SPACE OF VARIATIONS - Poisoned Art
Mehr über Space Of Variations
- Genre:
- Metalcore
- ∅-Note:
- 7.00
- Label:
- Napalm Records
- Release:
- 13.02.2026
- Tribe
- Halo
- Mayday
- Parallel Realities
- Doppelgänger
- Godlike
- Ghost Town
- Coldheaven
- Back To Dirt
- Snake Skin
- Lies
- Echo
Vier Volltreffer, aber auch Core-Durchschnitt.
Die Ukrainer SPACE OF VARIATIONS haben mir ihrem modernen Metalcore und den bisherigen beiden Alben "Mind Darknet" (2018) und "Imago" (2022) schon ordentlich Staub aufgewirbelt, immerhin gewann man zweimal den BUMA Musikpreis in der eigenen Heimat und durfte auch die Landsleute JINJER auf Tour begleiten. Mit dem nun vorliegenden Drittwerk "Poisoned Art" hat man sich nun aber nicht nur vorgenommen, diese Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben, sondern will, laut eigener Aussage, die Messlatte für das gesamte Genre höher ansetzen. Ob die zwölf Tracks dieser vollmundigen Ankündigung gerecht werden können?
Der Opener 'Tribe' zeigt auf jeden Fall schon einmal, dass der Vierer seine Version des modernen Metalcores durchaus auf eine Art interpretieren kann, die man so heuer nicht ständig geboten bekommt. Wo viele junge Bands hier nämlich in eine eher poppige Richtung abdriften oder sich progressiven Tönen verschreiben, mischt SPACE OF VARIATONS die wuchtigen Core-Gitarren mit einer ordentlichen Prise Nu Metal, die sich vor allem in den groovend-tanzbaren Gitarren und den Screams von Fronter Dmytro Kozhukhar widerspiegelt, die teilweise ganz dicht am Sprechgesang dran sind. Wäre da nicht der seltsam entrückte Pop-Mittelteil, in dem der Track jeglichen Schwung einbüßt, hätte das hier in meinen Ohren ein kompletter Volltreffer werden können.
Die Hüpftauglichkeit dank der eingeschobenen Nu-Metal-Riffs bleibt aber leider nur ein kurzes Strohfeuer, denn mit 'Halo' kehrt das Quartett dann doch auf bekanntere Metalcore-Pfade zurück. Soll heißen, dass wir knüppelharte Riffs, fiese Breakdowns und poppige Gesangslinien serviert bekommen, denen primär mit melodischen Keyboards und Synthesizern das Fundament bereitet wird. Nicht unbedingt revolutionär, aber durchaus einprägsam, sodass mit 'Halo', dem folgenden und überraschend bissigen 'Mayday' und 'Parallel Realities' ein durchaus starkes Dreierpack aufs Parkett gelegt wird, das ein paar wirklich zwingende Hooklines serviert.
Mit 'Doppelgänger' biegt man dann allerdings in seltsam tanzbare Gefilde ab und erinnert phasenweise ein wenig an RAMMSTEIN, womit die Ukrainer mich zumindest abhängen. Glücklicherweise bleibt die Nummer aber der einzige große Ausreißer in diese Richtung, denn das fast schon an Pop-Punk erinnernde 'Ghost Town' funktioniert im Gegensatz dazu überraschend gut und ist für mich der nächste Anspieltipp neben dem vorhin erwähnten Dreierpack. Danach wird "Poisoned Art" dann allerdings zunehmend etwas eindimensional, denn wenn man einmal das kompositorische Rezept durchschaut hat, bleiben die Überraschungen aus und die einzelne Songs bleiben gerade hinten raus oftmals etwas blass.
So hat SPACE OF VARIATIONS mit "Poisoned Art" die Messlatte für modernen Metalcore definitiv nicht höhergelegt, wie es der Pressetext verspricht, dafür aber ein gutes Drittwerk vorgelegt, das mit vier großen Highlights aufwarten kann, aber eben auf der Schattenseite auch ein paar durchschnittliche Songs im Gepäck hat, die sich nur als solider Genre-Standard behaupten können.
- Note:
- 7.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


