MIENTRAS LAS ABEJAS DUERMEN - MLAD
Mehr über Mientras las abejas duermen
- Genre:
- Stoner Rock / Psychedelic Rock / Doom
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Kozmik Artifactz
- Release:
- 26.02.2026
- Huellas y rumores
- Cruz de Benalfil
- Los hijos perdidos de Umrica
- Cruz del Tajo
- El camino silencioso
- La ley del cuarto ¿Quién es el 67?
- Cruz de la Viñuela
Andalusia's finest in Heavy Stoner Rock.
Zugegeben, die Band hat bereits durch ihren kuriosen Bandnamen, der übersetzt "Während die Bienen schlafen" heißt, mein Interesse geweckt. Jenes schwindet auch beim Blick auf das Cover nicht, das in düsterem Pink und Lila eine beschwörende Bienenkönigin (oder irgendeine andere mysteriöse Kreatur) in ihrem Bienenstock zeigt. Die Musik macht dann die Sache rund. Ein gewisser hypnotischer, mystischer Charakter ist hier definitiv zu vernehmen, die psychedelischen Klänge entführen jedoch weniger in fluffige Hippie-Welten, als vielmehr in dunkle Abgründe, in denen düstere und eher nicht wohlmeinende Gestalten den Taktstock schwingen. Die Songtitel sind Zeugnis davon, es geht um verlorene Kindern, diverse Kreuze und die Suche nach einer ominösen Nummer 67.
Die Musik von MIENTRAS LAS ABEJAS DUERMEN huldigt einem Stoner Rock, der in psychedelischen und vor allem doomigen Gefilden wildert, und schön heavy und räudig in der Inszenierung, insbesondere der Klampfen, daherkommt. Ich kann es nicht anders sagen: Der Klang der Gitarre ist der helle Wahnsinn, man höre nur mal den Beginn von 'Los hijos perdidos de Umrica'. Stark verzerrt, aber mit unglaublich viel Tiefe und Groove - da müssen die Regler überhaupt nicht alle auf Anschlag stehen, dieser Sound allein hat so viel monströse Heaviness intus.
Es gibt kaum feste Songstrukturen oder gar deutlich herausgearbeitete Refrains - das Ganze hat eher den urwüchsigen Charme eines Trios, das den Flow eines Songs während der Performance selbst manifestiert. Ich vermeide den Begriff "Jam", denn die Prägnanz und Griffigkeit ist sehr hoch und der rote Faden ist stets allgegenwärtig. Ein fixes Strukturelement habe ich dennoch ausmachen können: Die vier längeren Nummern starten allesamt mit einer etwas verspielteren Passage, die zwar keine Leichtigkeit zelebriert (ich denke da eher an die trügerische, angespannte Ruhe in einem Western- oder Gruselfilm-Setting), die aber schlussendlich in einen heftigeren Ausbruch, einen flotten Riffgalopp oder in pulsierendes Dröhnen mündet. 'El camino silencioso' biegt dabei sogar nochmal kurz ab und präsentiert lieblichen Klargesang, bevor ein Doom-Riff einsetzt, das sich dann nach und nach ekstatisch steigert. Diese Nummer und das bereits erwähnte 'Los hijos perdidos de Umrica' sind für mich das Beste, was "MLAD" zu bieten hat. Die drei 'Cruz...'-Songs hingegen sind ruhigere Nummern - zwei kurze instrumentale Zwischenspiele und das Outro 'Cruz de la Viñuela' breitet das dann als Dreiminüter mit finalem Glockengeläut aus.
Viel zum besonderen Charme von MIENTRAS LAS ABEJAS DUERMEN trägt sicherlich auch das Singen in spanischer Muttersprache bei, aber auch musikalisch ist das keinerlei Stangenware. Vielleicht findet mancher die Zwischenspiele oder die getragenen Passagen in den Longtracks etwas zu lang - für mich passen sie wunderbar zur Stimmung des Albums, zumal das den Kontrast zum wilden Riffing richtig ausreizt. Ein origineller und bemerkenswerter Output aus Andalusien, dem man irgendwie überhaupt keine musikalischen Vorbilder anhört, was in dem Fall eine richtig gute Sache ist.
Randnotiz: Auch die limitierte Vinyl-Edition sieht richtig schmackhaft aus!
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Stephan Voigtländer


