POWER PALADIN - Beyond The Reach Of Enchantment
Mehr über Power Paladin
- Genre:
- Power Metal
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- ROAR
- Release:
- 27.03.2026
- Sword Vicor
- Glade Lords Of Athel Loren
- The Royal Road
- The Arcane Tower (feat. Tommy Johansson)
- Aegis Of Eternity
- Camelot Rock City
- Keeper Of The Crimson Dungeon
- Valediction
Isländischer Power Metal voll unbändiger Spielfreude und mit einer unerhörten Abwechslung.
POWER PALADIN, die Metal-Ritter aus Island, bringen nach vier Jahren endlich ihr zweites Album heraus. Hat sich das lange Warten auf "Beyond The Reach Of Enchantment" gelohnt? Ich spanne euch nicht lange auf die Folter: Ja! Für Fans des Debüts "With The Magic Of Windfyre Steel" oder des Genres im Allgemeinen ist der Release von "Beyond The Reach Of Enchantment" sowas wie Weihnachten und Ostern an einem Tag.
Wie das erste Album auch ist das neue Werk wieder in ein hübsch-kitschiges Cover von James Child verpackt, das keine Sekunde Zweifel daran aufkommen lässt, welche Art von Album man in der Hand hat. Vier Menschen, eine Bardin, ein Ritter, ein Wikinger und ein Waldläufer sitzen um ein Feuer, über dem ein Kessel hängt, innerhalb einer von Bäumen gesäumten Ruinenlandschaft. Im Hintergrund geht die Sonne unter und ein Drache ist auch zu sehen, nämlich rechts neben dem in der linken Ecke des Covers prangendem Band-Logo. Das muss man einfach mögen!
Im Promo-Text ist zu lesen, dass die Helden der Band IRON MAIDEN, DIO und HELLOWEEN sind, was man auch heraushört, aber die eigentlichen Referenzen wären eher Bands wie TWILIGHT FORCE, STRATOVARIUS, RHAPSODY und DRAGONFORCE, wobei POWER PALADIN jedoch auf Kostüme oder moderne Elektro- und Discospielereien verzichtet.
Die Keyboards von Bjarni Egill Ögmundsson sind zwar präsent, verstärken und ergänzen die Songs aber nur. Dominierendes Element ist die bärenstarke, abwechslungsreiche Gitarrenarbeit von Bjarni Þór Jóhannsson und Ingi Þórisson und das mächtige Rhythmusfundament, das Kristleifur Þorsteinsson an Bass und vor allem Einar Karl Júlíusson mit kraftvollem, zuweil wieselflinkem Drumming legen.
Das Album wird rasant von der erste Single 'Sword Vigor' eröffnet, in dessen Video die Band auch zeigt, dass sie zwar ihre Musik, sich selbst aber alles andere als todernst nimmt. Der Opener ist mit 4:50 Minuten der zweitkürzeste der acht Tracks und doch kann ich schon verraten, dass bei einem der folgenden Lieder auch nur eine Sekunde Langeweile aufkommt!
Das folgende 'Glade Lords Of Athel Loren' ist ein sechseinhalb Minuten langer Parforce-Ritt mit durchgetretenem Gaspedal und begnadeten Gesangslinien, überhaupt der Gesang! Atli Guðlaugsson hat sich gegenüber dem Debüt nochmal gesteigert, bärenstark was dieser Bruce Dickinson-Lookalike hier vom Stapel lässt!
Ich möchte jetzt gar nicht auf jeden Song einzeln eingehen, die Lieder leben neben der unbändigen Power und Spielfreude von einer unerhörten Abwechslung. Auch wenn die Basis immer europäischer Heavy- und Power-Metal ist, man hört in den Stücken immer mal wieder kleine Feinheiten, wie eine Passage mit fast QUEEN-artige Epik, mal wird eine etwas folkige Melodie eingewoben, so dass es immer wieder etwas zu entdecken gibt. Mit 'Camelot Rock City' hat man einen der witzigsten Songtitel der letzten Jahre an Bord.
Am Ende des Albums steht das Epos 'Valediction', das mit über neuneinhalb Minuten bislang längste Stück der Band. Und einen besseren Abschluss für dieses Album hätte ich mir kaum wünschen können, beinhaltet der Track neben einigen Death Metal Vocals und einer Gastsängerin doch alles, was das Power-Metal-Herz begehrt – sogar ein Keyboard-Solo.
Klar - man muss was für diese Art von Musik übrighaben, man darf Kitsch nicht ganz abgeneigt sein. Und, so ehrlich muss man auch sein: neu und innovativ ist das alles nicht. Aber die Songs stimmen, sie werden auch nach vielen Durchgängen nicht langweilig und das Wort POWER wird hier noch in Großbuchstaben geschrieben. Die Band hat "With The Magic Of Windfyre Steel" locker übertroffen und ist auf dem Weg, sich einen eigenen Sound zu erarbeiten.
Wenn POWER PALADIN so weiter macht, entsteht hier etwas ganz Großes und die Genre-Platzhirsche brauche sich um ihre Nachfolge keine Sorgen zu machen.
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Maik Englich


