TEMPLE OF VOID - The Crawl
Mehr über Temple Of Void
- Genre:
- Death Metal / Doom Metal
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Relapse Records
- Release:
- 06.03.2026
- Poison Icon
- Godless Cynic
- The Crawl
- A Dead Issue
- Thy Mountain Eternal
- Soulburn
- The Twin Stranger
Wow, ein echtes Statement!
Zu meinem eigenen Bedauern habe ich die Herren von TEMPLE OF VOID in den vergangenen Jahren ein wenig aus den Augen verloren. Ihre ersten beiden Releases galten zur Zeit ihrer jeweiligen Veröffentlichung zweifelsohne zu den Highlights im modernen Doom/Death, und da sich die Truppe seither auch nicht ausgeruht und eigentlich kontinuierlich neues Material nachgesteuert hat, ist es schon ein wenig ärgerlich, dass man die vielen kleinen Zwischenschritte zu "The Crawl" nicht mitbekommen hat. Denn dass sich beim immer noch jungen Quartett aus Detroit inzwischen einiges getan hat, steht außer Frage.
Die sieben neuen Songs tönen jedenfalls erstaunlich melodisch aus den Boxen, teilweise aber auch überraschend verspielt. Das Grundgerüst ist zwar immer noch schleppender Death Metal mit dezenten Doom-Vibes, doch TEMPLE OF VOID tritt anno 2026 relativ virtuos auf, nutzt die Fingerfertigkeiten von Leadgitarrist Alex Awn relativ eindrucksvoll, um auch ausgedehnte Instrumentalpassagen mit Leben zu füllen und distanziert sich mit jedem weiteren Song immer weiter von irgendwelchen sich anbietenden Schubladen. Denn man hat zwischen einigen Post-Metal-Ansätzen und triumphal aufbereitetem, hymnischem Stoff im Stile von AMON AMARTH alles im Angebot, was das (melodische) Todesblei-Herz berühren könnte, nur eben in einer etwas eigenwilligen, weil insgeheim progressiven Gesamtinterpretation.
Und zu Letztgenannter gehören auch mal ein paar Keyboardflächen ('Soulburn'), hin und wieder ein paar erstaunlich rockige Grooves, einige dreckige Old-School-Verweise und bei Bedarf auch ein kleiner Schlenker zu Kollegen wie HEAVEN SHALL BURN - allerdings auch hier in einer weitestgehend Core-befreiten Variante. TEMPLE OF VOID hat mit "The Crawl" eine universelle Waffe zusammengeschustert, die in alle Richtungen feuern kann, jedoch auch aus allen Richtungen ein sehr positives Echo zurückbekommt.
Gerade wenn man länger nichts von der Band gehört hat und nun entdeckt, auf welchem Niveau die Amis unterwegs sind, ist es eine Riesenfreude, den Jungs bei der Arbeit zu lauschen. Eine Scheibe wie diese muss man in Zukunft erst mal toppen können, doch es gibt aktuell nichts, was man dieser talentierten Kapelle nicht zutrauen würde! Geil, einfach geil!
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Björn Backes


