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Perlen der Redaktion: Timon Krauses Highlights 2018

06.01.2019 | 22:33

2018 - das hieß für mich einmal mehr Post Metal der Extraklasse, Hardcore in unerwarteter Vielfalt und Qualität, und eine Rückkehr, von der ich nicht einmal zu träumen gewagt hatte!

2018 - für den einen ein Jahr voller Highlights, für den anderen hat es eher maue Kost abgeworfen und der Dritte spricht von viel Durchschnitt auf dem Veröffentlichungsmarkt. An dieser Stelle wollen wir unserem Redaktionspoll vorgreifen und lassen unsere Kolleginnen und Kollegen zu Wort kommen. Welche Scheiben haben es in die Top-20 geschafft und warum? Viel Spaß beim Lesen!

In Sachen Neuveröffentlichungen muss ich im Rückblick auf das vergangene Jahr nicht lange nachdenken: vier absolute Top-Kracher, und danach viel, viel gutes, breit gestreutes Material. Zwei Wahnsinnskonzerte sowie zwei Neuentdeckungen älterer Scheiben komplettieren mein Metal-Jahr 2018.

Das musikalische Top-Ereignis war in meinen Augen und Ohren die Rückkehr von AS I LAY DYING. Der Augenblick, in dem ich die Reunion-Single 'My Own Grave' erstmals am Bildschirm laufen ließ, der Moment in dem alle fünf Musiker sichtbar und Tim Lambesis hörbar wurde, brachte mich fast zum Heulen vor Glück. Und dann dieser fantastische Abriss in der ausverkauften Turbinenhalle in Oberhausen am 1. Dezember... Manchmal werden Träume wirklich wahr, und in diesem Fall erfüllte sich der Traum, meine absolute Lieblings-Live-Band wieder sehen und erleben zu dürfen! Im Frühjahr überraschte mich in der Halle02 in Heidelberg wiederum eines der stärksten Modern-Death-Outfits aus unseren Landen: CYPECORE räumte zum Tourabschluss in meiner Wahlheimat aber auch wirklich alles ab! Der satte, hocheffiziente moderne Death-Thrash-Mix mit Industrial-Anleihen und SciFi-Setting kommt live mindestens genauso fett rüber wie auf Platte. Diese Truppe gehört unbedingt auf die Bühnen dieser Welt!

 

Cypecore

Das zugehörige Album "The Alliance" landet mit besagter Vollbedienung knapp auf dem zweiten Platz meines Jahresrückblickes. Den ersten Platz hätte sich CYPECORE redlich verdient, doch der vorweihnachtliche Release von "Lost Empyrean", dem lang ersehnten neuen Album meiner Post-Metal-Helden DIRGE, eroberte sich mühevoll, umständlich ausschweifend, doch letztlich unwiderstehlich den Spitzenplatz! Mehr Härte, mehr Metal, und doch wie immer entrückt, schwelgerisch – DIRGE kann in diesen nachdenklichen Gefilden einfach niemand das Wasser reichen. Im 'Sea Of Light', meinem Song des Jahres, könnte ich mich Tag für Tag verlieren...

Dirge

Auf Platz 3 steht mit ABOVE US THE WAVES mein Newcomer des Jahres: "Rough On High Seas" ist die wirklich perfekte Mischung aus Metalcore und Post Hardcore, zündete bei mir aber zugegebenermaßen erst lange nachdem mein Review schon online war. Die Griechen verdienen sich ihren Erfolg redlich; starkes Songwriting, große Emotionen, perfekte Instrumentalarbeit – bitte bald mehr davon! Das neue A PERFECT CIRCLE-Album "Eat The Elephant" ist allein aufgrund seines Zustandekommens natürlich ein Grund zur Freude – und es ist anders, erfrischend anders, als ich es erwartet hätte: Keine abgründige, introvertierte Seelenschau wie "Thirteenth Step", sondern zurückhaltender, kompakter, ironischer, dann wieder forscher und nachdenklicher. Irgendwie wähnte ich Maynard & Co. bereits im Altenteil – so kann man sich täuschen!

AUTW

Ein bestialisches Kurzvergnügen bereitete mir FORCEFED HORSEHEAD mit der gleichnamigen EP: Death Metal trifft Hardcore, getragen von unbändiger Wut, aber intelligent und abwechslungsreich gestaltet. Ein Longplayer dieser Truppe dürfte ein wahres Fest für Freunde extremer Klänge darstellen! Überhaupt versöhnte mich 2018 in Sachen Hardcore: Das träge und eintönig gewordene Genre wurde durch die ebenso unterschiedlichen wie kreativen und unwiderstehlich dynamischen Beiträge von Truppen wie BAILER, BLACK COAST, THE NIKA RIOTS oder auch dem pechschwarzen NUISIBLE-Krach plötzlich musikalisch wieder relevant! Ansonsten sollte ich wohl höchstens noch erwähnen, dass mich die höchst unmetallischen FANTASTISCHEN VIER mit ihrem jüngsten Beitrag "Captain Fantastic" voll abholen konnten, und ich mit meinen 35 Lenzen 2018 plötzlich HipHop hörte! Auch das Live-Erlebnis meiner schwäbischen Landsleute war eine musikalisch wirklich brillante Veranstaltung und somit ebenfalls ein Highlight meines vergangenen Jahres.

Zwei Alben, die schon vor 2018 erschienen, entwickelten sich auch zu Dauerrotoren in meinem CD-Player: Das ultraböse, pechschwarze Death-Metal-Brett "Forging The Eclipse" der leider nicht mehr permanent existenten Münsteraner Institution NEAERA (gelegentlich taucht die Truppe ja glücklicherweise doch noch auf dem einen oder anderen Festival auf), und "Magma" von den großartigen Extrem-Franzosen GOJIRA. Dagegen stellen meine ehemaligen Lieblinge von PARKWAY DRIVE mit "Reverence" meine Enttäuschung des Jahres - nicht ganz unerwartet, nach den Entwicklungen der letzten Jahre, aber dennoch: konfus, ziellos, in weiten Teilen einfach langweilig und handzahm, fernab der großartigen Death-Metal-Bretter der Anfangsjahre der Australier.

Jahres-Top 20:


Band Album
1. Dirge (F) Lost Empyrean
2. Cypecore The Alliance
3. Above Us The Waves Rough On High Seas
4. A Perfect Circle Eat The Elephant
5. Architects Holy Hell
6. Forcefed Horsehead Forcefed Horsehead
7. The Isolation Process Twelve
8. Black Coast Ill Minds Vol. 1
9. Nuisible Slaves And Snakes
10. The Nika Riots Set Fire
11. Bailer Bailer
12. Die Fantastischen Vier Captain Fantastic
13. In Love Your Mother The Greatest Hits
14. Bleed From Within Era
15. An Evening With Knives Serrated
16. Hereditary Sin
17. Hundred Year Old Man Breaching
18. Stratovarius Enigma: Intermission II
19. Dirge (IN) Ah Puch
20. Maligner Attraction To Annihilation

Redakteur:
Timon Krause

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