TEXTURES - Genotype
Mehr über Textures
- Genre:
- Progressive Metal / Metalcore
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- KScope
- Release:
- 23.01.2026
- Void
- At The Edge Of Winter
- Measuring The Heavens
- Nautical Dusk
- Vanishing Twin
- Closer To The Unknown
- A Seat For The Like-Minded
- Walls Of The Soul
Rückkehr mit alten Stärken und neuer Eingängigkeit.
Als sich die Prog-Metaller TEXTURES im Jahr 2018 auflösten, hätte ich nicht daran geglaubt, dass wir wir jemals den Nachfolger zum starken Album "Phenotype" zu hören bekommen. Dabei war die Scheibe ursprünglich als Doppelalbum angelegt, dessen zweiter Teil "Genotype" in den gleichen Sessions aufgenommen, dann allerdings dank der Bandauflösung nie veröffentlicht wurde. Und nun steht der Silberling doch endlich in den Regalen, hat allerdings mit den ursprünglichen Aufnahmen nichts mehr zu tun, denn diese wurden komplett verworfen und stattdessen begab sich das Sextett nach der Wiedervereinigung im Jahr 2023 ins Studio, um die acht Songs dieser neuen Version von "Genotype" mit frischer Perspektive zu komponieren und aufzunehmen. Ob die Klasse von "Phenotype" trotzdem erreicht werden kann?
Nun, 'Void' stimmt uns als Instrumental erst einmal mit bedrohlichen Synthesizer-Tönen und feinen Melodien auf die kommende Spielzeit ein und zeichnet sich durch eine herrlich dichte Atmosphäre aus, dank derer ich dann auch gerne darüber hinwegsehe, dass das Intro gut eine Minute zu lang ausgefallen ist. Den ersten vollwertigen Track gibt es danach mit 'At The Edge Of Winter' zu hören, der auch gleich klarstellt, dass die Jahre ihre Spuren im Bandsound hinterlassen haben und der Anküpfungspunkt zur Vergangenheit nicht ganz so nahtlos ausfällt, wie mancher Fan sich das vielleicht erhofft hat. Klar, die vertrackt-proggigen Riffs und wunderschönen Melodien waren auch schon auf "Phenotype" bereits ein zentraler Bestandteil des TEXTURES-Kosmos, doch so poppig und zugänglich wie auf diesem Track hier hat man die Niederländer ansonsten selten gehört. Der Gastauftritt von Charlotte Wessels untermauert die Poppigkeit der Nummer noch einmal, doch auch Daniël de Jongh greift vermehrt zum Klargesang und liefert sich ein tolles Duett mit Charlotte, sodass 'At The Edge Of Winter' direkt zu einem unbändigen Ohrwurm mutiert.
'Measuring The Heavens' revidiert dann den ersten Eindruck zumindest in Teilen, denn auch wenn es hier wieder extrem melodisch zur Sache geht, hätte sich die fiese Riff-Akkrobatik der Nummer auch auf dem bereits erwähnten "Phenotype" hervorragend gemacht. So bleibt es eher die Produktion der Scheibe, die insgesamt die Gitarren etwas zahmer in Szene setzt, den Keyboards und Synthesizern mehr Platz einräumt und so vielleicht die Illusion erweckt, TEXTURES gäbe sich anno 2026 seichter als das eigentlich der Fall ist. Gerade der hochklassige Schlussspurt, bei dem vor allem 'Walls Of The Soul' und 'Closer To The Unknown' als herrlich rifflastige Höhepunkte herausstechen, sollte dann auch Fans der Niederländer voll und ganz zufriedenstellen. Trotzdem ist es nicht zu leugnen, dass gerade 'Nautical Dusk' und 'Vanishing Twin' im Mittelteil doch schon fast in Alternative-Gefilden wildern und zumindest in meinen Ohren ein paar mehr Gitarren-Attacken hätten vertragen können, um die von mir so geliebte Balance zwischen den musikalischen Extremen etwas besser zu zelebrieren.
Trotzdem überwiegt schlussendlich die Freude darüber, dass TEXTURES sich mit "Genotype" auf qualitativ unheimlich hohem Niveau zurückmeldet. Werden "Phenotype" oder gar das Meisterwerk "Dualism" erreicht? Nicht ganz, würde ich sagen, doch auch so ist das Comeback-Album der Niederländer eine Scheibe, die sich alteingessene Fans und Liebhaber und Liebhaberinnen des modernen Prog-Metals nicht entgehen lassen sollten und die hoffentlich nur der Auftakt für ein erfolgreiches zweites Kapitel der Bandgeschichte darstellt.
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


