon am Cover, dessen Ästhetik ein wenig an den berüchtigten Zeichentrickfilm "Heavy Metal" erinnert, erkennen kann, handelt es sich bei diesem Konzept-Doppelschlag um eine Sci-Fi-Geschichte.
Wenn man das Promomaterial zur Scheibe durchliest, stößt man auf etliche stilistische Zuschreibungen des Quintetts: Heavy Metal, Doom, Stoner, Psychedelic... Dies könnte man als Kompliment für eine Gruppe mit großer Individualität interpretieren, die nicht vorgegebene musikalische Richtungen ausfüllen, sondern einen eigenen Stil erschaffen will. Doch beim Anhören von "Astral Voyager Vol. II" werde ich den Eindruck nicht los, einen Ableger von BLACK SABBATH in den Siebzigern zu erleben. Ein schwerstverzerrter Sound, ein gedrosseltes Tempo sowie schleppende und wuchtige Riffs heruntergestimmter Gitarren ziehen sich nahezu über die gesamte Spieldauer durch das Album. Darüber wehklagt der Sänger mit hoher, nölender Stimme, die dem unvergessenen Ozzy Osbourne zwar nicht zum Verwechseln ähnlich ist, ihm aber sehr nahekommt. Auch wenn hier, anders als bei SABBATH, zwei Gitarristen agieren, wird die Melodie über weite Strecken hauptsächlich vom Gesang getragen. Das gemächliche Tempo wird häufig auch in den spärlichen Soli durchgehalten.
Dabei zieht KAL-EL dieses Soundkonzept unbeirrt durch. Die prägenden massiven Riffs werden häufig wiederholt, was man je nach eigenen Vorlieben als eintönig bezeichnen, jedoch genau so gut als hypnotisch und suggestiv schätzen kann. Auch wenn manches Stück mit einem überraschenden Intro aufmacht, kehrt die Band immer wieder in diese Spielweise zurück. So legt der Long Track 'The Nine' mit einem bedrohlichen Gitarrenlick los, und der Sänger senkt in Gothic-Manier die Stimme. Das Stück schwenkt bald aber wieder auf die Grundlinie ein. Ebenso bewirken eine kurze Tempoerhöhung in 'The Prophecy' oder das melodische Zwischenspiel in 'Juggernaut' ein momentanes Aufhorchen.
Eine Beurteilung von "Astral Voyager Vol. II" ist deutlicher als bei anderen Alben eine Richtungsentscheidung beim Hörer. Sie hängt in diesem Fall davon ab, ob man Sound oder Melodie höher wertet oder wie man zu Anleihen bei anderen Bands steht. Insofern ist es natürlich keine Frage, dass meine Punktwertung subjektiv geprägt ist. Etliche Musikfreunde werden locker einen Punkt draufpacken, andere sicher einen abziehen. Auf jeden Fall hat KAL-EL eine eindrückliche Arbeitsprobe abgeliefert. Nach dem Auslaufen des Albums meint man immer noch das Knistern und Brummen der aufgedrehten Verstärker zu hören.
- Note:
- 7.00
- Redakteur:
- Stefan Kayser


