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Rock im Betonwerk - Mittelbach

27.08.2013 | 21:00

25.07.2013, Betonwerk

Nirgendwo passen Betonelemente, Zementmörtel-Paletten und Musik so gut zueinander wie in "Mettelbach".

Zum fünften Mal heißt es: Auf in das Betonwerk nach Mittelbach! Der kleine Ort nahe Chemnitz hat ein Gewerbegebiet. Dort sind die Heidelberger Betonelemente GmbH & Co.KG ansässig. Geschäftsführer Heiko Schulzki hat sich mit "seinem" Festival einen Traum erfüllt und freut sich natürlich auf viele Besucher. Wäre ja auch blöd, alleine feiern zu müssen. Das Wetter für die nächsten Tage verspricht heiße Temperaturen. Bestes Festivalwetter also. Bandtechnisch können sind die Besucher wieder auf zahlreiche Highlights freuen. Also auf geht's!


Donnerstag

Während im vergangenen Jahr bereits am Donnerstag die Außenbühne bespielt wurde, ist das heutige Programm komplett in der Halle zu erleben. Für die Menge an Besuchern reicht das auch völlig aus, denn so viele Menschen wie 2012 tummeln sich nicht auf dem Gelände, was letztes Jahr vor allem an SABATON lag. Gegen 17.00 Uhr eröffnet die Stuttgarter Formation HELLDORADOS das Festival. Als die Jungs loslegen sind exakt null Zuschauer vor der Bühne. So nach und nach trudeln die jedoch ein und üben sich in Zurückhaltung. Also eher ein verhaltener Festivalauftakt. Musikalisch wird zwar eine ganz ordentliche Mischung aus Sleaze- und Glam-Metal geboten, allerdings sind die gesanglichen Live-Darbietungen des Sängers ziemlich fragwürdig. Oder sagen wir es mal so: Ich würde mich mit diesem Gesangstalent nicht auf eine Bühne trauen...

EMERGENCY GATE aus dem Süden der Republik startet verheißungsvoll mit einem Western-Intro, kann aber auch nicht so wirklich überzeugen. Diese Mischung aus Modern Metal und Melodic Death Metal fehlt es einfach an Überzeugungskraft und Herzblut. Dass die Musiker nicht mit dem selbigen dabei sind, mag man ihnen ja gar nicht unterstellen, aber es kommt nicht so herüber. Stimmungstechnisch versuchen sie die Menge mobil zu machen, was hier und da etwas gelingt.

Wirklich kühler ist es noch nicht geworden, aber Australier dürften ja mit der Hitze umgehen können. So legt 4 ARM ein astreines Thrash-Brett hin, welches alle so richtig schwitzen lässt. Okay, es bedarf etwas Mühe des Sängers, die Menge in Schwung zu bringen. Doch er lässt nichts unversucht. Getreu dem Motto: "Sind wir euch zu schnell, seit ihr zu schwach!", lassen es die Jungs aus Down Under ordentlich krachen. Neben 'Submission For Liberty' aus dem gleichnamigen Album gibt es auch 'I Will Not Bow' auf die Ohren. Vor dem letzten Song des Abends lädt der Sänger noch alle zu einem Getränk bei der Autogrammstunde ein. Den Besuchern gefällt das und zu 'Spent And Bled' müssen alle noch einmal richtig schwitzen, da das Tempo erneut gesteigert wird. Alles in allem eine sehr schicke Sache!

Wenn man in Österreich nicht weiß, was man an einem Donnerstagabend machen soll, so kann man ja mal nach Mittelbach fahren und ein Konzert geben. Na ja, so ganz stimmt das nicht, aber da die Jungs von BELPHEGOR gerade auf der Durchreise sind, bietet sich dieser kurzfristige Zwischenstopp eben an. Bereits im vergangenen Jahr konnte die Band die Fans hier richtig begeistern. Ihnen schien es wohl ebenfalls gefallen zu haben, denn die Festivalbestätigung kam relativ kurzfristig. Die Musiker sind zumindest gut drauf. Zum Intro werden noch schnell die Verpackungen der Mikrofone entfernt und los geht das Spektakel. Jetzt ist die Halle gut gefüllt und die Temperatur hat noch einmal zugelegt. 'Feast Upon The Dead' eröffnet die Show und die Kapelle aus dem Alpenland ballert einen Song nach dem anderen den Zuschauern in die Hörmuscheln. Keine Frage, hier wird ein toller Auftritt hingelegt, der mit 'Bondage Goat Zombie' zu Ende geht.

Für viele ist WINTERSUN am ersten Festivaltag der Headliner. Nicht umsonst hat man den Finnen gut eineinhalb Stunden Spielzeit eingeräumt. Das wissen sie auch zu nutzen und präsentieren den Fans ein tolles Konzert, das keine Wünsche offen lässt. Noch fix ein paar Publikumsemotionen von der Bühne mit dem Smartphone eingefangen und schon kann es losgehen. Die Musiker sind gut drauf und bieten dem Publikum eine feine Show. Kurze Songs sind nicht die Sache von WINTERSUN. Unter zehn Minuten läuft meist nicht viel. Aber 'Time' oder 'Death And The Healing' können trotz allem begeistern und von Langweile ist keine Spur. Auf der Bühne wird der eine oder andere Schabernack zur Erheiterung der Menge getrieben und die feiert ihre Lieblinge frenetisch. Ach ja, fotografenfreundlich ist die Band auch, denn in der Regel dürfen ja immer bei den ersten drei Liedern Bilder gemacht werden. Wer aber mit einem 4-minütigen Intro ('When Time Fades Away') und dem anschließenden 'Sons Of Winter And Stars' aufwartet, was dann gut 13 Minuten lang ist, hat sich von jedem Fotografen ein Freibier verdient!

Man sagt dem Erzgebirger an sich ja nach, dass er dickköpfig oder gar stur sei. Im Fall von EMINENZ trifft das auf jeden Fall zu. Die Herrschaften sind Urgesteine und eine lokale Größe zugleich. Sie denken nicht im Traum daran, etwas an ihrem Musikstil zu ändern. Sie schauen böse und finster drein, die Gesellen aus Annaberg-Buchholz. Oder direkt aus den erzgebirgischen Wäldern, man weiß es nicht so genau. Los geht es wie gewohnt mit Intro und dem brennenden Holzkreuz, das Sänger Leviathan in den Händen hält. Der schreit und keift sich wie gewohnt durch das Set und merkt selber auch, dass wesentlich mehr Leute da sind als noch bei WINTERSUN. Aber der Sound ist nun mal nicht jedermanns Sache. Dennoch wird in den vorderen Reihen gemosht. Sei es zu dem neueren 'Eminenz' oder 'Sink in Oblivion'. Wenn es schon einmal Donnerstag ist und dazu noch spät, kann man auch einmal 'Darkness Comes Over Us' zum Besten geben. Zumindest nach den Gedankengängen das Frontmannes. Der bietet noch ein paar Feuerspuck-Einlagen und am Ende gar noch das VENOM-Cover 'In League With Satan'. Kurz nach dem Gig fällt das Bühnenoutfit und die eben noch schaurigen Gestalten auf der Bühne werden zu netten Jungs, denn fast alle von ihnen arbeiten dieser Tage vor und hinter der Bühne und können auch mal lachen.

Nicht wirklich zum Lachen ist der Auftritt von NEGURA BUNGET. Die beginnen ihr Set mit einer riesigen Verspätung. Die Rumänen konnten mich zum diesjährigen Wave-Gotik-Treffen in Leipzig total begeistern. Dort war aber nicht soviel Beleuchtung auf der Bühne, was den atmosphärischen und schleppenden Sound noch verstärkte. Gut, dafür gibt es ein paar schnellere Stücke zu hören, was ja nicht schlimm ist. Dennoch können sie heute nicht richtig ihre Live-Qualitäten abrufen. Ab und an hat man den Eindruck, als ob sie selber keine wirkliche Lust haben. Ein paar lichte Momente gibt es dennoch und gerade wenn sie ihre ungewöhnlichen Instrumente erklingen lassen, ahnt man ansatzweise, was die Truppe sonst drauf hat. Wo kann man schon mal Panflöte und Black Metal an einem Stück erleben. Zugegeben, für diese Uhrzeit keine leichte Kost. So sind auch nicht mehr wirklich viele Besucher da, aber denen gefällt es. Und das ist ja die Hauptsache. Durch die Verspätung hat man der Band wohl die Spielzeit verkürzt, denn die große Trommel kommt auch nicht beim letzten Song 'Dacia Hiperboreana' zum Einsatz. Somit bleibt ein sehr zwiespältiger Eindruck des heutigen Gigs zurück.

Leider wird es damit für die letzte Band des Abends zu spät. Regulär wäre der Auftritt von NERVECELL jetzt schon fast vorbei. Doch ehe das jetzt los geht, dauert es schließlich noch eine Weile und da am nächsten Tag noch einmal arbeiten angesagt ist, muss den Herrschaften aus Dubai, die bereits vor zwei Jahren hier begeistern konnten, ein Korb gegeben werden. Viel Spaß noch und gute Unterhaltung!

WEITER GEHT'S ZUM FREITAG...

Redakteur:
Swen Reuter
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