TAILGUNNER - Midnight Blitz
Mehr über Tailgunner
- Genre:
- Heavy Metal / NWoBHM / Power Metal
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Napalm Records
- Release:
- 06.02.2026
- Midnight Blitz
- Tears In Rain
- Follow Me In Death
- Dead Until Dark
- Barren Lands And Seas Of Red
- War In Heaven (feat. Adam Wakeman)
- Blood Sacrifice
- Night Raids
- Eye Of The Storm
- Eulogy
Dem Underground in Würde entwachsen!
Nach dem Release des Debüts "Guns For Hire" im Jahr 2023 hat sich einiges getan im Camp von TAILGUNNER. Schlagzeuger Sam Caldwell wurde durch Eddie Mariotti ersetzt, und auch der zweite Gitarrist Patrick van der Völlering durfte seinen Hut nehmen. Bei Liveauftritten sprang Rhea Thompson ein, die sich dann durch ihre Präsenz und wegen ihrer technischen Fertigkeiten als ideales permanentes Mitglied anbot. Mittlerweile ist der Fünfer aus dem Vereinigten Königreich bei einem der Marktführer in Sachen Metal unter Vertrag. Durch die Zusammenarbeit mit Napalm Records bietet sich hoffentlich die Möglichkeit, der ohnehin positiven Entwicklung der Karriere weiteren Schwung zu verleihen.
Dieser Tage über TAILGUNNER zu sprechen heißt auch über K.K. Downing zu sprechen. Nachdem die Gunners auf einer Tour als Vorgruppe den Support für KK'S PRIEST gaben, fand der Meister Gefallen an den Jungspunden und unterstützt sie seitdem. Nun hat er sogar das Zweitwerk "Midnight Blitz" produziert und damit dazu beigetragen, dass sich der Sound des Quintetts weiterentwickelt hat.
Es braucht nicht viel Vorstellungsvermögen, um zu erraten, dass besonders die Gitarren auf "Midnight Blitz" in neuem Glanz erstrahlen. Der Klang des Schlagzeugs ist cleaner, die Songs haben ordentlich an Tempo zugelegt und der traditionelle Ansatz der NWoBHM, für den TAILGUNNER bisher stand, hat Stilelemente aus dem Power Metal europäischer Machart aufgenommen. Die Band klingt jetzt reifer und gleichzeitig angriffslustiger. Die famosen Gitarrenduelle, die Zach Salvini und Rhea Thompson austragen, haben einen entscheidenden Anteil an der Weiterentwicklung, die das Quintett durchlaufen hat. Dennoch klingen die neuen Stücke unverkennbar nach TAILGUNNER. Das Melodieverständnis bleibt dasselbe, und der sensationelle Gesang von Craig Cairns bürgt weiterhin für höchste Qualität.
Es gibt noch mehr Kontinuitäten. Die bescheuerte Thematik der Artworks, die schon mit der ersten EP "Crashdive" begann und sich mit "Guns For Hire" fortsetzte, wird mit dem Zweitwerk weiterhin zelebriert. Die Kriegsthematik spielt ebenfalls weiterhin eine Rolle. Wurde der Titelsong der EP durch ein U-Boot-Alarmsignal eingeleitet, so beginnt der Opener 'Midnight Blitz' mit einer Luftschutzsirene. Der Eröffnungstrack war auch das erste Video, das von dem neuen Album veröffentlicht wurde. Der Song hatte mich damals sofort am Haken und begeistert mich nach wie vor. Dass die Mitglieder der Band nicht nur einen exzellenten Musikgeschmack haben, sondern auch richtig gute Filme schauen, beweist der Text des getragenen 'Tears In The Rain'. Wer den Film "Blade Runner" liebt, wird mir zustimmen, dass die Abschiedsrede des Replikanten Roy Batty kurz vor seinem Tod zu den schönsten und berührendsten Szenen der Filmgeschichte zählt. Die Gunners haben die Thematik musikalisch perfekt umgesetzt und einen fabelhaften Refrain geschaffen.
Auch das energetische 'Follow Me In Death' ist richtig toll. Ein weiterer Filmklassiker der 80er, der mit Humor gewürzte Vampirstreifen "The Lost Boys", wird in 'Dead Until Dark' verarbeitet. Auch dieser Song hat packende Hooks. 'Barren Lands And Seas Of Red' hält das Tempo weiterhin hoch, ehe wir mit der Ballade 'War In Heaven' eine neue Seite von TAILGUNNER kennenlernen. Die folgenden Stücke drücken wieder aufs Gaspedal, aber je mehr das Album sich dem Ende nähert, desto größer wird jedes Mal die Vorfreude auf den hymnischen Abschlusstrack 'Eulogy'. Ein wenig an "Visions" von STRATOVARIUS erinnernd, verkörpert 'Eulogy' die perfekte Kombination von Geschwindigkeit, atemberaubender Gitarrenarbeit und fantastischen Melodien. Das ist feinster Power Metal, wie man ihn besser nicht spielen kann. Das Outro hinterlässt zudem eine melancholische Stimmung, die nach einem weiteren Spin des Albums verlangt.
Hat sich TAILGUNNER nun dem Mainstream angenähert? Die Antwort kann nur "Ja" lauten. Es gibt mehr Keyboards, die Produktion ist massenkompatibler und die Refrains sind ausgereifter als zuvor. Von einer Qualitätsminderung kann aber keinesfalls die Rede sein. Glanz und Gloria haben einer Band selten geschadet. Die Gunners sind mit mehr Klasse denn je dem Underground in Würde entwachsen.
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Jens Wilkens


