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POWERMETAL.de - The Essentials: Platz 8

16.08.2018 | 07:27

Auf dem achten Platz unserer Essentials-Reihen finden wir ein Album, welches der eine oder andere Leser sicherlich noch weiter oben erwartet haben dürfte.

Ach, das Ding lief rauf und runter. Klar, die beiden Vorgänger waren großartig, aber das hier war ein Quantensprung! Als progressiven Thrash würde ich es heute umschreiben, mit Melodien, die ins Ohr gehen, und Riffs über Riffs. Natürlich ist METALLICAs "Master Of Puppets" heute eines der besten Metal-Alben aller Zeiten, und sogar wenn man heute als jemand, der nicht Zeitzeuge ist, die Stirn ob dieser Einschätzung runzelt, gibt es keine Zweifel mehr, wenn man das Veröffentlichungsdatum ansieht. Ein kleiner Schritt für Hetfield und Co, aber ein großer Schritt für den Metal.
[Frank Jäger]    

Alleine bei den wunderbaren singenden Gitarren im Opener 'Battery' bekomme ich auch beim tausendsten Hördurchlauf noch immer eine Gänsehaut und warte sehnsüchtig darauf, dass endlich das martialische Galopp-Riff loslegt und die einzigartige Thrash-Metal-Achterbahn beginnt. Diese ultra fetten Gitarren, der kreischende Overdrive-Sound, nach mittlerweile 30 Jahren ist "Master Of Puppets" noch immer die Blaupause für die Art und Weise, wie eine Metal-Scheibe klingen muss. Aber auch das Songwriting ist nicht von schlechten Eltern, denn von den traumhaften Gitarren-Melodien im Mittelteil des Titeltracks bis hin zum epochalen Instrumental 'Orion' lässt METALLICA dem Hörer keine Verschnaufpause, weshalb das Album auch verdient auf Platz Acht unserer Essentials gelandet ist.
[Tobias Dahs]

Jedes Mal, wenn ich dieses sagenumwobene Drittwerk von METALLICA höre, richtet sich eine wohlige aber zeitgleich auch etwas unheimliche Gänsehaut auf – eine Gänsehaut, die ich bei meinem ersten Durchgang im zarten Alter von 11 Jahren hatte – eine Gänsehaut, die ich bereits beim Anblick des Artworks bekomme – eine Gänsehaut, die durch all diese Randnotizen ausgelöst wird. Glaubt es oder nicht, aber als ich als Kleinkind damals ein Mittagsschläfchen bei meinem Onkel abhielt, spielte er mir leise 'Orion' vor – und viele Jahre später nahm ich dieses Magnus Opus dann das erste Mal bewusst auf. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen, diesen Song kennst du doch? Es ist wohl die früheste Erinnerung, die ich an mein eigenes Leben habe: 'Orion'. Ich denke, das ist eine Tatsache, die noch niemand über diese Platte zu Protokoll gebracht hat. Alles andere wurde sicherlich schon geschrieben. Die Tragik des Unfalls auf der anschließenden Tour, diese nicht zu überbietende Symbiose aus brutaler Riffgewalt, herrlicher Melancholie, purem Thrash und Melodien zum Niederknien. Ich erstarre voller Ehrfurcht – es sind Songs der Ewigkeit, die in 20, 50 und 100 Jahren noch jene Berge versetzen können, die sie am 3. März 1986 schon versetzten. Wir reden von Musik, die nicht mehr übertroffen werden konnte – liebe Leser und Leserinnen: Wir reden von "Master Of Puppets".
[Marcel Rapp]


Ich glaube, es ist weitgehend anerkannte Theorie, dass jene Alben, mit denen die eigene musikalische Sozialisation begann, einen extrem hohen Stellenwert einnehmen und diesen in den meisten Fällen auch über Jahrzehnte und etliche Geschmacksdiversifizierungen hinweg behalten. Somit sagt das über die Qualität eben jener Scheiben eigentlich eher wenig aus. Auch bei mir war es sicher eher dem Zufall geschuldet, dass "Master Of Puppets" das erste Metal-Album war (bzw. das erste überhaupt, auf dem eine E-Gitarre zu hören war), das ich mir zulegte und dann (zumindest anfangs auch mangels Alternativen) monatelang rauf und runter hörte, bis ich jedes Wort und jede Note auswendig konnte. Und was tut der sich selbst nicht für konservativ oder traditionell veranlagt haltende Musikliebhaber (also ich)? Er setzt auch aktuell das Drittwerk der (damals noch)-Thrasher in der schwierigen Auswahl einer persönlichen Top 100-Liste auf den zweiten Platz. So viel zu obiger These. Natürlich ist "Master Of Puppets" über jeden Zweifel erhaben, aber es ist eben auch so, dass es einfach die Scheibe ist, die mich am längsten begleitet. Um es kurz zu machen: Ich höre sie im Schnitt wohl nur noch ein einziges Mal aller drei bis fünf Jahre, aber an der Einordnung auf meinem persönlichen Podium möchte ich keine Sekunde rütteln. Dazu brauche ich sie nicht einmal auflegen, es reicht an die ersten Takte von 'Battery' zu denken und das sicherlich nostalgische, aber vor allem glückselige Gefühl ist sofort wieder da. "Master Of Puppets" hat seinen unerreichbaren Status bei mir wahrlich zementiert.
[Stephan Voigtländer]

Auf Platz 8 huldigen wir nun einem Geburtstagskind. Dieses Jahr wird das wohl größte und einflußreichste Thrashalbum der amerkanischen Formation METALLLICA 30 Jahre alt. Doch der Zahn der Zeit hat kein bisschen an der Wucht der Songs genagt. Jedes einzelne Lied ist ein Meisterstück: Zeitlos ästhetisch, emotional aufgeladen, grandios eingespielt und von einer Kraft, die aboslut jeden mitreißt. Wer die Ehre hatte, "Master of Puppets" einmal live zu erleben, wird das Gefühl ein Leben lang behalten. Jeder Versuch, die gleiche Stimmung per CD-Player oder in einem Club zu erzeugen, wirkt leider nur wie eine billige Ersatzdroge.
1986 erblickte also damals das dritte Studioalbum das Licht der Welt. Zwei große Auffälligkeiten gibt es, die einem sofort ins Auge bzw. ins Ohr fallen:
Die Scheibe hat nicht, wie so viele große Alben, auch nur ein schwaches Lied und das CD-Cover ist das wohl berühmteste Front-Art-Work einer Metal-CD, das es je gegegeben hat. Unzählige Arme und Rücken wurden in den 80ern und 90ern damit tättowiert, das T-Shirt so oft getragen, wie kein Zweites in dieser Zeit.
Ein schlichtes Grabfeld, im unteren Teil dunkel mit Gras bewachsen, darauf ein Meer aus weißen, steinernen Grabkreuzen, der Himmel - ein blutrot-oranger Sonnenuntergang und in weißen steinernen Buchstaben der prägante METALLICA-Schriftzug, der alles überthront. Im Hintergrund sieht man schemenhaft die Hände des "Master of Puppets", welcher alle Fäden, die von den Kreuzen aus zu ihm in den Himmel ragen, festhält.



Das Original Artwork von Don Brautigam ist heute by CHRISTIE's zu ersteigern. Es ist 17x17 Inches groß und an der unteren rechte Seite signiert. Der Preis liegt bei 35 000 USD.
Die Songs 'Battery', 'Welcome Home (Sanitarium)' und 'Master of Puppets' werden heute noch auf jeder Metal-Party rund um den Globus gespielt und führen sowohl bei jung als auch bei alt zu lauten Mitsingeinlagen. Die für die Zeit doch recht neumodischen Kombinationen aus klassischem Thrash und melodischen, harmonischen Prä- und Interludien sind charakteristisch für diese Platte und machen sie so zu einem imposanten und denkwürdigen Kunstwerk.
Textlich, wie schon durch den Namen und das Cover angedeutet, beschäftigt sch das Werk mit Menschen, die kaum einen eigenen Willen haben, sei es durch Drogen, als Soldaten, psychische Krankheiten oder auch sogar als Anhänger der Gottheit Chthulhu.
Das musikalische Wagnis, verschiedene Musikstile zu mischen, und in eine neue, einzigartige Tondichtung zusammenzufügen, wurde damals noch als letzte Scheibe in der Erstzusammensetzung der Band eingespielt. Der kurze Zeit später durch einen Unfall verursachte Tod des Basssisten Cliff Burton machte eine Rückkehr zur original Besetzung unmöglich.
Während Lars Ulrich und James Hetfield durchgängig vom ersten Tag an dabei waren, wurde nur Dave Mustaine nach einer kurzen Einstigesperiode noch vor dem ersten Studioalbum durch Kirk Hammett ersetz. Diese drei sind bis heute fester Bestandteil der L.A.- ansässigen Band. Einzig der verstorbene Bassist, der die ersten drei Alben mit eingespielt hat, nachdem er nach einer kurzen Vorstellungsphase den Part von Ron Mc Govney übernahm, wurde noch zwei Mal nach seinem Ableben ersetzt.
Auch wenn Burtons Karriere kurz war, so war er doch maßgelbich am Titeltrack 'Master of Puppets' beteilgt und hat damit ein Prunkstück des frühen Thrash Metal kreiert, welches man auch noch in hundert Jahren feiern wird. 
[Yvonne Päbst]

 

Redakteur:
Holger Andrae

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