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Keep It True VIII - Königshofen

09.05.2007 | 13:14

14.04.2007, Tauber-Franken-Halle

Keep It True

Freitag, 13. April 2007

Am 13.04.2007 war es wieder so weit. Die Warm-Up-Show zum inzwischen legendären KEEP IT TRUE Festival stieg heuer wieder in der ca. 500 Leute fassenden Sporthalle im beschaulichen Weindörfchen Dittigheim bei Tauberbischofsheim. Und das Billing war durchaus nicht von schlechten Eltern: auf dem Plan standen IVORY NIGHT, TANKARD, WARRANT sowie DESTRUCTOR.

IVORY NIGHT:
Gegen 20:00 Uhr hatten IVORY NIGHT die recht undankbare Aufgabe, die hüftlahme Bangerschaft zum Mitmoshen und Abhotten zu animieren. Die Band aus Rheinland-Pfalz war nur etwa zwei Wochen zuvor von einer Südamerika-Tour zurückgekehrt, die sie im März 2007 unter anderem nach Peru und Ecuador (!) führte. Die vier mühten sich redlich, aber sie schafften es leider kaum, das Publikum entsprechend anzuheizen. Schade! Die spielerische Performance der Melodic Metaller IVORY NIGHT war jedoch tadellos. Dennoch waren die Publikumsreaktion überwiegend recht verhalten. Zum Besten gab die Band unter anderem 'And I Fly' sowie 'Salvation Is An Honest Man', die mir persönlich recht gut gefielen. Allerdings muss man anmerken, dass IVORY NIGHT von Grund auf einen schweren Stand im Billing der Warm-Up Show hatten, da die übrigen Bands (allen voran TANKARD) natürlich wesentlich aggressivere Musik zocken.
[Martin Loga]

WARRANT:
Mit WARRANT durfte nun eine altgediente Power/Speed-Band aus dem Ruhrpott auf die Bretter. Das Trio aus Düsseldorf hat sich in den letzten Jahren sehr rar gemacht. Immerhin datieren die letzten Studioaufnahmen aus dem Jahre 1986, wenn man die Neueinspielungen einiger Tracks im Jahr 1998 außer Acht lässt. Umso gespannter dürfte der eine oder andere dem Aufritt von WARRANT (nicht zu verwechseln mit den gleichnamigen Haarspray-Posern aus Amiland) entgegengefiebert haben. Und was WARRANT so vom Stapel ließen, hatte Hand und Fuß. Einfacher, aber bodenständige Power/Thrash Metal, der von den drei Herren mit mächtig Spaß in den Backen für ein prächtig gelauntes Publikum gespielt wurde. Mit im Gepäck hatte Herren Speed-Kracher wie 'Satan', 'Bang Your Head' oder 'Ready To Command'. Letzteres wurde von Sänger und Bassist Jörg Juraschek als "Radioballade" angekündigt. Die durchaus euphorischen Fanreaktionen (der Track wurde heftig beim Mitsingspielchen mitgegrölt) konnte er nur mit einem Kopfschütteln und einem ungläubigen "Ihr seid doch alle bekloppt!" quittieren. Zwischendrin tauchte auch immer mal wieder der "Enforcer" mit Henkersmaske und Axt auf, wobei das Ganze mit zunehmender Häufigkeit dann doch etwas lächerlich wirkte. Mit dem stimmig platzierten 'The End' war dann nach einer Dreiviertelstunde leider schon Schicht im Schacht. Was festzuhalten bleibt ist, dass WARRANT auf ganzer Linie überzeugten. Feiner Auftritt!
[Martin Loga]

Setlist:
Satan
Bang That head
Ordeal Of Death
Condemned Forever
Torture In The Tower
Betrayer
The Enforcer
Ready To Command
Nuns Have No Fun
Scavanger's Daughter
The End

TANKARD:
Nach WARRANT war nun spaßiger, alkoholgeschwängerter Thrash mit Frankfurt's Finest angesagt. Und die Herren um den schwergewichtigen Frontmann Gerre ließen erwartungsgemäß nix anbrennen. Man fräste sich mit ordentlich Spaß in den Backen durch einen guten, wenn auch nicht spektakulären Gig. Auffallend ist, dass Gerre immer wieder die gleichen Sprüche bei Shows auffährt. So wurde das schmissige 'Slippin' From Reality' einmal mehr als "...unsere BON JOVI-Coverversion 'Slippery When Wet'" angekündigt. Bei 'Beermuda' stieg ein ordentlich beleibter Konzertbesucher auf die Bühne, hob sein Shirt und packte seinen wohlgeformten Waschbärbauch aus. Gerre tat selbiges, zog blank und stieß mit seiner Plauze gegen die des grinsenden Fans. Schräg, aber witzig. Zwischendrin stolperte ein Fotograph, der seitlich auf der Bühne knipste und dabei wohl einige Kabel löste. Von daher fiel unter anderem die Bassgitarre aus, und es dauerte eine ganze Weile, bis das Problem behoben war. Mindestens ein Lied fiel von daher zeitlich weg. Der Missetäter wurde nach vorne zitiert und musste zur "Strafe" mit Gerre um die Wette trinken. Gerre hatte natürlich die Nase vorn und vernichtete das 0,33er-Fläschlein wesentlich schneller. Nach der zackig gespielten Abrissbirne 'Rectifier' folgte natürlich der obligatorische Bandklassiker '(Empty) Tankard' der vom ganzen Saal lauthals mitgebrüllt wurde. Was die Publikumreaktionen anbelangt, so kamen TANKARD erwartungsgemäß hervorragend bei der versammelten Bangerschaft an.
[Martin Loga]

Setlist:
We Still Drink The Old Days
The Morning After
ZombieAttack
Slippin' From Reality
Beermuda
irgendwas von "Beast Of Bourbon"
Alcohol
Maniac Forces
Die With a Beer in Your Hand
Rectifier
(Empty) Tankard

DESTRUCTOR:
Hell yeah! Was hatte ich mich auf den Auftritt der Cleveland-Legende DESTRUCTOR gefreut! Gerade einmal zwei Studioalben hat die Band seit Ihrer Gründung im Jahr 1982 (!) veröffentlicht. Mit der EP "Storm Of Steel", die exklusiv auf der KEEP IT TRUE-Warm-Up verkauft wurde, gibt es nun auch einen Vorgeschmack auf das kommende, dritte Studioalbum namens "Forever In Leather". Vor einer roten Backline mit riesigem DESTRUCTOR-Logo in weißen Lettern legte die Band einen ambitionierten und energiegeladenen Auftritt hin, von dem sich viele jüngere Bands im Metal-Business etliche Scheiben abschneiden könnten. Mit 'Blackest Night' ging es krachig und temporeich los. Gute Wahl und eine echte Überraschung, zumal 'Blackest Night' ein unveröffentlichter Demo-Track aus den frühesten Tagen der Band ist, der erstmals auf dem zweiten DESTRUCTOR-Album "Sonic Bullet" (2003) auf einem Silberling für die Nachwelt konserviert wurde. Sehr fett! Und weiter im Text mit dem brutalen 'Storm Of Steel', dem Mottogeber der KIT Warm-Up-Show. Nun folgte eine weitere Überraschung. Mit 'Tear Down The Heavens' gab es einen neuen, durchaus progressiven und dennoch brutalen Titel vom kommenden Studioalbum, der durchaus positiv vom ordentlich abschädelnden Publikum aufgenommen wurde. Sänger/Gitarrist Dave Overkill war gut bei Stimme und besonders Bassist Jamie Boulder konnte mit sehr fetten, gezupften Bassläufen glänzen. Ein Lob geht auch an den verantwortlichen Soundmann, der DESTRUCTOR einen druckvollen Sound verschafft hat, der mit dazu beitrug, dass hier ordentlich Rüben abmontiert wurden. Bei dem sehr schnellen 'Skull Splitter' dürfte der eine oder andere Zuhörer im Publikum doch hellhörige geworden sein. Ist dieser Titel doch eine brutalen Speed-Granate par excellence, die auf dem neuen Studioalbum vertreten sein wird. 'Pounding Warriors' (ein neuer Track) war ebenfalls ein sehr brutaler Plattmacher, der eindringlich ballerte. Mit den Klassikern 'Iron Curtain' (ein Song gegen den in den 80ern andauernden Kalten Krieg) und dem brutalen 'Overdose' endete ein Auftritt, der meine Erwartungen als Fan mehr als übertraf. DESTRUCTOR haben hier einen sehr geilen und durchaus denkwürdigen Auftritt hingelegt, der vom Publikum mit ordentlich Applaus bedacht wurde. Am Haupttag des KEEP IT TRUE-Festivals (14.04.2007) sollte es der Band leider nicht gelingen, beim Publikum eine ähnlich große Stimmung zu erzeugen. Anyways: Well done, guys!
[Martin Loga]

Tracklist:
Blackest Night
Storm Of Steel
Tear Down The Heavens
Sonic Bullet
Pounding Warriors
Maximum Destruction
Skull Splitter
Pounding Evil
Iron Curtain
Overdose

Summa summarum bleibt zu sagen, dass die Warm-Up-Show für einen niedrigen Eintrittspreis von nur 10€ im Vorverkauf eine mehr als runde Sache war. Alle Bands, mit Ausnahme von IVORY NIGHT, konnten mich vollends überzeugen, wobei DESTRUCTOR meiner Ansicht nach den stärksten Auftritt hinlegten. Die Show war ein toller Auftakt, um sich für den "Hauptkampftag" am Samstag fit zu bangen!
[Martin Loga]

Redakteur:
Rüdiger Stehle

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