RUOSKA - Kade
Mehr über Ruoska
- Genre:
- Industrial Metal
- ∅-Note:
- 6.50
- Label:
- Inverse Records
- Release:
- 27.03.2026
- Rampa Ja Sokea
- Kettingit
- Ihtiriekko
- Silti Syntinen
- Ohjenuora
- Kade
- Ikirouta
- Piruja
- Loppu
- Sarkajaako
- Runno
LORDI meets EISBRECHER?
Grundsätzlich ist die soundtechnische Eigeneinschätzung dieser finnischen Newcomer ein wenig befremdlich. RUOSKA sieht sich selbst im erweiterten Spektrum des Industrial Metal, hat mit Protagonisten wie MINISTRY, KILLING JOKE und FILTER allerdings eher wenig am Hut, sondern bieten eher den typisch aufgeblähten Wahnsinn zwischen elektronisch gefärbtem Modern Metal und clowningen Spielereien aus der LORDI-Abteilung. Der wird dann mit einigen sehr eigenwilligen Arangements möglichst vielschichtig gehalten, mag seine Party-Attitüde jedoch auch nicht einbüßen.
Das Resultat: eine arg plastisch modellierte Masse aus all den Versatzstücken, für die der düstere finnische Metal in den vergangenen drei Dekaden bkannt geworden ist, gepaart mit kurzen Episoden aus dem abgedrehte Teil der heimischen Folklore mit dezentem WALTARI-Bezug. Dass dieser ziemlich bunte Klumpen die Meinungen spalten wird, ist bereits nach wenigen Sekunden offenkundig.
Nun, RUOSKA traut sich auf dem aktuellen Release sicherlich einiges und bedient nicht zwingend den gegenwärtigen Konsens, was im Umkehrschluss aber keinesfalls bedeutet, dass die Nummern von "Kade" nicht langfristig konsensfähig sind. Es gibt viele melodische Abschnitte, bierselige Singalongs, genügend Party-Flair und eben auch diese nicht unwesentliche LORDI-Komponente, die hier eben nur noch durch Synthies und andere elektronische Klagmalereien in den Bombast getrieben wird und sich manchmal auch ein Stückchen zu weit im gelegentlichen Chaos verliert, das die Finnen manchmal ziemlich bewusst produzieren.
Dennoch kommt man nicht umhin, den Wagemut von RUOSKA zu bewundern, einfach so viele verschiedene Einflüsse zu einer homogenen Einheit formen zu wollen, ohne dabei wirklich den Faden zu verlieren. Denn auch in den eher durchtriebenen Augenblicken hat man nicht das Gefühl, die Truppe würde die Kontrolle aufgeben oder gar haltlose Effekthascherei betreiben. Das hat Sinn und Konzept, selbst wenn es musikalisch nicht jedermanns Geschmack treffen wird. Aber wenigstens das verdient Applaus.
Rein musikalisch kann mich "Kade" dennoch nicht begeistern, weil mir manches zu dick aufgeplustert klingt und die kreativen Klimmzüge manchmal in die falsche Richtung gehen. Doch die Anerkennung für ein risikofreudiges Projekt, die bleibt auf jeden Fall. Speziell wenn man den Eigensinn finnischer Rockmusik liebt, wird man hier garantiert eine andere Perspektive gewinnen.
- Note:
- 6.50
- Redakteur:
- Björn Backes


