top banner 76
side banner 78

Sundown Festival 2007 - Abtsgmünd

10.08.2007 | 16:16

25.05.2007, Festivalzelt

So unschön es war, dass das Sundown Festival letztes Jahr ausfallen musste, umso angenehmer ist das Wiedererscheinen dieses Jahr gewesen. Ganz zur Überraschung wehleidiger Vermisser des alten Summer-Breeze-Geländes fand das Sundown dieses Jahr auf genau jenem Territorium statt und hatte damit einen nahezu perfekten Ort gefunden.
Das größte Problem für die Anreisenden wird wohl die Ungewissheit gewesen sein, wie es mit der Übernachtung aussah. Denn einige haben zu spät mitbekommen, dass für einen Campingplatz eine vorherige Anmeldung vonnöten war und haben somit offiziell keinen bekommen. Doch genau diese Leute hatten dann vor Ort einen viel besseren Campingplatz direkt vor der Halle, welcher schlicht die zweckentfremdete Grasfläche zwischen den Parkplätzen war. Eine nette Lösung jedenfalls.
Nachdem wir es uns dann ebenfalls gemütlich gemacht haben, ging es gleich an die Arbeit (Obwohl wir dank Stau die Band EAR-SHOT verpassten).

Unser Arbeitstag startete mit den Power-Thrashern PERZONAL WAR. Wie zu erwarten war das Zelt zur zweiten Band noch nicht gut gefüllt und die Kerle mussten vor einem relativ kleinem Publikum spielen, was sie aber nicht daran hinderte, Vollgas zu geben. Musikalisch bot sich eine interessante Mischung aus thrashigem Drumming und melodischen Gitarren, die einige Besucher in ihren Bann zog. Gezockt wurde jedenfalls sehr souverän und der Auftritt machte definitiv Spaß.
[Sebastian Schneider]

Die drei Männer um Frontfrau Kirsten der Band BLOODFLOWERZ beginnen ihr Spiel am frühen Abend, als das Festzelt begann, sich zu füllen. Nach der Geburt ihres Sohnes im November letzten Jahres stand Sängerin Kirsten wieder energiegeladen und enthusiastisch auf der Bühne. Ihr macht es - nach eigenem Bekunden - ganz offensichtlich Spaß, mal etwas anderes als Kinderlieder singen zu dürfen, und so lässt sie es das Publikum spüren und begeistert mit ihrer melodiösen, durchaus sopranen Stimme. Bei 'For A Stranger' wird es voller, das Stück ist etwas Ruhigeres zum Tanzen, und die Gitarre verzaubert mit arabisch anmutenden Klängen. Durchaus experimentell, mit Echo-Effekten auf der Stimme. Im Publikum tut sich Regung. Doch richtige Stimmung kommt erst bei der etwas rockigeren Nummer 'One Second' auf: Sängerin Kirsten schüttelt ihr Haar für uns. Fast theatralisch steht sie auf der Bühne und weiß, sich gekonnt zu inszenieren. Die Band profitiert von der Performance der Sängerin, doch auch musikalisch hat die Formation einiges zu bieten: 'Damaged Crisis' beginnt mit einem Gitarrensolo, das schnell das Publikum überzeugt. Alles in Allem ein gelungener Auftritt.
[Kathrin Renz]

Nach einem bombastischen Intro aus der Konservendose ging es sehr metalcorelastig mit BORN FROM PAIN weiter. Trotz relativ früher Tageszeit war das Zelt zum ersten Mal recht voll. Die Stimmung unter den zahlreichen eingefleischten Fans war mehr als gut. Die Niederländer brachten mit ihrem harten Bass- und Schlagzeugspiel die Menge zum Toben. Beim vierten Lied forderte der Aushilfssänger Paul Boers (SUPERIOR) die Fans zum Circle Pit auf. Dieser Aufforderung kam der geneigte Fan gerne nach, bis zum Ende des Auftritts war die Luft staubgeschwängert. Auch wenn diese Art von hartem Metalcore nicht ganz meinen Geschmack traf, kann man doch sagen: die Niederländer haben souverän gezockt und konnten mit ihrer natürlichen Art durchaus überzeugen
[Christiane Thews / Benjamin Jeschek]

NIM VIND sind ein Trupp Kanadier, die eine abstruse Mischung aus Horror Punk, Rockabilly und Death-Rock machen. So stand es zumindest auf der Website des Festivals. Ich konnte zwar nicht ganz alle Einschläge dieser Stile raushören, aber einiges traf dann doch zu. Der Sänger stand beim Exerzieren seiner Musik jedoch relativ reglos da und schaffte es nicht wirklich, Atmosphäre zu erzeugen.
Für sich betrachtet haben die Jungs nicht schlecht gespielt, aber irgendwie wollte die Band nicht so richtig ins Gesamtkonzept passen. Zu sehr erinnerte die Mucke an Wave früherer Zeiten und lockte somit relativ wenig Schaulustige ins Zelt. Und wenn welche kamen, drehten sie sich schon auf dem Hacken um und schlenderten gen Zeltausgang. Wirkliche Meister waren dann hier doch nicht zugange.

Dass Polen sehr gute Metalbands hervorbringt, wurde heute Abend am dem Beispiel schlechthin bewiesen: VADER betraten die Bühne und knüppelten das Zelt in Grund und Boden. Gnadenlos holzte sich ein Blastbeat nach dem anderen den Weg frei und die Gitarren schrubbten was das Zeug hielt. Der Sound war super und klar, was viele Fans durch heftiges Kreisen des Haupthaares zu schätzen zeigten. Gespielt wurde eine klasse Mischung aus den wichtigsten Songs der Chaoten, die mit vollem Elan und höchster Professionalität vorgetragen wurde. Ein Fest für jeden Death-Metal-Fan, welches bewiesen hat, dass VADER immer noch auf dem Thron des polnischen Death Metals sitzen.
[Sebastian Schneider]

Bereits vor Beginn der Show von KORPIKLAANI war das Zelt sehr gut gefüllt. Schon der Soundcheck zog alle in ihren Bann. Als Opener verwendeten die Jungs aus Finnland das fröhliche 'Journey Man', eine gute Idee, denn die Menge ließ sich sofort mitreißen, munter wurde nicht nur in den vorderen Reihen gebangt. Trotz ein paar kleiner Textpatzer bei 'Korpiklaani' ließen sich Fans und Band die gute Stimmung nicht nehmen.
Als kleinen Vorgeschmack auf das neue Album spielten die lustigen Finnen zwei Lieder daraus. Diese machten durchaus Lust auf mehr. In typischer KORPIKLAANI-Manier rissen sie das Publikum mit, so dass sich die Menge zu lustigen Volkstänzen ermuntern ließ.
Der Höhepunkt der Show war wohl das allseits bekannte Trinklied 'Beer Beer', Sänger Jonne warf mit vollen Bierbechern ins erhitzte Publikum, was überall großen Anklang fand. Nach lauten und anhaltenden Zugaberufen spielten die Jungs noch zwei weitere Songs. 'Happy Little Boozer' trieb Jonne zu absoluten Höchstleistungen an, auf deren Höhepunkt er mitsamt Gitarre am Boden lag.
Der letzte Auftritt des Tages war damit ein würdiger Höhepunkt des Festivals. Mit astreinem Humppa-Sound, mitreißenden Geigensoli und extrem agiler Bühnenshow wussten die Finnen ganz genau, wie sie das Publikum begeistern konnten. Trotz aller Professionalität verlieren ihre Auftritte niemals an Schwung und Spaß.
[Christiane Thews / Benjamin Jeschek]

Redakteur:
Sebastian Schneider

Login

Neu registrieren

Wir verwenden Cookies, um unsere Website besser gestalten und verbessern zu können. Diese nutzen wir unter anderem für die Reichweitenmessung und zu Marketing- und Optimierungszwecken. Durch die weitere Nutzung der Website stimmst Du der Verwendung von Cookies zu (weitere Informationen gibt es hier).