MARDRöM - Nebelwanderer
Mehr über Mardröm
- Genre:
- Black Metal
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Eigenproduktion
- Release:
- 14.03.2026
- Morningrise
- Dream Layers
- Chamber
- All Men Are Mortal
- Tree Of Riddles
- Dreams Never Dare Sleep
- Room Of Memories
- Recursion
Grandioses Debüt eines grandiosen Newcomers.
MARDRÖM ist ein noch recht frisches Bandprojekt aus Halle an der Saale, das sich stilistisch dem melodischen, atmosphärischen Black Metal verschrieben hat - so weit die Eckdaten. Die Truppe wurde 2023 von Schlagwerker Eric und Gitarrist Willi ins Leben gerufen, die bereits vorher in gemeinsamen Projekten aktiv waren und die Zusammenarbeit nun unter neuer Fahne fortsetzen wollen. Leider hat es eine Weile gedauert, bis endlich auch ein stabiles Bandgefüge etabliert werden konnte, doch noch vor der Fertigstellung des Debütalbums konnte auch hier Vollzug gemeldet werden. Diese neu gewonnene Stabilität äußert sich in einem extrem selbstbewussten Auftreten, von dem "Nebelwanderer" in wirklich allen Facetten enorm profitieren kann.
Der Erstling ist eine typische Underground-Produktion, die den Charme der Garage einatmet, aber dennoch nicht plump daherscheppert, sondern durchaus auch alle sich bietenden Details prima auffängt. Zwar könnten die Drums hin und wieder etwas mehr Punch entwickeln, allerdings bleibt in den acht Kompositionen alles herrlich organisch und authentisch, so dass man hier das fehlende Volumen gerne in Kauf nimmt - zumal es am Ende auch nicht mehr gefragt ist.
Denn im Vordergrund stehen reihenweise exquisite Hymnen, die mal aggressiver, mal epischer, mal mit Fokus auf finstere Doom-Sequenzen, gelegentlich aber auch sehr heroisch vorgetragen werden. MARDRÖM weiß definitiv, wie man eine Melodie monumental streckt und sie effizient zur Wirkung bringt, das zeigt sich sowohl in schleppenden Black-Metal-Epen wie 'Dream Layers' und 'Tree Of Riddles' als auch im nahezu klassisch-metallischen 'All Men Are Mortal', in dem selbst Charakterzüge von MANOWAR und MANILLA ROAD zum Zuge kommen.
Möchte man jedoch über Parallelen sprechen, eignen sich die ersten beiden AGATHODAIMON-Alben hier vorzüglich, einerseits mit Blick auf die Dynamik, andererseits aber auch hinsichtlich der dichten Aufeinanderfolge majestätischer Melodien, die fernab jeglichen Kitsches umgehend einschlagen.
Eine solche Qualität habe ich in den letzten Monaten vor allem in dieser Summe nicht mehr wahrnehmen dürfen, und das macht definitiv Hoffnung. Hoffnung, dass "Nebelwanderer" schnell seine Zielgruppe findet, dass auch die Labels die Augen und Ohren öffnen und dass die Band bei den anstehenden Release-Shows massig Material absetzt. Das hier hat Zukunft - und das hier darf gerne auch als Defintion für melodischen Underground-Black-Metal im Jahr 2026 verwendet werden!
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Björn Backes


