SLAGMAUR - Hulders Ritual
Mehr über Slagmaur
- Genre:
- Black Metal
- ∅-Note:
- 6.50
- Label:
- Prophecy Productions
- Release:
- 27.02.2026
- Ritual Dogs
- Wildkatze
- Huldergeist
- Hexen Herjer
- Warlok
- Rathkings
Fernab von damaligem Genie!
Man kann durchaus betonen, dass die Herren von SLAGMAUR das avantgardistische Siegel bereits nach ihrem ersten Album langsam haben abbröckeln lassen, und dass von den duruchaus spannenden Visionen bis zum heutigen Tag nicht mehr viel übrig geblieben ist. Zwar darf sich die Band berechtigt dagegen wehren, dem schwarzmetallischen Konsens aufgesessen zu sein, doch betrachtet man den Werdegang der norwegischen Second-Wave-Pioniere etwas genauer, muss man schon konstatieren, dass die Hinwendung zu leichter zugänglichem Material eine sehr rasante Entwicklung genommen hat, an deren Ende ein weiteres, leider nur durchschnittliches Album wie "Hulders Ritual" steht.
Grundsätzlich sind die einzelnen Pfeiler des eher puristischen Sounds der frühen 90er, auf die sich auch SLAGMAUR immer noch bezieht, klar zu erkennen. Der Gitarrensound ist roh und direkt, die Breaks werden spärlich, aber effizient eingesetzt, und auch die gelegentlichen hymnischen Parts, angereichert mit epischen Gesängen, können schon mal herausstechen, wären sie nicht mit einigen Reißbrett-Fragmenten eher lieblos eingestreut. Und hier ist letztlich auch das Problem: Eine einst so kreative, angenehm andersartige Truppe wie SLAGMAUR hat die Fortschrittlichkeit eigentlich in der DNA und muss sich daher auch nicht anderweitig orientieren, sondern kann frohen Mutes eigenständig vorangehen. Dieses Risiko will man anno 2026 aber offensichtlich nicht mehr eingehen und klappert infolge dessen lieber vertraute Standards ab, die zwar immer noch extrem bösartig in die Präsentation gebracht werden, aber am Ende eben auch meist Standards bleiben. Die kurzen Folk- und Horror-Einsprengsel in 'Huldergeist' und die eindringlichen Vocals in 'Hexen Herjer' können hier zwar Abhilfe schaffen, aber es sind eben auch nur kurze Momentaufnahmen, die keinen bleibenden Effekt auf das komplette Album haben.
Natürlich ist es immer fatal, eine Platte mit Erwartungen zu ersticken, die auf vergangenen Glanztaten beruhen, doch bei SLAGMAUR war man anfangs so viel Frisches gewohnt und bekommt heuer meist nur Wiedergekäutes. "Hulders Ritual" hat ein paar ordentliche Nummern, aber nicht jene Highlightpassagen, die man mit diesen Nordmännern einst in Verbindung gebracht hat!
- Note:
- 6.50
- Redakteur:
- Björn Backes


