ONLY HUMAN - Planned Obsolescence
Mehr über Only Human
- Genre:
- Progressive Metal
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Season Of Mist
- Release:
- 27.03.2026
- Drift
- The Sun And The Moon
- Steep Descent
- Death Cult
- Techno Fascist
- Automata
- Aspire
- Breach
Ein grandioser Blick über den progressiven Tellerrand.
Dystopische Zukunftsvisionen sind der Nährboden für den ersten Longplayer der dänischen Prog-Metaller von ONLY HUMAN, und ganz im Zeichen des konzeptionellen Backgrounds zeichnen die Nordeuropär einige recht finstere Stimmungsbilder, die von Introvertiertheit, Melancholie und einer Spur von Pessimismus begleitet werden. Folglich könnte man im ersten Augenblick darauf schließen, dass "Planned Obsolescence" grundsätzlich in die falsche Jahreszeit hineingeboren wird, stellt man sich doch hier eher ein herbstliches Szenario mit einem herzerwärmenden Tee, brennendem Kachelofen und warmer Decke vor.
Doch je weiter die Band in ihre Songs eintaucht, desto stärker und vor allem intensiver brennt sich der zeitlose Charakter des Materials ein, ohne dabei zu sehr von den eigentlichen Intentionen preiszugeben. Denn die träumerischen Soundscapes, die ONLY HUMAN mit den Kompositionen irgendwo im breiten Schnitfeld von Djent, Modern Prog und zeitgemäßem Metal liefert, bringen etwas sehr Geheimnisvolles und zugleich Faszinierendes mit sich, dem man relativ schnell verfallen ist, weil die Dänen hier sehr schnell ihren eigenen Mythos erschaffen - und der ist zunächst mit nichts und niemandem vergleichbar.
Daher wundert es dann auch nicht, wenn die Band plötzlich auch mal die Hemmungen zurückstellt und in 'Techno Fascist' mit einigen Metalcore-Ansätzen aufwartet oder in 'Breach' den rauen Kontrast zu ihren ansonsten eher zurückhaltenden, melodischen Nummern aufbaut. Es wundert auch genau so wenig, dass zwischen geballter Synthie-Ladung und teils recht dominanten Keyboards und Elektronik, eine Menge Organisches Raum findet und "Planned Obsolescence" nicht im Wust der zahlreichen bestehenden Elemente versinkt.
Dennoch braucht die Platte Zeit, um ihren gehörigen Facettenreichtum vollständig zugänglich zu machen und all die Gegensätze zur Wrkung zu bringen. Dies gschieht sicherlich mit einigen prägenden Hooklines, aber eben auch mit der atmosphärischen Dichte, die in der Präsentation als Resultat eines kreativen Gewaltakts stehenbleibt, an der sich in dieser Saison zahleiche Prog-Bands die Zähne ausbeißen dürfen.
ONLY HUMAN steht auf dem Debüt für einen gezielten, aber kontrollierten Blick über den Tellerrand des progressiven Metals und schlägt sich von der ersten bis zur letzten Sekunde souverän. Die Platte hat alles: Melodien, Emotionen, Anspruch und eine tadellose Performance - daher ist die Empehlung letztlich nur Formsache, wird aber noch mal in dicken Lettern geschrieben!
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Björn Backes


