NOVOMUNDO - The Cursed Cult
Mehr über Novomundo
- Genre:
- Occult Groove Metal
- ∅-Note:
- 5.50
- Label:
- Eigenproduktion
- Release:
- 02.03.2026
- Son Of Mawu
- Deathless
- Erzulie
- Bokor
- The Coven
- Mojo
- Vodun
- OSFTG
- Le Mariage De Brigitte
- Warlord
- God's Violence
- Maitresse La-Sirene
- Papa Legba
- Orishas
Italienischer Voodoo-Zauber trifft auf ruppig schwere Klampfen.
Ein Warnhinweis: Zarte Gemüter, die gerne feinen Melodien lauschen und sich eher im überschaubaren Härtegarten zuhause fühlen, sollten ganz schnell Abstand von NOVOMUNDO nehmen. Die Italiener präsentieren uns nämlich mit ihrem ersten in Eigenregie entstandenen Album "The Cursed Cult" eine wilde, meist sehr wirre Mischung an schleppendem Groove Metal, Occult Rock und derbem Crustcore, der durchaus an prominente Bands wie SEPULTURA oder GOJIRA angelehnt ist.
Die Band aus dem Großraum Rom, die sich bereits 2012 gründete, experimentiert gerne mit artfremden Instrumenten, baut enorm viele Tribal-Elemente in seinen Sound ein und setzt verstärkt auf hypnotische Wiederholungen und eine düstere, beklemmende Atmosphäre. Das Quartett holt scheinbar alles hervor, was die Welt der Zupf-, Tasten- und Percussioninstrumente so hergibt und macht selbst vor bayrischer Blasmusik nicht halt. Diesen wilden Mix beherrschen die Jungs jedoch sehr gut, zumal gerade die Instrumentalisten mit hoher technischer Versiertheit glänzen können.
Es passiert musikalisch einfach viel, fast schon zu viel - ab und an notiere ich mir gar Free Jazz auf meinem Zettel. Die gut vierzig Minuten sind meist im Mid-Tempo-Bereich gehalten und werden nur durch gelegentliche Geschwindigkeitsattacken und kurze Soundspielereien unterbrochen. Trotz verstärkter Polyrhythmik und dem vorherrschenden Grundchaos stellt sich dadurch schnell eine gewisse Sättigung ein, da Dynamik auf "The Cursed Cult" eher kleingeschrieben wird. Songs wie 'Deathless', 'Papa Legba', 'Warlord' oder auch 'The Coven' schieben mächtig und haben durchaus ihre Zunge-schnalzenden Momente, die mich überrascht anerkennend nicken lassen.
Problematischer wird es jedoch mit dem kehligen Gekeife von Valerio Cristiani, der sich fast schon penetrant durch die insgesamt zehn Stücke röchelt, ohne dabei Akzente setzen zu können. Das ist mir dann doch zu eindimensional, zu monoton und ausdruckslos. Obwohl ich gestehen muss, dass sie ihr lyrisches Voodoo-Konzept mit schwarzen Messen und satanischen Ritualen atmosphärisch ganz ordentlich umsetzen konnten, wozu hier auch der diabolische Gesang seinen Teil beiträgt.
Insgesamt fesselt mich "The Cursed Cult" von NOVOMUNDO nicht lang genug, die durchaus starken experimentellen Passagen können mich nicht ausreichend nachhaltig beeindrucken. Wer sich aber gerne von einem furchteinflößenden Dämon an der Hand in den tiefen dunklen Wald zu den bedrohlichen Trommeln und hypnotisch singenden maskierten Gestalten bringen lassen möchte, darf hier mal ein Ohr riskieren. Aber sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.
Anspieltipps: Papa Legba, Warlord, Deathless
- Note:
- 5.50
- Redakteur:
- Chris Staubach


