LEATHERHEAD - Violent Horror Stories
Mehr über Leatherhead
- Genre:
- Heavy Metal
- ∅-Note:
- 10.00
- Label:
- No Remorse Records
- Release:
- 13.02.2026
- V.H.S.
- Summoning The Dead
- The Visitors
- Children Of The Beast
- Incubus
- Crimson Eyes
- Something Evil (This Way Comes)
- Dreamcatcher
Tatsächlich folgt hier der nächste künftige Klassiker - was für ein Traumalbum!
Kennt ihr dieses Gefühl, diese Angst, die sich gerne einmal breit macht, wenn eine noch recht junge Combo nach einem sensationell starken Debüt wieder ins Studio marschiert und die Messlatte für die dort verrichteten Arbeiten so hoch ist, dass man sich kaum vorstellen kann, das sie ein weiteres Mal gerissen wird? Wie vielen Bands ist es denn tatsächlich auch gelungen, einen nahezu unschlagbaren Erstling noch einmal anzugreifen und ihm einen Nachfolger zur Seite zu stellen, der dieses Niveau zumindest aknkratzt, geschweige denn es auch komplett zu erreichen?
Jene Angst ist es schließlich, die mich in den letzten Tagen davon abgehalten hat, den zweiten LEATHERHEAD-Longplayer endlich in die Rotation zu bringen, schließlich ist das selbst betitelte Debüt meiner bescheidenen Meinung nach das beste Album des vorletzten Jahres und vielleicht die beste Heavy-Metal-Scheibe, die je in Griechenland produziert wurde. Dass die Hellenen also anderthalb Jahre später schon wieder in die Vollen gehen und sich noch einmal übertreffen wollen, führt folglich zu einer Menge Nervenkitzel und Aufregung, natürlich auch aus dem Grund, dass man absolut willens ist, mindestens genauso epische Gänsehautphasen zu erleben wie seinerzeit auf "Leatherhead".
Glücklicherweise ist auf die Senkrechtstarter aber auch anno 2026 Verlass, das kristallisiert sich bereits nach wenigen Minuten heraus, in denen LEATHERHEAD schon wieder mehrfach nach den Sternen gegriffen hat. Denn schon nach dem superben Einstieg mit dem speedigen 'V.H.S.' stellen sich die kleinen Stoppeln am ganzen Körper wieder auf: grandiose Gitarrenarbeit, fantastische Melodien, hervorragend und authentisch aufbereitete 80er-Vibes - hat man da noch Fragen oder Wünsche? Nein, hat man nicht, denn LEATHERHEAD liefert in der Folge Qualitäts-Edelstahl aus dem allerhöchsten Regal, sowohl instrumental, vor allem aber vokaltechnisch.
In den letzten Monaten habe ich mich ja gerne mal etwas weiter aus dem Fenster gelehnt, wenn es um Jahrhundertgeschichten geht, allerdings würde ich so weit gehen, die Performance von Tolis Mekras mit der Darbietung eines Warrel Dane auf den ersten beiden SANCTUARY-Platten gleichzusetzen. Der Mann jongliert wie der mittlerweile verstorbene Kultsänger mit seiner Stimme durch schwindelerregende Höhen, sendet ab und zu auch Grüße an eine Legende wie Jon Arch und strotz währenddessen nur so vor Energie und Leidenschaft. Was Mr. Mekras in 'Crimson Eyes' und der Monsterballade 'Children Of The Beast' aus seinen Lungen hochzieht, ist aktuell absolute Referenzklasse und einer der vielen Gründe dafür, sofort in "Violent Horror Stories" verliebt zu sein.
Aber neben der beeindruckenden Performance sind es natürlich auch die Grundsockel der acht neuen Songs, die dauerhaft begeistern. LEATHERHEAD hat sich gar nicht lange damit beschäftigt, verkopft an einen möglichst ebenbürtigen Nachfolger heranzugehen, sondern den spontanen Fluss des Vorgängers direkt wieder aufgenommen, die Speed-Metal-Wurzeln währenddessen mit SANCTUARY und FATES WARNING gekreuzt, hin und wieder noch ein bisschen thrashigeren US Metal eingeflochten, schlussendlich aber ein Epic-Metal-Meisterwerk geschaffen, an dem sich in diesem Jahr die gesamte Konkurrenz die Zähne ausbeißen darf - und wahrscheinlich auch wird. Denn die Erwartung, zumindest im Ansatz an das Debüt heranzureichen, hat LEATHERHEAD nicht nur erfüllt, sondern mit ausnahmslos herausragenden Kompositionen schier problemlos übertroffen.
Ich kann mich aktuell nicht entscheiden, welche der beiden Platten momentan die Nase vorne hat, kann aber berichten, dass der Branchenführer der NWoTHM seinen Status weiter gefestigt hat und vielleicht schon jetzt das Classic-Metal-Album des Jahres in die Regale gestellt hat. Alles andere als die Höchstnote wäre fatale Gotteslästerung und eine Beleidigung für diesen erneuten Meilenstein!
- Note:
- 10.00
- Redakteur:
- Björn Backes


