MASTERS OF REALITY - The Archer
Mehr über Masters Of Reality
- Genre:
- Stoner Rock
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Mascot Records
- Release:
- 28.03.2025
- The Archer
- I Had A Dream
- Chicken Little
- Mr. Tap n‘ Go
- Barstow
- Sugar
- Powder Man
- It All Comes Back To You
- Bible Head
Als wären sie nie weg gewesen.
Dass die MASTERS OF REALITY-Frühwerke einen maßgeblichen Einfluss auf die Entstehung und Entwicklung des Stoner Rocks hatten, ist unumstritten. Das lag natürlich auch an Sänger Chris Goss, der daneben auch für KYUSS, QUEENS OF THE STONE AGE und NEBULA zu den Reglern griff. Irgendwie hatte er immer seine Finger mit im Spiel, doch nach dem letzten MASTERS OF REALITY-Abriss "Pine/Cross Dover" wurde es immer ruhiger und sicher, dass irgendwann der Nachfolger kommen könnte, war man indes nicht. Bis jetzt, denn mit "The Archer" steht die neunte Scheibe der Amis endlich in den Startlöchern und wartet darauf, die Ohren mit coolen Desert-Rock-Vibes in Trance zu versetzen.
Richtig, die Atmosphäre, die "The Archer" vom beginnenden, doch ruhigeren Titeltrack an, inszeniert, könnte für die Band nicht treffender sein. Ein Hauch von Melancholie, mit hymnischen, positiv angestaubten Nuancen, mal bluesig entspannt, mal vom Psychedelic Rock der Proto-Zeit getrieben, mal schwermütig, mal leichtfüßig – auf MASTERS OF REALITY kann man sich trotz der Wartezeit von anderthalb Dekaden noch immer verlassen. Auch hat Goss selbst noch immer diese gewisse Magie in der Stimme, die mich auch schon auf den anfangs angesprochenen, ersten Alben von Song zu Song getragen haben. Nein, große Überraschungsexplosionen oder an Dramaturgie kaum zu übertreffende Strukturen darf man nach wie vor nicht erwarten, hält hier doch eher die Stoner-Aura, Faszination an der Nostalgie und der Hang, mit sich und der Welt zumindest für die Albumdauer im Reinen zu sein, fest das Heft in der Hand.
Dennoch kann das Album auch ordentlich rocken, wie 'I Had A Dream' oder 'Mr. Tap n' Go' mit starkem Groove mit Schwung unter Beweis stellen, ehe mit dem 'Chicken Little'-Eigenleben der Blues wieder Oberwasser behält. Neben all dem Schwermut, der sich wie ein roter Faden durch "The Archer" zieht, gibt es auch – sagen wir mal – zappeligere Momente, die der Dynamik aber hörbar gut tun: 'Bible Head' als funkiger Abschluss sei hier ebenso erwähnt wie der 'It All Comes Back To You'-Fingerzeig.
Richtig, spätestens seit Earl Hickey wissen wir, dass Karma recht eigenwillig ist. Eigenwillig sind auch 'Barstow' und diese dahinschmachtende 'Powder Man'-Ballade, die "The Archer" das i-Tüpfelchen verpassen. So oder so ist dieses Album für Stoner-Fans und MASTERS OF REALITY-Sympathisanten ein gefundenes Fressen, um so manchen sonnendurchfluteten Roadtrips und geselligen Grillabenden den letzten Schliff zu verleihen. Toll.
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Marcel Rapp