SAILLE - Forebode
Mehr über Saille
- Genre:
- Melodic Black Metal
- ∅-Note:
- 5.50
- Label:
- Non Serviam Records
- Release:
- 13.02.2026
- Deception Of Decadence
- Echoes Of Empathy
- Cycle Of Cynicism
- Reminiscence Of Regrets
- Haunter Of The Dark 2025
- Eater Of Worlds (Extended Classical Version)
- Maere (Live at Metal Méan Festival)
- Tephra (Live at Metal Méan Festival)
- Plaigh Allais (Live at Graspop Metal Meeting)
Mageres Frischfutter mit viel Füllmaterial und schwachem Sound.
Einstmals in Belgien gegründet, sind die melodischen Black-Metaller SAILLE inzwischen durch diverse Besetzungswechsel in die Niederlande migriert. An der musikalischen Ausrichtung des Fünfers, der seit der Gründung im Jahr 2009 fünf Langspieler veröffentlicht hat, änderte sich durch den Umzug allerdings nichts, denn auch anno 2026 fühlt man sich noch irgendwo im Fahrwasser von Kollegen wie DISSECTION, CARACH ANGREN oder DIMMU BORGIR pudelwohl. Kreativ scheint es zuletzt allerdings etwas holpriger zugegangen zu sein, denn bis zum nunmehr sechsten Album "Forebode" mussten fünf Jahre ins Land ziehen, und selbst nach dieser Wartezeit wirkt die Spielzeit etwas spärlich.
Dass "Forebode" vom Label Non Serviam Records nämlich überhaupt als Langspieler vermarktet wird, grenzt schon fast an eine Frechheit, immerhin serviert uns die 52-minütige Spielzeit gerade einmal drei frische Kompositonen - das kurze Zwischenspiel 'Echoes Of Empathy' können wir hier eigentlich nicht zählen. Aufgepolstert wird die Trackliste danach von einer Neuaufnahme des Live-Lieblings 'Haunter Of The Dark', einer erweiterten Orchester-Fassung des "Eldritch"-Tracks 'Eater Of Worlds' und insgesamt drei Livesongs. In meiner Welt ist das im besten Falle eine EP mit Bonustracks, die auch als solche ausgepreist werden sollte. Bleibt zu hoffen, dass die frischen Kompositionen wenigstens überzeugen, wenn schon das Gesamtpaket Dinge verspricht, die am Ende nicht wirklich gehalten werden.
Immerhin werden meine Erwartungen mit den Eigenkompositionen erfüllt, denn 'Deception Of Decadence', 'Cycle Of Cynicism' und 'Reminiscence Of Regret' liefern allesamt hymnisch-epischen Melodic Black Metal in Reinkultur, der sogar stellenweise mit ein paar feinen Klargesängen aufgewertet wird und insgesamt einfach viele tolle Melodiebögen im Gepäck hat. Schade, dass die Gitarren so absolut dünn aus den Boxen sägen und teilweise auch dezent schief eingespielt wurden, denn mit etwas besserem Mix und stärkerem Handwerk wäre hier noch einmal deutlich mehr drin gewesen. So bleibt der Sound zwar ein netter Callback zu den Großtaten der Neunziger, setzt das Songmaterial aber nicht so gut in Szene, wie es die drei wirklich starken Tracks verdient hätten. Gleiches gilt auch für die solide Neuaufnahme von 'Haunter Of The Dark', die ebenfalls klanglich etwas zu sehr leidet, während 'Eater Of Worlds (Extended Classical Edition)' insgesamt zwar etwas dumpfer aus den Boxen dröhnt, dafür ausgewogener klingt und insgesamt mit schönen Orchester-Elementen auftrumpfen kann. Schlussendlich wird der Sound bei den drei Live-Bonustracks aber wieder zum Problem, denn hier haben wir es mit besseren Demo-Mitschnitten zu tun. Klar, beim heutigen Trend hin zu restlos überarbeiteten Livealben ist etwas Natürlichkeit gerne gesehen, trotzdem kommt nicht so richtig viel Live-Feeling im heimischen Wohnzimmer auf, wenn die drei Songs etwas zu knarzig und erneut holprig gespielt aus den Boxen scheppern. Schade, auch da wäre mehr drin gewesen.
Das gilt am Ende ebenfalls uneingeschränkt für "Forebode", das ich unter dem Gesichtspunkt der Vermarktung als Album als Frechheit empfinde. Wie eingangs vermutet, haben wir es hier nämlich nur mit einer soliden EP zu tun, die mit sehr viel Bonusmaterial künstlich aufgeblasen werden musste, um überhaupt als Langspieler durchzugehen. Die klanglichen Probleme tun dann ihr übriges dazu, um "Forebode" am Ende trotz eines kompositorisch starken Dreierpacks zu einer Enttäuschung zu machen.
- Note:
- 5.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs


